Erste “richtige” Kreuzfahrt auf der Oasis of the Seas

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Oasis of the Seas in St. Maarten

Oasis of the Seas in St. Maarten

Zum zweiten Mal auf der Oasis of the Seas, zum ersten Mal als normale Kreuzfahrt-Touristen: Nach der 5-tägigen Pre-Inaugural im November sind wir im Mai für einen komplette Kreuzfahrt auf die Oasis of the Seas gegangen, diesmal auch mit unserer 10jährigen Tochter, die das Kinderprogramm an Bord ausführlich getestet hat (separater Bericht folgt). Wir haben ja schon über die wesentlichen Änderungen auf der Oasis of the Seas berichtet – ein paar Auszüge aus Carmens Review zu dieser Kreuzfahrt sollen das jetzt noch ergänzen. Die ausführliche und sehr detaillierte Version der Review findet Ihr im Kreuzfahrten-Treff. Reisetermin: 22. – 29.5.2010, Route: Östliche Karibik.

Vorübernachtung und Transfer

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Mit schulpflichtigem Kind sind wir an die Schulferien gebunden und so fällt diese Reise auf die Pfingstferien. Zum Zeitpunkt der Buchung waren vernünftige Flüge zu einem guten Preis, ohne mehrfaches Umsteigen und ohne Ankunftszeit irgendwann in der Nacht nicht mehr zu bekommen. Also entschlossen wir uns, das Anreisepaket von Royal Caribbean zu buchen. Der Preis inkludiert den Transfer vom Flughafen Miami nach Fort Lauderdale und eine Vorübernachtung im Fort Lauderdale Marina Hilton. Preislich gesehen, lag das Anreisepaket kaum über dem, was wir einzeln privat hätten buchen können. Ein weiterer Bonus war übrigens, dass wir zwei Gepäckstücke à 23 kg hätten mitnehmen können.

Der Flug war problemlos, nur dass die Lufthansa die Boeing 747-400 immer noch nicht auf In-Seat-Entertainment umgerüstet hat, lässt die knapp 10 Stunden Flug in der Economy nicht gerade wie im Flug vorüber ziehen. Kurz vor 15 Uhr hatten wir Immigration und Zoll geschafft. Am Ausgang wartete bereits ein Vertreter von Royal Caribbean auf uns. Leider durften wir dann noch mehr als eine Stunde auf den Transfer warten. Erst kurz nach 16 Uhr kam der Bus, der dann noch eine Schleife über eines der anderen Terminals fuhr, um weitere Gäste aufzunehmen. Die Fahrt nach Fort Lauderdale war allerdings ohne Stau und so waren wir kurz vor 17 Uhr im Hotel, das wir schon vom letzten Aufenthalt kannten.

Die Lage des Hotels ist ideal am Fuß der SE 17th Street Brücke, welche auch die beste Stelle für Fotos ist, wenn das Schiff im Hafen liegt. Das Zimmer war dieses Mal in den East Villas mit Blick auf den Pool An der SE 17th Street sind einige Restaurants, ein Walgreens, Starbucks, Einstein Brothers Bagels, eine Mall und ein Publix Supermarkt. Direkt gegenüber dem Hotel ist zudem eine French Bakery.

Die Nacht war Jetlag-bedingt kurz und gegen 6 Uhr waren wir alle hell wach. Zu unserer Überraschung hatte die Oasis of the Seas mit dem Bug in Richtung Hotel angelegt. Normalerweise liegt sie anders herum am Pier. Kurz vor 11 Uhr machten wir uns auf den Weg in die Lobby. Dort fanden sich schon viele Mitreisende. Ein Vertreter von Royal Caribbean wies den Weg in einen Konferenzraum in den West Villas, wo wir unsere Gepäckanhänger sowie eine Nummer für den Bus erhielten. Die Koffer wurden direkt am LKW abgegeben. Gegen halb 12 Uhr ging es mit dem zweiten Bus zum nahe gelegenen Terminal 18. Dort angekommen, mussten wir uns zunächst anhören, welche Dokumente wir nun bereit halten sollten. Der Vortrag dauerte länger als der eigentliche Check-In.

Zuerst durch die Sicherheitskontrolle (Achtung: es dürfen zwar Wasserflaschen mitgenommen werden, aber keine angebrochenen Flaschen). Links ging es weiter zum Check-In für Deck 10, der gleich an den vordersten Schaltern war. SetSail-Pässe abgegeben, Reisepässe kontrolliert, Kredit-Karte eingelesen und Bordkarten ausgehändigt. Das war´s! Schneller hatten wir es wirklich noch nicht. Eine Etage höher – Familien mit Kindern nach links – gab es das obligatorische Armband mit der Musterstation für unsere Tochter. Der Wartebereich war bereits ziemlich voll und wir stellten uns schon auf eine längere Wartezeit ein. Aber es leerte sich ziemlich schnell. Eine unangekündigte Inspektion hatte das Boarding etwas verspätet. Kurz nach 12 Uhr waren wir auf dem Schiff.

