Energiewunder Celebrity Eclipse?

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Celebrity Equinox

Weniger Treibstoff-Verbrauch durch Solarenergie (im Bild die Celebrity Equinox)

Die Solstice-Klasse-Schiffe von Celebrity Cruises sollen 30 Prozent weniger Energie verbrauchen als vergleichbare Kreuzfahrtschiffe. 30 Prozent, fast ein Drittel? Das klingt auf den ersten Blick wie eine schöngerechnete Werbebotschaft. Denn Energie, also Treibstoff, ist ein ganz wesentlicher Kostenfaktor für Kreuzfahrtschiffe; da sollte man annehmen, dass jedes Schiff so optimal wie möglich konstruiert ist.

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Aber Solstice, Equinox und die brandneue Celebrity Eclipse profitieren offenbar von neuen Techniken und der Innovationskraft der Meyer Werft, wofür die Papenburger sogar einen Preis bekommen hat, für das – wörtlich – “energieeffizienteste Kreuzfahrtschiff der Welt“.

30 Prozent weniger Energieverbrauch als bei vergleichbaren Kreuzfahrtschiffe ist also die Zahl, für die es den Innovationspreises “365 Orte im Land der Ideen” mit Bundespräsident Horst Köhler als gab. Wir haben bei der Meyer Werft und Celebrity Cruises genauer nachgefragt, wie diese enormen Einsparungen zustande kommen, die am Rande bemerkt neben dem sehr löblichen Klimaschutz-Effekt natürlich auch einen angenehmen finanziellen Aspekt für die Reederei haben

Nutzung von Solarenergie

Auf den Solstice-Class-Schiffe von Celebrity kommen 234 Solarfolien und 61 Solarwände zum Einsatz, die Sonnenenergie in Strom wandeln. Allein damit lassen sich offenbar beispielsweise sämtliche Personenaufzüge an Bord betreiben, ohne dafür einen Tropfen Treibstoff zu verbrennen.

Silikon-Gleitschicht am Rumpf

Der Schiffsrumpf ist unter Wasser zusätzlich mit einer Silikon-Schicht überzogen, die sowohl den Wasserwiderstand verringert und damit Treibstoff spart, als auch Algen-Anhaftungen erschwert, was diesen geringen Wasserwiderstand auch längerfristig hält.

Sparsame Beleuchtung

Halogen- und Glühlampen mit hoher Leistungsaufnahme werden durch sparsame LED-Leuchten und Leuchtstoffröhren ersetzt, die zudem wesentlich weniger Wärme abgeben und damit zusätzlich einen positiven Effekt bei der Klimatisierung der Räume haben. Weniger Wärmeabgabe der Leuchten bedeutet geringerer Energieverbrauch der Klimaanlage.

Wärmedämmung, Klimatisierung, Kühlung

Spezialglas an den Außenfronten reduziert die Erwärmung der Innenräume durch Sonneneinstrahlung. Dabei werden auch gleich UV-Strahlen fast vollständig gefiltert. Auf anderen Celebrity-Schiffen wird derselbe Effekt übrigens mit Folien erreicht, mit denen vorhandene Glasfronten nachgerüstet werden können. Der Effekt ist auch hier eine deutliche Energieeinsparung bei der Klimaanlage des Kreuzfahrtschiffs.

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Unauffällig, aber wirkungsvoll: Kühlung mit Kieselsteinen statt Eis (hier im Spa Cafe der Celebrity Century)

Was auf den ersten Blick wie eine nette Design-Idee aussieht, hat ebenfalls einen Energiespar-Hintergrund: Statt Eis werden zur Kühlung von Buffets Flusskieselsteine verwendet. Damit lässt sich Wasser- wie Stromverbrauch reduzieren.

