AIDA-Schiffe bekommen dreistufigen Abgasfilter

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AIDAcara

AIDAcara: wird als erstes Schiff für das neue Filtersystem vorbereitet

AIDA rüstet seine beiden derzeit in Japan in Bau befindlichen, neuen Kreuzfahrtschiffe mit einem System zur Filterung von Stick- und Schwefeloxiden sowie Partikel (Ruß) aus. Außerdem sollen auch die bestehenden Schiffe mit der neuen Technik ausgestattet werden. Insgesamt will die Reederei bis 2016 rund 100 Millionen Euro in Energiespar- und Umwelttechnik investieren.

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Die AIDAcara soll in in Ihrem bevorstehenden Werft-Aufenthalt im Oktober 2013 bereits komplett für den Einbau des neuen Filtersystems vorbereitet werden, sodass der Einbau dann ohne längeren Werftaufenthalt machbar ist, sobald das Filtersysteme in Serienreife ausgeliefert wird. Damit wird mit der AIDAcara auch AIDAs ältestes Schiff über Filter für die drei der wesentlichen Schadstoffe in Schiffsabgasen verfügen, der Rest der Flotte soll schrittweise jeweils in den regulären Werftzeiten bis Ende 2016 folgen – nach der AIDAcara die nächsten beiden Schiffen im Mai beziehungsweise November 2014. Die beiden für 2015 und 2016 geplanten, neuen Schiffe sind mit der Technik bereits von Anfang an ausgestattet.

Auf einer Pressekonferenz in Hamburg sagte AIDA, mit der innerhalb der Carnival-Gruppe entwickelten und bereits auf einzelnen Schiffen getesteten Technik sei es erstmals gelungen, drei Filtersysteme in eine so kompakte Bauform zu integrieren, dass sie technisch selbst auf älteren Schiffen und mit relativ geringem Aufwand nachrüstbar seien.

Filter und Schadstoff-Reduzierung

Für die Filterung von Stickoxiden (NOx) sorgt ein Katalysator, Rußpartikel und andere feste Brennstoff-Rückstände sollen in einem Filter ausgefällt werden und Schwefeloxide (SOx) werden in einem Wäscher ohne den Einsatz von Chemikalien gefiltert. Im Einzelnen sollen die folgenden Filterleistungen erreicht werden:

  • Stickoxide (NOx): 95 Prozent
  • Schwefeloxide (SOx): 99 Prozent
  • Russpartikel: 90 Prozent
  • Kohlenmonoxid: 70 Prozent
  • Unverbrannte Kohlenwasserstoffe: 85 Prozent

Genauere Details zur Technik des neuen, dreistufigen Abgas-Filtersystems will AIDA derzeit noch nichts verraten – man wolle der Konkurrenz noch nicht zu viel von der selbst entwickelten Technik verraten, heißt es dazu.

Investitionen von 100 Millionen bis 2016

LNG Hybrid Barge (Bild: AIDA)

LNG Hybrid Barge (Bild: AIDA)

Insgesamt will AIDA bis 2016 insgesamt rund 100 Millionen Euro in Umweltschutz-Maßnahmen investieren. Dazu zählt der Einbau des neuen Filtersystems, aber auch die Ausrüstung der Schiffe für Landstrom-Nutzung und die Fortentwicklung der schon vor einem Jahr angekündigten Verwendung von LNG (Flüssiggas) für die Energieversorgung im Hafen – eine „Power-Barge“ als schwimmendes Blockheizkraftwerk, das mit LNG betrieben wird. Von der Kreuzfahrtsaison 2014 an soll diese Barge im Hamburger Hafen nun auch tatsächlich genutzt werden.

Interessanter Nebenaspekt: Die LNG-Barge wird ein von außen sichtbares Display bekommen, das die aktuellen Schadstoffausstoff-Werte sowie Vergleichswerte zu herkömmlichen Schiffstreibstoffen anzeigen soll. LNG als Brennstoff reduziert den Ausstoß von Stickoxiden um bis zu 80 Prozent und CO2 um rund 30 Prozent.

AIDAsol erstes Schiff mit Landstrom-Ausrüstung

Landstromanschluss auf der AIDAsol - Kapitän Sven Gärnter und Chief Engineer Christian Rosenthal (Bild: AIDA)

Landstrom-Anschluss auf der AIDAsol – Kapitän Sven Gärnter und Chief Engineer Christian Rosenthal (Bild: AIDA)

Als erstes wird die AIDAsol in Hamburg von der externen Stromversorgung durch die LNG-Powerbarge profitieren. Seit Juli 2013 ist die AIDAsol uneingeschränkt Landstrom-fähig, verfügt also neben der bei den meisten Schiffen (nur eingeschränkt bei AIDAcara, vita, aura) vorhandenen Vorbereitung für Landstrom nun auch über ein Stecker-System, über das im Hafen tatsächlich Strom von Land bezogen werden kann – soweit Landstrom im jeweiligen Hafen angeboten wird, oder in Hamburg eben von einer LNG-Barge.

Japan-Schiffe mit weiteren Energiespar-Techniken

Die neuen Schiffe aus Japan werden mit weiteren Techniken zum Umweltschutz und zur Einsparung von Treibstoff ausgestattet, darunter das bereits bekannte MALS (Mitsubishi Air Lubrication Syste), bei dem der Reibungswiderstand des Schiffsrumpfes mit Hilfe von einem Teppich aus kleinen Luftblasen unter dem Rumpf reduziert werden soll. Laut Vertrag mit Mitsubishi soll MALS mindestens sieben Prozent an Treibstoff einsparen, man hoffe aber, so AIDA, auf noch höhere Einsparungen.

Die Japan-Schiffe sollen auch die ersten Kreuzfahrtschiffe der AIDA-Flotte werden, deren Dual-Fuel-Motoren auch LNG als Treibstoff verbrennen können. Wegen für Kreuzfahrtschiffe derzeit noch ungeeigneter, internationaler Sicherheitsvorschriften für LNG-Tanks an Bord können die Schiffe allerdings nur im Hafen mit LNG betrieben werden, da die LNG-Zufuhr von außen per LNG-Barge zugeführt werden muss.

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