Dinner-Show im Spiegelzelt der Norwegian Epic

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Spiegel-Zelt

Cirque Dreams & Dinner auf der Norwegian Epic

Das Spiegelzelt (engl. “Spiegel Tent“) der Norwegian Epic ist die erste Dinner-Show dieser Art auf einem Kreuzfahrtschiff. Von Alfons Schuhbeck & Co. kennt man das ja schon: Ein mehrgängiges Abendessen plus witzige Akrobatik-Show ergibt einen unterhaltsamen Abend in Zirkuszelt-ähnlicher Atmosphäre. Entsprechend gespannt waren wir, wie NCL das Konzept auf der Norwegian Epic umsetzt.

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Die Show selbst stammt von Produktionsfirma Cirque Productions (nicht zu verwechseln mit Cirque du Soleil), die an Land zahlreiche Events dieser Art und eben auch Cirque Dreams & Dinner ausrichtet. Kurz und gut: Der Akrobatik-Teil der Show hat hohe Klasse, wie wir das auch von Akrobatik-Shows in den Theatern anderer Kreuzfahrtschiffe kennen. Statt der relativ kühlen, distanzierten Atmosphäre eines Schiffstheaters bringt das Spiegel Tent zusätzlich das exklusive Ambiente eines simulierten Zirkuszelts und die bunten, fantasievolle Kostümen der Akteure mit.

Spiegel-Zelt

Das “Spiegel Tent” der Norwegian Epic

Das Spiegelzelt der Norwegian Epic muss man sich übrigens nicht wirklich wie ein Zelt vorstellen. Von außen ist es quasi nicht als solches zu erkennen, weil es wie jeder andere Raum im Schiff verbaut und nicht zumindest teilweise frei im Raum steht, wie man das vielleicht bei Royal Caribbean auf einem Oasis-Class-Schiff umsetzen könnte. Innen ist das Spiegelzelt rund und hat einen schmalen Balkon, aber schon die typische Dachschräge eines Zeltdachs ist hier nur eine optische Täuschung. Trotzdem: Es sieht nett und authentisch aus und tut der Sache keinerlei Abbruch. (siehe das interaktive Panorama-Bild unten!)

Die Akrobatik-Show

Die Show bietet viel Abwechslung, langweilig werden die rund zwei Stunden keinesfalls – von Balance-Künstlern, die mehrere Lagen Bretter und Walzen aufeinander stapeln, während sie am jeweils obersten Brett zu Zweit balancieren, über Akrobatik an Reifen und Bändern, die unter dem Zeltdach hängen, bis zu einer überraschend faszinierenden Hula-Hoop-Performance. Übrigens auch mit Publikumsbeteiligung – also Vorsicht an den vorderen Tischen ;-)

Die Comedy-Anteile der Show sind dagegen hauptsächlich etwas für (amerikanische) Muttersprachler und Passagiere mit hervorragenden Englischkenntnissen. Oder anders formuliert: Statt die Pausen zwischen der Akrobatik mit langen Sprech-Passagen zu füllen, täte es dem Dinner durchaus gut, zu den drei Gängen jeweils eine Essenspause einzulegen. Denn wer in Ruhe Essen will, muss die Show einfach für eine Weile ignorieren oder während des Essens zuschauen und zuhören.

Der Dinner-Teil

Apropos Dinner: Das Essen selbst hat Verbesserungspotenzial, allerdings muss man auch berücksichtigen, dass die Show, die wir gesehen haben, die zweite überhaupt war und sich das Küchen- und Service-Team sicherlich noch etwas auf die erschwerten Bedingungen einer solchen Dinnershow einstellen muss.

Spiegel-Zelt

Filet Mignon und Hühnchen Florentine zum Hauptgang

Denn die Kellner haben es nicht gerade leicht, Essen aufzutragen, wenn ihnen ständig Akrobaten und Darsteller zwischen den Füßen herumspringen. Da sind starke Nerven gefragt. Und so war der – eigentlich leckere Hauptgang – fast kalt, bis er an unserem Tisch ankam: Filet Mignon und Hühnerbrust Florentine mit gegrillten Tomaten, Kartoffelgratin und Pilzsoße. Nicht anders als “schlimm” kann man dagegen das Salatdressing des ersten Gangs bezeichnen: Thousand Island, frisch aus der Packung; nicht lecker. Tipp: Am besten den Salat rechtzeitig ohne Dressing ordern.

