Geheimtipp: Repositioning-Kreuzfahrten

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Vision of the Seas auf Repositionierungsfahrt im Hafen von Bilbao

Repositioning der Vision of the Seas: Hafen von Bilbao

Im Frühling und Herbst ist Hochsaison für Repositioning-Kreuzfahrten. Diese speziellen Kreuzfahrten stehen bei jedem Schiff meist zweimal pro Jahr auf dem Fahrplan, nämlich wenn im Herbst beispielsweise die Kreuzfahrtsaison in Europa und Alaska zu Ende geht, und die Kreuzfahrtschiffe in wärmere Fahrgebiete, etwa nach Brasilien oder in die Karibik wechseln – im Frühjahr in die entgegengesetzte Richtung. Und obwohl Repositioning-Fahrten recht reizvoll sein können, sind sie doch oft zu Schnäppchen-Preisen zu haben.

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Besonders günstig sind Repositionierungs-Fahrten in diesem Jahr, da vergleichsweise viele Kreuzfahrtschiffe für den Sommer nach Europa gekommen sind und nun in die Winter-Fahrgebiete wechseln – viele in die Karibik, aber einige auch nach Brasilien, Dubai oder gar Australien und Asien. Das Angebot ist groß, die sind Preise entsprechend günstig.

Die häufigsten Repositioning-Routen führen über den Atlantik, zwischen Europa und Karibik oder Brasilien – hier ist man etwa 6 Tage am Stück auf See, ohne Hafenstopp. Die Routen führen dabei über die Kanaren, die Azoren oder auch mal direkt beispielsweise von Lissabon nach New York. Bisweilen führen die Routen auch nördlich, beispielsweise über Island, Grönland und das nordöstliche Kanada.

Weniger Seetage beinhalten Repositioning-Kreuzfahrten von der Westküste zur Ostküste der USA durch den Panamakanal. Hier gibt es meist nur zwei Seetage am Stück, bevor der nächste Hafen angelaufen wird. Es sei denn, das Schiff ist für den Panamakanal zu groß – dann geht es rund um Südamerika und Kap Horn. Diese Variante wird allerdings eher selten gefahren.

Besondere Routen, die allerdings nur von wenigen Schiffen gefahren werden und entsprechend längst nicht so günstig angeboten werden, führen beispielsweise durch den Suez-Kanal und über Indien nach Asien oder Australien. Auf solchen Routen kommt dann schon beinahe Weltreise-Feeling auf.

Vorteile von Repositioning-Kreuzfahrten

  • Wer gerne viel Schiff fahren will, bekommt viele Seetage ohne den Stress von Landgängen.
  • Ungewöhnliche Fahrtrouten und Häfen, die das Schiff sonst nicht anläuft.
  • Schiffserlebnis statt Schönwetter-Kreuzfahrt: Der Atlantik ist unberechenbar – von spiegelglatter See und Traumwetter bis Sturm und ordentlichem Seegang ist alles drin.
  • Für Vielfahrer interessant: Sowohl die Speisekarten als auch das Entertainmentprogramm weichen vom Standard ab. Wer alle Menüfolgen einer Reederei schonmal gegessen hat und die Shows auswendig kennt, wird auf Repositioning-Fahrten einiges Neues entdecken.

Nachteile von Repositioning-Kreuzfahrten

  • Auf Transatlantik-Routen ist es häufig kühl und windig, sodass Sonnenbaden am Pool oft nur wirklich Hartgesottenen Spaß macht. Kreuzfahrtschiffe mit überdachtem Pool (Magrodome) haben hier deutliche Vorteile.
  • In den Häfen läuft nicht alles immer ganz reibungslos. Auf den Standard-Routen ist auch das Personal im Hafen an die Schiffe gewöhnt, bei Repositioning-Routen ist dagegen vieles neu und anders als sonst.
  • Seltener angelaufene Häfen sind manchmal auch nicht optimal gelegen – die Kosten beispielsweise für das Taxi oder den Shuttlebus vom angelegenen Hafen in die Stadt sollte man einkalkulieren.
  • Die Kreuzfahrt findet nicht zur perfekten Jahreszeit für die Fahrgebiete statt – schlechtes Wetter und andere Nebensaison-Erscheinungen sind wahrscheinlicher als in der Hauptsaison.

Witzige Randerscheinungen: Bei Routen von Europa nach Nord- oder Südamerika ist durch die Zeitverschiebung fast jeder Tag 25 Stunden lang, auf dem umgekehrten Weg dagegen eine Stunde kürzer, also nur jeweils 23 Stunden.

