Kreuzfahrten im ewigen Eis

(aktualisiert) Gastbeitrag von Ikarus Tours
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Antarctic Dream

Antarctic Dream (Bild: Antarctica Bound)

Arktis- und Antarktis-Kreuzfahrten zählen wohl zu den spektakulärsten Reisen überhaupt. Die Fahrt ins ewige Eis hat dabei mit einer klassischen Kreuzfahrt wenig zu tun. Viel mehr sind es meist Expeditionen und zählen zu den letzten großen Abenteuern unserer Erde. Die schmucke Abendgarderobe kann zu Hause gelassen werden. Wirklichen Luxus wird man auf diesen Reisen meist vergeblich suchen.

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Zwischen einzelnen Routen, die polare Region nur streifen und solchen, die sehr weit vordringen, gibt es große Unterschiede. Ebenso unterscheiden sich die einzelnen Schiffe untereinander was Ausstattung und Komfort betrifft. Die Redaktion von Ikarus Tours hat für diesen Gastbeitrag auf cruisetricks.de die wichtigsten Fakten zu den Kreuzfahrten und Schiffen zusammengefasst, die in die Arktis und bis an den Südpol führen.

Extreme Bedingungen erfordern extreme Schiffstypen

Während man im hohen Norden einen guten Einblick in die Welt oberhalb des Wendekreises mit einer Hurtigruten-Fahrt erlangen kann, die einen gehobenen Standard in Ausstattung und Service bieten, sind die meisten (aber nicht alle) Kreuzfahrtschiffe die in der Antarktis und der Arktis ihren Dienst versehen, sehr zweckdienliche Eisbrecher und Expeditionsschiffe. Der Komfort an Bord hält sich dementsprechend in Grenzen. Das noble Dinner muss meist der einfachen Mahlzeit weichen, gegessen wird wann es der Reiseverlauf zulässt. Lektoren und Wissenschaftler die bei den meisten Reisen mit an Bord sind, ersetzen das Animationsteam.

Im Groben wird unterschieden zwischen drei Typen von Schiff: Eisbrecher, Expeditionsschiffe mit einfachem Standard und Expeditionsschiffe mit gehobenem Standard.

Als Eisbrecher sind Schiffe zu sehen, die tatsächlich durch dickes Meer-Eis brechen können und so in Regionen der hohen Arktis und Antarktis vordringen können, die anderen Schiffen versagt bleiben.

Expeditionsschiffe sind mit allen nötigen Navigationsgeräten und allem was die Umgebung sonst verlangt ausgestattet, können aber nicht das Eis brechen. Einige von ihnen bieten einen höheren Standard, da sie speziell als Passagierschiffe gebaut wurden.

Eisbrecher

DRANITSYN, KHLEBNIKOV: Diese beiden, nach den Atomeisbrechern stärksten Eisbrecher, führen seit Jahren (KHLEBNIKOV) Reisen mit Touristen durch und sind entsprechend ausgestattet. Die DRANITSYN ist erst seit 2010 wieder im Dienst für kurze touristische Reisen. Bei beiden Schiffen wird der Gast im Grunde nichts vermissen, sollte aber nicht vergessen, dass diese Schiffe ursprünglich nicht für Touristen erbaut worden sind und deshalb keinen hohen Komfortansprüchen genügen können. Die Atmosphäre und Kleiderordnung ist leger und das Erlebnis jedoch, mit einem Eisbrecher unterwegs zu sein, ist eine unvergessliche Erfahrung und ein Privileg.

POLAR STAR: Bricht die POLAR STAR heute auch kein Eis mehr, so wurde sie doch als Eisbrecher und Arbeitsschiff in Finnland erbaut. Seit vielen Jahren ist sie nun bereits im Dienst für touristische Reisen, sowohl in Arktis, Antarktis als auch den wärmeren Gebieten. Die POLAR STAR erfreut sich großer Beliebtheit durch geräumige Kabinen und freundliche Aufenthaltsräume. Eine Kleiderordnung gibt es nicht – die meisten Gäste kleiden sich sportlich-leger und sind immer darauf vorbereitet, auf die Außendecks zu gehen und Naturereignisse zu erleben. Da der Eigner der Polar Star, Karlsen Shipping Co. Ltd., im Mai Insolvenz angemeldet hat, ist die Polar Star derzeit allerdings nicht buchbar.

