Kostenloses Internet per WLAN auf Kreuzfahrtschiffen

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Auch unterwegs immer online ...

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Facebook, Whats App, Twitter, Instagram – für viele Menschen ist das Internet aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, auch nicht im Urlaub. Auf die Reedereien steigt der Druck, an Bord ihrer Kreuzfahrtschiffe nicht nur schnelles, sondern auch kostengünstiges Internet per WLAN zu bieten. Der nächste große Schritt steht bevor: kostenlos surfen, facebooken, twittern.

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Die Passagiere wollen keine teure Minuten-Pakete mehr kaufen, sondern ständig online sein. Denn Facebook & Co lassen sich mit zeitabhängiger Internet-Abrechnung nicht sinnvoll nutzen. Einige Reedereien bieten daher bereits Flatrates an – nicht billig, aber wer ständig im Internet sein will, bekommt das zumindest zu einem vorab fest definierten Preis, beispielsweise 159 Euro für eine Wochen-Flatrate bei AIDA. Flatrates bieten derzeit: AIDA, Phoenix Reisen, Seabourn, Seadream und auf einigen Schiffen auch Royal Caribbean International.

Andere gehen noch einen Schritt weiter und machen Internet komplett kostenlos – zumindest für einen ausgewählten Kreis gut zahlender Passagiere: bei TUI Cruises für alle Suiten-Gäste, bei Regent Seven Seas in einigen Suiten-Kategorien, ebenso wie bei Oceania Cruises ab Wintersaison 2015/16. Bei Crystal Cruises gibt es 60 beziehungsweise 90 Minuten (Penthouse Suites) pro Tag kostenlose Internet-Nutzung.

Einzig Hurtigruten bietet Internet-Zugang per WLAN für alle Passagiere kostenfrei an (Ausnahme: MS Lofoten) und setzt dafür eine Technik ein, die landbasierte Funknetze nahtlos mit Satelliten-Verbindungen koppelt, für den Passagier völlig unbemerkt. Am Fluss gibt es kostenloses Internet bei Orthodox Cruises in Russland, dem Charter-Partner von Phoenix Reisen dort.

Besonders leicht könnte ein künftig ganz kostenfreier Internet-Zugang Reedereien fallen, die bereits jetzt recht günstige Minuten-Preise anbieten: Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, FTI Cruises, Star Clippers, MSC. Bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten und Seacloud Cruises sind zudem E-Mails ohnehin bereits kostenlos zu senden und zu empfangen.

Eine genaue Übersicht über die aktuellen Preise für den Internet-Zugang an Bord von Kreuzfahrtschiffen gibt unser ständig aktualisierter Beitrag „Internet-Gebühren am Kreuzfahrtschiff“.

Gratis-Internet für treue Kunden

Einige Reedereien geben übrigens an treue Kunden kostenlose Internet-Pakete oder – häufiger – auch Rabatte auf die Buchung von Internet-Minutenpaketen. Bei Azamara Club Cruises gibt es beispielsweise schon ab der zweiten Reise 85 Minuten freie Internet-Nutzung. Bei Celebrity Cruises gibt es Freikontingente von 90 bis 1.600 Minuten erst bei höheren Status-Stufen. Ebenso bei Royal Caribbean International, dort gibt es 30 Freiminuten ab dem Diamond-Status. Bei Princess Cruises spendiert ab der sechsten Reise 150 kostenlose Internet-Minuten, bei höherem Status bis zu 500 Minuten. Und auch Seabourn spendiert Stammkunden ab Silver-Status zwei Stunden und steigert die Inklusive-Minuten bei höheren Status-Stufen. Crystal Cruises gibt allen Stammkunden (ab der zweiten Reise) derzeit 60 Freiminuten pro Tag, bei Oceania Cruises gibt es ab der Wintersaison 2015/2016 gibt es für Passagiere höherer Kabinen-Kategorien kostenloses Internet beziehungsweise großzügige Freiminuten-Pakete.