Tipp 1: Das Schiff besonders genau ansehen und das richtige für die eigenen Ansprüche auswählen. Bei sechs Seetagen in Folge ist es viel wichtiger, dass an Bord wirklich alles passt als auf einer 7-Nächte-Mittelmeer-Kreuzfahrt, auf der man eh‘ die meisten Zeit auf Landgängen verbringt und sich daher auch von einem suboptimalen Schiff den Spaß nicht verderben lassen muss.

Tipp 2: Große Schiffe bieten ein vielfältigeres und meist spektakuläreres Entertainment- und Animationsprogramm. Wem an Seetagen schnell langweilig wird, sollte daher eher ein größeres Schiff wählen. Wer dagegen gerne ein paar Bücher mitnimmt, die schon lange darf warten gelesen zu werden, wird mit auch auf einem kleineren Schiff glücklich.

Tipp 3: Planen Sie ins Reisebudget mehr ein für Ausgaben an Bord als sonst. Zwar entfallen die Landausflüge, dafür locken aber Spezialitätenrestaurants, Weinproben, Cocktail-Kurse und die Wellness- und Spa-Landschaft an Bord der Schiffe umso mehr – schließlich hat man ja jede Menge Zeit, die Bordeinrichtungen in Ruhe zu genießen, ohne einen Landgang zu verpassen.

Ein Beispiel für eine Repositioning-Kreuzfahrt – zumindest den letzten Teil von Lissabon bis Southampton – haben wir in unserem Beitrag “Auf der Vision of the Seas von Lissabon nach Southampton” beschrieben. Die Kreuzfahrt zeigt exemplarisch, vor Vor- und Nachteile einer Repositioning-Kreuzfahrt liegen können (nicht müssen!). Aus unserer Erfahrung heraus ist eine Repositionierungs-Fahrt vor allem für schon etwas erfahrenere Kreuzfahrer eine gute (und billige) Möglichkeit, ein Schiff kennenzulernen,  ungewöhnliche Routen zu fahren und einfach die Schifffahrt zu genießen und zu entspannen.

Wirklich begeistert von einer Transatlantik-Repositionierung auf der Celebrity Equinox war übrigens unser Gastautor Andreas, hier der Bericht von seiner Fahrt 2009: “Celebrity Equinox: Portrait und Reisebericht“.

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6 Kommentare zu Geheimtipp: Repositioning-Kreuzfahrten

  1. syjy on September 29, 2011 at 11:47 am

    Spannender Artikel… wo findet man denn die oben genannten Angebote?

  2. Franz Neumeier on September 29, 2011 at 11:54 am

    Das Paket-Angebot der Norwegian Epic mit Hotel-Nachübernachtung in Miami habe ich bei ehoi gefunden. Aber die nur-Kreuzfahrt-Preise findest Du natürlich in jedem Reisebüros, ob online oder nicht. Die meisten Reedereien achten genau darauf, dass es keine unterschiedlichen Preise für die selbe Kreuzfahrt am Markt gibt ;-) Was sich auch lohnt ist ein Blick in die Prospekte von Aldi, Tchibo und Co, da sind Repositioning-Fahrten manchmal auch vertreten, oft im Paket mit Anreise und/oder Vorübernachtung o.ä.

  3. Peter Kalinowski on September 29, 2011 at 12:08 pm

    da kann ich nur zustimmen. Wir haben schon 3mal solche “Trans”Reisen gemacht. Zweimal AIDAaura/cara Transeuropa von Hamburg nach Mallorca und umgekehrt, und einmal AIDAdiva Transuez von Mallorca nach Sharm el Sheick.
    Kann ich nur empfehlen, man bekommt viel Schiff für einen unserer Meinung nach günstigen Preis.

  4. Andreas Halamoda on Oktober 4, 2011 at 8:26 pm

    Lieber Franz, liebe Leser von CruiseTricks,

    es stimmt, unsere Transatlantikreise auf der Celebrity Equinox war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis. Das lag nicht nur an dem tollen Schiff und unserem Glück mit dem Wetter, sondern auch an der Route, die von Celebrity meines Erachtens weit überdurchschnittlich gut gewählt wurde. Wir fuhren von Civitavecchia (der Hafen von Rom)über Marseille, Barcelona, Palma de Mallorca, Cartagena und die Inseln Lanzarote und Teneriffa nach Fort Lauderdale. Leider habe ich wenig über die Häfen und unsere Erlebnisse dort geschrieben, das möchte ich in Kurzform nachholen.

    In Civitavecchia bieten sich natürlich 1-2 Vorübernachtungen in der “Ewigen Stadt” an.

    Der Kreuzfahrt-Hafen von Marseille liegt weit außerhalb der (nicht übermäßig interessanten) Innenstadt. Schöner (und mit 40 € für eine einfache Taxifahrt) ist es, Aix-en-Provence zu besuchen. Sie ist zweifellos eine der schönsten Städte Frankreichs: Provencalisches Flair, viele Brunnen, sehr nette Menschen.