Expeditionsschiffe mit einfachem Standard

PLANCIUS: Erst im Jahr 2009 vollständig renoviert, kann man an Bord der PLANCIUS Expedition pur erleben. Es gibt keine feste Sitzplatzordnung oder Kleidervorschriften, auch das obligatorische Kapitänsessen findet in entspannter Atmosphäre statt. Ein perfektes Expeditionsschiff für Reisende, die in einem internationalen Kreis von gleichinteressierten Mitreisenden spannende Reisen erleben möchten.

ANTARCTIC DREAM: Ein schon älteres Schiff, aber mit viel Charme. Nicht alle Kabinen zeichnen sich durch Größe und Raum aus – dafür aber verbringt man viel Zeit auf den großzügigen Deckflächen und den mit viel Holz ausgestatteten Aufenthaltsräumen. Die Reisen finden in entspannter und freundlicher Atmosphäre statt. (Update: Der Eigentümer des Schiffs, Antarctic Shipping S.A., hat den Betrieb der Antarcic Dream im Sommer 2012 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.)

AKADEMIK IOFFE, AKADEMIK VAVILOF: Mehr als noch bei den anderen Schiffen, kann man bei diesen beiden erkennen, dass sie Arbeitsschiffe sind, die noch oft für Forschungszwecke eingesetzt werden. Sie zeichnen sich aus durch die geringe Passagierzahl. Nur etwa 50 Gäste haben an Bord Platz und das gibt den Reisen einen unvergleichlich persönlichen Charakter. Die Ausstattung an Bord ist überraschend gut – es gibt keine Kleiderordnung und der Expeditionscharakter der Reise steht im Vordergrund.

SKORPIOS: Ein bestens geeignetes Schiff, um in den engen Fjorden und Passagen der chilenischen Küste zu fahren. Großzügige Deckflächen und ein guter Standard in den Kabinen lassen die Reisen an Bord zu einem schönen Erlebnis werden. Es gibt keine Kleiderordnung, aber zum Abendessen darf gerne einmal die Bluse oder das Hemd hervorgeholt werden.

Expeditionsschiffe mit gehobenem Standard

Auch diese Schiffe sind für Fahrten in die Eisregionen der Welt ausgestattet, aber im Vergleich zu den oben genannten Schiffen sind diese schon für Passagiere gebaut worden und entsprechend ausgestattet, wenn auch nicht immer ursprünglich als Kreuzfahrtschiffe gedacht, waren sie früher überwiegend Fährschiffe.

LE BOREAL, L´AUSTRAL: Die Reederei Compagnie du Ponant bietet mit den Expeditionsyachten Le Boreal und L´Austral wohl die beiden luxuriösesten Kreuzfahrtschiffe an, die bis in die entlegenen Polregionen vorstoßen. Die beiden Schiffe stellen eine Mischung aus Luxus und Expeditionsschiffen dar. Auf Annehmlichkeiten muss man auf diesen beiden sehr familiären Schiffen mit nur 132 Kabinen nicht verzichten, auch nicht im ewigen Eis der Arktis oder Antarktis.

QUEST: als Küstenfähre in Grönland erbaut, ist die QUEST ein kleines und perfektes Expeditionsschiff mit einem angenehmen Standard sowohl der Kabinen als auch der öffentlichen Räume. Die nur 24 Kabinen sind hell und freundlich ausgestattet und der Gast wird nichts vermissen, was nicht unbedingt notwendig ist. Im freundlichen Restaurant gibt es keine Kleiderordnung und nur eine Tischzeit.

BREMEN, HANSEATIC: Das Expeditionsschiff MS BREMEN der Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten bietet ein besonders familiäres Erlebender polaren Welt ohne auf Annehmlichkeiten verzichten zu müssen. Mit maximal 164 Gästen an Bord werden sowohl in der Antarktis wie auch in der Arktis die Spuren der großen Forscher und Entdecker erkundet. Die MS HANSEATIC ist ebenfalls ein Fünf-Sterne-Kreuzfahrtschiff mit Antarktis-Kreuzfahrten als einem der Schwerpunkte. Die maximal 184 Passagiere können sich auch in den abgelegensten Winkeln der Welt auf sehr persönlichen Service und viel Komfort freuen.

