Live von der Mein Schiff 3 von Mallorca nach Malta

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Mein Schiff 3
Mein Schiff 3

Nach Taufe und Jungfernfahrt sind nicht nur TUI-Cruises-Fans neugierig, wie sie sich anfühlt, die neue Mein Schiff 3. Wir sind von 22. bis 29. Juni von Palma de Mallorca nach Valletta mit der Mein Schiff 3 gefahren und haben fortlaufend live von Bord berichtet. Alle Beiträge aus dieser Serie lesen Sie hier noch einmal zusammengefasst.

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Eine schöne Mischung aus Standard-Häfen wie Barcelona und Civitavecchia kombiniert mit seltener angelaufenen Orten wie Ajaccio und Monte Carlo versprechen Abwechslung. Aber natürlich geht es auch um die Mein Schiff 3 selbst: Wie fühlt sch ein 25-Meter-Pool für eine morgendliche Runde Schwimmen an? Wie kommt die „Große Freiheit“ mit den Zuzahl-Restaurants und Bars unter dem „Diamant“ am Heck des Schiffs bei den Passagieren an? Und welche Atmosphäre entsteht auf dem derzeit größten rein deutschsprachigen Kreuzfahrtschiff?

Bildergalerie: Mein Schiff 3

Von Palma de Mallorca nach Valletta

Route der Mein Schiff 3 "Mallorca trifft Malta" (Karte: Open Street Maps)
Route der Mein Schiff 3 „Mallorca trifft Malta“ (Karte: Open Street Maps)

Heute starten wir auf der Mein Schiff 3 in Palma de Mallorca. Uns erwarten häufig angelaufene Häfen wie Barcelona, Civitavecchia und Palma de Mallorca ebenso wie die ungewöhnlicheren Stopps in Monte Carlo und Ajaccio. Lange Liegezeiten in Barcelona und Monte Carlo machen die Standard-Häfen zu etwas Besonderem: Barcelona abends, abseits des großen Touristenrummels und das Nachtleben von Monte Carlo, wo sich ein abendlicher Spaziergang schon allein wegen der vielen Ferraris, Maseratis und Jaguars vor der angesagten Clubs lohnt.

Das wildromantische Korsika wartet unter anderem mit zwei möglichen Landausflügen per Fahrrad und die ewige Stadt Rom hält selbst für passionierte Kreuzfahrer, die schon vielfach hier waren, immer noch etwas Neues bereit – hoffentlich auch für uns.

An Bord erwartet uns ein Abendessen im neuen japanischen Restaurant Hanami und davor – neben dem Pflichtprogramm „Rettungsübung“ – auch gleich ein klassisches Konzert eines Streichquartetts im „Klanghaus“-Konzertsaal. Richtung Barcelona bricht die Mein Schiff 3 um 21 Uhr auf.

22. Juni: Palma de Mallorca

Palma de Mallorca
Palma de Mallorca
Mein Schiff 3 in Palma de Mallorca
Mein Schiff 3 in Palma de Mallorca

Für einen Spaziergang in Palma de Mallorca blieb heute nach der Anreise keine Zeit, zu sehr lockte die Mein Schiff 3. Deshalb nur ein Blick aus der Ferne auf die Kathedrale von Palma vom Schiff aus, dafür aber ein sonniges Bild der Mein Schiff 3 im Kreuzfahrthafen an der Pier.

Erst Programmpunkt heute: Einmal die Spezialitäten des japanischen Spezialitäten-Restaurants  „Hanami“ rauf und runter essen. Sushi, Shabu Shabu und süße Sushi als Nachspeise. Das Hanami bietet verschiedene Varianten der eherjapanischen Küche – im Gegensatz zu den gelegentlich bei anderen Reedereien angebotenen, modernen Variante Teppanyaki.

Restaurant Hanami
Restaurant Hanami

Das Hanami ist ein a-la-carte-Restaurant und wie in den anderen Bezahlrestaurants sind auch hier die Getränke – trotz „all inklusive“ am Rest des Schiffs – nicht inkludiert. Wir haben ein japanisches „Kiri“-Bier getrunken (3,50 Euro für 0,33 l), das interessanterweise in Lizenz in Bayern bei Weinstephaner gebraut wird, sowie Geroldsteiner Wasser (1,40 Euro für 0,25 l).

Das Neue und wirklich reizvolle ist Shabu Shabu – die japanische Variante des Fondue: Fisch, Fleisch, Tofu oder Gemüse kommen in einen sehr schmackhaften Sud aus Wasser mit Kochwein, Reiswein, Sojasauce und Zucker. Dünn geschnitten sind die Zutaten sehr schnell gar, wunderbar zart und mit einer von drei Saucen (Sesam, Pflaume, Ponzu) wirklich lecker.


Preisbeispiele der Speisen: 2 Stück Lachs-Sashimi kosten 1,90 Euro, Ura-Maki-Suhi „Spicy Duck“ 5,40 Euro pro Rolle. Shabu Shabu pro Person je Fleisch-/Fischsorte zwischen 13,90 und 25,90 Euro, von vegetarisch über Garnelen und Jakobsmuscheln bis Wagyu-Rind.

23. Juni: Promenaden-Deck der Mein Schiff 3

Hafeneinfahrt nach Barcelona
Hafeneinfahrt nach Barcelona

Positive Entdeckung heute beim Einlaufen nach Barcelona: Die Mein Schiff 3 hat eine komplett umlaufende Promenade, denn der Bug-Bereich ist für Passagiere frei zugänglich (warum habe ich das nicht schon letzte Woche gesehen?). Ein Feature, das man auf größeren, neuen Schiffen nur noch sehr selten findet.

Auch sonst ist TUI Cruises beim Promenadendeck eine recht geschickte Mischung gelungen, zugleich notwendige Plattform für die Rettungsboote und schöne Außenbereiche für die Passagiere: am Heck der Diamant und der Champagner-Treff,  seitlich Ausbuchtungen zwischen den Rettungsbooten für Liegestühle, beim Tag & Nacht Bistro ein Außenbereich mit rustikalen Holz-Tischen und -Bänken zum Essen im Freien und am Bug ein Platz, um beispielsweise Hafeneinfahrten besonders intensiv zu erleben.


Bis auf den Bug-Bereich ist die Promenade – anders als auf den meisten anderen modernen Schiffen immerhin mit Holz-Imitat statt gegossenem Kunststoff gedeckt. Und die Türen zu den Innenräumen lassen sich auch bei Wind leicht öffnen, denn es sind überwiegend automatische Glasschiebetüren. Insgesamt also eine sehr gelungene Promenade auf der Mein Schiff 3.

23. Juni: Barcelona

Gondel
Gondel

In Barcelona war ich schon so oft, das ich heute meinen eigenen Ausflug gemacht habe, so wie ich es am liebsten habe: einfach drauf los und schauen was kommt. Erstes Ziel war die Standseilbahn auf Barelonas Hausberg Montjuic, dann mit der Seilbahn quer über den Hafen nach Barceloneta, von dort zu Fuß zurück in die Altstadt, sich durch die Gassen bis zu den Ramblas treiben lassen und dort noch ein Besuch am Boqueria-Markt mit seinen faszinierenden Düften und leckerem Essen.

