Die 10 berühmtesten Oceanliner des 20. Jahrhunderts

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Titanic
Titanic (Bild: Wikipedia)

Die Zeit der legendären Ozean Liner ist lange vorbei, der Mythos dieser majestätischen Wunder der Technik aber bleibt. Die meisten von ihnen fuhren zu einer Zeit über die Ozeane, als man von Flugzeugen – zumindest als Massentransportmittel rund um die Welt – nur träumen konnte. Zu einer Zeit, als man die großen Passagierschiffe noch technisch vollkommen korrekt als „Dampfer“ bezeichnen durfte und die Schiffe nicht zum Vergnügen über die Meere schipperte, sondern das wichtigste oder sogar einzige Transportmittel von Europa nach Amerika darstellten.

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Gelegentlich werden die Begriffe „Ocean Liner“ und „Kreuzfahrtschiff“ fälschlicherweise gleichgesetzt. Doch Schiffsfans kennen natürlich den Unterschied: Ocean Liner transportierten Passagiere (und teilweise auch Fracht und Post) von A nach B nach einem festen Fahrplan und mit Zwischenstopps höchstens, um weitere Passagiere aufzunehmen. Ocean Liner unterscheiden sich aber auch in der Konstruktion erheblich von modernen Kreuzfahrtschiffen. Sie waren schlanker, robuster und vor allem schneller. Denn anders als auf Kreuzfahrt hatten die Passagiere es eilig, als Ziel zu kommen. Schlechtem Wetter, Sturm und rauer See wurde nur ausgewichen, wenn es absolut notwendig war.

Einzig die Schiffe der Traditionsreederei Cunard sind auch heute noch eher als Transatlantik-Liner konstruiert, freilich mit all den Annehmlichkeiten moderner Kreuzfahrtschiffe. Trotzdem zählen diese Schiffe, beispielsweise die Queen Mary 2, heute zu den Kreuzfahrtschiffen, weil sie im Wesentlichen keine Reiseschiffe mehr darstellen, sondern eben Kreuzfahrtschiffe mit Fahrtgebiet Transatlantik.

Ein Schiff, das in der Liste nicht vorkommt, weil es noch aus dem 19. Jahrhundert stammt, will ich hier trotzdem nicht unerwähnt lassen, weil es etwas Besonderes ist: HAPAGs „Augusta Victoria“. Von 188 bis 1889 war sie das größte deutsche Passagierschiff und der erste Doppelschrauben-Personendampfer. Besonders aber wird die Victoria Augusta, weil sie als das erste deutsche Kreuzfahrtschiff schon 1892 zu einer reinen Vergnügungsreise in See stach. Freilich war ihr international bereits 1882 das britische Schiff „Ceylon“ mit der ersten Kreuzfahrt überhaupt zuvorgekommen (siehe „Die größten größten Kreuzfahrt-Vorurteile und -Irrtümer“)

Titanic

Titanic
Titanic (Bild: Wikipedia)

Spätestens seit James Camerons Kinofilm „Titanic“ kennt wirklich jeder das tragische Schicksal der RMS Titanic. Obwohl sie bereits auf ihrer Jungfernfahrt sank, ist sie zweifelsfrei der berühmteste Ocean Liner und wohl auch insgesamt das bekannteste Passagierschiff aller Zeiten.

Die White Star Line pries ihr neues Flaggschiff 1912 stolz und selbstsicher als unsinkbar an und hielt es nicht einmal für nötig, das Schiff überhaupt formell zu taufen. Doch auf der Jungfernfahrt von Southampton nach New York streifte die Titanic am 12. April 1912 einen Eisberg und versank zwei Stunden und 40 Minuten später im eisigen Wasser des Nordatlantik. 1.517 der 2.200 Passagiere kamen dabei ums Leben.

Dabei hätte die Titanic auch ohne ihren dramatischen Abgang das Zeug zu einem berühmten Ozean-Liner gehabt. Bei ihrer Indienststellung am 2. April 1912 war sie das größte Passagierschiff der Welt, ausgestattet mit der modernsten Technik und unerhörtem Luxus.

