Das kulinarische Wettrennen der Kreuzfahrtgesellschaften
Kreuzfahrtgesellschaften überschlagen sich gerade mit immer noch besseren, faszinierenderen, spektakuläreren Restaurants an Bord. Kein Wunder, denn immer mehr Europäer buchen Kreuzfahrten. Und Essen hat hier seit jeher einen hohen Stellenwert. Aber nicht nur die Liebe der europäischen Gäste zu gutem Essen dürfte die Kreuzfahrtgesellschaften vorantreiben. Immer noch weiter zunehmende Konkurrenz drückt die Preise und verlangt zugleich nach innovativen Ideen, die Passagiere zur Buchung zu bewegen sollen.
Die Faszination der neuen Restaurants lockt die Passagiere, die Zuzahlgebühr für die Spezialitätenrestaurants bringt zusätzlichen Umsatz. Immerhin sind die meisten Spezialitätenrestaurants ihr Geld durchaus wert.
Kritisch wird es erst, wenn zugleich das Essen in den Restaurants ohne Zuzahlung schlechter wird. In Diskussionsforen wird darüber in letzter Zeit immer wieder diskutiert – beispielsweise jammern vor allem Amerikaner darüber, dass es ein ordentliches Steaks im Hauptrestaurant manchmal nur noch gegen Zuzahlung gibt und der Hummer beim klassischen “Surf-and-Turf” schonmal durch eine große Garnele ersetzt wird. Ein allgemeiner Trend zeichnet sich da bislang aber nicht ab. Und sind wir ehrlich: Auch eine gut gemachte Riesengarnele ist allemal etwas Feineres als ein billiger Hummer ;-)
Was sich an der kulinarischen Front zur Zeit alles tut, haben wir aus den Meldungen der letzten Wochen zusammengestellt:
- Celebrity Cruises führt das extravagante Spezialitätenrestaurant Qsine der Celebrity Eclipse nach deren Renovierung Ende dieses Jahres auch auf Celebrity Infinity ein. Im Qsine bekommt der Gast die Speisekarte auf einem iPad, die Gerichte sind ultra-kreativ (und lecker, wie wir selbst im April ausprobieren konnten). Auch das Blu für die Suiten- und AquaClass-Passagiere soll es auf der Infinity dann geben.
- Die neue Celebrity Silhouette bekommt am Rande der Echtrasen-Fläche des Lawn Clubs ein Grillrestaurant unter freiem Himmel, bei sich der Gast, wenn er will, sogar selbst an den Grill stellen kann. Ganz wie zu Hause bei einem gemütlichen Grillabend also.
- Carnival bietet den “Chef’s Table” jetzt flottenweit auf allen 22 Schiffen an. Wie auch schon bei anderen Reedereien wie beispielsweise Royal Caribbean oder Princess Cruises etabliert, ist der Chef’s Table ein exklusives, mehrgängiges Dinner-Event, bei dem die Gäste von einem Koch individuell betreut werden und oft vor dem Essen auch eine kleine Küchentour machen dürfen. Günstig ist der Spaß allerdings nicht, 75 Dollar kostet der Chef’s Table auf den meisten Schiffen.
- Holland America holt das legendäre New Yorker Restaurant “Le Cirque” an Bord seiner Schiffe und – unsere Vermutung – läutet damit eine neue Runde im Wettstreit im die besten Restaurants an Bord von Kreuzfahrtschiffen aus, indem es einen wirklich großen Namen der Restaurant-Welt auf die Schiffe holt. Übrigens hat Holland America kürzlich erst auch ein so genanntes “Culinary Council” ins Leben gerufen: Fünf Spitzenköche renommierter Restaurants an Land, an ihrer Spitze Rudi Sodamin, entwickeln neue Rezepte und und Ideen für die Restaurants bei Holland America.
- Kochschulen auf See stehen ebenfalls hoch im Kurs: Bei Silversea Cruises gibt es 2011 insgesamt zehn Kreuzfahrten mit exklusiven Kochkursen der französischen Kochschule L’École des Chefs. Royal Caribbean holt die kalifornische “Chefmakers’ Cooking Academy” an Bord der Liberty of the Seas und Freedom of the Seas und Regent Seven Seas arbeitet mit der bekannten Kochschule “Le Cordon Bleu” zusammen.
- Oceania Cruises baut mit der Marina gleich ein komplettes Kreuzfahrtschiff in Hinblick auf höchste Gaumenfreuden an Bord: Das 1.250-Passagiere-Schiff soll zehn Restaurants bekommen,davon sechs ohne Zuzahlung. Das wirklich Besondere aber ist, dass die Köche auf dem Schiff alle Gerichte erst nach der Bestellung a la minute kochen und damit, so Oceania, “einigen der besten Restaurants der Welt Konkurrenz machen” sollen. Und auch die Idee des “Chef’s Table” treibt Oceania noch einen Schritt weiter: Im “Privée”, das Platz für Gruppen von bis zu acht Gästen bietet und eine Abendmiete von 1.000 Dollar kostet, soll nur vom Feinsten serviert werden: vom Kobe-Rind über Trüffel und Kaviar bis Foie Gras.
- Erst kürzlich eröffnete 3-Sterne-Koch Dieter Müller auf der MS Europa das erste Restaurant eines Sternekochs auf einem Kreuzfahrtschiff und will selbst immerhin an 70 Tagen im Jahr tatsächlich auf der MS Europa mitfahren.
- Mit dem Spezialitätenrestaurant Murano auf der Celebrity Eclipse strebt Celebrity Cruises einen Michelin-Stern an und wäre damit das erste Sterne-Restaurant auf hoher See überhaupt.