Gerade an heißen Tagen wie heute bietet sich ein Spaziergang durch die weitläufigen Parkanlagen des Muntunya de Montjuic im Schatten der Bäume gerade zu an. Gut zu Fuß sollte man trotzdem sein, denn die Wege führen teils recht steil bergauf und bergab.

Blick von Mirador de L'Alcalde
Blick von Mirador de L’Alcalde

Die Belohnung ist eine grandiose Aussicht über die ganze Stadt, nur getrübt vom Dunst, der an heißen Sommertagen eigentlich immer über Barcelona hängt. Der perfekte Aussichtspunkt ist Mirador de L’Alcalde. Wem der Weg dorthin zu weit ist, gibt es auch einen recht schönen Blick  von den Terrassen vor dem 5-Sterne-Hotel Miramar, direkt an der Bergstation der Gondel gelegen.

Blick vom Hotel Miramar
Blick vom Hotel Miramar

Nach dieser langen, schweißtreibenden Tour ging’s erst einmal zum Mittagessen aufs Schiff zurück. Tipp für TUI-Cruises-Passagiere: Auch wenn vom Schiff aus für 7 Euro Tagespauschale ein Shuttle-Bus zum World Trade Center nahe der Columbus-Säule angeboten wird – der Hafen-Shuttle des Port of Barcelona fährt parallel trotzdem und ist mit 3 Euro für Hin- und Rückfahrt erst dann teurer, wenn man wirklich dreimal hin- und wieder zurück fahren will.


Ich habe es heute auf zwei Shuttlebus-Fahrten gebracht, denn am Nachmittag ging’s nochmal auf eine Hafenrundfahrt, um die perfekten Fotos von der Mein Schiff 3 zu bekommen.

Mein Schiff 3
Mein Schiff 3 im Hafen von Barcelona

Genau genommen habe ich zusammen mit einem Kollegen die Hafen-Tour sogar zweimal gemacht – denn kaum waren wir bei der ersten Runde am Schiff vorbei, legte das Tankschiff ab. Für unverstellte Bilder ohne Tankschiff fuhren wir die Runde also noch ein zweites Mal …

24. Juni: Seetag, Delphine

Delphine
Delphine

So beginnt ein perfekter Seetag: Fast eine halbe Stunde lang schwimmt eine große Schule Delphine neben der Mein Schiff 3 her. Wir sind auf dem Weg von Barcelona nach Monte Carlo. Tagesplanung für heute am Seetag – oder wie TUI Cruises es nennt, „Schiffstag“: Panorama-Fotos machen, Fitness-Studio, Frühstück, danach Interviews mit Hotel-Direktor, Cruise Director und dann zu Kapitän auf die Brücke.

24. Juni: Kabinen der Mein Schiff 3

Balkon-Kabine
Balkon-Kabine der Mein Schiff 3

Am heutigen Seetag nutzen wir die Gelegenheit für einen genaueren Blick auf die Kabinen der Mein Schiff 3, genauer: einer Balkon-Kabine. Über die Kabinen und das Homing-Design  haben wir bereits einiges geschrieben (siehe: „Mein Schiff 3 – erste Eindrücke„), deshalb hier vor allem einige zusätzliche Erfahrungen und Eindrücke nach einigen Nächten an Bord.

Was sehr gut gefällt ist die geschickte Raumaufteilung in der Kabine, sodass vor dem Bett und zwischen Sofa und Schreibtisch sehr viel Bewegungsfreiheit herrscht. Es gibt erstaunlich viel Stauraum in den diversen Schränken und Schubladen, die man nach und nach entdeckt. Auch an ausreichend Kleiderhaken in der Kabine und im Bad hat TUI Cruises gedacht. Ordnung halten fällt hier ziemlich leicht.

Und unter dem Bett ist genug Platz, um auch recht große Koffer zu verstauen. Das Bett selbst hat eine angenehm harte Matratze – anders als die sonst auf internationalen Schiffen üblichen, eher weichen Matratzen.

Panorama-Bild der Balkon-Kabine Nr. 11037:

Hinweise zur Bedienung: Wir empfehlen die Nutzung des Vollbild-Modus‚ (das Symbol mit den vier Pfeilen ganz rechts). Für freie Sicht auf das jeweilige Panorama können Sie die Vorschau-Bilder der weiteren Panoramen mit dem Symbol neben dem Vollbild-Modus (drei gestapelte Rechtecke) aus- und später wieder einblenden.

Positiv für Klimaanlagen-Hasser: Die Klimaanlage lässt sich zwar – wie auf allen modernen Kreuzfahrtschiffen – nicht abstellen. Der Luftauslass liegt aber etwas zurückversetzt über dem Kleiderschrank, sodass der Luftstrom sich sehr bequem und schnell mit einem Badehandtuch abblocken lässt, das man einfach auf den kleinen Absatz vor den Luftschlitzen legt.

Umso mühseliger ist es dagegen, die Kabine zum Schlafen wirklich komplett dunkel zu bekommen. Ich persönlich bin da recht empfindlich … Im Bad gibt es nämlich ein schwaches Nachtlicht, das auch brennt, wenn das Badlicht ausgeschaltet ist. Das ist grundsätzlich sehr praktisch. Dich über und unter der Tür ist ein Schlitz, durch das Licht in die Kabine dringt. Schade, denn der Vorhang zum Balkon ist wirklich dicht, dort fällt auch an den Rändern kein Licht in die Kabine.

Ausweg: Der Hauptschalter schaltet sämtliche Lichter in der Kabine komplett ab. Allerdings hat der Hauptschalter in ausgeschaltetem Zustand ein ziemlich helles, grünes Nachtlicht, das für Dämmerlicht in der Kabine sorgt. Diese Lampe wirklich lichtdicht abzukleben, ist recht mühselig. Ein Dank an dieser Stelle an meine Kabinenstewardess Cristina, die das Nachtlicht netterweise in abgeklebtem Zustand belassen hat.

Ein auf anderen Schiffen nur selten anzutreffendes Highlight: Die Beleuchtung im Bad ist nicht nur vom Design her schön, sondern vor allem auch praktisch – letzterer Aspekt wir sonst meist dem Design geopfert. Hier sorgt dagegen die Beleuchtung auch für Kurzsichtige, die nahe an den Spiegel heran gehen müssen, für gute Ausleuchtung ohne zu blenden.

Soweit unsere Eindrücke aus der Kabine. Für mehr Details, siehe das interaktive Panorama-Bild der Kabine sowie unsere Bildergalerie Mein Schiff 3 – Kabinen und Suiten.