SEA LION, SEA BIRD: Auf diesen kleinen Schiffen, mit nur maximal 62 Gästen, fühlt man sich wie auf einer privaten Yacht – komfortabel ausgestattet und doch in legerer Atmosphäre kann man die Abenteurer auf See erleben. Perfekte Schiffe, um Seereisen mit einem guten Standard in Expeditions-Atmosphäre zu erleben. Es gibt nur eine Tischzeit, keine Tischordnung und keine Kleidervorschriften, wobei am Abend es am Abend gerne – wer möchte – etwas eleganter zu gehen darf.

ORION: Auch die ORION ist ein Neubau und für Expeditionen in abgelegene Regionen ausgestattet. Komfortable und bestens ausgestattete Kabinen sowie eine serviceorientierte Besatzung geben dem Schiff Hotelstandard. Wellness und Fitness ist an Bord ebenso möglich wie ein Friseurbesuch. Die Anlandungen werden mit Zodiacs durchgeführt und die Badeplattform wird gerne genutzt in den wärmeren Gebieten. Auch hier gibt es nur eine Tischzeit und keine Sitzordnung. Die Kleiderwahl darf am Abend gerne etwas eleganter sein, wobei das Abendkleid und der Smoking nicht gebraucht werden.

CLIPPER ADVENTURER: Ein Expeditionsschiff an der Grenze zum Kreuzfahrtschiff. Gut ausgestattete Kabinen und Aufenthaltsräume, sowie ein guter Service zeichnen die CLIPPER ADVENTURER aus. Auch wenn mehr als 122 Gäste an Bord Platz hätten, so wird nicht mit mehr Gästen gefahren. Gerade in den antarktischen Regionen ist das von immenser Wichtigkeit. Es gibt daher ausreichend Raum an Bord und neben dem Restaurant in dem ohne Kleiderordnung gegessen werden kann, gibt es einen gut sortierten Bordshop, eine Bibliothek, einen Fitnessraum und Gesellschafträume.

Wissenswertes rund um die Antarktis

Das ewige Eis der Antarktis mag auf den ersten Blick nicht wie ein einladendes Reiseziel erscheinen. Die Region rund um den Südpol ist der trockenste, kälteste und windigste Fleck unserer Erde. Nur wenigen Menschen ist es vergönnt die Antarktis zu bereisen oder gar am Südpol zu stehen. Die Anzahl an Touristen, die in diese sensible Natur vordringen dürfen, ist streng reglementiert. Ganz nebenbei kostet ein Ausflug an den Südpol einen mittleren, fünfstelligen Eurobetrag. Das letzte Paradies, auch wenn es ein unwirtliches ist, soll von äußeren Einflüssen abgeschirmt werden. Neben einigen Forschungsteams sind es lediglich Pinguine und andere besonders widerstandsfähige Tiere wie Robben und Seelöwen, die am jüngsten Kontinent leben.

Weiterführender Link: Antarktis Kreuzfahrten von Ikarus Tours.

(Bild: Antarctica Bound – Lizenz: Creative Commons Attribution-NoDerivs 2.0 Generic)

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4 Kommentare zu Kreuzfahrten im ewigen Eis

  1. Fabio on September 15, 2011 at 9:13 am

    Zwischen die Standard und Luxus Niveau werde ich MV Fram von Hurtigruten “einlegen”

  2. Uschi on September 15, 2011 at 11:09 am

    Hat es einen Grund, weshalb die SILVER EXPLORER von Silversea in der Übersicht fehlt? Sind evtl. nur von Ikarus vermarktete Schiffe aufgeführt?

  3. Franz Neumeier on September 15, 2011 at 12:52 pm

    @Uschi: Ich glaube, da ist keine Absicht dahinter. L’Austral und Le Boreal sind bei Ikarus auch nicht im Angebot. Ich denke, die haben Silversea einfach übersehen. Ich muss gestehen, mir ist es auch nicht aufgefallen, weil ich Silversea nicht in der Antarktis vermutet hätte …

  4. Petra on September 15, 2011 at 3:55 pm

    Wow, darauf hätte ich auch mal Lust. Super tipp!

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