AIDA und TUI Cruises bekommen Anti-Umweltschutzpreis

News vom von
Artikel drucken

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) wird den Negativpreis “Dinosaurier des Jahres 2011” an die beiden Kreuzfahrtschiff-Reedereien AIDA Cruises und TUI Cruises vergeben, das kündigte der Nabu jetzt an. In einer ersten Begründung für die Preisverleihung führt der Nabu die Umweltschädlichkeit von Kreuzfahrtschiffen durch die Verwendung von Schweröl als Treibstoff auf.

ANZEIGE

AIDA hat bereits reagiert und unter anderem auf die Details zu Umweltschutzmaßnahmen im Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens verwiesen. AIDA-Chef Michael Thamm hat sich in einem Brief an den Nabu bereit erklärt, bei der Preisverleihung über konkrete Umweltschutzmaßnahmen und Fakten zu diesem Thema zu sprechen und sich der Diskussion zu stellen.

Auch TUI Cruises hat bereits reagiert und verweist auf eine Vielzahl von Umweltschutzmaßnahmen, unter anderen auf vom Nabu geforderte Geschwindigkeitsreduzierung der Schiffe, Verhandlungen mit Häfen über die Verwendung von Landstom-Versorgung von Schiffen während der Liegezeiten und für die anstehenden Neubauten von Kreuzfahrtschiffen geplante Abgasreinigungssysteme.

Gewöhnlich kommentiert Cruisetricks.de Nachrichten-Meldungen nicht im News-Text. In diesem Fall wollen wir uns allerdings nicht zum Sprachrohr des Nabu für polemische, die Realität verdrehende Aussagen machen (siehe auch unser Beitrag “Nabu-Kampagne gegen Kreuzfahrtschiff-Abgase” zu diesem Thema), sodass wir die Aussagen des Nabu zur Preisverleihung nur kommentiert wiedergeben wollen.

Die Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen ließen sich leicht vermeiden, schreibt der Nabu in der Begründung für den Dinosaurier-Preis. Aus “Profitgier” würden die Reeder bislang aber die Verwendung von Schiffsdiesel und den Einbau von Abgastechnik wie etwa Rußpartikelfilter verweigern. Was der Nabu unschwer selbst herausfinden kann ist, dass es für Schiffsmotoren in der Größenordnung, wie sie auf Kreuzfahrtschiffen eingesetzt werden, bislang keine technisch ausgereifte Lösung für Rußfilterung gibt. Der geforderte Einbau solcher Anlagen ist derzeit also noch schlicht unmöglich.

Was der Nabu dafür geflissentlich verschweigt ist, dass Werften und Kreuzfahrtindustrie in den vergangenen Jahren große Fortschritte beim Schadstoffausstoß und Treibstoffverbrauch gemacht haben und weiterhin ständig an neuen Lösungen arbeiten. Beispielsweise werden innovative Abgasfilter getestet und vieles mehr. Der Jahresbericht des European Cruise Council (ECC) gibt einen recht guten Überblick zur Komplexität des Themas, vor allem aber über die Anstrengungen der Kreuzfahrt-Industrie für mehr Umweltschutz.

Umweltschutz bedeutet für Reedereien automatisch auch Treibstoff-Kosten zu sparen. Da die Treibstoffkosten kontinuierlich steigen und zugleich einen sehr großen Anteil an den Fixkosten der Reedereien ausmachen, ist die vom Nabu unterstelllte “Profit-Gier” gerade in der Kreuzfahrtindustrie also dem Umweltschutz sogar förderlich.

Was uns immer wieder verwundert ist die Tatsache, dass der Nabu die öffentliche Diskussion zu diesem wichtigen und ernsten Thema auf ein Niveau herunterzieht, dass noch unterhalb der meisten deutschen Stammtische liegt. Natürlich wird der Nabu uns wieder vorwerfen, wir würden reflexartig die Kreuzfahrtindustrie verteidigen (siehe Kommentare zu “Nabu-Kampagne gegen Kreuzfahrtschiff-Abgase“). Unsere Antwort dazu einfach gleich vorab, ebenfalls dort in den Kommentaren.

Der Nabu ignoriert dabei den immensen Schaden, den er mit dieser Art von Kampagne in der Sache anrichtet. Umweltschutz ist in der Schifffahrt (von der die Kreuzfahrt wenige Prozent ausmacht) ein äußerst wichtiges Thema und für die Kreuzfahrt als Prestige-Industrie besonders relevant. Das Thema ist aber auch sehr komplex und vielschichtig, sodass platte Parolen nicht weiterhelfen. Stattdessen sollte ehrliche und an der Faktenlage orientierte Aufklärung sowie Detailarbeit an Lösungen im Vordergrund stehen. Schade, dass der Nabu sich dazu – zumindest in der Öffentlichkeit – nicht bekennen mag.

cruisetricks.de Newsletter abonnieren
Buch Kreuzfahrt-Ratgeber
cruisetricks.de Kreuzfahrt-Ratgeber Buch-Cover Ihr kompletter Kreuzfahrt-Reiseführer!
weiterlesen »
ANZEIGE

