al-Qaida-Pläne für Entführung eines Kreuzfahrtschiffs

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Ein beängstigendes Szenario offenbaren geheime al-Qaida-Dokumente, die laut CNN jetzt von deutschen Ermittlungsbehörden entdeckt und entschlüsselt wurden. Demnach haben al-Qaida-Terroristen geplant, in Europa ein Kreuzfahrtschiff zu entführen und mit der Drohung, Passagiere hinzurichten, gefangene al-Qaida-Terroristen unter anderem aus dem Militärgefängnis in Guantanomo freizupressen.

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Dokumente mit entsprechenden Planungsdetails waren offenbar verschlüsselt und in einem Porno-Video versteckt. Das Video hatte die deutsche Polizei bei einem 22jährigen Österreicher gefunden, den sie im Mai 2011 bei seiner Rückkehr aus Pakistan festgenommen und verhört hatte. Bei dem Verhör haben die Polizisten Speicherchips mit dem Video in der Unterwäsche des Verdächtigen gefunden. Die in dem Video verschüsselt versteckten Dokumente sind nun offenbar entschlüsselt worden.

Der Terroristen-Plan für die Kreuzfahrtschiff-Entführung sah den Dokumenten zufolge vor, Passagiere in die für Guantanamo typischen, orangen Overalls zu stecken, zu exekutieren und die Hinrichtungen auf Video aufzuzeichnen. Die Planungen sollen aus dem Jahr 2009 stammen.

Insgesamt haben die Ermittler 141 versteckte al-Qaida-Dokumente aus den bei dem Österreicher gefundenen Daten extrahieren können, die neben den Plänen zur Entführung eines Kreuzfahrtschiffs auch weitere Anschlagspläne enthielten. So sollten in Europa Anschläge nach dem Vorbild der Anschläge von Mumbai 2008 ausgeführt werden, bei denen insgesamt 164 Menschen ums Leben gekommen waren. Außerdem sollen die Dokumente auch PDFs mit Trainingshandbüchern für Terroristen in Deutsch, Englisch und Arabisch enthalten haben.

US-Geheimdienste bezeichnen den Berichten zufolge die verschlüsselten Dokumente als wichtigsten Fund derartiger Dokumente seit den Unterlagen, die nach Tötung von a-Qaida-Chef Osama bin Laden im vergangenen Jahr in dessen Verstreck gefunden worden waren.

Die jetzt aufgedeckten Terror-Pläne wecken unangenehme Erinnerungen an die Entführung des italienischen Kreuzfahrtschiffs Achilla Lauro 1985 durch palestinensische Terroristen. Deren Anführer Abu Abbas hatte mit der Erschießung amerikanischer Geiseln gedroht, um 50 in Israel inhaftierte Gesinnungsgenossen freizupressen. Die Terroristen erschossen damals einen Amerikaner jüdischer Herkunft und warfen ihn über Bord. Nach einem komplizieren diplomatischen Machtkampf zwischen Italien, Ägypten und den USA war Abu Abbas damals entkommen. Später äußerte er, dass die PLF-Terroristen ursprünglich gar nicht vorgehabt hätten, die Achille Lauro zu kapern. Vielmehr seien sie auf dem Weg nach Ashdod in Israel gewesen, um dort Anschläge zu verüben. Als die Schiffscrew ihre Waffen entdeckt habe, seien sie in Panik geraten und hätten das Schiff gekapert.

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Ein Kommentar zu al-Qaida-Pläne für Entführung eines Kreuzfahrtschiffs

  1. Friedrich Haas on Mai 2, 2012 at 3:14 pm

    Als Sicherheitsberater überrascht es nicht, man ist nur dankbar, daß es bislang nicht dazu gekommen ist. Denn daß gerade Passagierschiffe ein “attraktives” Ziel für politisch motivierte Taten sein können, zeigte auch jüngst die relativ glimpflich ausgegangene Kaperung einer Hamburger Hafenfähre durch kurdische Aktivisten der kurdischen Terrororganisation PKK. Es blieb beim Entrollen eines Banners für die Freilassung Ihres Führers in der Türkei. Das es bisher zu keine derartigen Entführungen durch Piraten oder Terroristen gekommen ist, spricht für die Sicherheitsvorkehrungen der Reedereien. Die hier aufgedeckten Pläne können helfen, Sicherheitskonzepte entsprechend anzupassen. Lösungen können immer nur in Kombinationen aus Technik, Training, Schulung und Kommunikation liegen. Nicht nur bei Piraterie ist auch hier unsere Politik gefragt, wie Sie deutschen Schiffen Schutz in heutiger Zeit angedeihen lassen will. Hoffentlich ist die Reaktionszeit schneller als beim Schutz der Handelsflotte vor Piraterie.

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