Antarktis-Kreuzfahrt: Praktische Tipps und Tricks

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Bereit zur Zodiac-Anlandung

Bereit zur Zodiac-Anlandung

Antarktis Tipps & Tricks

Die Reisevorbereitungen für eine Antarktis-Kreuzfahrt sind etwas anders als für eine normale Kreuzfahrt. Auch die Packtipps der Reedereien helfen oft nur bedingt weiter – zu anders sind die Bedingungen bei einer Kreuzfahrt ins Eis, als dass sich beim Packen das sichere Gefühl einstellen würde, dass man wirklich an alles gedacht hat und vor allem die richtige Kleidung für alle Fälle dabei hat. Unsere Tipps und Erfahrungen sollen hierbei helfen.

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In der Antarktis ist es kalt? Falsch! Tatsächlich herrscht in der Antarktis-Kreuzfahrtsaison von Dezember bis Februar Hochsommer, wie auch sonst auf der Südhalbkugel der Erde. Beim Zwischenstopp in Buenos Aires muss man mit plus 30 Grad und mehr rechnen. Aber auch in der Antarktis selbst bleiben die Temperaturen fast immer ein paar Grad über Null.

Das große „Aber“: Der Wind kann sehr stark und schneidend blasen. Entscheidend ist daher absolut winddichte Kleidung. Dazu gehören auch eine winddichte Hose, Handschuhe und eine einigermaßen winddichte Mütze. Denn die Kapuze des Anoraks ist nur bei wirklich starkem Wind angenehm und schränkt ansonsten die Bewegungsfreiheit ein. Viele Reedereien – so auch Compagnie du Ponant – stellen übrigens an Bord einen Polar-Parka, den man nach der Kreuzfahrt behalten darf.

Wasserdicht!

Nicht immer bleibt's im Zodiac so trocken wie hier ...

Nicht immer bleibt’s im Zodiac so trocken wie hier …

Ganz entscheidend ist eine absolut wasserdichte Hose. Nicht wasserabweisend, sondern wirklich wasserdicht, beispielsweise eine hochwertige Regenhose zum Drüberziehen oder eine wirklich dichte Skihose. Die ist nötig, weil es bei Zodiac-Fahrten immer wiedermal kräftig spritzt und man auf dem nassen Schlauchboot-Rand sitzt. Hält die Hose nicht dicht, wird es in Kombination mit dem Wind frostig.

Vor der Reise empfiehlt es sich, die Wasserdichtigkeit der Hose zu testen. Am besten auch einmal mit der Hose in der Badewanne in 20 Zentimeter tiefes Wasser steigen und sehen, ob sich die Hose möglicherweise von innen mit Wasser vollsaugt – das ist bei Snowboard-Hosen manchmal der Fall.

Die Hose muss über den Stiefeln getragen werden, damit Spritzwasser nicht von oben in die Stiefel laufen kann. Daher sollte die Hose unten weit genug sein, dass die Hosenbeine über die Gummistiefel passen.

Gummistiefel

Gummistiefel: je höher, desto besser

Gummistiefel: je höher, desto besser

Für Zodiac-Anlandungen und Landgänge sind gute Gummistiefel essenziell. Die Empfehlung der Reedereien, dass der Schaft der Stiefel bis zum Knie reichen muss, sollte man ernst nehmen. Denn bei Zodiac-Anlandungen steigt man nahezu immer am Ufer direkt ins Wasser, das mindestens knöcheltief und recht unruhig ist. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist eine Sohle mit gutem Profil. Denn an Land läuft man damit über Geröllfelder, durch glitschigen Schlamm, über Schnee und Eis – da braucht man einen guten Halt oder muss auf manche der schönsten Plätze verzichten, weil man mangels geeigneten Schuhwerks nicht hinkommt.

Das Problem der Gummistiefel ist vor allem das Volumen und das Gewicht der Stiefel im Koffer – wer die Stiefel schon zu Hause kauft, kommt kaum ohne einen zweiten Koffer (und die damit verbundenen Übergepäckkosten beim Flug) aus. Alternativ dazu stellen einige Reedereien die Gummistiefel ohnehin an Bord oder bieten – wie Ponant (Marke „Bogs“)  – einen Verleihservice vor Ort in Ushuaia an. Allerdings kostet das Ausleihen dann auch beinahe so viel wie der Kauf eigener Stiefel, nämlich 70 Euro.

Tipp: dicke Socken (Kniestrümpfe), Blasenpflaster und medizinisches Tape-Band mitnehmen. Dicke Socken gleichen nicht perfekt sitzende Schuhe aus, Tape-Band auf den Fersen verhindert Blasen und die Blasenpflaster helfen, wenn es trotzdem passiert.

