Cholera-Gefahr an Royal Caribbeans Haiti-Strand Labadee?
Die Cholera-Epidemie auf Haiti führt jetzt auch zu Diskussionen, ob Royal Caribbean den Privatstrand Labadee auf Haiti vorsorglich nicht mehr mit seinen Kreuzfahrtschiffen anlaufen sollte. Royal Caribbean sieht aktuell keinen Grund, die Stopps der Royal-Caribbean- und Celebrity-Cruises-Schiffe auf Haiti abzugesagt. Die derzeit vom Cholera-Ausbruch betroffenen Regionen liegen weit entfernt von dem ohnehin weitgehend abgeriegelten Labadee.
Eine Unternehmenssprecherin versicherte gegenüber Cruise Critic, dass die Einrichtungen von Royal Caribbean in Labadee ihr Wasser nicht aus Gebieten mit Cholera-Verdachtsfällen beziehe, zudem werde das verwendete Wasser gereinigt. Das Essen werde komplett von Bord der Kreuzfahrtschiffe an Land gebracht, sodass von Lebensmitteln ohnehin keine Gefahr ausgehe. Besonders ängstlichen Passagieren empfiehlt Royal Caribbean, auf vom Schiff gelieferte Getränke in fest verschlossenen Dosen und Flaschen auszuweichen.
Royal Caribbean betont laut Cruise Critic auch, dass der Gesundheitszustand aller Angestellten ständig beobachtet werde und alle Mitarbeiter auf Haiti in Hinblick auf die Vermeidung und Symptom-Erkennung von Cholera hin geschult würden. Das Unternehmen beobachte insgesamt die Entwicklung auf Haiti sehr genau.
Cholera ist eine bakterielle Erkrankung des Verdauungstrakts, die hauptsächlich über verschmutztes Wasser und kontaminierte Lebensmittel übertragen werden kann. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist laut MedizInfo nur über direkten Kontakt mit Erbrochenem oder menschlichen Ausscheidungen möglich. Cholera gilt als gut heilbare Krankheit, sofern eine ausreichend gute medizinische Versorgung gewährleistet ist – was auf Kreuzfahrtschiffen der Fall ist. Nurein Teil der Cholera-Infizierten zeigt überhaupt Symptome. Bei Nichtbehandlung kann Cholera aber auch zum Tod führen. Als effektiver Schutz vor Cholera gilt das Einhalten von normalen Hygienestandards, insbesondere also häufiges Händewaschen und das Vermeiden von kontaminiertem Trinkwasser.
Anders als beispielweise bei dem hochansteckenden Noro-Virus, der Kreuzfahrtschiffe gelegentlich epedemieartig heimsucht, wäre eine Ausbreitung von Cholera auf einem Kreuzfahrtschiff sehr unwahrscheinlich, da die beschriebenen Ansteckungswege durch die hohen Hygienestandards auf den Schiffen nicht zu Tragen kämen.
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Sehr geehrte Damen und Herren,
“Cruise Tricks” finde ich sehr gut, insbesondere im Vergleich zu anderen ähnlichen websides.
Ich habe beruflich mit Kreuzfahrten zu tun, bin aber auch privat ein (passionierter) Kreuzfahrer.
Der o. a. Artikel geht m. E. allerdings zu weit. Man sollte Cholera und Noro (auf Kreuzfahrtschiffen) nicht vergleichen und das in Zusammenhang mit Haiti (Labadee).
Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute für Cruise Tricks
Hans Schneider
PS.: Frau Winkler, auch ich bin Jurist (Fachgebiet Reiserecht)
Es liegt mir fern, Noro und Cholera zu vergleichen – natürlich ist Cholera eine weitaus gefährlichere Krankheit. Um was es mir geht ist damit zu zeigen, dass es Unsinn ist, in Hinblick auf die Ansteckungsgefahr die Maßstäge anzulegen, die viele Kreuzfahrer vom Noro-Virus her kennen – und, wenn man die Forumsbeiträge liest – direkt auf eine angenommene Ansteckungsgefahr mit Cholera übertragen. Noro ist extrem ansteckend und verbreitet sich gerade auf engem Raum rasend schnell, selbst wenn man keinen direkten Kontakt zu infizierten Personen hat. Cholera ist zwar eine gefährliche Krankheit, verbreitet sich aber eben auf ganz andere Weise. Das und nichts anderes wollte ich damit erklären. Wenn das zu Mißverständnissen führt, dann tut mir das leid und ist nicht beabsichtigt.