Top 10 Klassiker der Meere: legendäre Kreuzfahrtschiffe

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Legendäre Kreuzfahrtschiffe: Das ehemals größte Schiff der Welt, die Sovereign (Bild: Pullmantur Cruises)

Legendäre Kreuzfahrtschiffe: Das ehemals größte Kreuzfahrtschiff der Welt, die Sovereign (Bild: Pullmantur Cruises)

Trotz ständig weiter verschärfter Sicherheitsbestimmungen, neuer Abgasnormen und steigender Ansprüchen der Passagiere: Zahlreiche Kreuzfahrtschiff-Legenden sind nach wie vor im aktiven Dienst – meist unter anderem Namen als in ihren Anfängen, meist erheblich umgebaut und renoviert. Besonders für Schiffsnostalgiker geht ein Traum in Erfüllung, wenn sie einmal auf einem der legendären Kreuzfahrtschiffen längst vergangener Reedereien fahren können, wie etwa der Royal Viking Line oder Orient Lines. Aber auch einige der ersten Schiffe der heutigen Kreuzfahrt-Konzerne wie Carnival, Royal Caribbean oder NCL sind noch aktiv als Kreuzfahrtschiffe unterwegs.

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In unserer Geschichte konzentrieren wir uns ausschließlich noch aktive Kreuzfahrtschiffe, die mit ihrer bewegten Geschichte oder ihrer Bedeutung für die Kreuzfahrt für Aufsehen gesorgt haben und heute als lebende Legenden durch die Meere kreuzen. Nicht ganz unterschlagen wollen wir aber auch die Kreuzfahrtschiff-Legenden, die inzwischen ausgemustert sind. Sie verdienen zumindest eine Erwähnung, etwa die SS United States, Queen Mary, Queen Elisabeth 2, Rotterdam, Maxim Gorkiy, Monterey, Atlantic Star (ex Fairsky) oder Pacific Princess (“Love Boat”).

Azores (ex Athena) – die Unverwüstliche

MS Athena (Bild: Hansa Touristik)

Athena (Bild: Hansa Touristik)

Kaum ein aktuell fahrendes Kreuzfahrtschiff hat so viele Geschichten zu erzählen wie die Azores (Update: Mai 2013), lange bekannt unter dem Namen “Athena” (siehe auch „Athena, eine alte Bekannte der Andrea Doria“). Von welchem Schiff kann man schon behaupten, dass es sehr persönlich Bekanntschaft gemacht hat mit der legendären Andrea Doria? Diese Bekanntschaft ist allerdings keine freundliche: Die MS Stockholm, wie die Athena 1956 hieß, kollidierte in dichtem Neben mit der Andrea Doria, die daraufhin sank.

Seitdem ist die heutige Athena so oft umgebaut, renoviert und verkauft worden, dass wir hier nur einige wichtige Stationen beschreiben können. 1960 an den FDGB der DDR verkauft, diente sie einige Jahre lang unter dem Namen Völkerfreundschaft als Kreuzfahrtschiff für besonders verdiente Parteikader. 1966 bis 1985 fuhr sie im Winter für die Stena Line in die Karibik.

Von 1986 diente das Schiff als “Friedjof Nansen” als Asylbewerber-Unterkunft in Oslo, bevor es nach Italien verkauft wurde und 1993 – komplett umgebaut – unter dem Namen Italia I bei Star Lauro fuhr und dort Schwesterschiff der schicksalsgebeutelten Achille Lauro wurde.

Als Italia Prima fuhr sie ab 1995 nach Deutschland verchartert für Neckermann Reisen, von1998 bis 2001 als Valtur Prima für Air Maritim Seereisen.

2005 schließlich wurde das Kreuzfahrtschiff an Arcalia Shipping verkauft und bekam nach umfangreichen Umbauten den heutigen Namen MS Athena. Vermarktet wird die Athena seitdem von der Arcalia-Tochter Classic International Cruises und fuhr seit dieser Zeit unter anderem auch für Vivamare Urlaubsreisen, Hansa Touristik, Phoenix Reisen und aktuell mit sehr reizvollen Routen für Hansa Touristik (nicht zu verwechseln mit Hansa Kreuzfahrten), unter anderem mit Abfahrthäfen Kiel und Cuxhaven.

