Blockstöckchen: Bloggen? So mache ich das

(aktualisiert - News vom 04.08.2013) von
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... bei der Arbeit ... (Foto: Christofer Knaack)

Bei der Arbeit … (Foto: Christofer Knaack)

Mein guter alter Freund Matthias hat mir für cruisetricks.de ein Blockstöckchen zugeworfen, da bleibt mir wohl gar nichts anderes übrig,  als anzunehmen. Aber ernsthaft: Es ist immer wieder spannend, sich mit der eigenen Arbeit auseinanderzusetzen, sich zu hinterfragen. Da helfen solche Fragen, wie sie Matthias stellt. Ich hoffe, dass auch meine Leser das spannend finden.

Welcher Blogger-Typ bis du?

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Ich mag das Wort „Blogger“ nicht besonders. Je nachdem, wen man fragt, hat es so viele, teils auch negativ besetzte Bedeutungen. Der Begriff „Blogger“ ist eher ein Hype, ansonsten aber ziemlich aussagelos. Als ausgebildeter und erfahrener Journalist nutze ich neben gedruckten Zeitschriften, Tageszeitungen eben auch Online als Medium, veröffentliche aber auch Bücher, produziere Videos für Youtube, mache zusammen mit einem Kollegen eine Kreuzfahrt-Podcast, halte gelegentlich Vorträge und Seminare. Die Bezeichnung “Blogger” wäre mir dafür viel zu eindimensional.

Ganz unabhängig vom Medium sehe ich meinen Job darin, gut zu recherchieren und mit Sachverstand aufbereitete Informationen zu vermitteln, die idealerweise meinen Lesern das Leben vereinfachen und natürlich auch ein wenig unterhalten. Im Vordergrund steht seriöse, verlässliche und unabhängige Information.

Gerätschaften digital:

Jedesmal, wenn ich zum Flughafen fahre, bete ich, dass es die Dame am Check-in nicht so genau nimmt mit der Gewichtsgrenze fürs Handgepäcks. Denn in meinem Foto-Rucksack stapeln sich: Laptop (Windows), zwei digitale Spiegelreflex-Kamera samt Objektiven (Canon 450D und 550D), GoPro-3-Videokamera und ein kleines Audio-Aufnahmegerät mit ordentlicher Qualität für den Podcast, die nötigen Akku und Zubehör sowie das übliche Reisezeugs.

Außerdem nutze ich im Home-Office natürliche einen ausgewachsenen (Windows-)PC und unterwegs ein Android-Smartphone sowie – ganz außerdienstlich – ein Kindle.

Gerätschaften analog:

Analoge Geräte kommen bei mir nur noch sehr eingeschränkt zum Einsatz: Foto-Stativ nebst Panorama-Aufsatz für hochauflösende 360-Grad-Panorama-Fotos, Stift und Schreibblock.

Arbeitsweise:

Ich arbeite eigentlich recht diszipliniert mit Tageszielen, die ich mir am Morgen stecke und meist auch erreiche. Ich arbeite fast immer an mehreren größeren Geschichten parallel. Oft läuft nebenbei zum PC mit zwei großen Monitoren auch das Laptop, das zum Beispiel Videos rendert oder Fotos für Fotogalerien automatisch optimiert. News schreibe ich, wenn eben etwas Aktuelles passiert. Aber ich genieße auch die Vorzüge der Selbständigkeit und des Home Office: Wenn draußen schönes Wetter ist, lege ich auch mal eine Pause ein und setze mich auf die Terrasse – oder nehme Laptop und Telefon gleich mit und arbeite dort weiter.

Unterwegs nutze ich Bahnfahrten oder auch die Wartezeit auf Flughäfen oder sonstwo, um Fakten zusammenzustellen, Bildergalerien zu sortieren, Panorama-Fotos zu erstellen und ähnliche Arbeiten, für die man keine ruhige, kreative Umgebung braucht und die einen zu Hause viel Zeit kosten.

Immer in Dienst – ob Antarktis (Paulet Island), Karibik (Star Flyer, vor Curacao) oder in einer Werft (STX, St. Nazaire):

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?

Das beschränkt sich auf einige wenige: Evernote als Recherche-Archiv und Notizbuch für Themenideen. Browser und Telefon für die Recherche. WordPress als CMS natürlich. Und diverse Software für Bild- und Video-Bearbeitung etc.

Wo sammelst du deine Blogideen?

Die ergeben sich von alleine. Am Anfang war meine größte Sorge, mir könnten irgendwann die Themen ausgehen. Aber je länger ich das mache, desto länger wird die Liste der „Darüber würde ich auch gerne mal etwas schreiben“-Liste. Ich suche also nicht aktiv nach Themen, sie kommen einfach von selbst zu mir.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick / Shortcut fürs Bloggen / im Internet?