25. Juni: Klimaanlagen-Tricks

Regnerisches Monte Carlo
Regnerisches Monte Carlo

Monte Carlo empfängt uns heute morgen mit tief hängenden Wolken, strömendem Regen und einem Gewitter mit Blitz und Donner. Gut, dass unser Fahrrad-Ausflug erst am späteren Nachmittag stattfindet.

Angesichts des Wetters daher gleich noch ein Nachtrag zur Klimaanlage der Kabinen auf der Mein Schiff 3, weil wir wissen, dass dieses Thema viele Leser regelmäßig auf Kreuzfahrtschiffen beschäftigt: Die Klimaanlage in den Kabinen der Mein Schiff 3 regelt sich automatisch herunter, sobald die Balkontür geöffnet ist oder der Haupt-Lichtschalter der Kabine ausgeschaltet ist. Ganz abschalten lässt sich die Klimaanlage nicht, auch auf anderen Kreuzfahrtschiffen ist das nahezu nie möglich. Dennoch ist die Klimaanlage in den Kabinen der Mein Schiff 3 ziemlich gut gelöst und bietet viel Spielraum für Passagiere, die da gerne ein wenig tricksen.

Zweimal die Klima-Anlage der Kabine, unten mit "Handtuch-Trick"
Zweimal die Klima-Anlage der Kabine, unten mit „Handtuch-Trick“

Wer gerne bei offener Balkontür schläft, kann dies auf der Mein Schiff 3 zumindest mit halbwegs gutem Umweltgewissen tun – auch wenn die Klimaanlage dabei nicht gänzlich abgeschaltet ist und der Energieverbrauch daher unweigerlich höher liegt als bei geschlossener Balkontür.

Wem es nur darum geht, beim Schlafen die Klimaanlage auf so niedriger Stufe wie möglich laufen zu haben, behilft sich daher besser mit dem Ausschalten des Haupt-Lichtschalters gleich neben der Eingangstür. Ganz blocken lässt sich die Klimaanlage – wie schon erwähnt – per Badetuch vor den Auslass-Schlitzen oberhalb des Kleiderschranks.

25. Juni: Brückenbesichtigung

Kapitän Kjell Holm auf der Brücke der Mein Schiff 3
Kapitän Kjell Holm auf der Brücke der Mein Schiff 3

Zu Besuch  bei Kapitän Kjell Holm auf der Brücke der Mein Schiff 3. Mit dem Zugang zur Brücke ist das heutzutage so eine Sache: Viele Passagiere würden das Machtzentrum ihres Kreuzfahrtschiffs gerne sehen, die Sicherheitsvorschriften sind jedoch so streng geworden, dass dies nur noch schwierig oder gar nicht mehr möglich ist.

Sicherheit: Sogar Absperrgitter gibt es ...
Sicherheit: Sogar Absperrgitter gibt es …

Für die kleine Journalisten-Gruppe auf dieser Reise der Mein Schiff 3 gab es eine Ausnahme – mit entsprechend striktem Sicherheits-Protokoll. Name und Unterschrift auf dem Zugangs-Protokoll zur Brücke. Zwei Crew-Mitglieder, davon eines von der Schiffs-Security, behielt uns während des Brückenbesuchs ständig im Auge, Video-Aufnahmen und Fotografieren mit Blitz sind untersagt. Der Bereich, in dem die beiden diensthabenden Offiziere saßen, war mit Absperrgittern gesichert.

Den restriktiven Zugang zur Brücke mag man als Passagier sehr bedauern, sollte aber natürlich dabei nicht vergessen, dass die Brücke – vor allem auch während der Fahrt – unter Sicherheitsaspekten ein hoch sensibler Bereich ist. Sicherheit hat hier in heutiger Zeit absoluten Vorrang, mit regelmäßigen und größeren Besuchergruppen verträgt sich das nicht besonders gut. Leider.

Ein paar Worte zur Brücke selbst, denn die ist durchaus bemerkenswert. Kjell Holm als oberster Kapitän bei TUI Cruises hat die Brücke maßgeblich mit gestaltet und das Brückendesign und die Anordnung der verschiedenen Steuermodule unterscheidet sich schon optisch durchaus deutlich von Brücken anderer Schiffe. Elektronische Systeme haben mechanische vollständig abgelöst, Seekarten auf Papier werden – wie auf anderen Schiffen im Übrigen auch – hier in wenigen Monaten durch elektronische Karten ersetzt, Computer-Monitore bestimmen das Bild. Vor allem in der Sicherheitszentrale im hinteren Teil der Brücke findet man riesige Monitore an der Wand, auf denen die Offiziere sich beliebige Karten, Schiffspläne und Monitoring-Systeme anzeigen lassen können.


Automatisierung ist übrigens am ganzen Schiff ein großes Thema – auch wenn die Feinjustierung und Abstimmung der Systeme laut Kjell Holm noch bis zu einem Jahr dauern kann. Bis dahin werden die Systeme weiterhin, wie bisher auch schon auf anderen Schiffen, manuell gesteuert, der Passagier merkt davon wenig bis nichts. Beispielsweise sollen die Klimaanlagen in den öffentlichen Bereichen voll automatisiert laufen und genau abgestimmt sein auf die jeweilige Zahl der Passagiere, die sich im jeweiligen Bereich gerade aufhalten. Weil diese Systeme aber ganz neu und recht komplex sind, ist wohl noch viel Feinarbeit nötig, um die optimale Abstimmung zu finden. Und das geht natürlich nur im laufenden Betrieb mit Passagieren an Bord.

Sichtbar sind die laufenden Abstimmungsprozesse beispielsweise noch im Restaurant: Die Kellner sollen bald nicht mehr mit Stift und Block die Bestellungen aufnehmen, sondern die Orders per Smartphone und WLAN-Verbindung direkt in die Galley schicken. Weil es mit der Zuverlässigkeit des dafür nötigen WLAN-Netzes gerade aber noch ein paar Probleme gibt, sind die Kellner aktuell noch ganz altmodisch mit Schreibblock unterwegs.

25. Juni: Mit dem Fahrrad durch Monte Carlo

Badebucht bei Monte Carlo
Badebucht bei Monte Carlo

Mit dem Fahrrad durch Monte Carlo hat seinen besonderen Reiz: Mitten hinein in die quirlige Stadt, sich mit den – meist sehr teuren Autos – durch die engen Straßen schlängeln, mit viel Einsatz des ersten Gangs des Fahrrades, denn wie der Name der Stadt schon sagt: Monte Carlo liegt an einem Berghang, viele Straßen führen bergauf oder bergab, sind selten eben.

Der Lohn für die Mühe sind grandiose Ausblicke über den Yachthafen von Monaco oder eine kurze Badepause an einem kleinem Kiesstrand in einer schönen Bucht etwas außerhalb von Monte Carlo, den man über eine verborgene, steile Treppe unterhalb der Straße erreicht.