  • Besitzer: Portuscale Cruises
  • Länge: 160 m
  • Breite: 21 m
  • Passagierkapazität: 552
  • Indienststellung: 1946
  • BRZ: 16.144

Ocean Pearl – die Verlängerte

Ocean Pearl unter ihrem früheren Namen Sundream (Bild: Wikipedia)

Ocean Pearl unter ihrem früheren Namen Sundream (Bild: Wikipedia)

Die heutige Oceal Pearl hat 1970 den Grundstein gelegt für eine der erfolgreichsten Kreuzfahrtgesellschaften: Unter dem Namen Song of Norway war sie das erste Schiff der heute zweitgrößten Kreuzfahrtgesellschaft der Welt, Royal Caribbean. Damals war sie immerhin das größte, ganzjährige in der Karibik stationierte Kreuzfahrtschiff. Und sie war auch eines der ersten modernen Kreuzfahrtschiffe überhaupt. Denn bis dahin überwog noch das Transatlantik-Liniengeschäft und Kreuzfahrtschiffe waren üblicherweise alte Transatlantik-Liner, die in der Winterssaison als Kreuzfahrtschiffe in der Karibik verbrachten.

Noch in einem anderen Punkt war die Song of Norway Vorreiter: 1978 wurde sie nämlich in der Mitte auseinandergeschnitten und um ganze 26 Meter verlängert, um ihre Passagierkapazität zu erhöhen. Dieses Verfahren wurde in der Kreuzfahrtboom-Phase der späten 70er- und 80er-Jahren bei vielen anderen Schiffen wiederholt.

1997 verkaufte Royal Caribbean die Song of Norway und von da ab wechselte sie häufig Eigentümer und Schiffsnamen. So fuhr sie unter den Namen Sundream, Dream Princess, Dream, Clipper Pearl, Clipper Pacific und Festival, bevor sie ihren heutigen Namen Ocean Pearl bekam.

2006 diente sie übrigens kurzzeitig als Studentenwohnheim in New Orleans nach Hurrikan Katrina.

Die Ocean Pearl gehört heute dem in Miami ansässigen Schiffsmanagement-Unternehmen International Shipping Partners und ist an die spanische Kreuzfahrtgesellschaft Quail Cruises verchartert. Sie kreuzt von Valencia und Barcelona aus im Mittelmeer.

  • Besitzer: International Shipping Partners
  • Länge: 194 m
  • Breite: 24 m
  • Passagierkapazität: 1.070
  • Indienststellung: 1970
  • BRZ: 18.416

Ocean Dream – Carnivals legendäre Tropicale

Ocean Dream

Ocean Dream

Die Ocean Dream ist das älteste noch fahrende Kreuzfahrtschiff aus der Flotte von Carnival, der größten Kreuzfahrtgesellschaft der Welt. Carnival hatte das Schiff 1982 als “Tropicale” in Dienst gestellt. Sie war damals das erst vierte Schiff der Flotte und trug als erste das heutige Markenzeichen von Carnival, das doppelflüglige Design des Schornsteins. Freilich hat die Ocean Dream heute einen anderen Schornstein, denn der wurde nach dem Verkauf 2001 an Costa Crociere natürlich mit deren eigenem Schornstein-Design ersetzt.

Interessant ist die Tropicale auch unter Schiffsbau-Aspekten: Sie war eines der ersten Kreuzfahrtschiffe, auf dem die Badezimmer komplett vorgefertigt und standardisiert angeliefert und eingebaut wurden – heutzutage werden sogar die kompletten Kabinen vorgefertigt und baukastenartig eingesetzt, doch damals war das eine spannende technische Neuerung.

Als Costa Tropicale fuhr das Schiff bis 2005 und ging dann als Pacific Star an P&O Cruises Australia, bevor die spanische Pullmantur Cruises (Tochtergesellschaft von Royal Caribbean) das Schiff 2008 übernahm. Seitdem kreuzt das Schiff als “Ocean Dream” in Mexiko und der Karibik.

  • Besitzer: Pullmantur Cruises
  • Länge: 205 m
  • Breite: 26,5 m
  • Passagierkapazität: 1.022
  • Indienststellung: 1982
  • BRZ: 25.190

Sea Cloud – historische Viermastbark

Sea Cloud (Bild: Sea Cloud Cruises)

Sea Cloud (Bild: Sea Cloud Cruises)

Einst als größte Privatyacht der Welt gebaut, ist die inzwischen rund 80 Jahren alte Viermastbark ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff mit nostalgischem Flaire. 1931 ließ der amerikanische Millionär Edward Hutton die „Hussar II“ in der damaligen Kieler Krupp-Werft für 1 Million Dollar bauen – als Geschenk für seine Frau Marjorie.