28 Kommentare zu AIDA und TUI Cruises bekommen Anti-Umweltschutzpreis

  1. Christine / Kids on Cruise am Dezember 28, 2011 um 4:23 pm

    Da capo, Franz! Dem ist nichts hinzuzufügen. Letztendlich benutzt der NABU die prestigeträchtigen Kreuzfahrtunternehmen um Werbung in eigener Sache zu machen, anstatt sich um die großen Dreckschleudern zu kümmern, wo es wichtig wäre (nur sind Container Schiffe natürlich längst nicht so aufmerksamkeitserregend wie Kreuzfahrtschiffe). Dass aber ausgerechnet diese Kreuzfahrtunternehmen Unternehmen, allen voran AIDA Cruises (und im Hinblick auf geplante Neubauten auch TUI Cruises) sich im besonderen engagieren wird dabei völlig ignoriert. Erst wurden die Pinnwände zugespammt, nun diese zweifelhafte Preiseverleihung… Vom Prinzip her engagiert sich der NABU für eine wichtige Sache, macht sich aber durch wiederholte Aktionen wie diese mehr und mehr unglaubwürdig…und durch die Masse auch überdrüssig…

  2. Franz Neumeier am Dezember 28, 2011 um 4:28 pm

    Das Schlimme dabei ist, dass die breite Masse der Leute, die das in der Tageszeitung lesen (vielleicht schafft’s der Nabu sogar in die TV-Nachrichten), den Schmarrn glauben und sich einreden lassen, was für schreckliche Dreckschleudern die Schiffe und was für profitgierige Haie die Reedereien doch sind.

    Wenn man sich mit dem Thema nicht etwas näher beschäftigt, durchschaut man die Polemik des Nabu halt leider nicht auf Anhieb. Und außerdem haben die Leute ja ganz gerne immer wiedermal einen Buhmann, auf den man einhacken kann. Das nutzt der Nabu auf äußerst unseriöse und unmoralische Weise aus. Einfach nur traurig und enttäuschend.

  3. claus am Dezember 28, 2011 um 4:42 pm

    nun gut, der Nabu übertreibt, aber ein bisschen Wahrheit steckt doch immer drin oder? Und das Reedereien Gewinnorientiert sind ist doch auch kein Geheimnis, im Grunde ist es egal wenn der Nabu aufs Korn nimmt…Irgend jemand findet es immer nicht richtig nun hat es die Kreuzfahrtbranche getroffen. Warum nehmen wir das nicht zum Anlass aufzuklären, Gibt es wirklich noch keine Russpartikelfiltertechnik die sich auf Schiffe bauen liesse? Ich weiss es nicht. Was ist mit dem Vorwurf andere Treibstoffe zu fahren.? Das Thema ist natürlich unbequem aber wir sollten statt über den NAbu zu schimpfen versuchen aufzuklären, daher bin ich auf die Kommentare der Reeder gespannt und werde diese natürlich ebenfalls ungekürzt veröffentlichen.

  4. Franz Neumeier am Dezember 28, 2011 um 5:03 pm

    @Claus: Klar steckt da Wahrheit drin. Deshalb finde ich ja die Herangehendweise des Nabu so fatal. Statt aufzuklären, verlegt sich der Verein auf billige Stimmungsmache auf unterstem Niveau – das ist es auf was meine Kritik zielt.

    Natürlich ist Schweröl ein ziemlich übler Treibstoff – aber schon da fängt die Pauschalisierung an. Denn in vielen Fahrgebieten ist schon jetzt (v.a. in Küstennähe) das besonders belastende Schweröl schon nicht mehr zugelassen. Für 2015 gibt’s eine internationale Übereinkunft zu einer drastischen Reduzierung der Schadstoffe in den Treibstoffen (vorausgesetzt, die Ölindustrie kann/will bis dahin solchen Treibstoff überhaupt liefern!). Aber die Forderung, einfach mal schnell auf Diesel umzuschwenken ist halt schon ziemlich blauäugig – aus zwei Gründen: Schiffsdiesel ist zwar viel besser als Schweröl, aber überhaupt nicht zu vergleichen mit Dieseltreibstoff für Autos – was der Nabu aber unterschwellig gerne mal suggeriert.

    Was aber besonders schwer wiegt ist so zu tun, als sei es ein Leichtes, auf Marine Diesel zu wechseln. Das Diesel ist einfach deutlich teurer – da wär’s bei Weitem nicht mit einem Treibstoffzuschlag von 5 Euro pro Passagier und Nacht getan … Was der Nabu da fordert ist eigentlich fast die Geschäftsaufgabe für TUI Cruises und AIDA. Ich will jetzt keine Zahl in den Raum stellen, weil ich das mangels genauer Treibstoffpreise nicht auf die Schnelle rechnen kann, aber eine Umstellung auf Diesel für alle Strecken würde die Preise der beiden Reederieen vermutlich mit einem Schlag konkurrenzunfähig machen. Und was hat der Nabu dann davon, wenn zwei deutsche Reedereien Pleite gehen, Tausende von Arbeitslosen produzieren und die Urlauber dann eben mit anderen Schiffen fahren, die weiterhin Schweröl einsetzen?

