„Deutschland“-Update: Klage, Betriebsrat & Zukunftspläne

(aktualisiert - News vom 26.11.2012) von
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Wieder etwas mehr blauer Himmel für die Deutschland?
Wieder etwas mehr blauer Himmel für die Deutschland?

Missglückter Flaggenwechsel, fristlose Kündigung des Deutschland-Kapitäns Andreas Jungblut, Gründung eines Betriebsrates und sogar Verkaufsgerüchte: Für die Reederei Peter Deilmann und deren Eigentümer Aurelius gab es jüngst zahlreiche Negativ-Schlagzeilen. Nun geht die Reederei in die Offensive und stellt ihre Zukunftsstrategie vor.

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Schon vor einigen Tagen hatte Deilmann bekannt gegeben, dass der Vertrag über die Deutschland als Drehort für das „ZDF Traumschiff“ und „Kreuzfahrt ins Glück“ um fünf Jahre verlängert wurde und nun bis 2017 läuft. Zusammen mit den heute vorgestellten Zukunftsplänen entkräftet das die Verkaufsgerüchte, die seit einiger Zeit immer wieder hochkochen.

Aurelius will offenbar wieder in die Deutschland investieren: Unter anderem sollen die Kabinen auf Deck 7 und 8 der Deutschland französische Balkone erhalten und auf Deck 9 soll ein zusätzliches Restaurant entstehen. Mehr den je solle die Deutschland ein „Grandhotel auf See“ darstellen. Um neue Kunden zu gewinnen, sollen außerdem weitere Themenreisen hinzukommen und auch das Veranstalter-Chartergeschäft ausgebaut werden.

Für die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens gibt sich Geschäftsführer Konstantin Bissias optimistisch. Die Auslastung des Kreuzfahrtschiffs sei seit Anfang 2012 um 25 Prozentpunkte gestiegen und auch für 2013 ließen die aktuellen Zahlen deutliches, weiteres Wachstum erwarten.

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Selbst über eine mittelfristige Flottenerweiterung denkt Aurelius nun wieder laut nach. Es gebe einige interessante Schiffe am Markt, die man per Bare-Boat-Charter übernehmen könne, so Deilmann-Geschäftsführer Konstantin Bissias. Ein Neubau scheint demnach aber derzeit nicht relevant zu sein.

Nicht bestätigen will Deilmann derzeit dagegen, dass man für Anfang Dezember eine „Traumschiff-Anleihe“ im Markt platzieren wolle. Das Handelsblatt berichtet, dass die Reederei sich über die Neuemission einer Mittelstandsanleihe einer MS Deutschland Beteiligungs GmbH eines Teils der Bankschulden entledigen wolle. Die Anleihe soll laut Handelsblatt ein Volumen von 50 bis 60 Millionen Euro und eine Laufzeit von fünf Jahren haben.

Noch nicht aus der Welt ist die Auseinandersetzung mit den fristlos gekündigten Deutschland-Kapitän Andreas Jungblut. Laut seinem Anwalt Carsten Neuhaus klagt er gegen Deilmann auf Wiedereinstellung. Und die Bild-Zeitung berichtet von einer „Storno-Welle“ von Passagieren, die mit Jungblut sympathisieren.

Eine bittere Pille hat Deilmann auch mit der Gründung eines Betriebsrates auf der Deutschland zu schlucken. Erstmals formieren sich die Mitarbeiter auf diese Weise – vor allem, wegen der aus ihrer Sicht mangelhaften Informationspolitik im Zusammenhang mit den Ausflaggungsplänen und der „katastrophalen Personalpolitik“, wie die Gewerkschaft Verdi sagt.

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2 Kommentare zu „Deutschland“-Update: Klage, Betriebsrat & Zukunftspläne

  1. Antje on November 26, 2012 at 5:04 pm

    Also, in dem verlinkten „Bild“-Artikel werden namentlich Personen genannt, die nicht mehr buchen wollen. Über 100 Stornierungen wegen der Jungblut-Kündigung? Mit entsprechend fälligen Stornogebühren – denn die Personalpolitik eines Reiseveranstalters ist ja kein triftiger Grund für einen kostenfreien Rücktritt?! Glaube ich nicht.
    Die ja maßgeblich auch von Kapitän Jungblut ins Rollen gebrachten Verkaufsgerüchte scheinen sich ebenfalls nicht zu bewahrheiten. War der Kapitän da evtl. doch etwas voreilig? Dann dürfte er bei seiner jetzigen Klage schlechte Karten haben – es sei denn, der Reeederei können Formfehler bei der Kündigung nachgewiesen werden.

  2. Peter Stilbach on November 26, 2012 at 8:09 pm

    Viel Wirbel um die „Deutschland“. Der verlängerte Traumschiffvertrag ist positiv, auch die Auszeichnung der Lufthansa-Reisebüros. Das die Reederei an Bord einiges umbaut und an ein zweites Schiff denkt finde ich einen guten Schritt in die richtige Richtung.
    Zu Kapitän Jungblut: ich habe ihn während meiner Provianttätigkeit auf der „Berlin“ als einen sehr erfahrenen und beliebten Staffkapitän kennengelernt. Ich glaube ohne seinen Einsatz in London wäre die „Deutschland“ schon ausgeflaggt. Das ganze Drama jetzt wird durch die BILD hochgespielt (wie üblich).
    Ich meine aber auch das es Verständigungsschwierigkeiten von Neustädter Seite her gab. Stornierungen in der Höhe sind etwas fragwürdig. Ich hoffe auf eine gütige Einigung mit Jungblut.
    Wie schon Claus Blohm öfters schrieb, wäre ein Zusammenschluss kleiner Reedereien sinnvoll. Catering usw. gemeinsam, Kataloge extra. Aber jeder wirtschaftet lieber für sich selber.
    Nebenbei: Eventuell erscheint in der kommenden Ausgabe des Magazins „an Bord“ ein Bericht von mir über die Serie „Verrückt nach Meer“ mit der weißen Lady „Albatros“ und Ihrem Kapitän Morten Hansen (eine tolle Doku-Serie).
    Peter Stilbach, Wriedel

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