Im zweiten Weltkrieg bekam das Schiff Kanonen und diente unter anderem als Versorgungsschiff bei der Landung der Alliierten in der Normandie.

Natürlich wurde die Sea Cloud seit ihrer Indienststellung 1931 mehrfach renoviert und insbesondere 1979 komplett restauriert, mit Kosten von rund 7,5 Millionen Dollar. Seitdem gehört sie der Hansa Treuhand in Hamburg und wird von Sea Cloud Cruises als Kreuzfahrtschiff betrieben. Ein besonderes Kunststück vollbringt die Bremerhavener MWB-Werft im Winter 2010/2011: Das historische Schiff wird an die modernen Sicherheitsvorschriften (SOLAS 2010) vor allem in Hinblick auf den Brandschutz angepasst werden – bei einem Schiff mit edelster Echtholz-Ausstattung eine echte Herausforderung.

Die Sea Cloud I ist, zusammen mit ihrer neueren Schwester Sea Cloud II heute weltweit auf den schönsten und selten gefahrenen Kreuzfahrtrouten der Welt unterwegs, oft weit ab der überlaufen Massentourismus-Häfen.

  • Besitzer: Hansa Cloud Ltd.
  • Länge über alles: 109,7 m
  • Breite: 15 m
  • Passagierkapazität: 64
  • Indienststellung: 1931
  • BRZ: 2.523

Black Watch – Erinnerungen an Royal Viking Line

Black Watch (Bild: Fred Olsen Cruise Lines)

Black Watch (Bild: Fred Olsen Cruise Lines)

Die für die britische Reederei Fred Olsen Cruise Lines fahrende Black Watch war bei Indienststellung 1972 mit dem Namen Royal Viking Star das erste Schiff der legendären Kreuzfahrtgesellschaft Royal Viking Line, einer der Vorläufergesellschaften der heutigen Norwegian Cruise Line (NCL). Das Schiff war speziell für längere Kreuzfahrten zu exotischen Zielen für ein wohlhabendes Publikum gebaut worden. Was heute wieder in Mode kommt, gab es auf der Royal Viking Star in großer Anzahl: Single-Kabinen und Suiten für Alleinreisende.

Am 1. Mai 1976 schrieb die Royal Viking Star Geschichte, als sie zusammen mit der Royal Viking Sky erstmals den Panamakanal gleichzeitig in entgegengesetzten Richtungen als Schwesternschiffe durchquerten. Auch die Royal Viking Sky fährt heute übrigens noch, ebenfalls für Fred Olsen Cruise Lines, als Boudicca. Die dritte Schwester im Bunde, die Royal Viking Sea ist die heutige Albatros bei Phoenix Reisen.

Ganz ähnlich wie die Ocean Pearl alias Song of Norway wurde auch die Royal Viking Star 1981 um 27 Meter verlängert.

Der etwas seltsam anmutende Name des Schiffs bezieht sich übrigens auf die berühmte schottische Elite-Einheit der britischen Armee, das 3. Bataillons Royal Regiment of Scotland (SCOTS), mit dem Beinamen “The Black Watch”.

  • Besitzer: Fred Olsen Cruise Lines
  • Länge: 205 m
  • Breite: 25 m
  • Passagierkapazität: 804
  • Indienststellung: 1972
  • BRZ: 28.613

-> weiter zu Teil 2: Marco Polo, Ocean Star Pacific, Princess Daphne, Funchal, Sovereign

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2 Kommentare zu Top 10 Klassiker der Meere: legendäre Kreuzfahrtschiffe

  1. Salvatore Lenz on Juli 5, 2011 at 4:43 pm

    Sehr interessant. Gibt es hier auch so etwas über Flusskreuzfahrten? Wurde nämlich beim Stöbern im Internet auf den Rideau Canal aufmerksam gemacht(http://canadatoronto.kilu.biz/?p=6). Würde mich interessieren, ob es die Möglichkeit gibt, auch hier eine Durchquerung zu machen?

  2. Franz Neumeier on Juli 5, 2011 at 4:55 pm

    Im Moment haben wir eine ähnliche Geschichte zu Flusskreuzfahrtschiffen noch nicht, die Idee dazu steht aber schon auf unserer Themenliste :-)

    Soweit ich weiß, gibt es auf dem Rideau Canal übrigens keine längeren passagierfahrten, sondern in Ottawa lediglich die üblichen Touristenboot-Rundfahrten. Für eine Kreuzfahrt-artige Reise ist der Kanal wohl auch viel zu schmal und die Schleusen zu klein.

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