Eigner der Polar Star ist offenbar pleite

(aktualisiert - News vom 18.05.2011) von
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Polar Star
Polar Star (Bild: Magnus Hellman)

Die Arktis-Saison für das Expeditionsschiff Polar Star fällt voraussichtlich aus. Der Eigner der Polar Star, Karlsen Shipping Co. Ltd., ist offenbar insolvent, eine Gläubigerbank hat im kanadischen Halifax ein entsprechendes Gerichtsverfahren angestrengt. Die Polar Star sollte vom 9. Juni, verchartert an die Hurtigruten-Tochter Spitsbergen Travel, elf Kreuzfahrten von Longyearbyen aus rund um Spitzbergen fahren. Rund ein Drittel der auf der Polar Star gebuchten Passagiere stammen Branchenkennern zufolge aus Deutschland.

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Die kanadische Toronto-Dominion Bank drehte Karlsen Shipping den Geldhahn zu. Laut The Chronical Herald hat die Reederei rund 4,6 Millionen CAN-Dollar Schulden und bräuchte weiteres Geld für laufenden Kosten in Höhe von 6.700 Dollar täglich.

Die Polar Star liegt derzeit in einer Werft in Las Palmas auf Gran Canaria, wo sie in den letzten Wochen repariert wurde, nachdem das Schiff Ende Januar in der Antarktis auf Grund gelaufen war. Auch die Rechnung der spanischen Werft in Höhe von 1,4 Millionen CAN-Dollar ist offenbar noch nicht bezahlt, auch wenn diese Summe ganz oder zum großen Teil von der Versicherung gedeckt sein dürfte.

UPDATE (20.5.): Auch Hurtigruten hat uns inzwischen bestätigt, dass Karlsen Shipping insolvent ist. Man verhandle derzeit mit den Gläubigern, um eine Lösung für die geplanten Kreuzfahrten der Polar Star unter Charter der Hurtigruten-Tochter Spitsbergen Travel zu finden. Man bemühe sich, die Kreuzfahrten mit der Polar Star oder alternativ auch mit einem anderen Schiff durchzuführen. Der Kapitän der Polar Star, Jacek Lisiecki, hat sich in einem Blog zu Wort gemeldet und einen Spendenaufruf für die Crew des Expeditionsschiffs gestartet. Demnach sind die Crewmitglieder die letzten drei Monate nicht mehr bezahlt worden und suchen jetzt nach einem Weg, zumindest nach Hause zu kommen. Einem Kommentar auf dem Blog zufolge (vermutlich von Martin Karlsen) bemüht sich der Konkursverwalter derzeit darum, die Crew nach Hause zu fliegen. Zugleich bemüht man sich offenbar darum, zumindest einen Teil der Crew an Bord zu behalten, um das Schiff zu warten und im Falle einer Lösung der finanziellen Schwierigkeiten schnell wieder einsatzfähig zu sein. UPDATE 20.5.: Der Insolvenzverwalter bei PricewaterhouseCoopers hat inzwischen offenbar zugesagt, die Heimreise der Crew zu organisieren und zu finanzieren.

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Die Polar Star wurde 1969 als Njord bei der schwedischen Marine in Dienst gestellt, im Jahr 2000 von dem inzwischen in Kanada lebende Norweger Martin Karlsen mit seiner Firma Karlsen Shipping gekauft und zu einem Expeditions-Kreuzfahrtschiff umgebaut hat. Die knapp 90 Meter lange Polar Star bietet Platz für maximal 105 Passagiere in 48 Kabinen und besitzt die höchste Eisklasse entsprechend der Klassifizierung 1A Super für eine Eisdicke von bis zu einem Meter.

Die Polar Star gehört zu den wenigen Schiffen, die nach den neuen Umweltvorschriften bei Antarktis-Kreuzfahrten noch anlanden können. Ob das Insolvenzverfahren bis zur im Spätherbst beginnenden Antarktis-Saison soweit gediehen ist, dass die Polar Star wieder fahren darf, ist derzeit völlig offen.

Erste Angebote für Umbucher

Eine offizielle Aussage von Spitsbergen Travel, inwieweit die anstehenden Kreuzfahrten auf der Polar Star abgesagt werden, gibt es bislang noch nicht. Sobald wir von Spitsbergen Travel eine Auskunft bekommen, reichen wir die Information hier nach.

Erste Reiseveranstalter haben auf die Insolvenz der Reederei der Polar Star bereits reagiert und Umbuchungsmöglichkeiten und Rabatte für betroffene Passagiere der Polar Star angeboten. Allerdings sind auf deutschsprachigen Kreuzfahrten beispielsweise der Arctic Dream, Plancius und Noorderlicht (Oceanwide Expeditions) nur noch sehr wenige Kabinen frei. In der Antarktis fährt auch das chilenische Expeditionsschiff Antarctic Dream, auf dem ebenfalls einige deutschsprachig betreute Kreuzfahrten angeboten werden.

Der deutsche Spezialreiseveranstalter Polar-Kreuzfahrten hat eine Rabatt-Aktion für Polar-Star-Passagiere angekündigt, die in den nächsten Wochen eine Spitzbergen-Kreuzfahrt für 2012 auf der Ocean Nova buchen. Passagiere, die auf den (voraussichtlich) abgesagten Kreuzfahrten der Polar Star gebucht waren, bekommen bei Buchung einer Kreuzfahrt auf der Ocean Nova, Quest oder Stockholm für den Sommer 2012 bei Polar-Kreuzfahrten einnen 5-Prozent-Rabatt auf die Schiffsreise, wenn sie bis Ende Juli 2011 buchen.

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