Paradoxerweise verdanken mutmaßlich Tausende von Menschen der Titanic ihr Leben: Ihr Untergang führte zu zahlreichen neuen Gesetzen und Vorschriften zur Sicherheit auf Passagierschiffen, allen voran das internationale Abkommen SOLAS („Safety of Life at Sea“), das bis heute fortgeführt und ständig ergänzt und weiter verschärft wird.

Queen Elisabeth 2

Queen Elisabeth 2
Queen Elisabeth 2 (Bild: santinet)

Die Queen Elisabeth 2 ist nicht nur das wahrscheinlich berühmteste Kreuzfahrtschiff der Welt – vor ihrer Umrüstung auf Dieselgeneratoren 1986/1987 war sie auch das letzte noch fahrende, ölbefeuerte Dampfschiff im Linieneinsatz über den Atlantik. Sie ist damit eines der wenigen noch existierenden Schiffe, die in ihrer Geschichte sowohl die Bezeichnung „Ocean Liner“ als auch „Kreuzfahrtschiff“ ganz korrekt tragen können.

Benannt ist die QE2 übrigens nach ihrer Vorgängerin, der RMS Queen Elisabeth, die von 1940 bis 1968 gemeinsam mit der RMS Queen Mary für Cunard die Transatlantik-Strecke von Southampton nach New York bediente.

Erst 2008, nach fast 40 Dienstjahren im Transatlantik-Linienverkehr und als legendäres und höchst beliebtes Kreuzfahrtschiff, schickte die Reederei Cunard die QE2 in Rente. Zunächst sollte sie zu einem Hotelschiff in Dubai umgebaut werden, doch dem Investor ging das Geld aus und so liegt sie immer noch mit ungewisser Zukunft in Port Rashid in Dubai.

United States

United States
United States (Bild: pwbaker)

Die legendäre SS United States ist bis heute der schnellste je gebaute Ocean Liner und hält nach wie vor das „Blue Riband“ für die schnellste Atlantik-Überquerung. Die United States hatte diesen Rekord gleich bei seiner Jungfernfahrt 1952 aufgestellt und nie wieder verloren. Heutige Passagierschiffe sind keine Bedrohung für den Rekord, denn wegen des enormen Treibstoffverbrauchs von Schiffen bei hohen Geschwindigkeiten fahren moderne Kreuzfahrtschiffe deutlich langsamer als die Ocean Liner vergangener Zeiten.

2003 hatte Norwegian Cruise Line die SS United States gekauft, wollte es umbauen und im Hawaii-Geschäft einsetzen. Daraus wurde nichts und so liegt die SS United States nach wie vor am Pier 82 in Philadelphia. Die gemeinnützige Organisation „United States Conservancy“ hat die SS United States allerdings dank einer Großspende im Januar 2011 gekauft und arbeitet nun an Renovierungsplänen für den legendären Ocean Liner.

Andrea Doria

Andrea Doria
Andrea Doria (Bild: US Coast Guard)

Ein wirklich bedeutendes Passagierschiff war die Andrea Doria eigentlich nicht, immerhin zu ihrer Zeit aber das größte, schnellste und vermeintlich auch sicherste Schiff in der Flotte der Italia Società de Navigatione. Ihre Jungfernfahrt hatte sie 1953, aber berühmt wurde die Andrea Doria, als sie auf ihrer 51. Transatlantik-Fahrt 1956 von der MS Stockholm (heutiger Name: Athena) in dichtem Nebel vor der US-Ostküste gerammt wurde und am Tag nach der Kollision sank.

Anders als bei dem Titanic-Desaster 1912 kamen aber, auch dank besserer Kommunikationstechnik und dank schneller Reaktion anderer Schiffe in der Nähe, vergleichsweise wenig Menschen ums Leben. Lediglich 46 der 1.660 Menschen an Bord der Andrea Doria überlebten das Unglück nicht.