    In Barcelona sind die Möglichkeiten endlos. Wir entschieden uns dieses Mal für eine Fahrt mit der Metro zum Parc Güell, bummelten dann auf der Prachtstraße Passeig de Gracia und anschließend durch das gotische Viertel. Zum Abschluß machten wir eine Hafenrundfahrt, die für Freunde von Schiffsfotos immer eine besondere Empfehlung ist, wenn viele Kreuzfahrtschiffe im Hafen sind.

    Palma de Mallorca bietet auch sehr viel. Ein Favorit von mir ist die Mietwagenrundfahrt über Valldemossa, Deia und Soller zurück nach Palma. Wir machten dieses Mal “nur” einen ausführlichen Stadtrundgang, aber die Altstadt ist sehr schön und es gibt dort viel zu entdecken.

    Cartagena liegt “off the beaten Path”, findet sich aber bei TA-Kreuzfahrten immer öfter im Fahrplan. Die Stadt hat eine schöne Promenade am Hafen und einige Bauten aus römischer Zeit. Für mich etwas dürftig, ich begab mich mit dem Zug nach Murcia, eine der Großstädte Spaniens (ca. 1 Stunde Fahrzeit, Bahnhof ca. 25 Min. vom Hafen). Dort gibt es eine besonders prachtvolle Kathedrale und ein ehemaliges Kasino im Maurischen Stil zu besichtigen. Die Zugfahrt ist landschaftlich sehr interessant.

    Im Hafen von Arrecife auf Lanzarote findet man viele Mietwagenanbieter. Für 40,- € mieteten wir uns einen Kleinwagen und machten eine Rundfahrt durch den südwestlichen Teil dieser bizarren Vulkaninsel. Die Route: Teguise (schöner Ortskern), Mancha Blanca, durch den Nationalpark nach Yaiza (schöner Ortskern) und weiter nach El Golfo. Diese “grüne Lagune” ist Wende- und Höhepunkt. Die Rückfahrt führte über La Geria, das eigentümliche Weinanbaugebiet.

    Auch auf Teneriffa hatten wir einen Mietwagen gebucht (viele Anbieter im Fährterminal neben dem Kreuzfahrthafen). Unsere Fahrt führte uns von Santa Cruz Richtung La Laguna und dann durch den Esperanza-Wald hinauf zur Kraterlandschaft unterhalb des Pico del Teide. Leider gibt es keine Worte, die die Schönheit dieser Fahrt ausreichend beschreiben könnten… Nach einer Rundfahrt durch den Krater fuhren wir zurück über La Orotava an der Nordküste der Insel. Auch diese Stadt verdient es, 1-2 Stunden besichtigt zu werden.

    Unvergessen wird es mir bleiben, wie Stunden nach dem Ablegen die Lichter von Teneriffa langsam in der Dunkelheit verschwanden – das letzte Mal “Land in Sicht”. Danach 6 Seetage lang die Faszination Atlantik.

    Leider sind nicht alle Transatlantik-Kreuzfahrten in Bezug auf die angelaufenen Häfen so interessant wie diese. Aber eine – zudem bezahlbare – ist mir als Tipp für Euch aufgefallen: 2011 und 2012 fährt Royal Caribbeans Liberty of the Seas – ein tolles Schiff, über das Carmen und Franz alles wissen – auf der Route Barcelona – Cartagena – Malaga – Cadiz – Teneriffa – La Palma -Fort Lauderdale. Für die reine Atlantiküberquerung nimmt sich die Liberty einen Seetag mehr Zeit als die Equinox.

    Gerne wären wir dabei gewesen, aber leider haben Transatlantikreisen noch einen großen Nachteil. Da im Herbst 2012 ein schulpflichtiges Kind zu unserer kleinen Reisegruppe gehören wird, fällt diese Route flach. So bleibt uns nur eine Mittelmeerkreuzfahrt in der einen Herbstferienwoche. Wir freuen uns trotzdem schon.

    Nochmals vielen Dank, Franz, für den Artikel und viele Grüße allerseits
    Andreas

  5. Franz Neumeier on Oktober 5, 2011 at 7:48 am

    Lieber Andreas, ganz herzlichen Dank für den ausführlichen Kommentar – das ist ja schon fast ein kompletter, eigener Beitrag :-))

  6. Jahreshoroskop 2012 on Dezember 19, 2011 at 2:26 pm

    Nach unserer letzten Kreutzfahrt mit Aida waren wir so begeistert, dass wir monatelang nur ein Thema hatten. Und nach diesem Artikel würde ich am liebsten gleich wieder eine buchen.

    Grüße, Lisa

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