Spielkasino Monte Carlo
Spielkasino Monte Carlo

Und die Tour bietet einen schnellen Überblick über diese bis ins Absurde reichende Faszination dieser Stadt, in der Geld für die meisten ihrer Bewohner einfach keine Rolle spielt. Besonders reizvoll: Autos gucken vor dem legendären Casino von Monte Carlo. Wer hier mit einem Mercedes für 100.000 Euro ankommt, parkt lieber irgendwo versteckt, denn ein solcher Wagen wirkt in hier eher wie der billige Zweitwagen, mit dem die Nanny zum Einkaufen fährt …


Am Rande bemerkt: Die Mein Schiff 3 hat insgesamt knapp 70 Fahrräder an Bord, sowohl konventionelle als auch Pedelecs. Vier Fahrrad-Guides gehen in jedem Hafen mit Passagieren auf Fahrradtouren, von Landschafts- und Städte-Touren bis hin zu Aktiv-Touren, Letztere eher für die jüngeren Passagiere,  die eine gewisse sportliche Herausforderung suchen. Viele der Passagiere buchen gleich zu Beginn einer Kreuzfahrt sämtliche Fahrradtouren durch, die Nachfrage ist groß. Wer also über eine Fahrradtour nachdenkt, sollte gleich zu Beginn der Reise buchen, um noch einen Platz auf der Teilnehmerliste zu ergattern.

Mein Schiff 3 in Monte Carlo
Mein Schiff 3 in Monte Carlo

26. Juni: Spa und Wellness an Bord

Behandlungsraum
Behandlungs-Raum im Spa der Mein Schiff 3

Ich muss es vorweg sagen: Ein großer Spa-Fan bin ich nicht, auch wenn ich hin und wieder schonmal eine Massage genossen habe. Das Spa an Bord von Kreuzfahrtschiffen ist gefühlt eher etwas für Frauen. Aber weil TUI Cruises Männer vom Gegenteil überzeugen will, habe ich das auf der Mein Schiff 3 ausprobiert und eine einstündige Massage-Anwendung „Lebenselexir“ (60 Minuten für 75 Euro) gebucht, die speziell für Männer sein soll – eine Ganzkörpermassage mit „männlich-herbem“ Traubenkernöl.

Schonmal positiv: Die Massagetische sind sehr komfortabel, mit höhenverstellbarem Kopfteil und auch die Armauflagen neben dem Kopfteil sind jeweils individuell einstellbar. Sehr angenehm, denn ich persönlich finde Massagen sonst wegen der verkrampften Stellung des Kopfes, mit dem Gesicht in dieses Loch in der Liege gepresst, als alles andere als entspannend.


Von den Fingern, Händen, Zehen und Füßen bis zum Rücken und Nacken knetet die Masseurin mich kräftig durch, Säckchen mit heißen Kirschkernen sorgen auf den gerade nicht massierten Körperteilen für wohlige Wärme. Ob die Masseurin es als Affront oder eher als Kompliment verstanden hätte, wenn ich dabei vor lauter Entspannung eingeschlafen wäre?

Kurz: Das „Lebenselixir“ war ein wunderbar entspannendes Erlebnis, meine Nackenverspannungen waren hinterher weg, die leichten Kopfschmerzen (die Molekular-Cocktails von der Diamant Bar am Vorabend waren Schuld) ebenfalls. Und für die Fahrrad-Tour am Nachmittag ist eine solche Massage vermutlich ebenfalls die perfekt Vorbereitung. Das Spa auf Kreuzfahrtschiffen sieht mich demnächst vielleicht öfter …

26. Juni: Ajaccio -Stadtbummel und Fahrrad-Tour

Ajaccio, Korsika
Ajaccio, Korsika

Ajaccio. Zu Korsika habe ich einen sehr persönlichen Bezug: Es war vor ganz vielen Jahren, mit 15, mein erster Urlaub ohne Eltern. Seitdem war ich nur einmal wieder in Korsika. Umso mehr habe ich mit auf die französische Insel gefreut.

Bei einem gemütlichen Stadtbummel in Ajaccio ging es am Hafen entlang zur Zitadelle, zum Geburtshaus Napoleons und auf den Wochenmarkt mit korsischem Käse, Wurst, Schinken und Honig, wo einem schon kurz nach dem Frühstück wieder das Wasser im Mund zusammenläuft von dem herrlichen Duft. Eine der Spezialitäten: Wurst und Schinken von den auf Korsika typischen, verwilderten Hausschweinen, für Touristen gerne auch „Wildschwein“ genannt.

Zitadelle von Ajaccio
Zitadelle von Ajaccio
Vorbereitung zum Fahrradausflug
Vorbereitung zum Fahrradausflug

Am Nachmittag sind wir dann wie schon in Monaco wieder mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, quer durch Ajaccio und dann entlang der Küstenstraße zu einem kleinen, ruhigen Strand. Vorbei an blühenden Hecken, prächtigen Villen (Immobilienpreise sind hier beeindruckend hoch) und vielen Stränden mit schöner Brandung, die geradezu zum Baden einladen. Kleines Highlight nach der schweißtreibenden Radtour bergauf: Die Strandbar hat Radler (für Nordlichter: Alsterwasser).


27. Juni: Civitavecchia

Seefahrer-Statue
Seefahrer-Statue an der Ufer-Promenade von Civitavecchia

Von Civitavecchia kennen die meisten Kreuzfahrt-Passagiere nur den Hafen und den Fußweg entlang der Via Garibaldi zum Bahnhof. Denn besondere hier führen alle Wege nach Rom. Wir haben uns heute einmal Civitavecchia selbst genauer angesehen, auf die lange Fahrt nach Rom verzichtet und am Nachmittag lieber noch ein wenig den großen 25-Meter-Pool der Mein Schiff 3 ausprobiert.

Mit Rom kann der Hafenort natürlich nicht annähernd mithalten, aber wenn man genauer hinsieht, ist Civitavecchia durchaus einen Besuch wert. Das mittelalterliche Viertel nördlich der Via Marconi mit verwinkelten Gassen, versteckten Durchgängen und Treppen beispielsweise: nichts Spektakuläres, aber gut für einen gemütlichen Spaziergang abseits der größeren Straßen.

Die neue Strandpromenade mit der gigantischen, wunderbar italienisch-kitschigen Statue des Seemanns mit seiner Geliebten beim Abschiedskuss lädt zum Flanieren ein, gleich unterhalb des Bahnhofs am Ende der Promenade findet sich sogar ein kleiner Kies-Strand. Und wer Kirchen mag: Auch hier hat Civitavecchia gleich mehrere in der Innenstadt zu bieten, die recht hübsch anzusehen sind.

Auf keinen Fall verpassen sollte man in Civitavecchia aber den Markt auf der Piazza Regina Margherita. Von Geflügel und Fleisch über Meeresfrüchte und Fisch bis Obst und Gemüse gibt es hier alles. Wer nicht gut gefrühstückt hat, entwickelt beim Schlendern zwischen den Geschäften und Ständen unweigerlich einen großen Appetit.