    Wie gesagt: Sachliche Auseinandersetzung mit den durchaus vorhandenen Problemen ist absolut wichtig und Llösungen sollten auf schnellstem Weg gefunden werden. Aber halt nicht auf Stammtischniveau, sondern realistisch und sachlich differenziert.

  5. Raoul Fiebig am Dezember 28, 2011 um 6:57 pm

    Hallo Franz,

    auch wenn sich die Bunkerpreise natürlich geografisch z.T. deutlich unterscheiden, nachfolgend die aktuellen Bunkerpreise vom heutigen Tag aus Rotterdam:

    HFO IFO 380 (“Schweröl”): USD 624,-/t
    LSMGO (Marine-Diesel mit max. 0,1% Schwefelanteil): USD 925,50/t

    Viele Grüße,

    Raoul

  6. Raoul Fiebig am Dezember 28, 2011 um 7:14 pm

    Der Treibstoffverbrauch der Schiffe ist natürlich abhängig von der Fahrtzeit, wobei die “AIDAcara” meinen Unterlagen zufolge bei 85% MCR (Erklärung MCR: http://en.wikipedia.org/wiki/Maximum_continuous_rating ca. 90t/Tag verbraucht, die Schiffe der “Sphinx”-Klasse ca. 140t/Tag.

    Dies bedeutet – wenn man ausschließlich die Bunkerpreise zugrunde legt, was natürlich nur ein theoretische Wert ist – Mehrkosten von USD 27.135,- bis zu USD 42.210,- USD pro Tag, also (auf Basis Zweierbelegung) von USD 23,-/Passagier (“AIDAcara”) bzw. USD 21,-/Passagier (“AIDAdiva”) am Tag. Für eine einwöchige Kreuzfahrt wären dies entsprechend (beim heutigen Wechselkurs von 1,29) Mehrkosten von ca. € 125,- bzw. € 114,- pro Passagier.

    Natürlich kommt dabei die Frage auf, ob dies “die Sache nicht wert wäre”, aber gerade angesichts dessen, daß AIDA und TUI Cruises ohnehin nicht gerade zu den “Billigheimern” der Branche zählen, würde dies zweifellos eine deutliche Wettbewerbsverzerrung bedeuten.

    Viele Grüße,

    Raoul

  7. Dan am Dezember 28, 2011 um 7:17 pm

    Moin Franz,
    ein bisschen Polemik tut der Sache nur gut, denn sonst hört niemand zu, gell? Zwar ist es richtig was Du sagst, die Reedereien tun was, aber sie bewegen sich nur soweit, wie es vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird. Rußfilter (scrubber) gibt es bereits in diversen Ausführungen und werden auch von etlichen Reedereien (Frachter) eingesetzt. Aber sie kosten halt viele Lire!
    LNG Motoren sind im kommen, Viking Line Neubauten werden mit Gas angetrieben, in Norwegen sind kleine, neue Fähren mit Gansantrieben in Betriebt genommen worden, sowie Offshore Supply ships im kommen.
    Last but not least, wenn man(n) Deine Kommentare zu NABU hier liest, so könnte doch der eine oder andere den Eindruck gewinnen Du verteidigst AIDA/TUI?
    Maritime Grüße
    Dan

  8. Dan am Dezember 28, 2011 um 7:26 pm

    DA die esteemed Leser von cruisetricks denglish verstehen, hier ein relevanter Beitrag:
    Environmentalists and cruise experts are also calling for greater corporate social responsibility in the cruise sector. That is why Dr. Alexis Papathanassis, Professor for Cruise Management at the Hochschule (Institute of Higher Education) Bremerhaven, spoke out in favour of a more pro-active approach to sustainability at the recent World Travel Trends Forum in Pisa: “The industry should see sustainability as an opportunity and not as a threat.”
    The cruise industry has, until now, shown a lack of sustainable responsibility, uniting all the various aspects and all those involved in this market, in order to create a combined approach. This requires a whole catalogue of measures such as legally based monitoring, technological innovations, initiatives aimed a clarifying various aspects, and a more highly developed awareness of sustainability issues. “The industry should see sustainability as an opportunity and not as a threat”, concluded Dr. Alexis Papathanassis.
    So, das sollte nun reichen.
    Dan

  9. Franz Neumeier am Dezember 28, 2011 um 8:03 pm

    @Raoul: Danke für die Zahlen und Berechnungen! Das ist das Niveau von Diskussion zu dem Thema, das ich mir eher wünschen würde als das platte Draufhauen :-) Denn letztlich ist es natürlich auch eine gesellschaftspolitische Frage, was man als Gesellschaft bereit ist als Preis für Umweltschäden zu bezahlen. Beim PKW sind die Leute vermutlich zu mehr Zugeständnissen bereit als bei Kreuzfahrtschiffen und bei Energiegewinnung für Strom und Heizung nehmen sie nahezu alles hin, nur um nicht frieren zu müssen. Aber um solche Fragen diskutieren zu können, sollte man gerade als vorgeblich renommierter Umweltschutzveband eben Fakten und Details auf den Tisch legen und nicht polemisieren.