Wir hatten uns entschieden, eigene Stiefel zu kaufen. Zu bekommen sind geeignete Winterstiefel nicht im normalen Schuhladen, sondern bei Outdoor-Ausrüstern oder auch in Jagd- und Reitsport-Geschäften. Dort werden solche Stiefel als Winter-Arbeitsstiefel verkauft.

Outdoor-Kleidung

Da die Temperaturen relativ mild sind, ist neben der winddichten Außenschicht dünnere Funktionswäsche nach dem Zwiebelprinzip empfehlenswert. Ideal ist schnell trocknende Ski-Unterwäsche mit Reißverschluss, den man aufmachen kann, wenn die Sonne scheint und es unter dem Polar-Parka zu heiß wird.

Handschuhe sollten ebenfalls absolut wind- und wasserdicht sein, müssen aber nicht besonders warm sein. Empfohlen werden oft dünne Seidenhandschuhe unter den normalen Handschuhen – was unserer Erfahrung nach aber nur nötig werden dürfte, wenn es ausnahmsweise sehr kalt wird.

Wichtig ist ein Schal, manche schwören auf praktische Schlauchschals, um den Hals vor dem Wind zu schützen.

Sonnenschutz

Eine gute Sonnenbrille, eventuell auch eine UV-geschützte Skibrille sind absolute Pflicht, ebenso wie Sonnenschutz-Lippenstift und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor – Lichtschutzfaktor 50 ist sinnvoll, die man idealerweise zuvor schon zu Hause auf Hautverträglichkeit getestet hat.

Die UV-Strahlung ist in der Antarktis wegen des Ozonlochs im Sommer besonders hoch. Oder wie es der Expeditionsleiter ausdrückte: Die Sonne bräunt hier nicht die Haut, sie verbrennt sie. Vor allem für Fotografen wichtig: Auch die Handrücken gut mit Sonnencreme einschmieren!

Tipp: Feuchtigkeitscreme und Nasenspray nicht vergessen. In der Antarktis ist die Luft sehr trocken.

Fernglas und Kamera

Ein Fernglas ist neben der Fotoausrüstung (mit wirklich vielen Speicherkarten!) ebenfalls ein Muss. Plastiktüten (auch große Zip-Lock-Beutel) sind ideal, um Fotoapparat und Zubehör während der Zodiac-Fahrten vor Spritzwasser, Gischt, Regen oder Schnee zu schützen. Perfekt dicht, aber etwas teuer sind spezielle, wasserdichte Rucksäcke oder Taschen.

Seekrank?

Besser vorsorgen: Seegang in der Drake Passage

Besser vorsorgen: Seegang in der Drake Passage

Da es auch je zwei Tage durch die Drake Passage geht, sollte man sicherheitshalber beim Arzt nach Medikamenten gegen Seekrankheit fragen. Zwar gibt es solche auch beim Bordarzt, doch vom eigenen Arzt verschriebene Medikamente sind meist die bessere Wahl als sich darauf zu verlassen, dass man die (oft sehr starken und mit Nebenwirkungen einhergehenden) Tabletten an Bord verträgt.

Rucksack, Fototasche

Ein etwaiger Rucksack muss bei den Zodiac-Fahrten unter der Schwimmweste getragen werden. Man sollte also einen Rucksack wählen, der nicht zu dick und starr ist. Den Rucksack alternativ während der Zodiac-Fahrt außerhalb der Schwimmweste am Rücken zu tragen ist weniger empfehlenswert, da er dort durch Spritzwasser unter Umständen völlig durchnässt wird.

Arzt, Gesundheit, Versicherung

Auf einer Antarktis-Kreuzfahrt ist eine schnelle Rettung per Hubschrauber in der Regel nicht möglich, zu groß sind die Distanzen. Deshalb verlangen die IAATO-Regularien für die Antarktis vor, dass jeder Passagier vor der Reise ein vom Hausarzt bestätigte Gesundheitszeugnis vorlegt (die Reederei hat dafür Formulare). Unter anderem muss auch die Blutgruppe angegeben werden, weswegen man sich rechtzeitig um diese Bescheinigung kümmern sollte.

Auch die Bedingungen der Reiseversicherung sollte man genau überprüfen und gegebenfalls bei der Versicherung explizit nachfragen, da medizinisch bedingte Bergungen und Krankenrücktransporte aus der Antarktis schnell einen Betrag von 100.000 Dollar erreichen können. Das sollte also von der Versicherung definitiv abgedeckt sein.

Reiseliteratur, Linktipp

Ja, selbst für die Antarktis gibt es Reiseführer. Sehr empfehlenswert ist der deutschsprachige Führer „Antarktis“ von Christian Walther im Stein-Verlag. Aber auch der englischsprachige Lonely-Planet-Guide „Antarctica“ von Jeff Rubin ist eine gute Lektüre zur Reisevorbereitung.

Zahlreiche Links und vielen Informationen über die Antarktis bietet die Website Polarwelten.com des deutschen Polarforschers und Expeditions-Guides Axel Krack.

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