Civitavecchia ist wenig touristisch – schließlich fahren alle Kreuzfahrt-Passagiere ja zu ihren Landausflügen nach Rom. Und so ist Civitavecchia vor allem eine lebendige, nette, kleine, italienische Stadt, wo man ganz ohne Stress ein paar Stunden gemütlich spazieren gehen, einen Kaffee trinken, vielleicht in einer der vielen Trattorias etwas essen oder auf dem Corse Centocelle in der Fußgängerzone ein wenig shoppen gehen kann.

Ein Tipp noch für Kreuzfahrer, die demnächst nach Civitavecchia kommen und mit dem Zug nach Rom wollen: Der kostenlose Hafen-Shuttlebus hält wegen Bauarbeiten an der Festung derzeit nicht an der üblichen Haltestelle am Beginn der Via Garibaldi vor der Festung, sondern deutlich weiter südlich am Fährhafen. Dort gibt es eine provisorische Touristen-Information und einen Shuttle-Bus zum Bahnhof. Wer zum Bahnhof laufen will, sollte rund etwa 30 Minuten dafür einplanen.

27. Juni: Steakhaus Surf & Turf – Churrasco-Abend

Churrasco
Churrasco

Das Steakhaus „Surf & Turf“ ist neben dem japanischen „Hanami“ und dem „Richards Feines Essen“ das dritte Zuzahl-Restaurant auf der Mein Schiff 3. An normalen Tagen wartet es vor allem mit einer feinen Auswahl an edlen Steaks auf. Wir haben das Surf & Turf diesmal allerdings am Churrasco-Abend getestet. Einmal pro Reise gibt es Churrasco – also Grillspieße auf brasilianische Art – mit brasilianischer Livemusik-Untermalung.

Der Kellner kommt dabei jeweils mit dem kompletten Spieß an den Tisch und schneidet dem Gast die Stücke frisch herunter. Zwölf verschiedene Fleisch-Sorten von Hühnchen und Schweinerippchen über Lachs und Oktopus bis Rinderlende und Roastbeef kommen so im Laufe des Abends an den Tisch. Wer will kann einzelne Gänge auslassen oder auch Nachschlag ordern.

Vor den Fleischspießen gibt’s ein Vorspeisenbuffet und Suppen, danach unter anderem eine sehr empfehlenswerte, noch warme Creme Brulée. Zum Fleisch und Fisch gibt es edle Salze, verschiedene Saucen und Salsas – besonders lecker war ist eine pfeffrige Barbeque-Sauce – und Gemüse wie grünen Spargel, Möhren, gegrillte Zucchini und Aubergine sowie Ofenkartoffeln.


Der Churrasco-Abend ist im Surf & Turf mit 39 Euro deutlich teurer als in Churrascaria-Spezialitätenrestaurants internationaler Reedereien, wo sich Churrascarias zunehmender Beliebtheit erfreuen. Auf der Mein Schiff 3 haben wir im Vergleich dazu den Service aber auch als exklusiver, die Fleischqualität und -vielfalt sowie die Präsentation als deutlich besser empfunden und einen sehr schönen Abend im Surf & Turf verbracht.

Besonders wichtig: Die Kellner achten auf der Mein Schiff 3 darauf, dass sie den Churrasco-unerfahrenen Gästen zu Beginn nicht zu viel Fleisch auf die Teller legen, damit noch Appetit bleibt für die nachfolgenden Fleischspieße, von denen man eigentlich keinen verpassen möchte. Denn nichts ist ärgerlicher als beispielsweise die sehr feine Rinderlende nicht mehr genießen zu können, weil man bereits absolut satt ist.


Wie auch in den anderen Spezialitätenrestaurants auf der Mein Schiff 3 sind auch im Surf & Turf alle Getränke separat zu bezahlen.

28. Juni: Antrieb und Vibrationen

Blick ins Kielwasser der Mein Schiff 3
Blick ins Kielwasser der Mein Schiff 3

Ein faszinierender Aspekt auf der Mein Schiff 3 ist etwas, das nahezu fehlt: Vibrationen. Umso überraschender ist das, weil TUI Cruises sich für einen konservativen Antrieb mit Propeller entschieden hat, statt Pods einzusetzen, wie sie in den vergangenen Jahren auf fast allen neuen Kreuzfahrtschiffen verbaut wurden.

Wie uns Kapitän Kjell Holm erklärte, sei die auf der Mein Schiff 3 eingesetzte Antriebstechnik mit dieselelektrischen Maschinen, Antriebswelle, Propeller und Ruder technisch so weiterentwickelt worden, dass unter anderem durch perfekte Lagerung, Platzierung der Maschinen und einige andere veränderte Parameter nahezu keine Vibrationen mehr auftreten sowie aufgrund von effizienter Schallisolierung auch fast keine Betriebsgeräusche mehr bis in die Passagierbereiche vordringen.

Propeller und Ruder der Mein Schiff 3  - Aufnahme vom November 2013 in der STX-Werft un Turku
Propeller und Ruder der Mein Schiff 3 – Aufnahme vom November 2013 in der STX-Werft in Turku

Wir haben während der Reise immer wieder an verschiedenen Stellen am Schiff getestet, sowohl im Hafen als auch auf Fahrt bei verschiedenen Geschwindigkeiten. Es ist wirklich beeindruckend, dass nirgendwo am Schiff in den Passagierbereichen nennenswerte Vibrationen zu fühlen sind. Lediglich ganz leichte Vibrationen haben wir ganz vorne oben gefunden, die aber auch nur wahrzunehmen sind, wenn man sich die Wasseroberfläche in einem am Tisch stehenden Glas ansieht.

Betriebsgeräusche in Form eines leichten Motoren-Wummerns haben wir lediglich im Bereich der jeweils etwa zehn Kabinen hinterhalb des hinteren Treppenhauses und in diesem Treppenhaus selbst festgestellt, die vermutlich auch in den Kabinen dort zu hören sind, allerdings auch hier im Vergleich zu anderen Schiffen mit Propeller-Antrieb sehr leise. Wer da sehr empfindlich ist, wählt vielleicht eine Kabine weiter vorne.

Kleiner technischer Ausflug zur Erklärung: Für Pod-Antrieb spricht die hohe Manövrierfähigkeit eines Schiffs durch die 360 Grad drehbaren Propeller-Gondeln. Der Nachteil: Für Reparaturen am Pod muss das Schiff tendenziell ins Trockendock, während sich beim konventionellen Antrieb Propeller und Ruder fast immer auch ohne Trockendock unter Wasser reparieren und sogar komplett austauschen lassen. Die Entscheidung für Propeller-Antrieb hat TUI Cruises laut Kapitän Kjell Holm vor allem getroffen, um möglichst wenig Risiko für Kreuzfahrt-Ausfälle bei Antriebsproblemen einzugehen.