  • Zeit sparen: nicht auf jeden Social-Media-Hype anspringen und mich auf das konzentrieren, was mir wirklich Spaß macht.
  • Bloggen: WordPress-Plugin “Visual Editor Custom Buttons” zum Einfügen von Standard-Elementen und wiederkehrendem Code.
  • im Internet: auf zwei großen Monitoren und parallel mit vielen Browser-Fenstern gleichzeitig arbeiten.

Benutzt du eine To-Do-List-App?

Nein. Zumindest keine elektronische. So unpraktisch das klingen mag: Auf meinem Schreibtisch liegt ein A4-Block, auf dem ich mir alle anstehenden Aufträge und Themen, gegebenenfalls mit Abgabedatum notiere. Das funktioniert hervorragend und verhindert Karteileichen, weil ich die Liste immer mal wieder neu schreibe und dabei auch alles rausfällt, was sich anderweitig erledigt hat. Aber natürlich benutze ich einen elektronischen Kalender für reguläre Termine, damit ich die auch unterwegs am Smartphone sehen kann.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?

„Nicht leben“ ist ein großes Wort … Ich kann bestens ohne all diese Geräte leben und bekomme keine Entzugserscheinungen, wenn sie nicht da sind. Aber um meinen Job machen zu können, brauche ich natürlich neben Telefon und Computer zumindest meine Kamera.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?

Ich gebe mir Mühe, das was ich mache, besser zu machen als andere. Und ich beschränke mich auf die Dinge, von denen ich glaube, dass ich dafür sehr gut ausgebildet bin, Erfahrung habe und daher besser sein kann als andere. Wie gut mir das gelingt, müssen aber meine Leser beurteilen.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?

Nichts. Ich konnte schon immer am besten arbeiten, wenn es um mich herum halbwegs still ist. Musik lenkt mich zu stark ab, vor allem solche, die mir gefällt.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Lerche?

Lerche. Mein Arbeitstag beginnt meist um 7 Uhr, manchmal früher. Da kann man für ein, zwei Stunden nahezu ungestört arbeiten. Um diese Zeit habe ich die besten Ideen und arbeite am effizientesten.

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Das ist ein spannendes Thema, weil ich eigentlich gerne für mich allein bin, keinen großen Trubel um mich herum brauche und erst Recht keine Wert darauf lege, im Mittelpunkt zu stehen. Ich sitze lieber in einer Ecke und beobachte. Das hat sicherlich auch viel mit meiner klassischen Journalisten-Ausbildung zu tun, sich selbst nicht in den Mittelpunkt zu stellen – denn was ich persönlich denke und tue, ist für den Leser ziemlich einerlei. Entscheidend ist, dass ich meinen Lesern die Informationen und Hintergründe liefere, die für sie wichtig sind, Ereignisse und Umstände selbst möglichst gut einschätzen zu können.

Auf der anderen Seite verlangt gerade eine doch sehr stark von einer oder zwei Personen geprägten Website (ich vermeide mal wieder bewusst das Wort „Blog“) eine gewisse persönliche Präsenz und auch als freier Journalist ist es heute immer wichtiger, die eigene Person zu einer Art „Marke“ zu entwickeln – man steht für eine gewisse Kompetenz, Glaubwürdigkeit, Sachkunde und Zuverlässigkeit. Und das muss man natürlich auch zu Markte tragen.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Ich finde, diese Frage hat immer was von Kettenbrief – aber wenn Ihr wirklich Lust dazu habt, würden mich Euren Antworten interessieren, Michael Sixt und Stephan Goldmann.

Der beste Rat, den du je bekommen hast?

Da halte ich es wie Matthias Lange und zitiere einen großen Schriftsteller, Mark Twain: „Writing is easy. Just cross out the wrong words.“ Da steckt viel mehr Weisheit drin, als es auf den ersten Blick scheint. Und lässt sich auch auf Vieles andere im Leben übertragen, nicht nur aufs Schreiben.

Noch irgendwas Wichtiges?

Viel zu viel, um alles hier aufzulisten ;-) Doch, vielleicht eines: Immer an die eigene Idee glauben und sich nichts einreden lassen, von dem man selbst nicht wirklich überzeugt ist.

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Ein Kommentar zu Blockstöckchen: Bloggen? So mache ich das

  1. madle-fotowelt.de on August 4, 2013 at 7:28 pm

    …wieder ein wunderbarer Bericht- tolle Erklärungen!!!
    liebe Grüsse aus HAMBURG…
    anett von madle-fotowelt.de

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