Hafenarbeiter-Streik in den USA: Kreuzfahrt betroffen? (Upd.)

(aktualisiert - News vom 28.12.2012) von
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Auch im Hafen von Miami droht kompletter Stillstand

Auch im Hafen von Miami droht kompletter Stillstand (Bild: Ed Webster)

In sämtlichen Häfen an der US-Ostküste und im Golf von Mexiko droht ab Montag ein groß angelegter Streik der Hafenarbeiter. Passagier- und damit auch Kreuzfahrtschiffe sollen aber nach aktuellem Stand zunächst nicht betroffen sein. Kritisch würde es aber, falls die Arbeitgeber sich mit Aussperrungen gegen den Streik wehren.

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Update 29.12.: Der Streik ist vorerst abgewendet. Überraschend einigten sich die Verhandlungspartner darauf, die zwischenzeitlich abgebrochenen Gespräche wieder aufzunehmen und sich noch einmal einen Monat Zeit für eine mögliche Einigung zu nehmen.

In den seit Wochen feststeckenden Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft „International Longshoremen’s Association“ und der Vereinigung der Hafenbetreiber „U.S. Maritime Alliance“ ist der kritische Punkt am Sonntag, 30. Dezember erreicht. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, wollen die Hafenarbeiter streiken – von Massachusetts bis Huston. Zuletzt hatte es einen so massiven Streik  1977 gegeben, also vor gut 35 Jahren.

Betroffen wären auch Häfen, in denen derzeit Kreuzfahrtschiffe stationiert sind: Boston, Baltimore, New York City, Charleston (South Carolina), Fort Lauderdale, Miami, Tampa, New Orleans und Houston. Bei einem ähnlichen Streik vor einigen Wochen in Los Angeles konzentrierten sich die Hafenarbeiter mit ihren Maßnahmen aber auf Frachtschiffe und fertigten die Kreuzfahrtschiffe regulär ab. Daher gehen die Kreuzfahrt-Reedereien derzeit davon aus, dass ein möglicher Streik zunächst keine Auswirkungen auf die Abfahrten haben wird.

Ein Bericht der Baltimore Sun geht allerdings davon aus, dass auch die Kreuzfahrtschiffe betroffen sein werden im Falle, dass die Arbeitgeber mit Aussperrungen auf den Streik reagieren. Über mögliche Maßnahmen gegen den Streik wollen die Arbeitgeber am Dienstag, 1. Januar 2013, beraten.

Die International Longshoremen’s Association vertritt im aktuellen Arbeitskampf rund 14.500 Hafenarbeiter, die U.S. Maritime Alliance verhandelt für 43 Reedereien und Hafenbetreiber. Bei dem Streik geht es unter anderem um Entladungsprämien, welche die Hafenbetreiber in künftigen Arbeitsverträgen streichen wollen. Laut Süddeutsche Zeitung zählen die Hafenarbeiter zu den bestbezahlten Berufsgruppen in den USA mit Jahreseinkommen von rund 120.000 Dollar.

Der wirtschaftliche Schaden, den ein solcher Streik anrichten könnte, wird auf bis zu einer Milliarde Dollar pro Streiktag geschätzt. Die US-Wirtschaft befürchtet, das ihre Zulieferketten abgeschnitten würden und damit die Produktion stockt. Deshalb üben Unternehmen zunehmend Druck auf Präsident Barack Obama aus, der auf Basis eines Gesetzes von 1947 einen Streik verbieten könnte. George Bush hatte diese Möglichkeit bei einem Hafenarbeiterstreik 2002 an der Westküste genutzt. Allerdings zählen die Gewerkschaften in den USA zu den stärksten Unterstützern der Demokraten, sodass ein schnelles Eingreifen des Präsidenten als eher unwahrscheinlich gilt.

(Bildquelle: Ed Webster, Lizenz CC BY 2.0)

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