Abenteuer Asien: Kreuzfahrt mit der Legend of the Seas

Gastbeitrag von Konstantin
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Legend of the Seas vor Phuket, Thailand
Legend of the Seas vor Phuket, Thailand

Eine Kreuzfahrt in Asien mit Passagieren vorwiegend aus China und Indien an Bord? Cruisetricks.de-Autor Konstantin Pfliegl hat sich in dieses Abenteuer gestürzt und eine Kurzkreuzfahrt ab Singapur auf der Legend of the Seas von Royal Caribbean gebucht – und festgestellt, dass die Uhren dort ziemlich anders ticken. Hier sein spannender und amüsanter Reisebericht:

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Da wir auf unserer Rundreise durch Südostasien auch einige Tage in Singapur Halt machten, bot es sich an, im Anschluss noch eine Kreuzfahrt ab Singapur anzuhängen. Unsere Wahl fiel auf eine Kreuzfahrt mit der Legend of the Seas von Royal Caribbean. Die Route führte uns durch die Straße von Malakka über Kuala Lumpur und Phuket mit einem Seetag wieder zurück nach Singapur.

Die Legend of the Seas ist das erste Schiff der Vision-Klasse von Royal Caribbean mit Jungfernfahrt im Mai 1995. Mit rund 2.000 Passagieren gehört die Vision-Klasse mittlerweile bereits zu den kleineren Schiffen auf den Weltmeeren. Das Besondere an dieser Schiffsklasse sind die vielen Fensterfronten. Über diese hat man in vielen Bereichen des Schiffsinneren einen wunderschönen Blick auf das Meer.

Hafen von Singapur
Hafen von Singapur

Eine Asien-Kreuzfahrt ist selbst auf einem amerikanischen Schiff ein ganz anderes Erlebnis als zum Beispiel eine Karibik-Kreuzfahrt. Man lernt dabei viel über andere Kulturen und Mentalitäten. Beispiel: Taschentücher sind unanständig und zum Essen benötigt man nicht unbedingt Besteck.

Singapur hat einen der größten Häfen der Welt. Entsprechend hatten wir uns eher auf einen etwas chaotischen Check-in mit langen Wegen eingestellt. Doch das Singapore Cruise Center ist ein relativ kleiner Passagierhafen für Fähren und Kreuzfahrtschiffe. Das Einchecken auf die Legend of the Seas war in wenigen Minuten erledigt. Die meiste Zeit benötigte das Ausfüllen der vielen Ein- und Ausreiseformulare für die Anlegehäfen – das liegt aber nicht im Einflussbereich der Reederei.

Passagiere größtenteils aus Indien und China

China-Design zum chinesischen Neujahrsfest
China-Design zum chinesischen Neujahrsfest

Ein Großteil der Passagiere kam aus asiatischen Ländern wie Indien und China. Nur wenige Passagiere kamen aus Amerika, Europa und Australien. Entsprechend hat man sich auf der Legend of the Seas komplett auf das asiatische Publikum eingestellt. Auf dem ganzen Schiff befinden sich neben allen englischsprachigen Hinweisschildern entsprechende Aufkleber und Aufsteller in mehreren asiatischen Sprachen.

Im Centrum der Legend of the Seas begrüßte uns eine mehrere Meter große chinesische Figur. Dabei handelte es sich bereits um die Dekoration für das chinesische Neujahrsfest, das eineinhalb Wochen nach unserer Kreuzfahrt stattfand. Auch der Rest der Lobby war bereits mit vielen Blumen bunt geschmückt für die große Feier am 23. Januar.

Ungewohntes im Buffet-Restaurant

Am meisten über asiatische Gepflogenheiten und Mentalitäten lernten wir in den Restaurants. Was dabei jedoch gleich beim ersten Mittagessen auf dem Schiff negativ auffiel: Das Buffet-Restaurant Windjammer war dem Ansturm der knapp 2.000 Passagiere nicht gewachsen und fast immer überfüllt.

Wir erlebten es zum ersten Mal, dass es eine Art Blockabfertigung gibt. Es stand immer ein Crewmitglied am Eingang des Restaurants und ließ stets immer nur ein paar Gäste hinein. Das vereinfachte die Suche nach einem freien Tisch in dem Getümmel aber nicht wirklich.

Einige indische Mitreisende wussten sich zu helfen – sie machten es sich zum Essen einfach auf dem Boden gemütlich. Was einem ebenfalls nicht stören sollte: Viele Inder essen mit den Händen. Die Reederei wird es wahrscheinlich freuen, so müssen sie weniger Besteck abwaschen.

Die Auswahl der Speisen orientierte sich stark am asiatischen Gaumen. So gab es stets zahlreiche indische und chinesische Gerichte.

Chinesisch überall

Die kitschige chinesische Dekoration im Buffetrestaurant ließ einen schnell mal vergessen, dass man sich auf einem amerikanischen Schiff befindet. Auch die Hintergrundmusik war nicht jedermanns Sache. Auch wenn wir den Text nicht verstanden haben – für uns hörte es sich nach chinesischer Schlagermusik an.

