Krise bei STX Finland: TUI-Cruises-Schiffe gefährdet?

(aktualisiert - News vom 14.01.2013) von
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Steckt in einer scheren Krise: STX Finland Oy
Steckt in einer schweren Krise: STX Finland Oy

STX Finland Oy steckt offenbar tief in der Krise, manche Medien sprechen bereits von drohender Insolvenz. Problematisch könnte die Situation aber auch für TUI Cruises werden, denn der Bau der „Mein Schiff 3“ hat gerade erst bei STX in Turku begonnen. Wie jetzt bekannt wurde, hat die staatliche Kreditanstalt Finnvera eine Bürgschaft für STX in Zusammenhang mit dem Bau des TUI-Cruises-Schiffs verweigert, weil STX Finland durch seine schlechte finanzielle Situation nicht die von der EU vorgeschriebenen Voraussetzungen für staatliche Beihilfen erfülle.

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Der Bau der „Mein Schiff 3“ hat Anfang November mit dem ersten Stahlschnitt in Turku begonnen. Laut Plan soll das neue Kreuzfahrtschiff im Mai 2014 in Dienst gestellt werden. Das Schwesterschiff „Mein Schiff 4“ wurde ebenfalls bereits fest bei STX Finland beauftragt.

TUI Cruises gibt zur Krise bei STX Finland zunächst kein offizielles Statement ab. Man äußere sich zu Gerüchten grundsätzlich nicht, sagt Pressesprecherin Godja Sönnichsen, ergänzt aber: „Wir bestätigen jedoch, dass wir im ständigen Dialog mit der Werft stehen und von einer pünktlichen Auslieferung unserer Schiffe ausgehen. (aktualisiert 15.1.2013)

Offenbar hat sich die Liquidität von STX Finland in den vergangenen Monaten so dramatisch verschlechtert, dass potenzielle Investoren abgeschreckt wurden. Einen schweren Schlag musste STX Finland verkraften, als Royal Caribbean mangels ausreichender Unterstützung der finnischen Regierung den Auftrag für den Neubau eines weiteren Kreuzfahrtschiffs der Oasis Class an STX France vergab. Ursprünglich sollte das Mega-Schiff in Turku gebaut werden, wo 2007 bis 2010 schon die Oasis of the Seas und Allure of the Seas entstanden waren. Offenbar hatte STX Finland auf diesen Auftrag gesetzt, um damit auch die Finanzierung der beiden TUI-Cruises-Schiffe zu sichern.

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Rettungsversuche für STX Finland

Diversen finnischen Medienberichten zufolge wird derzeit fieberhaft nach einer Lösung für die Finanzkrise bei STX Finland gesucht, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Im Gespräch sind alle möglichen Optionen von kurzfristigen staatlichen Hilfen oder einer vorübergehender Anhebung der existierenden Kreditlinie bei Finnvera über eine Übernahme von STX Finland durch STX France, selbige ohnehin zum selben Mutterkonzern gehören, oder eine Übernahme durch eine Investorengruppe mit wesentlicher Beteiligung des finnischen Staates. Letzteres wird vor allem in Erwägung gezogen, um das Knowhow der Werft im Land zu halten und nicht an potenzielle ausländische Käufer gehen zu lassen.

Möglich wäre den Berichten zufolge auch der Verkauf von Tochterfirmen von STX Finland, beispielsweise Aker Artic Technology, an der das Unternehmen mindestens 50 Prozent der Anteile hält. Auch eine Erhöhung des Vorschusses, den TUI Cruises an die Werft für den Bau von Mein Schiff 3 bezahlt, wurde ins Gespräch gebracht.

Finnische Regierung stellt Schiffsbau-Förderung grundsätzlich in Frage

STX Finland beschäftigt derzeit rund 2.200 Mitarbeiter, bei Zulieferern stünden bei einem Konkurs von STX Finland aber Tausende weitere Arbeitsplätze auf dem Spiel. Politik und Medien diskutieren in Finnland schon seit einiger Zeit die Frage, inwieweit die Regierung die seit vielen Jahren stark defizitäre Werftindustrie weiter fördern solle.

So stellt der sozialdemokratische Außenminister Finnlands, Erkki Tuomioja, die Schiffsbau-Förderung sogar komplett in Frage. Man müsse darüber nachdenken, zu welchem Preis und mit welchem Nutzen man die Jobs im Schiffsbau weiter bezuschussen wolle und ob es nicht schon längst sinnvoller gewesen wäre, das Geld in Jobs in Wachstumsbranchen zu stecken.

Der frühere Parlamentsabgeordnete und ehemalige Chef des STX-Finland-Vorläufers Kvaerner Masa-Yards, Martin Saarikangas, prophezeiht den Niedergang der kompletten Schiffsbauindustrie des Landes, falls die finnischen Regierung ihre Haltung nicht ändere. Bis zu 20.000 Arbeitsplätze gingen dann laut Saarikangas verloren.

(Bildquelle: Screenshot der Website von STX Finland Oy)

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