28. Juni: Jungfernfahrt und Kinderkrankheiten

Mein Schiff 3
Mein Schiff 3

Bei Jungfernfahrten sind kleinere und größere Probleme und Beeinträchtigungen durch Kinderkrankheiten vor allem auf einem völlig neu konzipierten Schiff mit vielen neuartigen, technischen Einrichtungen eigentlich nichts Ungewöhnliches. Erfahrene Kreuzfahrer wissen das. Kreuzfahrt-Neulinge, die sich eine Jungfernreise als ganz besonderes Erlebnis und vermeintlich perfekte Premieren-Reise vorstellen, wundern sich, wenn an der einen oder anderen Stelle sowohl technisch als auch beim Service noch nicht alle glatt läuft – einerseits ärgerlich, andererseits nachvollziehbar wenn man berücksichtigt, dass manche Probleme erst zu Tage treten, wenn das Schiff tatsächlich voll mit Passagieren ist oder technische Systeme erst im Echtbetrieb feinjustiert werden können.

Nachdem von der Jungfernreise der Mein Schiff 3 im Internet bei Facebook und in Foren über zahlreiche Unzulänglichkeiten und Kinderkrankheiten berichtet wurde, wollen wir hier ein kleines Update geben und die dort angesprochenen Themen knapp auf den aktuellen Stand bringen, so wie wir es hier auf der Reise von Palma de Mallorca nach Valletta erlebt haben.

Diverse technische Kleinigkeiten von flackernden Lampen und nicht funktionierenden Seifenspendern in den öffentlichen WCs über Aussetzer bei der Internet-Verbindung und schlecht gespültes Geschirr wegen Abstimmungsproblemen bei der Spülmaschine bis zu Problemen mit dem Pool sind weitgehend gelöst. Man sieht aber hin und wieder noch Mitarbeiter von Fachfirmen im Blaumann am Schiff, die an einzelnen Stellen an Details arbeiten. Auch der Service hat sich offenbar deutlich besser eingespielt, hier haben wir keine größeren Mängel mehr gefunden. Lediglich die Abläufe in den drei Atlantik-Restaurants könnten noch etwas flüssiger werden und auch die Polster für die hölzernen Liegestühle auf dem Promenadendeck fehlen noch.

Rußflecken am Boden hinterm Schornstein
Rußflecken am Boden hinterm Schornstein
Schornstein der Mein Schiff 3
Schornstein der Mein Schiff 3, dem derzeit Umwelt-freundlichsten größeren Kreuzfahrtschiff der Welt

Ein gravierendes Problem ist allerdings noch nicht gelöst: In den Bereichen hinter dem Schornstein gibt es Ruß-Niederschlag vom Schornstein, was zu Rußflecken am Boden, Stühlen, Tischen und der Reling sowie – besonders ärgerlich – zu verschmutzten Kleidern führt. Rund 30 Mitarbeiter der an der Abgasanlage beteiligten Fachfirmen sind an Bord und arbeiten an einer Lösung. Offenbar handelt es sich um eine Fehlfunktion einer einzelnen Klappe in dem komplexen System, die nicht richtig schließt. Derweil ist die Crew regelmäßig am Putzen, verschmutzte Kleider werden von TUI Cruises kostenlos gereinigt oder notfalls ersetzt.

Ebenfalls kritisiert wurde das Fehlen der Minibars in den Standard-Kabinen – lediglich in Suiten gibt es auf der Mein Schiff 3 noch Minibars. Der Grund dafür ist allerdings nicht, wie gelegentlich zu lesen war, dass die Minibars bei der Planung vergessen wurden. Sie fehlen mit Absicht. Laut TUI Cruises würden Minibars nur wenig genutzt, nehmen in den Kabinen aber Platz weg und verursachen viel Aufwand für die Crew. Zudem, so TUI Cruises, würden Minibar-Kühlschränke auf der Mein Schiff 3 zusammengenommen an einem Tag so viel Energie verbrauchen, wie an Land eine vierköpfige Familie in einem ganzen Jahr. Eine Kombination aus Kostenersparnis und Umweltschutz also.

Mini-Bar in einer Himmel & Meer-Suite
Mini-Bar in einer Himmel & Meer-Suite

Dennoch: Wer beispielsweise für Medikamente einen Kühlschrank in der Kabine benötigt, kann das vor der Reise bei TUI Cruises anmelden und bekomme dann einen kleinen Medikamenten-Kühlschrank in die Kabine, notfalls auch noch vor Ort über die Rezeption.

Einen Kritikpunkt können wir trotz aller Bemühungen nicht nachvollziehen: Ein Foto in einem Forum soll zeigen, wie sich der Bodenbelag auf dem Pooldeck aufwölbt. Wir haben intensiv nach der Stelle gesucht und nichts Ungewöhnliches gefunden. Tatsächlich allerdings gibt es auf dem Pooldeck der Mein Schiff 3 viele Gefälle, beispielsweise rund um die Duschkabinen, um die Eisbar, den Pool-Einstieg und auch die Deck-Flächen sind so gestaltet, dass Wasser immer gut abfließt und sich nirgendwo Pfützen bilden. Diese leichten Buckel und Täler im Boden kann man für Aufwölbungen halten, sie sind in der Tat aber beabsichtigt und erfüllen ihren Zweck sehr gut, wie wir vor einigen Tagen in Monte Carlo feststellen konnten, als es morgens recht stark regnete.

29. Juni: Valletta

Mein Schiff 3 in Valletta
Mein Schiff 3 in Valletta

Guten Morgen aus Valletta auf Malta. Unsere Reise auf der Mein Schiff 3 geht hier zu Ende, ein paar Beiträge folgen aber in den kommenden Tagen noch – denn das eine oder andere Thema wollen wir noch behandeln.

Sonnenaufgang an der Hafeneinfahrt in Malta
Sonnenaufgang an der Hafeneinfahrt in Malta

Wie fast immer hatte Valletta wieder einen wunderschönen Sonnenaufgang zu bieten und da unser Rückflug erst mittags nach München geht, hatte ich noch etwas Zeit für einen Spaziergang nach Valletta zum Fotografieren – die Mein Schiff 3 von der Stadtmauer aus, aber auch die vielen streunenden Katzen von Valletta, die hier von den Menschen fürsorglich gehegt und gefüttert werden.


Unsere letzte Station am Schiff ist das Frühstück in der Backstube – einem der vielen kleinen Highlights der Mein Schiff 3 mit herrlichem, frischem Brot, aber auch den ganzen Tag über frischen Paninis, die an sich selbst zusammenstellt und dann grillen lassen kann.

Backstube
Backstube
Backstube
Backstube

Und da die Backstube direkt am Eingang zum Anckelmannsplatz-Buffetrestaurant liegt, ist natürlich auch das restliche, ziemlich umfangreiche Frühstücksbuffet nur ein paar Schritte entfernt.

