Turbulentes Kreuzfahrt-Jahr 2010 – ein Rückblick

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Giganten der Meere: Oasis of the Seas und Carnival Dream in Nassau

Giganten der Meere: Oasis of the Seas und Carnival Dream in Nassau

Was für ein Kreuzfahrtjahr – zehn große und zwei kleinere neue Kreuzfahrtschiffe, pompöse Schiffstaufen und schlimme Unfälle, Traumreisen und abenteuerliche Unwetter-Fahrten und drei Jubiläen: Royal Caribbean und MSC wurden jeweils 40, Celebrity Cruises 20 Jahre alt. Und weil Statistiken immer etwas träge sind noch eine Meldung von 2009 dazu: Erstmals waren da mehr als eine Million Deutsche auf einer Hochseekreuzfahrt. Dass 2011 weniger aufregend wird, ist unwahrscheinlich. Neun neue Kreuzfahrtschiffe sind angekündigt und im Mittelmeer kreuzen so viele Schiffe wie nie zuvor, mit einer rund 20 Prozent höheren Passagierkapazität als noch 2010. Das bringt faszinierende, große Kreuzfahrtschiff nach Europa und vielleicht auch das eine oder andere Preis-Schnäppchen.

Die neuen Kreuzfahrtschiffe 2010

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2010 jagte eine Schiffstaufe die andere, ein Megaschiff nach dem anderen ging auf Jungfernfahrt. Hier ein Überblick:

  • Royal Caribbean: Allure of the Seas (war zwei Wochen früher fertig als geplant)
  • Celebrity Cruises: Celebrity Eclipse (mitten im Aschewolken-Chaos)
  • NCL: Norwegian Epic (rechtzeitig, trotz kleinerer Feuer und Maschinenschaden beim Bau)
  • AIDA: AIDAblu (wäre fast im zugefrorenen Hamburger Hafen stecken geblieben)
  • Disney Cruise Line: Disney Dream (mit einer spektakulären Emsüberführung)
  • MSC: MSC Magnifica (mit spektakulärer Taufe in Hamburg)
  • Cunard: Queen Elisabeth (getauft von der Queen persönlich)
  • Costa: Costa Deliziosa
  • Holland America: Nieuw Amsterdam
  • Seabourn: Seabourn Sojourn
  • Silversea Cruises: Silver Spirit
  • P&O: Azura

Außerdem gab’s diverse Verkäufe und Umbenennungen von Schiffen, beispielsweise baute Saga die Astoria zur Saga Pearl II um und musterte gleichzeitig die legendäre Saga Rose aus. Thomson kaufte die Costa Europa und machte sie zur Thomson Dream, P&O schickte die Ocean Village nach Australien und läßt sie dort als Pacific Pearl fahren und Louis Cruises verkauft die Aquamarine (ex Royal Caribbeans “Nordic Prince”) nach Mexiko.

Comic-Figuren erobern Kreuzfahrtschiffe

Nicht nur die neue Disney Dream bringt mehr Comic-Figuren aufs Wasser: NCL startete seine Kooperation mit Nickelodeon (Spongebob, iCarly) und legt damit auf der Norwegian Epic gleich richtig los. Royal Caribbean hat einen großen Deal mit Dreamworks und bringt Shrek, Madagaskar-Pinguine und Co, erstmals auf der Allure of the Seas. Letztere wurde auch gleich von einer Comic-Figur getauf, nämlich von Shreks Princessin Fiona in 3D.

Viel Bewegung auf dem Fluß

Bei den Flusskreuzfahrten mausert sich nicko tours ganz unaffällig zum größten Anbieter Europas – nicht zuletzt auch mit dem wunderschönen ehemaligen Deilmann-Flussschiffen. Und TUI steigt nach einer Testphase mit der TUI Maxima auf der Donau jetzt groß ins Flusskreuzfahrten-Geschäft ein, unter anderem mit der Taufe der TUI Sonata im Sommer in Köln. Aber auch die Konkurrenz baut weiter aus, A-Rosa taufte beispielsweise in Basel die neue A-Rosa Viva.

Naturkatastrophen, Unfälle, Brände, Pleiten

Wo viel Licht ist, ist auch immer etwas Schatten. Und so blieb die Kreuzfahrt-Welt 2010 auch nicht von Problemen verschont. Relativ wenig beeinträchtigt waren Kreuzfahrtrouten von der Ölpest im Golf von Mexiko. Doch die Aschewolke des isländischen Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen wirbelte vor allem im April die Fahrpläne kräftig durcheinander, Tausende schafften es nicht rechtzeitig zur Einschiffung und saßen stattdessen an Flughäfen fest. Und auch das Schneechaos auf den Flughäfen im Dezember lies so manchen Kreuzfahrt-Passagier verzweifeln.