    @Dan: Neee, verteidigen müssen sich AIDA und TUI Cruises schon selbst ;-) Ich will’s nochmal betonen, damit ich hier nicht missverstanden werde: Mir geht es ausschließlich um die Herangehensweise des Nabu! Dass man in der Kreuzfahrt in Sachen Umweltschutz noch sehr viel tun kann, steht außer Frage. Aber umso mehr ärgert mich eben, dass der Nabu die Diskussion um die Sache durch seine Aktionen noch erschwert, weil er an Stellen polarisiert und polemisiert, wo es völlig sinnlos ist und die Mißverständnisse und Vorurteile noch vertieft statt endlich zu einer sachlichen und detaillierten Auseinandersetzung zu diesem wirklich komplexen Thema zu finden.

    Also: AIDA/TUI Cruises verteidigen? Nein. Aber dem Nabu durchgehen lassen, dass sie die Stimmung vergiften und noch mehr Vorurteile bei diesem Thema schüren? Ein noch deutlicheres “Nein”!

  10. Franz Neumeier am Dezember 28, 2011 um 8:10 pm

    @Raoul: Ich hab’ mir gerade einmal die Zahlen aus dem AIDA-Nachhaltigkeitsbericht 2011 geholt, ein wenig gerechnet und hoffe, dass ich keinen Fehler reingebracht habe. Danach komme ich sogar nur auf einen durchschnittlich höheren Preis von 62 Dollar / 48 Euro für den reinen Preisunterschied zwischen den beiden Treibstoffarten.

    Gesamtverbrauch Schweröl bei AIDA 2010: 122.395 t
    Einkaufskosten dafür nach den heutigen Preisen: 76,37 Millionen Dollar

    Würde man das auf LSMGO Marine Diesel umstellen, würde es 113,28 Millionen Dollar kosten.

    Überschlagsmäßig habe ich dann noch berechnet, wieviele theoretische 7-Nächte-Kreuzfahrten die AIDA-Schiffe 2010 gefahren sind (oft sind natürlich längere, manchmal auch kürzere Routen dabei – also hochgerechnet auf 7-Nächte-Kreuzfahrten bei 100% Auslastung). Ergibt 594.000 einzelne 7-Nächte-Kreuzfahrten.

    Folglich hätte im Schnitt jeder Passagier pro 7-Nächte-Kreuzfahrt ca. 62 Dollar (48 Euro) zusätzlich bezahlen müssen, um diese höheren Treibstoffkosten auszugleichen.

    Trotzdem: In einer Welt, in der der Durchschnittspreis bei Hochseekreuzfahrten bislang stetig sinkt und die Kosten steigen, sind auch 48 Euro in Sachen Wettbewerb nicht unerheblich. Wäre ein interessantes 8wenn auch teures und riskantes) Experiment herauszufinden, wieviele Passagiere bereit wären, diese 48 Euro freiwillig als “Umweltzuschlag” zu zahlen. Ich fürchte nur, das Ergebnis wäre ziemlich traurig …

  11. Raoul Fiebig am Dezember 28, 2011 um 8:21 pm

    Hallo Franz,

    “Dein” Wert von 122.395 t Schweröl ist mit Sicherheit ungleich praxisgerechter als die Zahlen, auf die ich mich gestützt habe. Denn in der Praxis fahren Kreuzfahrtschiffe ja nicht den ganzen lieben langen Tag, sondern liegen (insbesondere im Vergleich zu Containerschiffen) prozentual gesehen dramatisch länger im Hafen. Daher wird der Treibstoffverbrauch der Schiffe, den ich oben erwähnte, in der Praxis vermutlich nie erreicht – außer vielleicht bei Transatlantikreisen ohne Zwischenhäfen. Daher ist meine Berechnung eher theoretischer Natur und Deine daher wohl wesentlich näher an der Wirklichkeit.

    Viele Grüße,

    Raoul

  12. Franz Neumeier am Dezember 28, 2011 um 8:25 pm

    @Dan: Anmerkung noch zu den Scrubbern – wenn ich’s richtig verstanden habe ist bei den Dingern wohl noch völlig offen, ob für die neuen Schwefelgehalt-Vorschriften ab 2015 Scubber überhaupt etwas bringen (also: umwelttechnisch bringen sie natürlich etwas, aber ob sie helfen, die Vorschriften einzuhalten, ist wohl unklar). Sprich: Die Reedereien wissen derzeit noch gar nicht, ob sie tatsächlich das neue, teurere Schweröl mit 0,1% Schwefel zwingend verwenden müssen, oder ob es alternativ auch erlaubt sein wird, herkömmliches Schweröl einzusetzen, aber die selben niedrigen Emissionswerte beispielsweise durch Scrubber erfüllen dürfen.

    Und natürlich dreht sich (fast) alles ums Geld, weil sich keiner in einen Wettbewerbsnachteil hineinmanövrieren will, aus dem er vielleicht nicht mehr herauskommt. Insofern will keinen in einen teuren Scrubber investieren, wenn er nicht sicher sein kann, dass er damit auch die Auflagen wirklich erfüllen kann.

