Neue Studien und Statistiken: Kreuzfahrtjahr 2011 in Zahlen

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Kreuzfahrt 2011 in Zahlen

Kreuzfahrt 2011 in Zahlen

Das Kreuzfahrt-Jahr 2011 haben gleich mehrere Kreuzfahrt-Marktstudien und -Statistiken zum Thema, die in den vergangenen Tagen erschienen sind – aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. CLIA, die internationale Vereinigung der Kreuzfahrt-Reedereien, legt ihr Cruise Industry Update 2012 (PDF) vor, der Deutsche Reiseverband (DRV) neben der jährlichen DRV-Studie Kreuzfahrtmarkt Deutschland 2011 auch eine Management-Consult-Untersuchung zum Hochseekreuzfahrtmarkt und Touristik Aktuell hat Reisebüros zum Buchungsverhalten und den Vorlieben deutscher Kreuzfahrer befragt. Cruisetricks.de hat sich die Studien angesehen und versucht, die teils recht unterschiedlichen Ergebnisse unter einen Hut zu bringen.

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Wenig überraschend ist, dass der Kreuzfahrt weiter rasant wächst, wobei sich die Zahlen auf 2011 beziehen, eventuelle Folgen des Costa-Concordia-Unglücks also nicht beinhalten. Zwölf Prozent mehr Deutsche unternahmen 2011 laut DRV eine Kreuzfahrt. Das sind 1,8 Millionen Passagiere, davon 1,4 Millionen auf Hochseeschiffen, der Rest auf Flusskreuzfahrten. Der Hochseemarkt wuchs mit 13,8 Prozent stärker als der Flussmarkt (plus 6,7 Prozent).

Durchschnittspreis leicht gestiegen

Angenehm für die Anbieter: Der durchschnittliche Reisepreis ging nach dem Abwärtstrend der Vorjahre nun wieder leicht nach oben (plus 0,8 Prozent). 1.710 Euro gaben deutsche Kreuzfahrer im Durchschnitt für eine Kreuzfahrt aus, bei einer nahezu gleichbleibenden durchschnittlichen Dauer von 9,2 Tagen (Rückgang um 0,1 Tage).

Kreuzfahrt gewinnt mit diesen Wachstumsraten immer mehr Bedeutung im gesamten Reiseveranstaltermarkt: Schon 12,4 Prozent des Umsatzes kommen nämlich inzwischen aus der Kreuzfahrt. Noch vor zehn Jahren hatte die Kreuzfahrt lediglich einen Anteil von fünf Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Die Hochseekreuzfahrt verzeichnete in Deutschland 2011 einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro.

Westliches Mittelmeer ist der Top-Favorit

Am liebsten fahren Deutsche übrigens im westlichen Mittelmeer, mit etwas Abstand folgen Nordland, östliches Mittelmeer, Kanarische Inseln, Karibik und Ostsee. Ein kurzer Blick auf die CLIA-Zahlen: Für den stark an den USA orientierten Markt der CLIA-Mitglieder ist die Karibik das Ziel Nr. 1 (36,2 Millionen Betten-Tage), das Mittelmeer folgt aber auch hier schon auf Platz zwei (21,99 Millionen Betten-Tage), gefolgt von den restlichen europäischen Destinationen inklusive Skandinavien (8,47 Millionen Betten-Tage). Zum Vergleich: Der deutsche Kreuzfahrtmarkt umfasst insgesamt rund 12,8 Millionen Passagier-Nächte, respektive Betten-Tage bei den Hochseekreuzfahrten.

Auffällig ist bei den CLIA-Zahlen vor allem das enorme Wachstum im Mittelmeer: Im Vergleich zu vor fünf Jahren hat sich das Mittelmeer mehr als verdoppelt und auch der Anteil am Gesamtmarkt stieg um 7,5 Prozentpunkte – auf Kosten aller anderen Destinationen, die durchweg leicht Anteile abgeben, bis auf Mexiko aber in den absoluten Passagierzahlen ebenfalls wachsen.

Publikum wird internationaler, aber Deutsche wollen unter sich sein

Ein ebenfalls anhaltend starker Trend bei der CLIA: Der Passagier-Mix wird immer internationaler. Waren im Jahr 2000 noch 91 Prozent der Passagiere auf den Schiffen der CLIA-Mitglieder Amerikaner, sind es 2010 nur noch 72,8 Prozent und vom 3. Quartal 2011 hochgerechnet ist der Anteil 2011 sogar auf 69 Prozent gesunken.

Glaubt man den Erkenntnissen der Studie von Touristik Aktuell, dann kommt dieser Trend dem deutschen Kreuzfahrer zwar entgegen, hilft ihm aber nur begrenzt: Die Hälfte fühlt sich nämlich von internationalen Passagieren zumindest hin und wieder gestört. Daher liegen die Präferenzen der Reisebürokunden auch klar bei den europäischen Reedereien beziehungsweise solchen, die als europäisch wahrgenommen werden. Die „Top 5“ der europäischen Reedereien in der Gunst der Reisebürokunden sind der Touristik-Aktuelle-Studie zufolge:

  1. AIDA
  2. TUI Cruises
  3. MSC Kreuzfahrten
  4. Costa Kreuzfahrten
  5. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten

