Celebrity Century: Portrait und Reisebericht

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Celebrity Century in Key West

Celebrity Century in Key West, FL

Die Celebrity Century ist Namensgeber der Century Class, der kleinsten Schiffsklasse bei Celebrity Cruises und der erste eigenständige Neubau der Kreuzfahrtgesellschaft. Ihre Schwestern sind die Celebrity Mercury (1997) sowie TUI Cruises‘ Mein Schiff, die frühere Celebrity Galaxy (1996). Im Dezember 1995 in Betrieb gegangen und damit das älteste Schiff der Flotte bekam die Celebrity Century vor fünf Jahren eine 50-Millionen-Dollar-Renovierung spendiert, so dass man dem Schiff sein Alter nur an ein paar ganz wenigen, versteckten Stellen ansieht. Das Schiff fasst 1.814 Passagiere.

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Mit Erfahrung auf NCL- und Royal-Caribbean-Kreuzfahrtschiffen hat mich vom ersten Schritt an Bord an die Leichtigkeit und zwanglose Eleganz bei Celebrity beeindruckt. Die Century ist kein absolut außergewöhnliches Schiff wie die Oasis of the Seas, auf der ich zuletzt war. Aber das Schiff selbst und die Crew strahlt eine warme, familiäre Atmosphäre aus. Der Marketing-Spruch “your home away from home” bleibt zwar ein Marketing-Spruch, aber die Century kommt dem schon sehr nahe und fühlt sich sehr vertraut und heimelig an.

Celebrity Century Michael's Club

Celebrity Century: Michael’s Club Piano Bar

Nach einem ersten Rundgang übers Schiff hatte ich bereits meinen Lieblingsplatz gefunden: Michael’s Club. Eine Art Kamin-Zimmer mit kleiner Bar, dunklem Holz, bequemen Sofas und Sesseln, Piano (abends gibt’s hier Live-Musik von Frank Sinatra, Nat King Cole und Co). Die Getränkekarte bietet vom 10 Jahre alten Laphroaig Single Malt Scotch für 8,50 Dollar bis hinauf zum 145 Dollar teuren Richard Hennessy Cognac alles, was man in gemütlicher Atmosphäre zum Entspannen und Glücklichsein braucht.

Eine andere coole Location ist die kühl-elegante Martini Bar mit ihren weißen Ledersesseln, der ständig wechselnden Licht-Farbe und eine Auswahl von 27 verschiedenen Martinis, sowie ausdrücklich der Option, sich für 10 Dollar auch einen individuellen Martini kreieren zu lassen. Für meinen persönlichen Geschmack zu kühl, aber durchaus ein Erlebnis.

Aber der Reihe nach – also zunächst zur Kreuzfahrt selbst: Die Celebrity Century war meine erste Kreuzfahrt mit Celebrity Cruises. Weitere Premieren: zum ersten Mal alleine unterwegs, zum ersten Mal in einer Innenkabine, zum ersten Mal seekrank. Wir kreuzfahren normalerweise als Familie, sind Anfang Vierzig mit einer zehnjährigen Tochter. Diesmal war ich alleine auf Kreuzfahrt (4 Nächte 25.2. – 1.3.2010 ab Miami mit Hafen-Stopps in Key West und Cozumel, Innen-Kabine 4028 der Kategorie 11 auf Deck 4), im Anschluss an einen beruflichen Termin im Miami.

Check-in und Willkommen an Bord

Sehr angenehm und schnell ging das Einchecken von statten, obwohl das Boarding wegen Zollabfertigung der letzten aussteigenden Passagiere etwas verspätet begann. Mit mir ging eine große Gruppe von Hochzeitsgästen an Bord – Gäste einer Kreuzfahrt-Hochzeit, die noch vor Ablegen des Schiffs im Crystal Room stattfand.

Die Bordkarte (Seapass Card) steckt in einem kleinen Faltmäppchen, das auch einen Miniatur-Deckplan beinhaltet – eine sehr nützliche Kleinigkeit, die ich auf anderen Schiffen ganz vermisst habe oder erst nach intensiver Suche auftreiben konnte.

Sehr positiv auch das deutschsprachige Infomaterial auf der Kabine, das knapp aber präzise alle wichtigen Informationen wirklich korrekt und auf fehlerfreiem Deutsch enthält – von der Erklärung der Sicherheitsprozeduren über Trinkgelder und Beschreibung der Raucherbereiche bis hin zu Essenszeiten und Ausflügen an Bord und der deutschsprachigen Ansprechpartnerin einschließlich Sprechzeiten (jeweils 2 Stunden vormittags und nachmittags). Zudem steht jeden Tag eine mehrseitige Bordzeitung mit aktuellen News in mehreren Sprachen, darunter Deutsch, bereit – und zwar nicht etwa nur übersetzte US-Nachrichten, sondern wirklich die aktuellen News aus Deutschland (für all diejenigen, die wirklich auch noch im Urlaub wissen wollen, was Guido Westerwelle so von sich gibt und warum Verdi schon wieder einen Streik vorbereitet).