    Da sind wir halt wieder bei der Frage, wieviel “Selbstlosigkeit” man von einem Wirtschaftsunternehmen erwarten und verlangen kann. Wer tatsächlich aus Umweltbewußtsein heraus noch nie mit dem Auto zum Briefkasten oder zum Bäcker um die Ecke gefahren ist, möge den ersten Stein werfen ;-)

  13. claus am Dezember 28, 2011 um 8:38 pm

    Naja Franz Selbstlosigkeit…. Bekanntlich ist Umwelt und Öko das beste Verkaufsargument überhaupt, Du sagst es ganz richtig…ob Sie müssen!!

  14. Horst Linder am Dezember 28, 2011 um 8:42 pm

    Ich bin seit 4 Jahren begeisterter Kreuzfahrer und habe mir von Anfang an Gedanken darüber gemacht was ich mit meiner Begeisterung für diese Art des Reisens anrichte.
    Deshalb habe ich auch aufmerksam die Bemühungen von TUI und AIDA in dieser Richtung verfolgt.

    Es gibt noch einiges zu tun aber meiner Meinung nach sind diese Unternehmen auf einem guten Weg und ich finde das sollte zumindest gewürdigt werden anstatt mit dem Knüppel draufzuhauen.

    Ob es jetzt um Kreuzfahrtschiffe oder um etwas anderes geht – grundsätzlich finde ich es nicht in Ordnung wenn Halbwahrheiten verbreitet oder Wahrheiten verdreht werden.

    Sich selbst tut die Nabu mit dieser Aktion keinen gefallen. Jeder der eine gewisse Intelligenz besitzt und die Sache hinterfragt wird zwangsläufig auch andere Aktionen der Nabu in Frage stellen, denn wenn hier nur Halbwahrheiten verbreitet werden dann möglichrweise in anderen Sachen auch.

    Auch wenn die Einwände und Bedenken der Nabu im Grunde richtig sind – dieser Weg ist es nicht.
    In der Schule würde der Lehrer sagen: Ziel verfehlt – setzen – Sechs.

  15. claus am Dezember 28, 2011 um 8:49 pm

    Aha jetzt ist der sonst durchaus geachtete Nabu der Böse weil er Umstände anprangert die seit langem bekannt sind… Am Ende ist der Nabu Schuld das man überhaupt darüber spricht…Ich das sich dei Herren und Damen vom Nabu durchaus vorher Gedanken darüber machen was Sie und warum Sie etwas veröffentlichen. Hier wird jetzt etwas verteufelt weil es uns nicht in den Kram past! Ist das nicht der Weg den wir nicht gehen sollten.

  16. Franz Neumeier am Dezember 28, 2011 um 8:57 pm

    @Claus: Nein, nochmal deutlich gesagt: Ich wende mich nicht gegen das Anprangern von Mißständen. Ich wende mich gegen die unlautere Art, wie der Nabu das macht. Wenn jemand lautstark fordert, Rußpartikelfilter einzubauen und es gibt solche Filter für Kreuzfahrtschiffe überhaupt (noch) nicht, dann geht das einfach satt am Ziel vorbei. Meine Meinung. Ich habe kein Problem damit, wenn jemand dazu eine andere Meinung hat ;-)

  17. claus am Dezember 28, 2011 um 9:06 pm

    das habe ich schon verstanden es ist auch eher etwas ironisch gemeint wenn ich den Kommentar von H.Linder lese…;-)

  18. Franz Neumeier am Dezember 28, 2011 um 9:08 pm

    Ach, die Ironie … und ich bin ihr mal wieder voll auf den Leim gegangen ;-)

  19. Dan am Dezember 28, 2011 um 9:20 pm

    SCRUBBER…gibt es sehr wohl. So hat RCI auf der Independence of the Seas 2010 einen scrubber eingebaut, um ein System der Firma www.ecospec.com zu testen, welches schon sehr erfolgreich auf großen Bulker, Tanker und Containerschiffen arbeitet. Maersk line, der größte Reeder – Containerschiffe – hat als erster sein slow steaming eingesetzt, welches von vielen Reedern kopiert wird. Dabei geht es natürlich vordergründig um weniger Verbrauch aber die Emissionen werden auch erheblich reduziert. Die Veranstalter, so sie es ernst meinen mit der Nachhaltigkeit, sich überlegen ob in einer 7-tägigen Reise unbedingt 4/5 Häfen angelaufen werden müßen. Längere Hafenliegezeiten, weniger Zeit auf See können ein vielfaches an Luft- und Wasserverschmutzung Reduzierung erbringen, ohne große Investitionen. Ah! Moment aber, dann kommen die “beancounters” ins siel, die da herausgefunden haben das ein Schiff vor der ersten Sitzung abendessen, aus See sein muß. Nur so lassen sich die on board revenues erheblich steigern.
    Nachhaltigkeit???
    Dan

  20. Franz Neumeier am Dezember 28, 2011 um 9:33 pm

    Dass auf der Independence of the Seas ein Scrubber getestet wird, habe ich als Link schon in meinem Originalbeitrag drin – habe nicht bestritten, dass es das gibt. Nur serienreif ist das Ding für Kreuzfahrtschiffe (noch) nicht.