Beinahe schon überwältigend ist das Restaurant-Angebot auf den in den letzten anderthalb Jahren gelaunchten Mega-Schiffen Oasis of the Seas, Allure of the Seas und Norwegian Epic. Oasis of the Seas und Allure of the Seas haben 24 beziehungsweise 26 verschiedene Essens-Möglichkeiten, vom Hotdog-Stand über Nobel-Italiener und Sushi bis zum exquisiten Restaurant “150 Central Park”. 19 Restaurants plus ein exklusives Spezialrestaurant nur für die Suiten-Gäste zählt man auf der Norwegian Epic. Auf der gibt neben einem Pizza-Lieferdienst auch erstmals auf See eine Spiegelzelt-Dinnershow mit Akrobatik und Comedy.
Die Aufzählung könnte man beinahe unendlich fortführen und wir sind überzeugt, dass die nächsten Wochen weitere spannende, kulinarische News bringen wird. Habe ich die Kreuzfahrtschiff-Kochbücher schon erwähnt? Okay, das ist eine andere Geschichte: “Kulinarische Highlights aus den Kreuzfahrtschiff-Küchen“.
Ich bin neugierig: Wie oft auf einer Kreuzfahrt esst Ihr eigentlich in einem Spezialitätenrestaurant? Könntet Ihr darauf verzichten, oder spielt die Answahl an Restaurants sogar bei der Entscheidung für ein Schiff eine Rolle?
Ich oute mich mal als erster: Wir essen gerne und daher häufig in Spezialitätenrestaurants und haben immer die wunderbare Ausrede, dass wir’s schließlich testen müssen, wenn wir hinterher hier bei cruisetricks.de darüber berichten wollen ;-) Vermutlich wäre ein Kreuzfahrt aber auch mit Essen “nur” im Hauptrestaurant oder am Buffet ganz wunderbar …
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Es kommt auf die Reederei an – bei NCL beispielsweise ist das Essen in den kostenlosen Restaurants doch teilweise sehr mäßig, da ist es super wenigstens eine grosse Auswahl an Aufpreis-Restaurants zu haben. Dort habe ich dann immer sehr gut gegessen. Vor allem im Steakhaus. Schön auch, dass man dort nur einen Pauschalbetrag bezahlt. Im Aida-Steakhaus muss man ja jedes einzelne Bestandteil des Essens separat bezahlen. A propos Aida: Einmal Rossini auf jeder Reise ist ein Muss! Wo ich hingegen kein Bedürfnis habe in ein Aufpreis-Restaurant zu gehen: Bei Celebrity Cruises. Dort ist das Essen im Main-Diningroom schon so unfassbar gut, dass man sich das mit den Spezialitätenrestaurants eigentlich sparen kann.
Bei Celebrity Cruises ist das Essen im Hauptrestaurant schon sehr lecker, so dass für uns der Anreiz zur Nutzung eines Zuzahlungsrestaurants nicht so groß ist.
Bei Royal Caribbean ist das italienische Zuzahlungsrestaurant Portofino empfehlenswert. Dort haben wir letztens auf der Adventure otS richtig gut gegessen.
Bei AIDA ist unserer Erfahrung nach das Zuzahlunsgrestaurant die einzige Alternative, wenn man bei den kostenfreien Buffets nicht in der Schlange stehen will…
Wir haben bisher nur Erfahrungen mit Celebrity – Solstice, Equinox, Summit u. Constellation.
Das Essen auf allen Schiffen ist nahezu gleich, Dinner, Frühstück/Brunch sind von sehr guter Qualität und zum Lunch kann man das AquaSpa-Cafe empfehlen, gesunde Leckerlies und alles ohne Zuzahlung!
Die Speisekarte teilt sich in Standardseite (jeweils 3 Gänge a 4 Gerichte täglich gleich) und eine täglich wechselnde Seite mit 3 Gänge a 4-5 Gerichte. Wer täglich Schnecken oder Shrimps und Soirlinsteak essen will, kann das.
Die Weinkarte kann sich auch sehen lassen. Die Zuzahlung im Extrarestaurant beträgt 30 $ pro Person. Man muss glauben, dass das Essen besser schmeckt, sonst ….
Es geht hier zwar um amerikanische Gesellschaften aber auch “deutsche” Schiffe wie Aida z B haben Zuzahlrestaurants. Man soll nie nie sagen aber bisher meide ich sie, weil ich in “normalen” Restaurants genug finde um zuzunehmen und den Gaumen zu kitzeln. Es werden die Bufetts, oder die Leute daran sein, die die Passagiere in die Zuzahlrestaurants treiben, weil sie hier in Ruhe die Speisen genießen können.
Gerd hat geschrieben:
Das stimmt. Aber nicht immer. Auf der “Oasis” war auch das Essen im Buffet-Restaurant entspannt. Auf anderen Schiffen ist das leider anders. Aber zu Deiner Frage: Ja, wir nutzen die Spezialitätenrestaurants je nach Schiff. Auf NCL-Schiffen das Cagney´s, durchaus auch den Italiener oder Mexikaner. Das war´s dann aber auch. Bei RCI fühlen wir uns im “normalen” Restaurant durchaus gut aufgehoben. Sagen wir mal so: es kommt auf die Länge der Kreuzfahrt an. Bei mehr als sieben oder acht Tagen ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass wir ein Zuzahlrestaurant aufsuchen.
[...] Line, also quasi Chefberater in kulinarischen Angelegenheiten, wo er erst kürzlich das so genannte Culinary Council ins Leben gerufen hat – ein Team von fünf Spitzenköchen an Land, die unter anderem [...]