Spiegel-Zelt

Zum Nachtisch: Chocolate Decadence

Zur Nachspeise gibt’s einen Schokokuchen, der geschmacklich an den exzellenten “flourless chocolate cake” bei Royal Caribbean erinnert, aber wesentlich kompakter in der Konsistenz ist. Die Früchte an der Seite waren – leider – nicht frisch, sondern Kompott. Hauswein (rot und weiß) gibt’s übrigens kostenlos dazu (korrigiert – siehe Kommentare), speziellere Weine und andere Getränke (außer Wasser) kosten extra; Wein zwischen 5,50 und 12 Dollar pro Glas.

UPDATE: Ende September 2010 hat NCL auf die Kritik am Essen reagiert und das Menü deutlich aufgepeppt – siehe “Neues Menü fürs Cirque Dreams & Dinner der Norwegian Epic“. Die Preise wurden auf 20 beziehungsweise 30 Dollar angehoben.

15-20 Dollar Zuzahlung gerechtfertigt?

Das Cirque Dreams & Dinner ist eines der zuzahlungspflichtigen Restaurants an Bord der Norwegian Epic. Der Abend kostet 15 Dollar für normale Plätze und 20 Dollar für Premium Seating. Der Vorteil der Premium-Sitze: Man sieht die gesamte Akrobatik ungehindert. Die Standard-Plätze sind dagegen teils unter dem Balkon, sodass Akrobatik-Teile hoch unter dem Zeltdach nur noch teilweise zu sehen sind.

Insgesamt waren wir von der Spiegelzelt-Show durchaus begeistert, wenn man von ein paar Schwächen und Anfangsschwierigkeiten auf der ersten Kreuzfahrt für das Schiff überhaupt absieht.

Nicht erschließt sich uns allerdings, warum für Cirque Dreams & Dinner eine Zuzahlung verlangt wird. Denn Akrobatik-Show (wenn auch in etwas weniger illustrem Ambiente) bekommt man auf anderen Schiffen, auch bei NCL, im Theater kostenlos. Und das Essen übersteigt weder in der Anzahl der Gänge noch in der Qualität das, was man auch in anderen – zuzahlungsfreien – Restaurants an Bord bekommt. Unser Lösungsvorschlag: An der Essensqualität arbeiten, etwas besonders bieten, dann ist eine Zuzahlung auch gerechtfertigt. In der aktuellen Form erfüllt die Zuzahlung nur den Zweck der Zugangsbeschränkung, damit nicht alle 4.100 Passagiere das Spiegel Tent stürmen. Einen wirklichen Mehrwert gibt’s für die 15 beziehungsweise 20 Dollar nämlich nicht.

Übrigens: Im Spiegelzelt soll es neben Cirque Dreams & Dinner noch Programmpunkte geben, beispielsweise Frühstück mit Spongebob und Co für die Kids und – das finden wir besonders spannend – ein Murder Mystery Dinner mit Second City. Murder Mystery Dinner hat man ja schon öfter auch auf Schiffen gesehen, aber das Ganze ausgerichtet von den genialen Comedians von Second City verspricht doch, etwas sehr Besonderes zu werden.

Bildergalerie und Panorama-Foto: Norwegian Epic “Spiegel Tent”

In unseren Foto-Alben gibt’s eine Galerie zum Thema Entertainment, die noch mehr Bilder aus dem Spiegelzelt enthält. Für das Panorama unten empfehlen wir den Vollbild-Modus (der Button ganz rechts im Bild), um das Panorama formatfüllend anzusehen.

Anmerkung: Cruisetricks.de fuhr vom 19.-21. Juni 2010 auf der Norwegian Epic auf Einladung von NCL.

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3 Kommentare zu Dinner-Show im Spiegelzelt der Norwegian Epic

  1. Matthias Morr on Juni 26, 2010 at 3:47 pm

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Hauswein im Preis enthalten ist. Das war mit Sicherheit nur während der Einführungsfahrten so…

    Ansonsten Zustimmug :)

  2. Franz on Juni 26, 2010 at 6:21 pm

    @Matthias: Denkbar. Der Hauswein stand nicht auf der Karte, die kostenpflichtigen Weine sowie zwei Cocktails schon, incl. Preisen – wir hatten also zumindest die endgültige Karte.

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