Erneut Diskussion um Gewalt-Kriminalität in Nassau

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Kreuzfahrthafen in Nassau, Bahamas

Kreuzfahrthafen in Nassau, Bahamas

Mit Sorge beobachten Reedereien und Medien die zunehmende Gewaltkriminalität auf den Bahamas, insbesondere in dem von zahlreichen Schiffen angefahrenen Hafen Nassau. US-Botschaft und Reedereien empfehlen den Passagieren vor dem Landgang in Nassau inzwischen, besonders wachsam zu sein. Bereits im Mai 2013 war die Kriminalität in Nassau ein viel diskutiertes Thema, nachdem ein Crewmitglied eines Segelschiffs in Nassau erschossen worden war.

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Die US-Botschaft in Nassau hatte Mitte Dezember 2013 davor gewarnt, dass bewaffnete Raubüberfälle auch auf Touristen auf den Bahamas und insbesondere in Nassau eine ernste Bedrohung seien. Auf den Bahamas hatte diese Warnung den Amerikanern allerdings auch heftige Kritik eingebracht. Die Warnungen seien übertrieben, um die Sicherheit in vielen amerikanischen Städten sei es auch nicht besser bestellt, heißt es dort.

Für die Kreuzfahrtgesellschaften ist Nassau vor allem aufgrund seiner günstigen Lage zwischen Südflorida und den karibischen Inseln ein wichtiger und attraktiver Hafen für Zwischenstopps. Nassau notfalls aus den Fahrtrouten zu streichen, wäre daher schwierig, wenn auch nicht völlig ausgeschlossen. Dass dies aber grundsätzlich eine Option wäre, zeigt das Beispiel Mazatlan an der Westküste Mexikos: 2011 hatten zahlreiche Reedereien wegen vorausgegangener Gewaltkriminalität in Mazatlan ihre Hafenstopps dort für einige Monate ausgesetzt. Soweit will bei Nassau aber bislang keine Reederei gehen.

Kritiker der Warnung der US-Botschaft vor Nassau weisen auch darauf hin, dass die Bahamas nicht nur aus Nassau und New Providence bestehen. Die vielfältige Inselwelt der Bahamas und insbesondere die Privatinseln und Privat-Strände, die Reedereien auf den Bahamas unterhalten, gelten als sehr sicher.

Obwohl Nassau schon länger nicht gerade als der sicherste Kreuzfahrt-Hafen galt, diskutieren lokale Medien und Politiker auf den Bahamas seit einigen Monaten immer offener und eindringlicher das Gewalt-Problem vor allem auf der Insel New Providence (Nassau). Zwar finden die meisten Gewalttaten außerhalb der direkten Touristenbereiche von Nassau im Drogen- und Gang-Milieu statt, in der Vergangenheit waren aber vereinzelt auch Touristen davon betroffen oder gezielt Opfer von Raubüberfällen.

Selbst der stellvertretende Premierminister der Bahamas, Philip Davis, bekam die zunehmende Gewaltkriminalität kürzlich zu spüren: Drei Bewaffnete überfielen und beraubten ihn Anfang Dezember 2013 in seinem eigenen Haus.

Wohl aufgrund der Warnung der US-Botschaft hatte unter anderem Carnival Cruise Lines im Dezember begonnen, Passagiere ausdrücklich vor der Gefahr von Gewalt und Kriminalität in Nassau zu warnen – etwas, das Reedereien eher selten tun. Die Bahamas-Zeitung „The Tribune“ zitiert den Senior Vice President für Routenplanung bei Carnival, Terry Thornton, mit den Worten: „Es ist extrem wichtig, dass die Behörden der Bahamas weiter daran arbeiten, die Kriminalität zu reduzieren sowie die Sicherheit und das Wohlergehen aller Besucher des Landes sicherzustellen, einschließlich der Millionen on Kreuzfahrtschiff-Passagieren und Crewmitglieder, die jedes Jahr die Bahamas besuchen.“

Bahamas‘ Tourismus-Minister Obie Wilchcombe warnte seine Landsleute in einem Interview mit der Zeitung „The Nassau Guardian“, dass andere Länder aufgrund solcher Situationen in der Vergangenheit schon ihre komplette Tourismus-Industrie verloren hätten. „Wir müssen diese Situation unter Kontrolle bringen und wir müssen die Bewohner der Bahamas dazu bringen zu verstehen, dass wir sonst alles zerstören, was wir uns aufgebaut haben.“ Die Bahamas müssten der Kriminalität uneingeschränkt den Krieg erklären.

Bahamas- und Karibik-Kreuzfahrtpassagiere sollten – nicht nur in Nassau – allgemein vorsichtig sein, abgelegene Seitenstraßen und touristisch wenig frequentierte Gegenden meiden sowie Wertgegenstände an Bord lassen. Umfangreich haben wir dieses Thema (inklusive Sicherheits-Tipps) bereits vor einiger Zeit in unserem Beitrag „Wie sicher sind Karibik-Kreuzfahrten?“ behandelt.

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