Decks und Kabinen

Kabinen befinden sich auf den Decks 4, 5, 8-10, 12, die öffentlichen Bereiche verteilen sich wie folgt:

Deck 4: Medical Center, Ship Mate’s Fun Factory (Kinderbetreuung bis 11 Jahre)

Deck 5: Grand Foyer mit Guest Relations und Excursion Desk, das elegante Spezialitätenrestaurant Murano’s (Zuzahlung 35 Dollar, mit Weinpaket 89 Dollar), untere Ebene Hauptrestaurant (The Grand Restaurant)

Deck 6: untere Ebene des Celebrity Theatre, Kino/Konferenz-Raum, Card Room, Bibliothek, Cova Cafe, “The Boulevard” Shops, 4 Online-Terminals plus Drucker, Foto, Rendez-Vous Square, obere Ebene des Hauptrestaurants

Deck 7: obere Ebene des Celebrity Theatre, Online-Terminals und High Seas Computing (Computer-Kurse), Martini Bar, Michael’s Club, Shops, Fortunes Casino, The Crystal Room

Deck 11: Spa und Persian Garden, Spa Cafe, Pool Bar, Pools, Poolside Grill, Buffet-Restaurant “Island Cafe “, Sushi Bar, Sunset Bar

Deck 12: Hemisphere Lounge, Teen Club (12-17jährige), Mast Bar

Deck 13: Jogging-Bahn (vorne), Basketball-Platz (hinten)

Bildergalerie: Celebrity Century

Foyer, Lounges, Bars, Shops

Die Celebrity Century strahlt über das ganze Schiff hinweg eine sehr angenehm zwanglose Eleganz aus. Das Interieur zeigt viel Holz in hellen und mittleren Farbtönen, bei den Textilien dominieren schlichte, großzügige Muster in erdigen und orangenen Tönen. Eine Ausnahme bildet die Martini-Bar, die in Weiß gehalten ist und mit wechselnden Lichtfarben von Pink über Blau bis Grün angestrahlt wird. Selbst das obligatorische Kasino strahlt die Noblesse und Eleganz eine wirklich feinen Schiffs aus, aber ganz ohne die Steifheit beispielsweise eines deutschen Nobel-Kasinos.

Zentrum der Celebrity Century ist das Grand Foyer, das sich mittschiffs über drei Decks erstreckt. Der elegante Treppenaufgang beginnt auf Deck 6, wo sich Guest Relations und Tour Desk sowie das Murano’s Restaurant befinden.

Celebrity Century Grand Foyer

Celebrity Century: Grand Foyer

Auf Deck 7 sind kreisrund um das offene Foyer herum der große Juwelier-Laden und das Cova Cafe angeordnet, wobei die kleinen Zweiertische des Cova Cafes rundherum entlang der Glasbrüstung wunderbare Plätze bieten, um bei einen gemütlichen Cappuccino dem regen Treiben im Foyer zuzuschauen und der Live-Musik zu lauschen, die im Cova fast den ganzen Tag über angeboten wird. Was ich leider viel zu spät bemerkt habe: Abends ist das Cova Cafe eine schöne Alternative zum Hauptrestaurant, wenn man nur wenig Hunger hat. Ab 17 Uhr bis spät in den Abend hinein wird das Cova Cafe nämlich zur Tapas Bar.

Die oberste Etage des Grand Foyer auf Deck 8 bildet die Shopping-Zone mit Alkohol, Kosmetika und dem großzügigen Souvenir-Shop mit recht geschmackvoller Logo-Ware zu Celebrity Cruises und der Celebrity Century.

Die Bibliothek auf Deck 6 ist sehr gemütlich und auch mit zahlreichen nicht-englischsprachigen Büchern bestückt, darunter ein ganzer Schrank mit deutschen Romanen. Das Ausleih-System ist einfach: es gibt keines. Celebrity vertraut seinen Passagieren und lässt die Schränke der Bibliothek offen zur Selbstbedienung. Auch thematisch ist Celebrity mutig: Ich las einen Krimi, bei dem im Mittelpunkt ein Terroranschlag auf ein Kreuzfahrtschiff und dessen Untergang stand (“Majestic Descending” von Mitchell Graham; empfehlenswert und spannend, übrigens). Bücher über Schiffsuntergänge hatte ich bislang noch auf keinem Kreuzfahrtschiff gefunden. Der große Glastisch mit bequemen Stühlen in der Mitte der Bibliothek ist übrigens ein guter Platz, wenn man in Ruhe am Laptop arbeiten oder per WLAN im Internet surfen will.