    Wirklich, ich will niemanden verteidigen, aber es gibt halt von allen Dingen immer zwei Seiten. Warum versuchen die Massenmarkt-Reedereien den Onboard-Revenue immer weiter zu steigern? Weil die Basispreise für Kreuzfahrten wegen Überangebot/Konkurrenzkampf immer weiter fallen, weil selbst eine MS Deutschland gelegentlich über Tchibo verschleudert werden muss (?), das Geld aber trotzdem irgenwo herkommen muss.

    Dis Diskussion ist ganz ähnlich wie die über Globalisierung: Einfach mal ausscheren und einen eigenen Weg gehen, klappt halt nicht wirklich, weil die Passagiere dann einfach dahin ausweichen, wo es billiger (=weniger nachhaltig) ist. Und Deutschland ist leider ein ganz besonders auf “Geiz ist geil” fixiertes Land.

    Kleider beim Discounter sind billiger? Super. How cares, dass die 99-Cent-Unterwäsche von pakistanischen Kindern hergestellt wird, Hauptsache billig.

    Nicht umsonst hat Deutschland auch beim Obst- und Gemüsehandel in Europa den Ruf, dass man zu uns die schlechteste Ware liefern kann, wenn es nur billig ist. Wir haben’s wohl nicht anders verdient …

  21. cruiSebastian am Dezember 29, 2011 um 12:52 am

    …nun komme ich auch noch dazu… :-) (teils bereits geäußerte Informationen)

    Vorweg: JA! Bei allen Reedereien, allen Schiffe jeden Types – nicht nur Kreuzfahrt – ist das Thema viel zu spät angegangen worden. NEIN! Es kann nicht alles auf allen Schiffen umgehend geändert werden. JA! Es gibt noch viel zu tun. NEIN! Das Vorgehen des NABU ist kontraproduktiv.

    …aber wie AIDA und TUI Cruises auch von anderen Firmen zu Werbezwecken genutzt wird, dient hier die Popularität der Firmen auch dem NABU, die Fahne PR-wirksam wehen zu lassen. Mit Cargoreedereien wäre das lange nicht so wirkungsvoll. Sicher, es gibt auch Reedereien, die ihre Schiffe, zumindest die Neubauten entsprechend “green” machen.
    Naja, vielleicht ist der NABU ja auch nur einfach sauer, dass Lucienne Damm geködert werden konnte.

    Vom Grundsatz her haben Organisationen wie Greenpeace, NABU etc. mehr als ihre Berechtigung. Sie haben viel bewirkt und erreicht. Jedoch müssen immer wieder viele Menschen kritisieren, wenn zu radikal – ja fast extremistisch – vorgegangen wird oder mit platten Argumentationsversuchen auf Kosten einzelner schlechte Stimmung im wenig nachfragenden Volk gemacht wird.
    Außerdem bin ich überzeugt davon, dass die gewählten Reedereien mehr Anhänger, Freude und Fans haben, die als begeisterte Reisende zu ihren Schiffslieblingen stehen… Unter denen (jedes Jahr fast 1 Mio Menschen) wird NABU sicher nicht viele Freunde finden bzw. viele dadurch verlieren und dadurch benötigte Spendengelder einbüsen (Stelle man sich mal vor, jeder AIDA & TUI Gast hätte 5 € gespendet…) Bei der restlichen Bevölkerung wird die Behauptung einer solchen Organistation zwar als vermeintliches Wissen ausgenommen, aber lediglich mit einem Schulterzucken quittiert. Begeisterung kann solch eine Meldung nur bei wenigen Grundsatzkreuzfahrtgegnern und Grundsatzmotzern erzeugen. Schlimm ist es nur, dass selbst – wie gerade eben geschehen – selbst von Sendern wie dem ZDF die Argumentation des NABU bis auf die Verwendung eines Konjunktivs bzw. “soll laut” ungefiltert und ungeprüft in den Nachrichten verkündet wird.
    Nein, ich will die Unternehmen nicht in Schutz nehmen. Es ist immer zu begrüßen, wenn etwas für den Umweltschutz getan wird. Aber es muss realisierbar sein, eine realistische Aussage beinhalten und kein Populismus sein…
    AHOI

  22. claus am Dezember 29, 2011 um 11:18 am

    was hier in allen Kommentaren gegen den NABU unterstellt wird ist das hier ungeprüft und nicht realisierbare Forderungen in die Welt gesetzt werden und Gott bewahre das ZDF auch noch berichtet…Ich kann mir einfach nicht vorstellen das der Nabu sei es aus persönlicher Natur oder was auch immer Dinge in die Welt setzt die nicht nachprüfbar sind. Die haben auch Anwälte die solche Aussagen prüfen bevor eine Meldung kommt. Denn Reedereien gerade diesen Beiden wird kein nennenswerter Schaden entstehen.
    Und wir haben ja Gott sei Dank Pressefreiheit, die auch beide Reedereien reichlich nutzen. So jetzt könnt Ihr wieder auf mich drauf kloppen….lg claus

  23. Franz Neumeier am Dezember 29, 2011 um 11:38 am

    Kloppen ist gar nicht nötig, wir sind uns da durchaus einig. Der Nabu muss aber halt auch aushalten, dass diejenigen, die er angreift und jeder andere, seine Meinung ebenso frei und deutlich äußert :-)

    (übrigens: “Meinungsfreiheit”, nicht “Pressefreiheit” – denn weder der Nabu noch die Reedereien sind “Presse”. Und beiden sind enge Grenzen gesetzt, wenn die Grenzen der Wahrheit überschritten werden!).