Hürde: Kosten und Technik

Die größte Hürde, kostenloses Internet auf Kreuzfahrtschiffen einzuführen, sind allerdings die Technik-Kosten. Nicht nur die nötige Satelliten-Verbindung ist teuer – wird allerdings an Bord auch für die interne Datenübertragung der Reedereien ohnehin gebraucht. Bei kostenlosem Internet würde freilich die übertragene Datenmenge deutlich ansteigen, sodass für passable Geschwindigkeiten mehr teure Bandbreite nötig ist.

Vor allem aber die technische Infrastruktur muss ausgebaut werden. Solange die Infrastruktur dafür nicht ausgelegt ist, muss die Reederei fast zwangsläufig die Zahl der Passagiere und die übertragenen Datenmengen über hohe Preise limitieren, damit das Netz nicht zusammenbricht.

Denn das WLAN-Netz an Bord muss trotz der vielen Stahl-Wände, Schallschutz-Abschirmungen mit Blei und ähnlichen Hindernissen für Funkwellen stabil und schnell laufen und gewartet werden – nicht unmöglich, aber aufwändig und technisch anspruchsvoll. IT-Spezialisten und Netzwerkmanager sind inzwischen gefragte Leute auf Kreuzfahrtschiffen.

Internet an Bord mit DSL-Geschwindigkeit

Wie viel im Bereich Internet-Zugang auf Kreuzfahrtschiffen derzeit in Bewegung ist, zeigt auch eine neue Technik, die Royal Caribbean International auf der Allure of the Seas und Oasis of the Seas seit kurzem einsetzt. Mit einem neuen System des Satellitennetz-Betreibers O3b gibt es auf den beiden Mega-Kreuzfahrtschiffen in der Karibik Internet nicht zur mit Flatrate, sondern auch in Geschwindigkeiten, die mit DSL an Land vergleichbar sein sollen. Auch im Mittelmeer will O3b diesen Dienst bald anbieten.

Facebook, Instagram & Whats App bald frei verfügbar?

Eigentlich stellt sich heute nicht mehr die Frage, ob es bald schnelles und kostenfreies Internet auf Kreuzfahrtschiffen geben wird. Die Frage scheint nur noch zu sein: Welche Reederei geht den ersten Schritt und macht WLAN-Internet für seine Passagiere kostenlos – und sei es nur mit begrenztem Zugriff auf Social-Media-Dienste wie Facebook, Twitter, Instagram und Whats App, damit Passagiere mit ihren Smartphone auch während der Reise ständig in Kontakt mit ihren virtuellen Freunden bleiben können.

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7 Kommentare zu Kostenloses Internet per WLAN auf Kreuzfahrtschiffen

  1. Volker Kaczmarek on Juli 6, 2014 at 2:44 pm

    Es wird höchste Zeit! Gern werden die Kosten für eine Reederei als Argument für sehr hohe Internetgebühren angeführt: 50.000 USD pro Monat für einen Betreiber. Dividiert man jedoch solche scheinbar hohen Beträge durch die Zahl der Schiffe, die durchschnittliche Zahl der Reisen pro Monat und durch die Zahl der Passagiere, bleiben wahrlich nur noch Peanuts übrig und mit 5 USD pro Woche wären die Kosten mehr als nur gedeckt.

    Die Reedereien seien “darauf angewiesen”, besonders bei den “niedrigen Reisepreisen”, ihre Gewinne durch andere Leistungen zu erzielen. Tun sie es nicht bei Internetgebühren, dann stiegen die Preise für Getränke, Landausflüge etc., heißt es oft. Bevor wir alle zu Taschentüchern greifen, weil es den großen Reedereien gar so schlecht geht, sollte man nach der Profitabilität fragen.

    Doch welche Reederei lässt sich freiwillig in die Bücher gucken? Schauen wir doch mal auf die Länder, in denen große Schiffe registriert sind. Panama, Bermuda, Malta etc… Warum spricht man von “Billigflaggen”? Weil Reedereien dort kaum Steuern bezahlen und hiesige Gesetze entsprechend günstiges Wirtschaften auch beim Bordpersonal zulassen. Laxere Vorschriften in vielen Bereichen ermöglichen es die Kosten gering zu halten.