Gleich nebenan zur Bibliothek befindet sich auf der Celebrity Century der in mehrere Räume geteilte Card Room, wo – nettes Detail – auf den Tischen auch wirklich Spielkarten bereit liegen. In den Schränken finden sich zahlreiche Gesellschafts-Brettspiele, so dass auch ein verregneter Seetag kein Grund für Langweile ist.

Richtig lebendig werden viele Bereiche auf der Celebrity Century erst spätnachmittags und abends. Dann gibt es an zahlreichen Stellen Live-Musik – von Big Band und A-Capella im Rendez-Vous Square über Party- und Tanzmusik im Crystal Room und Piano-Bar-Musik in Michael’s Club bis Disco und Late-Night-Party mit DJ im Hemisphere auf Deck 12 mit seinen Panorama-Fenstern zum Schiffsbug hin. Ein besonderer Spaß im Hemisphere sind die Eis-Skulpturen, über die Barkellner Martinis laufen lassen und unten mit dem Martini-Glas wieder auffangen, um den Drink perfekt zu kühlen. Freilich gibt es diese Show nur an einem Abend pro Kreuzfahrt, weswegen sich dieses Spektakel kaum jemand entgehen lässt.

Pool, Joggingbahn, Außendecks

Celebrity Century Pool

Celebrity Century: Pool-Deck

Populär sind die Außendecks auf Deck 11 und 12 mit den beiden Pools nebst Pool Bar direkt an den vier Whirlpools und dem Poolside Grill am anderen Ende, hin zum Island Cafe. Die obere Ebene des Pools, Deck 12, beheimatet zahlreiche Liegestühle, die bei Sonne auch reichlich überlaufen sind, sowie die Mast Bar einschließlich bequemer Sessel, von wo aus sich ein schöner Überblick über die Pool-Landschaft bietet. Ideal zum sitzen, genießen, beobachten. Und bei kaltem Wetter bringt der Kellner auf Wunsch sogar warme Decken; wieder eine dieser netten Kleinigkeiten, die eine Kreuzfahrt auf der Celebrity Century so besonders machen.

Deck 13 ist zweigeteilt und hat vorne eine Jogging-Bahn sowie ein paar Liegestühle und einen spannenden Blick nach vorne auf den Schiffsbug. im hinteren Teil von Deck 13, rund um den Schornstein, ist viel Freifläche mit Liegestühlen und zwei Tischtennisplatten sowie den mit Netzen eingehüllten Basketballplatz, der sich vorne an den Schornstein drängt.

Celebrity Century Außendeck

Oceanliner-Feeling auf der Celebrity Century (Deck 6)

Wer das klassische Oceanliner-Feeling sucht, der wird auf den breiten, nostalgisch anmutenden Außendecks auf Deck 6 und auf Deck 7 achtern glücklich. Unter beziehungsweise hinter den Rettungsbooten erstrecken sich breite, weitläufige Decks mit Holzbeplankung und aufgezeichneten Shuffleboard-Spielfeldern. Die für Celebrity Cruises typische dunkelblaue Farbe und die metallenen Halterungen für die Rettungsboote tun ihr Übriges, dass man sich hier ein wenig wie auf einem der legendären Ozean-Dampfer fühlt – oder zumindest so, wie sich das ein Jung-Kreuzfahrer wie ich vorstellt. Auf diesen Außendecks war übrigens nur selten ein Passagier zu sehen, was allerdings auch an dem relativ kalten Wetter auf meiner Kreuzfahrt liegen kann (Zitat eines Straßenverkäufers in Miami South Beach: “Welcome to the South Pole”).

Mein Geheimtipp: Ein besonderes Plätzchen sind die beiden außenliegenden Treppenaufgänge achtern, jeweils ganz außen neben den Balkonen der Suiten von Deck 7 bis hinauf zur Sunset Bar auf Deck 10. Von hier genießt man dieselbe Aussicht und auch dieselbe Ruhe wie auf den Suiten-Balkonen. Wie auf dem weiten Außendeck auf Deck 6 begegnet einem hier höchstens einmal ein Offizier beim Telefonieren am Handy oder ein Kabinen-Steward bei einer kleinen Arbeitspause. Lediglich auf Liegestühle muss man hier verzichten.

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