Zu einer wirklichen Herausforderung wurde für uns jedoch zum Frühstück die Suche nach bestimmten Teesorten. Bei den verfügbaren Tees handelte es sich um chinesische Tees mit chinesischer Beschriftung. Einen englischsprachigen Aufdruck suchte man vergeblich. Daran scheiterten dann leider auch viele der Mitarbeiter im Windjammer-Restaurant.

Bildergalerie: Legend of the Seas

Fast schon ein Ruhepol war – zumindest abends – das Hauptrestaurant. Das Essenangebot umfasste die auch auf anderen Routen der Reederei verfügbaren Standardgerichte wie Steaks. Ebenso gab es lokale Spezialitäten wie asiatische Nudelgerichte.

Kultur-Lehrstunden

Zum Frühstück und Mittagessen konnte man im Hauptrestaurant keine Wünsche bezüglich des Sitzplatzes äußern. Es wurden alle großen Tische der Reihe nach aufgefüllt. Und da lernt man als Europäer viel über andere Kulturen. So mussten wir uns daran gewöhnen, dass Asiaten am Tisch leidenschaftlich die Nase hochziehen anstatt zu Schnäuzen. Dafür schauen Sie einen komisch an, wenn man ein Taschentuch benutzt. Das gilt im ostasiatischen Raum als unanständig. Auch dass zum Beispiel Spiegeleier gerne mal schlürfend mit dem Mund vom Teller gegessen werden, muss man als Europäer übersehen.

Was wir von Royal Caribbean bis dato nicht kannten: Niemand achtete im Hauptrestaurant darauf, dass sich die Passagiere Ihre Hände desinfizieren.

Für das Abendessen haben wir uns für My Time Dining entschieden. Dabei hat man im Hauptrestaurant keinen festen Sitzplatz, dafür kann man aber in einem vorgegebenen Zeitraum jederzeit zum Essen erscheinen. Auf der Legend of the Seas ist der für My Time Dining zugewiesene Bereich im Restaurant recht klein. Dennoch erhielten wir jedes Mal problemlos den von uns gewünschten Zweier-Tisch. Ein Vorteil des kleinen Bereichs für My Time Dining: Für diesen Bereich war jeden Abend dasselbe Team aus Kellner, Hilfskellner und Oberkellner eingeteilt. Unser Wunsch am ersten Abend nach einer deutschen Speisekarte führte zwar zunächst zu etwas Verwirrung – aber sie war verfügbar. Und die folgenden Abende erhielten wir sie dann bereits automatisch.

Legend of the Seas

Balkonkabine der Kategorie D1
Balkonkabine der Kategorie D1

Der Rest auf der Legend of the Seas erinnerte dann doch wieder an frühere Erlebnisse auf amerikanischen Schiffen. So umfasste zum Beispiel das Entertainment-Programm im Theater die von Royal Caribbean gewohnt guten Shows. Das Highlight war ein Gast-Magier aus Australien.

Das Schiff selbst war für seine 17 Jahre in einem recht guten Zustand. Sowohl die öffentlichen Bereiche als auch unsere Kabine wiesen nur wenige Abnutzungserscheinungen auf. Lediglich der Balkon entsprach nicht dem Standard, den man von Royal Caribbean kennt: Er war nicht nur ziemlich schmutzig, sondern an vielen Stellen bereits stark abgenutzt und angerostet. Da würden ein paar Pinselstriche mit Farbe nicht schaden.

Fazit: positives Erlebnis

Die Kreuzfahrt war für uns in jedem Fall ein Erlebnis – im positiven Sinn. In Südostasien treffen auf einem amerikanischen Schiff mit asiatischen, amerikanischen und europäischen Passagieren die unterschiedlichsten Kulturen aufeinander. Dennoch ging es auf dem Schiff sehr entspannt zu und uns hat es gut gefallen.

Eine Besonderheit dieser Schiffs-Route war die Fahrt durch die Straße von Malakka. Dabei handelt es sich um die meist befahrenste Schiffsstraße der Welt. Dementsprechend gab es auch am Seetag vom Balkon aus eine Menge zu sehen. Die Legend of the Seas fuhr stets in Sichtweite zu zahlreichen Frachtschiffen.

Eines sollte einem auf den asiatischen Routen mit der Legend of the Seas jedoch bewusst sein: Mit Deutsch kommt man auf dem Schiff nur bedingt weiter. Auf unserer Fahrt gab es weder ein deutschsprachiges Tagesprogramm noch den auf RCI-Schiffen üblichen deutschsprachigen internationale Ansprechpartner, den International Ambassador. Bei größeren Problemen ist aber immer irgendein deutschsprachiges Crew-Mitglied verfügbar.

(alle Fotos: Konstantin Pfliegl)

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