30. Juni: Nachtrag 1 – „Klanghaus“-Konzertsaal

Streich-Quartett im Klanghaus
Streich-Quartett im Klanghaus

Zurück von der Mein Schiff 3 bleiben noch ein paar Aspekte, die nicht unerwähnt bleiben sollten – deshalb noch einige Ergänzungen nachträglich zum „Klanghaus“-Konzertsaal, der Bühnentechnik im Theater und der virtuelle Band in der TUI Bar. Zu den diversen Restaurants und dem Essen an Bord folgt ebenfalls noch ein Beitrag. Und auf das Thema Umwelttechnik und Abgasfilter an Bord der Mein Schiff 3 wollen wir demnächst ausführlicher separat eingehen.

Theater mit Video-Bühnenbild
Theater mit Video-Bühnenbild

Auf den ersten Blick sieht das Theater der Mein Schiff 3 aus wie die meisten Kreuzfahrtschiff-Theater. Doch wenn sich der Vorhand öffnet, gibt’s einen Wow-Effekt: Die Bühne ist sehr groß und tief, sodass die Akteure viel Platz haben. Sie verfügt über sehr flexible, drehbare und vielfältige Hebe-Vorrichtungen, sodass sich die Bühne in mehrere, unterschiedlich geformte Ebenen verwandeln lässt.

Vor allem aber fasziniert das Bühnenbild: Es besteht nämlich aus riesigen, verschiebbaren Videowänden, auf die sich jede Art von Bühnenbild, ob statisch oder bewegt, zaubern lässt. Das macht lebendige und vielfältige Bühnenbilder möglich, die mit konventioneller Technik auf Kreuzfahrtschiffen wegen des begrenzen Platzes unmöglich ist. Ein wenig erinnert das an die Europa 2, die in ihrem Theater – kleinerem Maßstab – ebenfalls auf Videowand-Technik setzt.


Neue Shows nutzen die Möglichkeiten der Videowände intensiv aus und bereichern die Shows mit Bewegbild, kleine Gags oder einfach opulenten Bühnenbildern und Farbspielen. Insgesamt gewinnt das Theater dadurch sehr an Attraktivität, aber auch die Shows selbst haben eine spürbar höhere Qualität, als wir das noch vor zwei Jahren auf der Mein Schiff  erlebt hatte. Die Schlager-Show beispielsweise ist witzig, spritzig, mit kreativen Kostümen ausgestattet und bringt so viel Selbstironie für das Schlagern-Genre mit, dass sogar Gäste ihre Freude daran haben, die Schlager nicht unbedingt zu ihrer Lieblingsmusik zählen. Die Show „Comedian Harmonists“ erzählt auf sehr liebevolle und emotionale Weise die Geschichte der legendären A-Capella-Band und fasziniert durch viele Details und erneut die Pracht der Video-Bühnenbilder. Weitere Shows haben wir in unserem vollgepackten Programm an Bord der Mein Schiff 3 nicht besucht, darunter eine Rock-Show und die Neuproduktion „Blue Elements“.

virtuelle Band im der TUI Bar
virtuelle Band im der TUI Bar

Video-Wände kommen übrigens noch an einer anderen Stelle auf der Mein Schiff 2 zum Einsatz, nämlich für die virtuelle Band in der TUI Bar. Dort gibt es nämlich eine virtuelle Band: Auf einer per Videowand simulierten Bühne gibt’s hier quasi „Live“-Musik. Ein netter Gag.

Für die Freunde klassischer Musik einschließlich Musicals und Filmmusik ist das „Klanghaus“ gedacht – eine der auffälligeren Innovationen der Mein Schiff 3. Zunächst wirkt das Klanghaus einfach wie ein in Holzoptik gehaltener, kleiner Konzertsaal. Die eigentliche Faszination des Klanghauses versteckt sich zunächst sehr gut. Zusammen mit dem finnischen Akustik-Design-Spezialisten Akukon hat TUI Cruises hier nämlich ein Akustik-Management-System verbaut, wie es sonst heutzutage vor allem in den großen Konzertsälen der Welt zum Einsatz kommt.


Versteckte Mikrophone und Lautsprecher beeinflussen den Klang in dem Raum auf eine Weise, dass es wahlweise beispielsweise wie ein kleiner Kammermusik-Saal (für Streichquartett, Piano oder Gesang), eine große Kathedrale (das Klanghaus hat eine eigene Orgel – ideal auch für Hochzeiten an Bord) oder andere Raumcharakteristika bekommt. Dank satten Bässen und klaren Höhen, kombiniert mit guter Schallisolierung und sehr leiser Klimaanlage bekommt der Konzert-Besucher hier tatsächlich einem Konzertsaal mit Akustik, die dem in guten Konzertsälen an Land entspricht.

30. Juni: Nachtrag 2 – Restaurants der Mein Schiff 3

Pralinen aus der Cafe Lounge
Pralinen aus der Cafe Lounge

Bleibt noch, über die Restaurants an Bord der Mein Schiff 3 zu sprechen. Die Backstube im Anckelmannsplatz-Buffetrestaurant, das japanische Spezialitäten-Restaurant Hanami und das Steakhaus Surf & Turf haben wir schon angesprochen. Auch das Spitzenrestaurant „Richards Feines Essen“ ist ja schon von der Mein Schiff 1 und Mein Schiff 2 bekannt und hat hier vor allem einen moderneren, helleren Touch bekommen und ist mit großen Fenstern in dem Bereich „Große Freiheit“ am Heck der Mein Schiff 3 gelegen.

Info-Displays mit Speisekarten
Info-Displays mit Speisekarten

Sehr angenehm: Über die großen Touchscreen-Displays nahe der Treppen und Aufzüge lassen sich sämtliche Speisekarten der Restaurants auch schon einen Tag vorher abrufen, sodass man sich gezielt das jeweils zum aktuellen Appetit passende Restaurant aussuchen kann. Wie bei TUI Cruises üblich gibt es keine festen Tischzeiten oder Tischzuweisungen in den Restaurants, sodass Reservierungen nur für die Spezialitäten-Restaurants nötig sind.

Atlantik: unten Klassik, oben links Mediterran, rechts Eurasia
Atlantik: unten Klassik, oben links Mediterran, rechts Eurasia

Am neugierigsten sind TUI-Cruises-Kenner auf der Mein Schiff 3 aber natürlich in Hinblick auf die Dreiteilung des Hauptrestaurants Atlantik in Klassik, Eurasia und Mediterran. Auf unserer Reise erwies sich das Klassik als das beliebteste, das aber auch die gesamte Restaurant-Fläche auf Deck 3 belegt. Im kaum weniger beliebten Atlantik Mediterran gab es zu Stoßzeiten gelegentlich Wartezeiten von einer halben Stunde. Mediterran und Eurasia belegen jeweils die Hälfte der Restaurant-Fläche auf Deck 4 rund um ein offenes Atrium, das sich von Deck 3 bis zur Schau Bar auf Deck 5 erstreckt. Die drei Ebenen sind durch eine schicke, weiße Wendeltreppe verbunden.