Shows, Special Dining und Reservierungen

Keine andere Kreuzfahrt bedarf mehr der Vorbereitung als eine Fahrt auf der Oasis of the Seas. Nicht nur die üblichen Überlegungen zu den Häfen und den Ausflügen müssen gemacht werden, die Oasis of the Seas verlangt auch für das Erlebnis an Bord eine sorgfältige Planung. Es ist dringend anzuraten, Shows und gegebenenfalls auch Spezialitäten-Restaurants bereits vorab online über die Website von Royal Caribbean zu buchen.

Laut der offiziellen Information öffnet die Buchung 90 Tage vor Abfahrt. Allerdings sollte man immer wieder mal nachsehen, bei uns waren es mehr als 100 Tage vor der Abfahrt. Anders als bei den anderen Schiffen der Flotte gibt es nicht mehr zwei abendliche Shows – für jede Abendessen-Sitzung eine. Die Shows wie Hairspray, Come Fly With Me, Oasis of Dreams, Comedy Club und andere finden nur an bestimmten Tagen der Fahrt statt, dafür aber mehrfach. Auf der Oasis of the Seas gibt es ein Reservierungssystem das mittels Handscanner und SeaPass Karte funktioniert. Nur wer im System ist, darf hinein. Vor allem der Comedy Club ist angesichts der relativ geringen Zahl an Sitzplätzen schnell ausgebucht. Wer nicht reserviert hat, kann nur hoffen, dass noch Plätze frei sind und muss bis 10 Minuten vor Showbeginn warten, denn dann werden alle Reservierungen gelöscht und die noch freien Sitze vergeben.

Aber keine Sorge, wer nicht online reserviert hat oder keine Reservierung mehr online bekommt, geht nicht zwangsläufig leer aus. Denn nicht alle Plätze gehen in die Online-Reservierung. Auch an Bord können noch Plätze reserviert werden. Und nach unserer Erfahrung sind Walk-ins auch bei voller Belegung des Schiffs möglich, denn offensichtlich nutzt nicht jeder seine gemachte Reservierung. Ebenfalls online kann man die sogenannten Waiver ausfüllen, die für den Flow Rider, die Zip-Line, das Eislaufen und die Kletterwand nötig sind.

Wir haben gleich bei Öffnung der Buchung schon einmal unsere Plätze für die Shows reserviert. Außerdem hat uns bei den Pre-Inaugural-Fahrten das 150 Central Park so gut gefallen, dass wir dort für ein Abendessen reserviert haben. Da wir gerne kochen und gut essen, hatte es uns auch der Chef´s Table angetan, ein exklusives Abendessen im Concierge Club mit nur 14 Personen und Vorstellung durch einen der Köche sowie einem Sommelier (Weine sind inklusive bei diesem Menü). Hier ist eine Reservierung online nicht möglich, aber per E-Mail geht es auch von Deutschland aus (SpecialtyDiningReservations@rccl.com).

Balkon-Kabine 10276

Ein paar Kleinigkeiten zur Kabine: Neu ist nun, dass im Bad wieder kleine Fläschchen mit Shampoo, Conditioner, Body Wash und Body Lotion (Marke Rusk) vorhanden sind. Der Shampoo-Spender in der Dusche ist aber auch noch existent. In unserem Schrank fanden sich zudem zwei Bademäntel. Allerdings kann ich nicht sagen, ob das nun Standard-Ausstattung ist, oder ob diese nur vergessen wurden (denn als Gold-Mitglieder haben wir noch keinen Anspruch auf Bademäntel). Der Fön ist in dieser Kabine nun ein US-Modell mit 1200W aber ohne Ondulierdüse. Auch hier muss dauerhaft der Knopf gedrückt werden zum Fönen. Abends gibt es ein Stück Milchschokolade.

Den Cruise Compass bekamen wir auf Deutsch und baten unseren Cabin Attendant sofort, ihn bitte auf Englisch zu bringen. Grund dafür ist, dass im deutschen Cruise Compass oftmals viele Fehler sind, auch inhaltlicher Art.

Das große, dreisitzige Sofa klappt abends aus und bietet locker für zwei Kinder Platz (Bett-Größe ist wohl “US Double”; auf die nächste Kreuzfahrt nehmen wir nicht nur ein Thermometer zum Messen der Temperatur im Speisesaal, sondern auch ein Maßband mit ;-).

Rettungsübung

Die Rettungsübung fand trotz verspäteter Abfahrt (Grund: Arbeiten an den neuen Wellen-Deflektoren), zur üblichen Zeit um 16:15 Uhr statt – wie schon im November ohne Rettungswesten. Unsere Musterstation befand sich im Aqua Theater – nicht gerade der beste Platz bei glühender Hitze. Dort befinden sich 4 Musterstationen (G1 bis G4). Und da das Theater in vier Bereiche eingeteilt ist, müssen zwei Musterstationen in der Sonne im vorderen Bereich des Theaters sitzen. Die Royal Promenade war mir beim letzten Mal als Musterstation doch deutlich lieber.

