Zwei nostalgische Kreuzfahrtschiffe zum Schnäppchenpreis

Mittwoch, 22. September 2010 von

American Queen, 2007 am Ohio River

American Queen, 2007 am Ohio River

Die American Queen und die Empress of the North stehen seit rund zwei Jahren zum Verkauf – jetzt ist der Preis für die beiden Raddampfer noch einmal deutlich gefallen: Für 15 Millionen Dollar soll die American Queen zu haben sein, noch weniger kostet die Empress of the North.

Beide Schiffe sind moderne Kreuzfahrtschiffe stammen aus der Konkursmasse von Majestic America Line (Tochter von Ambassadors International, Eigentümer von Windstar Cruises). Da sie über Staatsgarantien finanziert waren, gingen sie nach dem Konkurs von MAL an die US-Regierungsbehörde MARAD, die seitdem versucht, die beiden Schiffe zu verkaufen. Beide Schiffe sind in den USA gebaut und dürfen daher unter US-Flagge fahren.

Die American Queen wurde 1994 für rund 60 Millionen Dollar gebaut und ist – das wissen wir aus eigenen, zuverlässigen Quellen – in hervorragendem Zustand. Sie ist für Kreuzfahrten auf dem Mississippi-River-System gebaut und liegt derzeit auf einem See in Texas vor Anker. Die American Queen ist im Stil der klassischen Mississippi-Raddampfer gebaut und verfügt über eine historische Dampfmaschine, aber auch zusätzlich zum Antrieb mit dem Schaufelrad über zwei Z-Drives zur Unterstützung und zum leichteren Manövrieren. (mehr Details und eine Bilder-Galerie zum Schiff bei steamboats.org: American Queen).

Empress of the North, 2005 in Juneau, Alaska

Empress of the North, 2005 in Juneau, Alaska

Die Empress of the North wurde 2003 für den Columbia River sowie die Alaska Inside Passage gebaut und ihr Rumpf verfügt sogar über die niedrigste Eisklasse. Die ist ebenfalls im klassischen Raddampferstil gebaut und das Schaufelrad trägt zum Antrieb bei, auch wenn der Hauptantrieb von Z-Drives kommt. Die Empress of the North bietet Platz für 235 Passagiere. Im Mai 2007 hatte die Empress of the North weltweit Schlagzeilen gemacht, als sie mit einem offenbar unerfahrenen Steuermann in der Nähe von Juneau, Alaska, auf ein Riff auflief und evakuiert werden musste. (mehr Details und eine Bilder-Galerie zum Schiff bei steamboats.org: Empress of the North).

Dem Vernehmen nach habe die MARAD zwar in dern vergangenen zwei Jahreren mehrere Angebote für die Schiffe erhalten, im Betrag wohl auch höher als der jetzt aktuelle Preis von 15 Millionen, die Finanzierung sei aber nicht stabil genug gewesen. Offenbar legt die MARAD großen Wert darauf, die Schiffe nun an einen Eigentümer zu verkaufen, der so solide finanziert ist, dass weder die American Queen noch die Empress of the North möglicherweise bald wieder in die Obhut der MARAD zurückkehren müssten.

Der jetzt im Raum stehende Verkaufspreis von 15 Millionen Dollar für die American Queen und sogar noch etwas weniger für die Empress of the North dürften ein absolutes Schnäppchen sein für die beiden Schiffe, die ohne Umbauarbeiten sofort für Kreuzfahrten einsatzfähig sind.

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