Hurtigruten im Winter: Polarlichter und Natur pur

(aktualisiert) Gastbeitrag von Wolfgang Wenzel
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Kong Harald im Hafen von Kirkenes (Bild: Wolfgang Wenzel)

Kong Harald im Hafen von Kirkenes

Norwegen im Winter – das klingt nach bitterer Kälte, Dunkelheit und stürmischer See.  Doch eine Seereise mit Hurtigruten hat gerade im Winter einen besonderen Reiz, wie Blogger Wolfgang Wenzel festgestellt hat. Er war über Silvester einige Tage lang mit der „Kong Harald“ von Kirkenes nach Trondheim unterwegs und berichtet für cruisetricks.de von dieser Reise.

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Wir bedanken uns herzlich bei Wolfgang Wenzel für diesen Reisebericht. Mehr über den Autor und sein eigenes Reiseblog finden Sie am Ende des Beitrags.

Viele kennen die Postschiffe der Hurtigruten in Norwegen. Die übliche Schiffstrecke führt entweder südwärts von Kirkenes im Norden Norwegens nach Bergen oder umgekehrt nordwärts – dies über mehr als 2500 Kilometer der Küstenlinie entlang. Es geht meist dicht an den Fjorden entlang, an den Vesteralen und den Lofoten entlang, und ein paar Mal jedoch auch über offene Seestrecken. Diese Abschnitte können im Winter schon mal recht stürmisch werden.

Eine Reise im Winter hat jedoch ganz besonderen Charme. Der Sonnenaufgang, oder eher die Morgendämmerung, beginnt zwischen 9 und 10 Uhr und der Sonnenuntergang beginnt dann wieder ab etwa 14 Uhr je nach Gegend und Streckenabschnitt. Es ist wie eine dauernde Dämmerung, ohne das je richtiges Sonnenlicht oder die Sonne zu sehen sind.

Warum im Winter auf Schiffsreise?

Kong Harald im Hafen kurz vor einem Schneesturm  (Bild: Wolfgang Wenzel)

Kong Harald im Hafen kurz vor einem Schneesturm

Wie wir feststellen konnten, ist auf den meisten Postschiffen der Hurtigruten die Winterzeit recht ruhig, was wir uneingeschränkt als Vorteil empfanden, im Gegensatz zu der Reederei wahrscheinlich. Die Auslastung der Kabinen war eher recht niedrig. Um das traditionsreiche Verkehrsmittel aufrecht zu erhalten, finanziert der norwegische Staat mit Zuschüssen die Schifffahrtgesellschaft mit, damit auch in dieser Zeit gefahren werden kann. Dann nämlich, wenn sich auch viele Norweger mit Kind und Kegel und Kinderwägen aufmachen zu Verwandten im „Hohen Norden“, und natürlich auch wieder zurück müssen.

Eine Schiffsreise scheint da angenehmer als teure Flüge oder eine Autofahrt auf verschneiten Straßen entlang endloser Fjordküsten. Der Anteil der mitreisenden Einheimischen ist recht hoch, was sich sehr angenehm auf unsere gesamte Reiseatmosphäre auswirkte, im Gegensatz zu dem eher hektischen und ausgebuchten Frühjahr- und Sommerfahrten. Außerdem ist der Altersdurchschnitt ziemlich ausgeglichen, was uns sehr positiv überraschte. Es fahren vielen Familien mit Kindern nach den Feiertagen zurück, junge Paare und Einzelreisende sind unterwegs, Leute in den 40zigern und 50zigern, ebenso auch ältere Leute, oder solche, die die fünfundsiebzig schon überschritten haben.


(alle Fotos: Wolfgang Wenzel)

Vor einigen Jahren auf unserer Schiffsreise an Norwegens Küste Ende Mai sah das ganz anders aus. Das durchschnittliche Alter der Passagiere war deutlich höher. Das bedeutete damals auch, dass die Essenszeiten meist auf zwei Durchgänge aufgeteilt werden mussten, um alle unterzubringen. Das ist im Winter nicht der Fall und die Mahlzeiten im Restaurant können ohne Aufteilung eingenommen werden. Grundsätzlich sind alle, Kellner, Mannschaft, Gäste und Reisende sehr entspannt. Dies und der hohe Anteil Norweger hat uns sehr gut gefallen auf dieser Winterreise.