Live the Oasis

“Live the Oasis” ist eine Serien von Trivia-Spielen, die zum Teil auf einem Guide-Book beruhen. Dieser Schiffs-Reiseführer ist für 12,99 Dollar erhältlich und ist durchaus auch für sich genommen ein sehr interessantes Buch über die Oasis of the Seas. Darin werden alle 6 Bereiche auf der Oasis vorgestellt. Zu jedem Bereich gibt es vier Fragen (Clues) zu lösen, die es durchaus in sich haben. Natürlich enthält dieser Führer zahlreiche interessante Kleinigkeiten und Wissenswertes über das Schiff. Täglich findet dann eine Trivia-Runde statt, bei der es natürlich auch Kleinigkeiten zu gewinnen gibt. Wer das entsprechende Kapitel bereits gelesen hat, ist im Vorteil. Am Ende der Cruise gibt es schließlich noch eine große Game-Show, ebenfalls basierend auf Fragen zur Oasis. Die Idee soll übrigens demnächst auch auf die Freedom-Klasse Schiffe ausgedehnt werden.

Mann über Bord!

Eine Durchsage des Kapitäns am Seetag nach Nassau (Tag 3) änderte nicht nur die Route des Schiffs, sondern für eine Weile auch die Stimmung an Bord. Schon früher am Nachmittag gab es mehrfach eine Durchsage, wonach sich eine namentlich genannte Person umgehend melden sollte. Ein Crew-Mitglied wurde vermisst. Die sofort eingeleitete Suche an Bord war erfolglos. Nach Absprache mit dem Headoffice und der US-Küstenwache hatten wir bereits umgedreht und waren zurück auf dem Weg nach Nassau. Übrigens wurden wir weiterhin mit Durchsagen – soweit öffentlich mitteilbar – auf dem Laufenden gehalten. Die letzte Durchsage des Abends war, was wir schon vermuteten, dass der nächste Tag uns nicht nach St. Thomas führen würde. Stattdessen gab es einen weiteren Seetag und eine Entschädigung für den ausgefallen Hafenstopp von 200 Euro pro Person (genau: 150 Euro in Innenkabinen, 200 Euro in Außen-/Balkonkabinen und 400 Euro in Suiten pro Person und jeweils die Hälfte für die ggfs. dritte und vierte Person in einer Kabine).

Um 1 Uhr Nachts brach die Oasis of the Seas die Suche ab, da ansonsten auch unser Treibstoff nicht gereicht hätte. Die Küstenwache sowie die Rettungsmannschaften der Bahamas suchten weiter.

Bereits am nächsten Nachmittag gab es im Bordfernseher ein Interview von Cruise Director Ken Rush mit dem Kapitän, der nochmals an einer Seekarte erklärte, welche Such-Route das Schiff nahm und erklärte, wann und wie auf die Meldung reagiert worden sei, dass das Crewmitglied nicht zum Dienst erschienen sei.

Das fehlende Crewmitglied wurde traurigerweise nicht gefunden. Später wurde klar, dass es sich um einen karibischen Hilfskellner handelte, der nach seinem Urlaub erst seit zwei Tagen wieder an Bord war und von Deck 5 aus gesprungen war. Offenbar hatten die Security-Leute entsprechende Bilder in den Aufzeichnungen einer Überwachungskamera gefunden.

Ausschiffung und Abreise

Kofferanhänger und Trinkgeld-Kuverts samt Gutscheinen lagen am letzten Tag am Vormittag in der Kabine, ebenso wie die Guest Surveys. Die Koffer mussten bis Mitternacht vor der Kabine stehen. Übrigens letzte Aussteigezeit ist 9:00 bis 9:10 Uhr. Wir hatten uns für „late“ und „stay in the area“ entschieden und bekamen die Nummer 68 für den Zeitraum 8:40 bis 9:00 Uhr.

Die Info-Screens in den Treppenhäusern zeigen aktuell an, welche Nummern bereits aufgerufen waren. Um 8:30 Uhr trafen wir auf Deck 5 ein und erfuhren, dass wir schon von Bord gehen dürfen. Bei uns ging es weiter mit dem Mietwagen nach Miami und auf die Majesty of the Seas (Bericht folgt natürlich). Übrigens nimmt man direkt nach dem Aussteigen seine Koffer in Empfang (sprich sucht diese unter seiner Nummer). Immigration und Zoll sind in einer Station zusammengefasst, so dass man samt Gepäck weitermarschiert.

Trotz erst lang aussehender Schlange ging es flott voran. Rechts geht es zu den Bussen, privaten Transporten und Shuttlen. Die Mietwagen-Shuttle zum Flughafen Fort Lauderdale (Hertz, Alamo und National) befinden sich in zweiter Reihe und sind nicht so leicht zu sehen (weil andere Busse in erster Reihe die Sicht verdecken). Aber ein freundlicher Mitarbeiter von RCI wies und den Weg. Die Fahrt ging recht flott voran. Und kurz nach 9:30 Uhr saßen wir bereits in unserem Mietwagen in Richtung Miami.

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