Viel Diskussionen gab es um Kreuzfahrten mit Stopp in Haiti nach dem schweren Erdbeben. Stürmische Zeiten mussen so einige Passagiere in den Ausläufern von Hurrikans in der Karibik, besonders aber im ungewöhnlich stürmischen Mittelmeer über sich ergehen lassen. Am schlimmsten traf des im Frühjahr die Louis Majesty, die von einer Monsterwelle getroffen wurde und dabei zwei tote Passagiere zu beklagen hatte. Hart traf es erst vor wenigen Wochen die Passagiere der Brilliance of the Seas in einem unerwartet starken Sturm mit schwerem Seegang vor Alexandria.

Besonders am deutschen Markt sorgte die Insolvenz der Delphin Kreuzfahrten-Gruppe für Trauer und Frust. Inzwischen gibt es allerdings wieder einen Hoffnungsschimmer – die MS Delphin könnte vielleicht schon im Mai 2011 wieder auf Kreuzfahrt gehen. Die Delphin Voyager ist dagegen für den deutschen Markt erst einmal verloren, sie geht nämlich nach China.

In den USA ging 2010 mit Cruise West eine kleine, aber seit über 20 Jahren aktive Kreuzfahrtgesellschaft pleite. Cruise West hatte mehrere kleine Kreuzfahrtschiffe unter anderem in Alaska.

Einen Schrecken jagte vielen der Brand auf der MS Deutschland der ohnehin krisengeschüttelten Reederei Peter Deilmann ein. Einige Monate später gaben denn die Deilmann-Schwestern auch auf, die Münchner Investoren von Aurelius übernahmen Deilmann.

Und noch ein weiteres Feuer sorgte für großes Aufsehen: Die Carnival Splendor trieb nach einem Feuer im Maschinenraum vor der mexikanischen Westküste tagelang ohne Strom und Antrieb im Meer, bevor sie nach San Diego zurück geschleppt werden konnte. Verletzte gab es glücklicherweise keine.

Und auch bei der Flussschiffahrt gab es ein Opfer zu beklagen: Das einst erste europäische Flusskreuzfahrtschiff, die “Europa”, heute unter dem Namen “Victoria Cruziana” sinkt bei Passau. Kurioserweise just während ihrer Zwangsversteigerung.

Kuriositäten

Neben diesem seltsamen Zusammentreffen von Untergang und Zwangsversteigerung gab’s 2010 auch noch ein paar weitere Kuriositäten. Die meisten dieser Meldungen kommen – sicherlich zufällig – von Holland America. In Alaska werden zwei Passagiere der Volendam an Land gesetzt, weil sie scherzhaft damit drohen, über Bord zu springen. Taucher bergen einen Anker, den die Amsterdam im Jahr zuvor verloren hatte. Und auf der Ryndam hat ein betrunkener Passagier es offenbar geschafft, bei voller Fahrt den Anker zu werfen. Eigentlich gar nicht witzig, sondern hoch gefährlich. Die Ermittlungen dazu dauern auch noch an.

Ausnahmsweise nicht bei Holland America, sondern bei Princess Cruises: Die Sapphire Princess fängt mit ihrem Bugwulst einen Wal, der freilich schon vor dem Zusammenstoß tot war. Und AIDA muss wegen eines heftigen Sturm überstürzt ablegen und 130 Passagiere der AIDAblu auf La Palma zurücklassen.

Und den kuriosen Abschluß des alten und Beginn des neuen Kreuzfahrtjahres hat Carnival für sich gebucht: Chef-Cruise-Director John Heald ist in diesem Jahr der Ober-Konfetti-Werfer bei der Silvester- und Neujahrs-Party am New Yorker Times Square. Na denn: Prost Neujahr!

In eigener Sache: ein paar Statistiken

Und für alle Neugierigen noch ein paar Statistiken – das macht man ja am Jahresende so, oder?

Cruisetricks.de hatte 2010 insgesamt etwas mehr als 100.000 Besucher (“unique visitors”, für die Experten) und knapp 400.000 Seitenansichten (“Page Impressions”). Darauf sind wir mächtig stolz, denn schließlich sind wir mit dem Kreuzfahrtblog erst vor gut einem Jahr an den Start gegangen. Jedenfalls freuen wir uns, dass cruisetricks.de so gut ankommt :-)

Insgesamt haben wir 2010 über 500 Artikel veröffentlicht, von der kurzen News über ausführliche Schiffsportraits (davon allein weit über 50 Artikel zur Oasis of the Seas) und Reisereportagen bis hin zu einer umfassenden Serie über Kreuzfahrtschiff-Kochbücher.

 

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Ein Kommentar zu Turbulentes Kreuzfahrt-Jahr 2010 – ein Rückblick

  1. Dirk on Januar 2, 2011 at 7:57 pm

    Danke für den amüsanten Jahresrückblick! Wünsch euch allen ein schönes neues Jahr 2011!

    LG,
    Dirk

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