Flusskreuzfahrtschiff sinkt während Versteigerung
Victoria Cruziana auf ihrem Weg nach Passau (Bild: Wikipedia)
Das 50 Jahre alte Flusskreuzfahrtschiff Victoria Cruziana ist ausgerechnet während seiner Versteigerung im Donauhafen Schalding bei Passau gesunken. Gegen 10 Uhr am Freitag bemerkte der rumänische Kapitän den Wassereinbruch, doch auch die Pumpen der sofort alarmierten Feuerwehr und THW konnten nicht verhindern, dass die Victoria Cruziana auf den an dieser Stelle 3,5 Meter tiefen Grund der Donau sank. Der Schaden wird auf 250.000 Euro geschätzt, in den nächsten Tagen sollen Taucher den Rumpf abdichten, dann soll das Schiff gehoben werden. Die Bergung wird aufwändig, das Schiff soll sehr viel Ballast an Bord haben.
Die Victoria Cruziana ist allerdings nicht irgendein alter Kahm – sie ist die ehemalige “Europa”, das erste Flusskreuzfahrtschiff auf europäischen Flüssen überhaupt.
Die nur 88 Meter lange Victoria Cruziana wurde 1960 als “Europa” in der Mainzer Christoph-Ruthof-Werft für die Preußisch-Rheinische Dampfschiffahrtsgesellschaft gebaut und war zwischen 1967 und 1998 für die Köln Düsseldorfer auf Rhein, Main und Mosel unterwegs, dann wurde sie an Bonaventura Cruises in den Niederlanden verkauft. Zweimal wurde das Schiff in Holland noch weiterverkauft, seit Ende 2008 stand die ex-Europa dann erneut zum Verkauf. Zuletzt sollte das Schiff wohl nach Belgrad als Hotelschiff gehen. Dazu war sie bereits von einem Schubschiff von Rotterdam über den Rhein und den Rhein-Main-Donau-Kanal bis in die Nähe von Passau gebracht worden, wo sie seit Ende September lag. Laut Polizei in Passau hatte das Kreuzfahrtschiff schon seit Jahren keine Betriebserlaubnis mehr und war daher auch nicht unter eigenem Antrieb nach Passau gekommen.
Weitere Bilder von der Victoria Cruziana und ein Video gibt’s im Binnenschiffer-Forum.
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