Das Essen ist im Atlantik in allen drei Bereichen gewohnt hochwertig, kreativ und abwechslungsreich. Das an manchen Abenden im Klassik angebotene (und Gäste aller drei Restaurants zugängliche) Käse-Buffet ist geradezu sensationell. Lediglich der Service muss sich hier wohl noch etwas einspielen, denn mitunter waren die Zeitabstände zwischen den einzelnen Gängen recht lang.

iPod-Bestellsystem im Atlantik
iPod-Bestellsystem im Atlantik

Der Qualität des Essens tendenziell zuträglich: Die Kellner nehmen die Bestellungen mit Hilfe von iPods entgegen, sodass sie per WLAN sofort in die Galley übertragen werden. Durch die elektronische Erfassung aller Bestellungen wird die Planung in der Küche deutlich vereinfacht, es muss weniger auf Verdacht vorbereitet werden und entsprechend „a la minute“ gekocht kommt das Essen an den Tisch. Im Idealfall beschleunigt das auch den Service.

Wer ein wenig Abwechslung mag, findet durch die Dreiteilung des Atlantik eine viel größere Speisenvielfalt, die Speisekarten wechseln allerdings nicht täglich, sodass es sinnvoll sein kann, nicht auf zwei aufeinander folgenden Tagen ins selbe Restaurant zu gehen.

Wok-Live-Cooking im Anckelmannsplatz
Wok-Live-Cooking im Anckelmannsplatz

Alternativ zum Bedien-Restaurant gibt es weiterhin das Anckelmannsplatz-Buffetrestaurant unter anderem mit der gewohnten Live-Cooking-Station mit selbst zusammengestellten Wok-Gerichten und die in der angrenzenden Backstube angebotenen, ebenfalls selbst zusammengestellten, gegrillten Paninis.

Gosch, Aussenbereich
Gosch, Aussenbereich
Gosch, Buffet
Gosch, Buffet

Neu ist, dass Gosch Sylt nun auf Selbstbedienung setzt. Das stößt allerdings nicht bei alle Passagieren auf Gegenliebe, auch wenn man so deutlich schneller zu seinem Essen kommt und das Gosch mehr Sitzplätze bietet. Durch den Buffet-Stil leidet eben die Qualität bei den warmen Gerichten tatsächlich ein wenig. Die von den anderen beiden Schiffen gewohnten, zuzahlungspflichtige Gerichte gibt es auf Bestellung aber nach wie vor und werden dann auch a-la-minute gekocht.

Bildergalerie: Restaurants der Mein Schiff 3

Tag & Nacht Bistro
Tag & Nacht Bistro

Wer zwischen den Mahlzeiten Hunger bekommt, findet im Tag & Nacht Bistro zu jeder Tageszeit Pizza, Burger, Pommes, Curry-Wurst und Ähnliches, ob für den Hunger zwischendurch oder nachts als Stärkung nach der Disco. Eine ähnliche Auswahl – aber nicht rund um die Uhr – gibt es an der Außenalster-Bar auf Deck 12 achtern unter freien Himmel.

Buffet in der X-Lounge
Buffet in der X-Lounge

Suiten-Gäste genießen außerdem zwischen 7 und 19 Uhr ein kleines, aber feines Buffet in der im Vergleich zu Mein Schiff 1 und Mein Schiff 2 deutlich größeren X-Lounge inklusive Champagner und Kaviar, aber auch einem schönen Frühstück inklusive frisch gepresstem Orangensaft.

Cafe Lounge
Cafe Lounge

Kein Restaurant im engeren Sinne, aber ebenfalls Teil des „Große „Freiheit“-Ensembles am Heck ist die neue Café Lounge. Großzügig gestaltet mit viel Raum zwischen den Sesseln und Chaiselongues genießt man hier die Ruhe und den Ausblick nach hinten durch die „Diamant“-Verglasung, vom Frühstück bis in den Abend hinein. Zu moderaten Preisen (z.B. Cappuchino 2,20 Euro) genießt man dazu Kaffee-Spezialitäten (mein Favorit: Dark Mocha, Espresso mit dunkler Schokolade für 2,30 Euro) und vor allem die hausgemachten Pralinen (90 Cent pro Stück).


Mein persönlicher Tipp: Die Café-Karamell-Trüffel sind regelrecht göttlich, aber auch die Schokotrüffel mit Aprikosen-Füllung sind lecker, und der Nougat, und die Champagner-Creme mit weißer Schokolade in Diamant-Form, und die Himbeer-Pralinen, und … Diese Pralinen sind jeden Cent wert – finden wir jedenfalls. Deshalb habe ich auch eine Schachtel davon mit nach Hause genommen und werde heute Abend eine oder zwei davon genießen – jedenfalls wenn ich welche ab bekomme …

Anmerkung*: Cruisetricks.de fährt mit der Mein Schiff 3 auf Einladung von TUI Cruises.

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2 Kommentare zu Live von der Mein Schiff 3 von Mallorca nach Malta

  1. Peter Stilbach on Juni 22, 2014 at 12:50 pm

    Hallo Herr Neumeier,
    die Taufe von „Mein Schiff 3“ habe ich verfolgt. Ein Schiff für deutsche Gäste zugeschnitten. Sehr viel Platz und mit neuen Einrichtungen, die wohl jeden Gast begeistern wird. Das die Getränke und Snacks auch zwischen den Mahlzeiten inklusive sind, ist eine vorbildliche Leistung von TUI-Cruises. Die Passagepreise sind dafür recht günstig im Vergleich zu anderen Schiffen. Ich bin gespannt auf Ihre Berichte und wünsche Ihnen eine fröhliche Kreuzfahrt.
    In der Uelzener Allgemeinen Zeitung, AZ-online.de, habe ich Werbung für den Podcast gemacht. In Verbindung mit meinem „Berlin-Bericht“. Im Verander-Restaurant gibt es ausser Kaffee und Tee auch kostenlos in Selbstbedienung Säfte und Wasser. Hier mein Hinweis heute in AZ-online (wer dort „MS Berlin“ anklckt kann den ganzen Bericht lesen.

    Peter-Stilbach22.06.2014, 11:17

    Hier mein Reisebericht, mit Verzögerung durch die AZ jetzt erschienen.
    Auch zu lesen im Magazin „an Bord“, im Kreuzfahrttester und bei cruisetricks (jeden Mittwoch für Seereisen-Freunde mit einem neuen Podcast, sehr zu empfehlen). Das ehemalige ZDF-Traumschiff ist wunderschön nach dem Werftaufenthalt geworden. Klein und Fein, keine Massenabfertigung.

  2. Jörg Hellmundt on Juni 22, 2014 at 5:50 pm

    Bin sehr gespannt, wie der Eindruck bei der 7 Tage Reise sein wird.
    Bitte versuchen, die Unterschiede zu den beiden älteren Schiffen abzubilden. Pro und Contra, wäre toll. Na denn, eine gute Reise!

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