Bei den als „amerikanisch“ wahrgenommenen Reedereien sieht die Rangfolge der Favoriten so aus:

  1. Norwegian Cruise Line
  2. Royal Caribbean International
  3. Princess Cruises
  4. Celebrity Cruises
  5. Disney Cruise Line

Ein in Teilen ziemlich anders Bild zeichnet hier die vom DRV in Auftrag gegebene Untersuchung des Hochsee-Kreuzfahrtmarktes, die unter anderem danach fragte, mit welchen Kreuzfahrtveranstaltern die Befragten Urlauber tatsächlich schon einmal gereist sind:

  1. AIDA (56 %)
  2. MSC Kreuzfahrten (17,9 %)
  3. Costa Kreuzfahrten (15,9 %)
  4. TUI Cruises (12,8 %)
  5. Norwegian Cruise Line (11,8 %)
  6. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten (10 %)
  7. A-Rosa (4,3 %)
  8. Celebrity Cruises (4,1 %)
  9. Deilmann (3,5 %)
  10. Phoenix (2,8 %)
  11. Royal Caribbean International (3 %)
  12. Hurtigruten (2,2 %)
  13. Carnival (1,6 %)
  14. Color Line (1 %)
  15. Cunard Line (0,8 %)
  16. Sonstige (9,2 %)

Altersstruktur: Aus Vorurteil wird Akzeptanz

Anders als der internationale Mix der Passagiere stört die Passagiere dagegen etwas kaum mehr, das einst eines der am stärksten verwurzelten Kreuzfahrt-Vorurteile war: die Altersstruktur an Bord. Nur 18 Prozent der Passagiere fühlen sich zumindest hin und wieder davon gestört, dass junge und ältere Zielgruppen gleichzeitig an Bord eines Schiffes sind, 35 Prozent stört das sogar nie.

Internet, All-inclusive, Kabinenwahl

Einige weitere interessante Zahlen aus der Studie von Touristik Aktuell in aller Kürze:

Für 68,5 Prozent der Reisebürokunden ist „all inclusive“ wichtig, nur für 1,1 Prozent ist das Thema unwichtig. Vor allem Getränke, Essen, Sport-Angebote und Trinkgelder sollten demnach im Kreuzfahrtpreis bereits enthalten sein.

Überraschend: Bei der Kabinenwahl laufen Außenkabinen den Balkonkabinen den Rang ab – jedenfalls laut Touristik-Aktuell-Studie: 47,5 Prozent bevorzugen Außenkabinen, 36,9 Prozent wollen auch einen Balkon. Und obwohl die deutsche Passagieren bei der Auswahl einer Kreuzfahrt auch stark auf den Preis achten, sind die günstigen Innenkabinen mit 13,3 Prozent abgeschlagen auf Platz 3.

Eigentlich nicht überraschend, immer wieder aber in Zweifel gezogen: Ein Großteil der Passagiere, nämlich 64,7 Prozent, informieren sich vor ihrem Besuch im Reisebüro im Internet. Immerhin noch 31,4 Prozent lesen Reisethemen in Zeitungen und Zeitschriften.

Die wichtigsten Kriterien: Essen und Routing

Einig sind sich die Studien bei einem Thema, das schon immer essenziell auf Kreuzfahrt war: das Essen. Touristik Aktuell stellt fest, dass 73,7 Prozent der Kunden der befragten Reisebüros sich vom Gastronomie-Angebot an Bord der Schiffe bei ihrer Buchungsentscheidung beeinflussen lassen.

Ansonsten zählt für die Deutschen bei der Auswahl einer Kreuzfahrt vor allem eines: das Routing. Für 94,1 Prozent der Passagiere sind Fahrtroute und angelaufene Häfen wichtiger als das Leben an Bord. Das Schiff selbst ist für Deutsche demnach nach wie vor nicht das eigentliche Ziel der Kreuzfahrt, trotz immer umfangreicherer und ausgefallener Unterhaltungsangebote.

Gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum

Gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum der Kreuzfahrt-Branche in Deutschland bescheinigt die Hochseekreuzfahrtmarkt-Studie des DRV, die sich unter anderem der Frage angenommen hat, inwieweit sich Ansprüche von Urlaubern an Kreuzfahrten und Urlaub an Land unterscheiden. Das Ergebnis: Die Ansprüche unterscheiden sich nur geringfügig – beste Voraussetzungen also, Landurlauber von den Vorzügen einer Kreuzfahrt zu überzeugen.

Interessante Details dabei: Der Kreuzfahrtpreis spielt für erfahrenere Kreuzfahrer eine deutlich geringere Rolle als bei Erstkreuzfahrern. Und, ebenfalls spannend: Erstkreuzfahrer legen größeren Wert auf eine interessante Fahrtroute des Schiffs. Im Umkehrschluss: Erfahrene Kreuzfahrer sind eher auch schon mit dem Erlebnis am Schiff selbst glücklich.

In einem Punkt sind sich Erstkreuzfahrer und erfahrene Seereisende auch in dieser Studie absolut einig: Qualitativ hochwertige Mahlzeiten erwarten beide Gruppen gleichermaßen. Ebenfalls recht einig sind sich beide Gruppe auch darin, was an Bord besonders unwichtig ist: Vielfältige Shopping-Möglichkeiten an Bord, ein Spielkasino und eine große Auswahl an Bars.

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