    Nicht wenige Autoren beschreiben große Kreuzfahrtschiffe als Gelddruckereien, und man sagt, nach 12 Jahren habe es seinen Kaufpreis eingefahren und generiere von da an nur noch Schotter. Die Auftragsbücher von Meyer, STX & Co. lassen nur den Schluss zu, dass es wohl lukrativ genug sein muss, das Geschäft mit Reisen zur See.

    Vor nicht allzu langer Zeit haben auch Hotels versucht, mit dem Internet einen Reibach zu machen. 20 oder 30 EUR pro Tag gehörten zur Normalität – und heute? Kostenloses WIFI ist für viele Gäste ein entscheidender Grund, ein bestimmtes Hotel zu buchen. Sind aber Hotels deswegen massenhaft in Konkurs gegangen? Kann ich nicht erkennen. Wenn Internetkosten unter Anderem zum Entscheidungsgrund für oder gegen eine Reederei werden, dann werden auch wir erleben, wie schnell es plötzlich möglich sein wird, Passagieren günstige oder gar kostenlose Flatrates anzubieten.

    Niemand wird an Bord Youtube-Videos ruckelfrei sehen wollen, aber hie und da ein Posting auf Facebook (was in den meisten Fällen auch einen Werbeeffekt für ein bestimmtes Schiff sein wird) und E-Mails, wenn auch mit begrenzter Bandbreite, ist ein Standard, den man heute auch auf hoher See erwarten darf.

    30 oder 50 EUR mehr für eine Kreuzfahrt – da bin ich sicher – werden niemanden von einer Buchung abhalten, wenn ihm dafür eine Internetflatrate angeboten wird, wenn auch mit beschränkter Geschwindigkeit.

    Die Möglichkeiten des Netzes werden auch von den Reedereien heute noch nicht annähernd ausgeschöpft. Je nach Zusamensetzung der Nationalitäten an Bord könnten z.B. nachts die wichtigsten Nachrichtensendungen der Passagier-Heimatländer heruntergeladen und per Videokanal angeboten werden. So müssten sich nicht 500 Passagiere täglich die Tagesschau herunterladen, wenn sie weiter über das Weltgeschehen informiert sein wollten.

  2. Franz on Juli 6, 2014 at 3:05 pm

    Volker, ich stimme Dir da aus vollem Herzen zu, auch wenn ich davon ausgehe, dass die Kosten etwas höher liegen als von Dir vorgerechnet. Und geht man davon aus, dass kostenloses Internet natürlich die Datenmenge vervielfacht, selbst wenn man Youtube und Tagesschau.de sperrt, muss das noch weiter ausgebaut werden.

    Andererseits dürften sich auch Netzbetreiber wie MTN an der ganzen Sache eine goldene Nase verdienen, weswegen sie auf Druck der Reedereien mit der Zeit auch ihre Preise werden senken müssen.

    Aber egal wie: Die Passagiere werden freies Internet einfach erwarten, weil es für immer mehr Generationen zum selbstverständlichen Leben dazu gehört. Da werden die Reedereien gar keine Wahl haben. Nur die Chance, als Vorreiter mit kostenlosen Angeboten Pluspunkte zu sammeln.

    Und natürlich darf man auch nicht übersehen: Kostenloses Facebook bedeutet jede Woche Tausende von Fotos glücklicher Gesichter und traumhafter Destinationen, also die beste Social-Media-Werbung, die man sich als Reederei vorstellen kann. Fängt einer mal an, Facebook kostenlos zu machen, werden alle anderen ganz schnell nachziehen müssen, damit sie bei Facebook sichtbar bleiben ;-)

  3. Eike on Juli 7, 2014 at 11:35 am

    Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. An Land ist mein Smartphone auch dauernd online (wenngleich außer der eigentlichen Telefonfunktion alles stummgeschaltet ist). Auf Kreuzfahrten habe ich mich dran gewöhnt, daß es eben nur im Hafen geht. Sei es in EU-Häfen per günstigem Datenroamingpaket oder dort wo verfügbar per WLAN. Auf dem Schiff ist das Handy im Flugmodus (alleine schon um zu verhindern, daß es sich ins teure Bordnetz einklinkt), allenfalls (bei AIDA) mal im Schiffs-WLAN, um die aktuelle Bordzeitung zu laden, das Bordkonto zu prüfen, oder (habe ich noch nicht benutzt, soll aber recht gut sein) über eine eigene App das Bord-WLAN als schiffsinternes Telefon/Messenger zu nutzen. Vielleicht sehe ich das bei Reisen mit mehreren Seetagen in Folge anders, aber bisher konnte ich auf dem Schiff immer recht gut aufs Internet verzichten.