Polarlichter

Ein Grund diese Reise zu unternehmen war für uns die Möglichkeit, die mystischen und scheuen Nordlichter [Polarlichter) vom Schiff aus sehen zu können. Im letzten Winter hatten wir die Lichter zum ersten Mal in Tromsö gesehen und waren hin und weg. Auf See ist man meist weit weg von Städten und ablenkenden Zivilisationslichtern.

Einzig die Bordbeleuchtung stört noch die Sicht, oder wie in unserem Fall der Mond. Aber man kann die Nordlichter auf fast jeder Fahrt im Winter sehen. Mal aus der Ferne, mal direkt über dem Schiff, mal flackernd, mal ruhig hin und her bewegend.


(alle Fotos: Wolfgang Wenzel)

Allerdings gibt es keine Nordlicht-Garantie, Aurora borealis zeigte sich uns nur bei klarem Wetter in der Nacht. Wir hatten an zwei Abenden Glück. In allen anderen Nächten war der Himmel bedeckt oder es schneite heftig. Der Werbeslogan der Hurtigruten heißt deshalb auch im Winter „ Hunting the Lights“.

Diese „Grünlichtgewitter“ sind auch Gesprächsstoff unter den Passagieren. Man kommt leicht ins Gespräch. Jeder möchte sie sehen und wer schöne Bilder gemacht hat, wird neidisch gefragt, wo und wie die Bilder entstanden sind. Die Besatzung der Hurtigruten weist übrigens manches Mal auf die Lichter in ihren Durchsagen hin. Gerade bei höherem Wellengang ist vermutlich nicht gewünscht, dass alle Lichtsüchtigen draußen an der Reling Ausschau halten.

Silvester im Hafen

Kong Harald (Bild: Franz Neumeier)

Kong Harald

Unser diesjähriges Silvester haben wir an Bord der MS Kong Harald in Batsfjord verbracht. Dort ankerten wir für mehrere Stunden. Wer möchte, kann sich zum Silvestermenü, das um etwa 20 Uhr beginnt, anmelden. Fast die gesamte Mannschaft ist anwesend, man kann aber auch ganz entspannt in der Bar bei Lifemusik sitzen oder im kleinen Cafe und Restaurant des Schiffes etwas essen oder trinken. Um Mitternacht gibt’s dann ein Gläschen Sekt und es wird zum Feuerwerk angestoßen.

Unser Silvesterort ist einer der Orte in Europa, der in der arktischen Klimazone liegt, das heißt es ist sehr kalt. Für eine Seereise in Norwegens Winter sind Schal, Mütze, Handschuhe, warme Wäsche und Schuhe, die gut isoliert sind, unerlässlich, nicht nur für Landspaziergänge, sondern auch an Deck.

Vor den Silvestergeselligkeiten gab es übrigens noch Eisschwimmen der Schiffsmannschaft, auch Passagiere konnten sich beteiligen. Die Passagiere und die Besatzungsmitglieder trafen sich gemeinsam am Hafen, um in das eiskalte Wasser zu springen. Happy New Year! Wir anderen „Warmduscher“ haben zugesehen und uns über den Mut der meist jungen Leute gefreut.

Während der gesamten Schiffsreise gab es kleine Infos oder Events an Deck, so sollte uns der servierte Energiekaffee am Panoramadeck unempfindlich gegen Kälte machen … Man konnte unter anderem zusehen, wie Lachs filetiert wird oder wie Seemannsknoten gebunden werden.

Das Fazit

Unsere Winterreise mit den Hurtigruten hat uns persönlich auf jeden Fall besser als die Sommerreise gefallen. Das lag zum Einen am gut gemischten Publikum, aber auch an der im Winter noch grandioser wirkenden Natur Nordnorwegens. Das Wetter ist ziemlich unberechenbar, von Schneesturm bis Sonnenschein war alles geboten. Aber das war, jedenfalls für uns, der besondere Reiz. Außerdem schafft das Licht beziehungsweise das fehlende Licht eine wirklich besondere Atmosphäre.

Der Autor, Wolfgang Wenzel, lebt und arbeitet in München und ist meist in einer ganz anderen Region unterwegs, nämlich im Bayerischen Wald. Über Ausflugsziele dort berichtet er in seinem privaten Blog unter:
www.AusflugszieleBayerischerWald.de

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