    Ich glaube, der Grundkonflikt ist hier ein ganz anderer: Kreuzfahrt-Fans stellen die Kreuzfahrt als solche nicht in Frage und neigen daher dazu, die Angriffe als überzogen und unsachlich abzuwehren. Der Nabu scheint dagegen auf einen Standpunkt zu stehen, der wesentlich radikaler ist und vermutlich vorziehen würde, Kreuzfahrten komplett abzuschaffen, wenn Umweltschutz nach strengen Nabu-Vorstellungen nicht umsetzbar ist.

    Solche Diskussionen basieren immer auf der seltsamen Diskrepanz zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung. Solange man selbst von Einschränkungen nicht betroffen ist, fordert es sich ganz leicht. Ist man aber selbst von Einschnitten betroffen, sieht man die Dinge plötzlich ganz anders.

    Beispiel aus einem ganz anderen Bereich: In der EU-Krise fordern viele, die Banken einfach pleite gehen zu lassen, schließlich seien sie ja selbst an ihrem Unglück schuld und warum soll der Steuerzahler dann einspringen. Wäre jemand aber selbst von einer solchen Bankenpleite betroffen (als Kunde mit hohen Einlagen, als Mitarbeiter, als Kunde mit einem Baudarlehen, das dann sofort fällig würde), würde er das plötzlich anders sehen und ganz selbstverständlich erwarten, dass die Anderen einspringen.

    Um auf den Nabu und die Reedereien zurückzukommen: Der Nabu nimmt in dieser Analogie die Position des kompromisslosen Forderers ein, die Reedereien und Kreuzfahrtfans die Position des direkt Betroffenen. Insofern läuft die Diskussion einfach auf zwei verschiedenen Ebenen und wird auf dem aktuellen Stammtisch-Level der Diskussion auch nie einen gemeinsamen Nenner finden.

    Was der Nabu mit der Aktion allerdings tatsächlich erreicht – wahrscheinlich die eigentliche Absicht dahinter – ist, dass der (durch Hetze und Plattitüden entstehende) öffentliche Druck auf die Reedereien steigt, mehr für den Umweltschutz zu tun. Hinter verschlossenen Türen hat der Nabu dann in den Gesprächen mit den Reedereien bessere Karten bei der Durchsetzung von konkreten Umweltschutzmaßnahmen.

    Für den Nabu heiligt der Zweck die Mittel. Und da sind wir wieder an dem Punkt, wo ich fundamental anderer Meinung bin. Der Zweck darf eben nicht jede Mittel heiligen. Unter anderem deshalb, weil die Öffentlichkeit damit bewußt und gezielt manipuliert wird. Manipulation der Öffentlichkeit sollte in einer Demokratie tabu sein. Und ja, ich weiß, das machen Parteien, Unternehmen, Interessenverbände ständig – aber davon wird’s ja nicht besser …

  24. pittipaldi am Dezember 31, 2011 um 2:36 pm

    Warum kann der Nabu nicht direkt die nach heutigem Stand der Technik möglichen Massnahmen benennen um die Schadstoffemissionen
    von Kreuzfahrtschiffen zu minimieren ? Warum veröffentlicht der Nabu nicht eine Liste aller grossen Kreuzfahrtschiffe (ca.300?)
    die welteit unterwegs sind mit einer Umwelteinstufung ? Dann kann ich mir als Verbraucher die Reederei meines Vertrauens raussuchen und u.U. einmal um die halbe Welt fliegen um eine saubere Kreuzfahrt zu unternehmen.

  25. Steffen am Dezember 31, 2011 um 2:45 pm

    Dass Fernreisen (und zu vielen Kreuzfahrten gehören ja noch ein oder zwei längere Flüge) keine Umweltschutzveranstaltung sind, dürfte wohl jedem klar sein. Insofern ist von einer Umweltschutzorganisation wohl kaum eine positive Grundeinstellung zum Wachstum dieses Tourismussegments zu erwarten.
    Wer schon mal von oben in den Geirangerfjord geschaut hat, wenn dort eines der eher kleinen Schiffe vor Anker lag, weiß was für Dreck da oben rauskommt. Das Tal hat dann in halber Höhe eine reichlich ungesunde Wolke hängen.
    Ich frage mich aber doch, wo denn nun die “Halbwahrheiten” bei der NABU-Kritik sind? Dass es für große Schiffsdiesel keine Partikelfilter gibt? Dass man Dieselkraftstoff für Schiffe nicht so sauber wie der für Lkw ist? Und warum ist das so? Weil die Kreuzfahrtgesellschaften beides bei den Herstellern nicht nachgefragt haben. Ohne Nachfrage bietet das nun mal keiner an.
    Statt dessen haben die Reedereien mit ihrer Lobbyarbeit jede Verschärfung der Gesetze verhindert (ich erinnere nur an das Theater wegen der Ostseeschifffahrt)statt selbst voranzugehen.