    Als viel wichtiger ist mir bei meiner letzten Kreuzfahrt aufgefallen, daß es zumindest auf den “großen” AIDA-Schiffen keine Steckdosen am Nachttisch gibt. Wer also sein Handy als Wecker benutzt, es aber auch über Nacht füttern möchte, muß beim ersten Weckerklingeln erstmal durch die halbe Kabine staksen, um nochmal 10 Minuten länger dösen zu können. Dafür eine schöne Lösung zu haben wäre mir viel wichtiger als der Internetzugang an Bord.

  4. Franz Neumeier on Juli 7, 2014 at 11:43 am

    Das ist sicher auch eine Generationen-Frage. Ich selbst nehme mich da mal aus, weil ich meist zum Arbeiten an Bord von Kreuzfahrtschiffen bin und daher auf Internet angewiesen bin. Aber wenn ich mich mal in dem Urlaubs-Modus versetze: Ja, ich könnte problemlos ohne Internet auskommen :-) Aber wenn ich z.B. die Generation meiner Tochter (14) anschaue, da ist es schon eine mittlere Lebenskrise, wenn man mal für ein paar Stunden kein netz hat. Da gehört das Teilen von Foto mit Freunden einfach zum positiven Lebensgefühl …

  5. Jerome Brunelle on Juli 7, 2014 at 12:58 pm

    Ich denke über kurz oder lang werden die Schiffe auch Breitbandinternet bieten müssen. Denn nicht nur facebook und co wollen bedient werden, sondern auch Skype. Ich erinnere mich daran, wie ich, als ich auf der AIDA gearbeitet habe in jedem Hafen verzweifelt eine kostenlose Verbindung gesucht habe um mit meiner Frau sprechen zu können. So geht es den meisten Angestellten an Board, die ja oftmals 6 Monate lang unterwegs sind…

  6. Eike on Juli 8, 2014 at 8:22 am

    @Franz Neumeier: Jemand, der an Bord seiner Arbeit nachgeht, sieht das selbstverständlich anders – da brauchen wir glaube ich gar nicht drüber diskutieren. ;-) Nur sind zugegebenermaßen doch die meisten Passagiere auf den Schiffen eher aus Urlaubsgründen an Bord… ;-)

    Fotos mit Freunden teilen… ja nun. Bisher habe ich noch keinen CompactFlash-Reader für mein Handy gefunden, um die Speicherkarte meiner Kamera auszulesen. Die “Kamera” im Handy ist ja nur bedingt zu gebrauchen. Aber auch das mag die “Generation Selfie” anders sehen.

    @Jerome Brunelle: Gerade für die Angestellten an Bord wäre das wirklich wünschenswert. Ob ich aber wirklich ein Pooldeck erleben will, auf dem die Hälfte der Liegen reserviert und die andere Hälfte mit Dauerskypepassagieren belegt ist, weiß ich noch nicht so genau. ;-) Aber wenn die Breitbandverbindung kommt, kann man die Hotspots ja auch so konfigurieren, daß die höheren Geschwindigkeiten nur in bestimmten Bereichen des Schiffs verfügbar sind, während der übrige Bereich nur mit kleineren Datenraten versorgt wird.

  7. Franz Neumeier on Juli 8, 2014 at 8:46 am

    @Eike: Guter Einwand! WLAN-freie Zonen wären sicherlich eine sehr gute Idee (insbes. Pool, Restaurants, Theater, Spa). WLAN auf Kabinen und ein paar Hotspot-Bereiche beschränken würde glaube ich allen Interessen gerecht werden.

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