Alles zusammen: 30 Prozent weniger

Das eine oder andere Feature hat man freilich auch bei anderen Kreuzfahrtschiffen schon gesehen, beispielsweise die Silikon-Beschichtung des Rumpfs bei der AIDAblu, die ja fast gleichzeitig mit der Celebrity Eclipse in der Meyer Werft gebaut wurde. Die Silikon-Beschichtung des Rumpf vor der Taufe der AIDAblu in Hamburg war übrigens wohl ein Grund, warum das Schiff im Hafen blieb, statt eine kurze Vorabkreuzfahrt anzutreten – Eis auf der Elbe hätte die Silikon-Beschichtung beschädigen können.

Die neuen Celebrity-Schiffe erreichen die 30 Prozent Energieerinsparung, indem sie sie die aktuell machbaren Techniken konsequent und gleichzeitig nutzen.

Gleichzeitig Energie und Kosten sparen

Wir wollen den Klima-Effekt auf keinen Fall kleinreden, Bemühungen in dieser Richtung sind wichtig und sehr löblich. Ganz unter den Tisch fallen lassen wollen wir aber auch nicht, dass eine höhere Energie-Effizienz dem Kreuzfahrtschiff-Betreiber natürlich auch finanziell nutzt, denn Treibstoffkosten sind ein signifikanter und – außer über Preisabsicherung per Termingeschäft – kaum zu beeinflussender Kosten-Faktor. Eine niedrigerer Verbrauch und damit eine größere Unabhängigkeit von Schwankungen bei den Treibstoff-Kosten bringt mehr Planungssicherheit. So fiel laut Cruise Business Review der durchschnittliche Treibstoff-Preis pro Tonne von 561 Dollar in 2008 auf 392 Dollar in 2009, aber auch die umgekehrte Preisentwicklung ist natürlich möglich und für die Kalkulation der Kreuzfahrtgesellschaft umso kritischer, je höher der Anteil der Treibstoffkosten an den Gesamtkosten ist.

Eine gelungene Kombination aus Kosten-Einsparung und Klimaschutz: Die 30 Prozent der Celebrity-Solstice-Klasse ist jetzt industrieweit die Zahl, die es zu schlagen gilt.

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2 Kommentare zu Energiewunder Celebrity Eclipse?

  1. Konstantinos Dafalias on September 13, 2014 at 9:46 am

    Sehr interessanter Artikel.
    Dass Glasfenster UV-Strahlen absorbieren, ist aber keine Neuerung der Solstice-Klasse, das ist immer so. UV-Strahlen haben aber auf die Erwärmung im Inneren keine Einfluss, darum kümmern sich die IR-Strahlen, die wiederum sehr viel schwieriger zu filtern sind.
    Ich nehme an, das wird durch die Blautönung erreicht, die aber laut Passagierberichten den Nebeneffekt hat, dass selbst der gesündeste Mensch blass und krank aussieht.
    Und Speisen schauen damit auch nicht unbedingt appetitlicher aus.

    Was mich noch sehr interessieren würde, weil gerade von der Innovationskraft der Meyer-Werke die Rede ist, welche Kreuzfahrtschiffe Doppelrümpfe besitzen.
    Wenn ich mich recht erinnere, trifft das auf alle Celebrity-Schiffe zu, eben weil die in Papenburg gebaut werden, aber gerade im Hinblick auf das Costa-Concordia-Desaster wäre das eine interessante Information.

  2. Franz on September 13, 2014 at 2:11 pm

    Meines Wissens werden moderne Kreuzfahrtschiffe – egal in welcher Werft – nicht mit Doppelrumpf gebaut, schon weil Platz an Bord von Kreuzfahrtschiffen sehr wertvoll ist – da könnte sich eine einzelne Reederei kaum den Luxus leisten, Platz zu “verschwenden”; die Technik wird verwendet (und ist glaube ich auch Vorschrift) bei Öltankern, um bei Unfällen das Auslaufen von Öl ins Meer zu verhindern. Das dient also mehr dem Umweltschutz als der Sicherheit.

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