Kreuzfahrtschiff mit Mini-U-Boot: Meyer Werft liefert Genting Dream ab

Gastbeitrag von Christoph Assies
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Die Papenburger Meyer Werft hat in Bremerhaven ihr neuestes Kreuzfahrtschiff, die Genting Dream an die Reederei Dream Cruises (Hongkong) abgeliefert. Cruisetricks.de-Gastautor Christoph Assies war am 12. Oktober 2016 dabei und berichtet über die Übergabe an die Reederei und die Besonderheiten des neuen Kreuzfahrtschiffs.

Genting Dream an der Columbuskaje in Bremerhaven
Genting Dream an der Columbuskaje in Bremerhaven (Bild: Christoph Assies)

In allen Bereichen des neuen Kreuzfahrtschiffes aus Papenburg wurde bis zuletzt gearbeitet. Vitrinen der Edel-Boutiquen, die Luxusprodukte großer Marken anbieten, wurden noch montiert und poliert und Böden geschliffen. Etwa 300 Mitarbeiter der Meyer Werft, 600 Beschäftigte von Partnerfirmen der Werft und 1.800 Crewmitglieder sorgten zuletzt dafür, dass alles perfekt war, als Werftchef Bernard Meyer und Reedereichef Tan Sri Lim am Mittwoch die Schiffsdokumente austauschten.

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Die Genting Dream ist nicht nur äußerlich mit der Breakaway-Baureihe von Norwegian Cruise Line verwandt. Der Genting-Konzern hat aktuell noch immer kleine Anteile an der Reederei Norwegian Cruise Line und nach Angaben von Werftkapitän Wolfgang Thos helfen auch einige Crewmitglieder von Norwegian bei der Indienststellung des Schiffes. Die neue Reederei Dream Cruises, nach eigenen Angaben Premium-Marke für den asiatisch-pazifischen Markt, stellt mit der Genting Dream ihr erstes Schiff in Dienst und hat für das Sammeln vor Erfahrungen vergleichsweise wenig Zeit.

Kapitän Jukka Silvennoinen (links), Werftkapitän Wolfgang Thos
Kapitän Jukka Silvennoinen (links), Werftkapitän Wolfgang Thos

Nach der offiziellen Übergabe nahm das 335 Meter lange Schiff noch am selben Abend von Bremerhaven Kurs auf Mumbai (Indien), wo bereits die ersten zahlenden Gäste an Bord genommen werden. Bis dahin übt die 2016 Mitglieder umfassende Crew die Abläufe in den 18 Restaurants und 12 Bars und Lounges an Bord.

Werftkapitän Wolfgang Thos hatte in den vergangenen Monaten das Kommando an Bord. Er überführt seit 2010 als Werftkapitän der Lotsenbrüderschaft Emden die Luxusliner von Papenburg zur Nordsee und führt die Probefahrten durch. Mit der Genting Dream sei „alles gut gelaufen“. Bei der Spitzengeschwindigkeit sei das Kreuzfahrtschiff mit 23,6 Knoten beispielsweise zwei Zehntel schneller gewesen, als vertraglich verlangt gewesen sei.


„Diese zwei Zehntel sind bei einem derartigen Schiff schon eine Welt. Eine 360-Grad-Drehung schafft das Schiff nur unter Rudereinsatz in sechs Minuten. Die Genting Dream ist ein sehr wendiges Schiff“, beschreibt Thos seine Eindrücke von den letzten Probefahren. Mit Wehmut verlässt er das Kreuzfahrtschiff nicht. „Ich beschäftige mich sofort mit der Norwegian Joy“, sagt der Seemann. Er übergab mit der offiziellen Ablieferung das Kommando an den Finnen Jukka Silvennoinen, der erster Kapitän der Genting Dream sein wird. Silvennoinen fing 1997 bei Star Cruises an und ist seit mehr als 20 Jahren Kapitän.

Viele Parallelen zu Norwegians Breakaway-Klasse

Wer die Schiffe der Breakaway-Baureihe von Norwegian Cruise Line kennt, wird auch im Inneren der Genting Dream viele Parallelen entdecken. So heißt die „Waterfront“-Promenade auf Deck 8 hier „Board Walk“, das Atrium auf den Decks 6, 7 und 8 konzentriert auch hier einen Großteil der öffentlichen Einrichtungen um sich. Die beiden Hauptrestaurants Dream-Dining-Room und Genting-Dining-Room auf Deck 7 und 8 sind ebenfalls ganz am Heck übereinander untergebracht, wie Manhattan-Room und Cagney´s Steakhouse auf der Norwegian Breakaway.

(alle Bilder: Christoph Assies)


(alle Bilder: Christoph Assies)

Von außen lässt der bunt bemalte Rumpf vielleicht auf ein ebenso buntes Interieur schließen, das Gegendteil ist aber der Fall. Die Genting Dream präsentiert sich elegant und gediegen. In 1674 Kabinen haben insgesamt 3348 Passagiere Platz.

Das kulinarische Angebot orientiert sich stark an der asiatischen Zielgruppe. So werden im Hauptrestaurant regionale asiatische Küche und chinesische und südostasiatische Spezialitäten serviert. Weitere Restaurants servieren Meeresfrüchte, Nudelgerichte und Suppen nach asiatischer Zubereitung oder führen mit Teppanyaki-Show-Cooking vor.

Sogar zwei U-Boote sind mit an Bord

U-Boot
U-Boot (Bild: Christoph Assies)

Neben Wasserrutschen, großen Casinos und einem Klettergarten auf dem Oberdeck hat die Genting Dream zwei kleine U-Boote an Bord. Von einer großen Glaskuppel umschlossen können jeweils vier Passagiere mit einem Piloten in Tiefen bis zu 200 Meter abtauchen.

Für einen umfassenden medizinischen Check gibt es auf der Genting Dream den ersten Magnetresonanztomographen (MRT) auf einem Schiff. Das medizinische Gerät, das innere Organe und Gewebe bildlich darstellt, stellte die Schiffbauer aufgrund der starken Magnetfelder vor Herausforderungen. Aufgrund des Gewichtes von 16 Tonnen musste der Standort an Bord speziell berechnet werden. Der MRT wurde bereits vor rund einem Jahr im Rohbau des Ozeanriesen installiert. Kupferrohre schirmen den Magneten ab. Der MRT steht auf einer luftgefederten Plattform aus massivem Edelstahl, damit Vibrationen der Schiffsmotoren das MRT-Bild nicht beeinträchtigen.

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Die Genting Dream wird im asiatisch-pazifischen Raum zwei, fünf und sieben Nächte dauernde Kreuzfahrten durchführen. Von Hong Kong aus kreuzt Sie durch spektakuläre Regionen in Vietnam und China. Im Herbst kommenden Jahres wird mit der World Dream ein Schwesterschiff von der Meyer Werft an Dream Cruises übergeben.

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