  26. Franz Neumeier am Dezember 31, 2011 um 2:53 pm

    Shippingefficiency.org (http://shippingefficiency.org/) versucht sowas – allerdings ist das schwieriger, als es auf den ersten Blick wirkt. Denn längst nicht alle Reederei sind so offen in der Kommunikaiton ihrer Umwelt-Daten wie AIDA in deren Nachhaltigkeitsbericht. Deshalb basieren solche Listen dann derart stark auf Annahmen, Vermutungen und Hochrechnungen, dass sie kaum noch aussagekräftig sind.

    Warum der Nabu (zumindest öffentlich) keine konkreten, nach heutigem Stand der Technik realistisch umsetzbaren Maßnahmen nennt, weiß ich natürlich nicht. Allerdings ist das ganze Thema eben recht komplex, vieles hängt beispielsweise von internationalen Abkommen, von den großen Ölkonzernen und vielem mehr ab.

    Schon allein bei der Frage, ob man Schiffe im Hafen von Land mit Strom versorgen sollte, damit sie die Schiffsgeneratoren für diese Zeit abstellen können, ist gar nicht so einfach zu beantworten, wie man auf den ersten Blick vielleicht denkt. Kommt der Landstrom nämlich beispielsweise aus einem Kohlekraftwerk (wie das in Europa vielfach der Fall ist), arbeiten die Schiffsgeneratoren nämlich effizienter und sauberer. Und kommt der Strom aus Atomkraftwerken, dann ist er zwar sauberer, aber wirklich glücklich würde es wohl auch niemanden machen, wenn die Atomkraftwerke wieder wichtiger werden würden.

    Weil das alles recht komplex ist, stört es mich ja so, dass der Nabu so platt und undifferenziert draufhaut, statt sachlich aufzuklären und den Umweltschutz in der Kreuzfahrt durch konstruktive Kritik und Mithilfe bei der Problembehebung nicht nur hinter verschlossenen Türen mit den Reedereien voranzutreiben, sondern auch in der öffentlichen Diskussion sachlich und zielführend zu bleiben, statt aufzuwiegeln und zu polarisieren.

  27. Franz Neumeier am Dezember 31, 2011 um 3:14 pm

    @Steffen: Was mich an der Kritik stört ist, dass der Nabu so tut, als sei es ganz einfach das Problem zu lösen. Mal schnell den Reedereien ihre “Profitgier” austreiben (also Unternehmen zu Non-Profit-Organisationen umwandeln?), Treibstoff auf eine erwas weniger dreckige Variante umstellen, Partikelfilter einbauen (die es noch nicht gibt) und alles ist gut? So einfach ist es halt bei Weitem nicht.

    Aber Du hast vollkommen Recht: Die Reedereien haben natürlich auch ihren Anteil daran, dass wir bei dem Thema noch nicht weiter sind. Allerdings darf man auch nicht übersehen, dass Unternehmen keine Wohltätigkeitsorganisationen sind und auf Gewinn zielen. Wer das kritisiert, muss unser gesamtes Wirtschaftssystem in Frage stellen und nicht einseitig einen an einer langen Kette beteiligten herausgreifen und für alles verantwortlich machen.

    Ich wünschte, andere Industriezweige hätten in Sachen Umweltschutz so große Fortschritte gemacht wie die Kreuzfahrt – zugegebenermaßen hat die natürlich auch auf einem sehr niedrigen Niveu angefangen. Aber wenn beispielsweise eine in der Meyer Werft gebaute Celebrity Eclipse rund 30 Prozent Energie-effizienter arbeitet als vergleichbare, ältere Schiffe, dann sollte man das auch als Nabu zumindest wahrnehmen.

    Jeder muss seinen Teil beitragen: Reedereien (durch mehr Proaktivität), Passagiere (durch Akzeptanz von höheren Preisen und umweltbewußtem Einkauf), Politik (u.a. durch Regularien, insbes. auf internationaler Ebene, die Chancengleichheit für alle Reedereien erzwingen) und Verbände wie der Nabu (durch Sachverstand und Anregung der öffentlichen Diskussion – aber bitte nicht auf Stammtischniveau, sondern seriös …).

  28. claus am Januar 3, 2012 um 2:38 pm

    Schade ist allerdings das keine Reederei bisher konkret Stellung bezogen hat, Beide verstecken sich hinter der Meldung des Reeder Verbandes…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

ANZEIGEN

Kreuzfahrt-Reiseführer

Oasis of the Seas Logo
Alles über die Oasis of the Seas und Allure of the Seas übersichtlich zusammengefasst.

Gewinnspiele

Kreuzfahrt gewinnen
statt buchen:

Unsere Liste aktueller Kreuzfahrt-Gewinnspiele

Wallpaper-Bilder