Bekannt ist die Andrea Doria aber auch durch das Album „Andrea Doria“ sowie den Song „Alles klar auf der Andrea Doria“, die für Udo Lindenberg 1973 den großen Durchbruch bedeuteten.

Die Andrea Doria ist übrigens bislang das letzte Transatlantik-Passagierschiff, das gesunken ist. Seitdem gingen Unfälle von Passagierschiffen auf dieser immer deutlich glimpflicher ab.

Queen Mary

Queen Mary
Queen Mary (Bild: David Jones)

Von 1936 bis 1967 fuhr die Queen Mary für die Traditionsreederei Cunard auf der Express-Route von Southampton über Cherbourg nach New York City und zurück. Die meiste Zeit fuhr sie in entgegengesetzter Richtung zu ihrer Schwester Queen Elisabeth, sodass Cunard diese Strecke einmal wöchentlich in beide Richtungen anbieten konnte.

Zweimal trug die Queen Mary das Blue Riband für die schnellste Atlantik-Überquerung: einmal 1937, nur um es kurz darauf an die SS Normandie zu verlieren. 1938 stellte die Queen Mary 1938 den Rekord erneut ein und musste das Blaue Band erst 1952 an die SS United States abgeben, die es bis heute hält.

1967 wurde die Queen Mary außer Dienst gestellt und nach Long Beach in Kalifornien, nahe Los Angeles gebracht, wo sie seitdem umgebaut als Hotelschiff „The Queen Mary“ und Touristenattraktion dient.

Bekannt ist die Queen Mary aber auch bei Geister-Fans. Unter anderem soll auf im Maschinenraum der Geist eines jungen Seemanns umgehen, der einst bei einer Notfallübung an Bord starb. Und ein Mädchen, das einst im Pool ertrank, soll bis heute jämmerlich nach ihrer Mutter rufen.

-> Weiter zu den berühmtesten Oceanlinern des 20- Jahrhunderts, Teil 2

Bildquellen-Nachweis: Titanic: Wikipedia, Lizenz: Public Domain; Queen Elisabeth 2: santinet/Flickr, Lizenz: Attribution-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-ND 2.0); United States: pwbaker/Flickr, Lizenz: Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0); Andrea Doria: US Coast Guard/Wikipedia, Lizenz: Public Domain; Queen Mary: David Jones/Flickr, Lizenz: Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)

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Ein Kommentar zu Die 10 berühmtesten Oceanliner des 20. Jahrhunderts

  1. Ludwig on Mai 4, 2013 at 4:15 pm

    Zunächst Gratulation zur tollen Webseite – sehr informativ! Besonders gut, dass hier auch einmal mit dem Vorurteil „Ozeanliner = Kreuzfahrtschiff“ gründlich aufgeräumt wird.

    Zwei kleine Anmerkungen zur „Titanic“:

    Nicht die White Star Line, sondern die Fachzeitschrift „The Shipbuilder“ bezeichnete Olympic und Titanic als „praktisch unsinkbar“. Zwar hat White Star hier – zunächst verständlicherweise – nicht dementiert, was dies doch eine gute Werbung. Übrigens: Auch z.B. Mauretania und Lusitania wurden bei ihrer Fertigstellung als „unsinkbar“ bezeichnet. Das war damals keineswegs unüblich, es gehörte bei den ganz großen Schiffen quasi dazu. Erst nach dem Titanic-Unglück kam dann das große Einsehen. Die Reederei jedenfalls konnte bei der Titanic nichts für die Bezeichnung „unsinkbar“, das war die damalige Fachpresse.

    Auch die weggelassene Schiffstaufe hat nichts mit Überheblichkeit zu tun – diese war bei der Werft Harland & Wolff schlicht nicht üblich und wurde bei keinem der dort gebauten Schiffe (und das waren eine Menge!) durchgeführt. Die meisten davon haben das glücklich überstanden…

    Auf jeden Fall weiter so, eine Spitzenseite!

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