Ungewöhnlich starker Noro-Ausbruch auf Explorer of the Seas

(aktualisiert - News vom 26.01.2014) von
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Explorer of the Seas
Explorer of the Seas (Bild: kansasphoto, CC BY 2.0)

Die Explorer of the Seas ist von einem ungewöhnlich heftiger Ausbruch eines Magen-Darm-Virus, mutmaßlich Noro, betroffen. Laut offiziellen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC sollen 630 der 3.071 der Passagiere betroffen sein, was 20,5 Prozent entspricht. Außerdem sind 54 Crew-Mitglieder erkrankt (4,6 Prozent). Typischerweise sind bei solchen – auf Kreuzfahrtschiffen ohnehin relativ seltenen – Ausbrüchen nur zwischen drei und sechs Prozent der Passagiere betroffen.

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Update: Die Explorer of the Seas kehrt zwei Tage früher als geplant in ihren Basishafen Bayonne in New Jersey zurück, wo sie nun am 29. Januar ankommen soll. Dort soll erneut eine intensive Reinigung und Desinfektion des Schiffs durchgeführt werden, um Noro-Erreger an Bord komplett zu eliminieren. Zusätzlich soll das Schiff 24 Stunden ohne Menschen an Bord im Hafen liegen, um eine erneute Verbreitung des Virus auf der nächsten Kreuzfahrt möglichst auszuschließen.

Update 28.1.: Royal Caribbean bietet inzwischen den Passagieren der aktuellen Reise eine Entschädigung in Höhe des vollen Kreuzfahrtpreises an – die Hälfte davon bar, die andere Hälfte als Rabatt auf eine künftige Kreuzfahrt. Internet- und Telefon an Bord sind offenbar bis zum Ende der Reise kostenlos nutzbar. Royal Caribbean übernimmt Umbuchungsgebühren und Hotelunterkunft, die durch das vorzeitige Ende der Kreuzfahrt entstehen. Zusätzlich erhalten Passagiere, die wegen ihrer Noro-Infektion in ihrer Kabine unter Quarantäne gestellt wurden, eine Entschädigung für jeden in Quarantäne verbrachten Tag in Form einer Gutschrift für eine künftige Reise.

Die Explorer of the Seas war am Dienstag, 21. Januar 2014 in Bayonne nahe New York zu einer 10-Nächte-Kreuzfahrt in die Karibik aufgebrochen. Offenbar hatte sich der Magen-Darm-Virus sehr schnell an Bord verbreitet. Bereits ein Tag nach Abfahrt in Bayonne sollen Passagiermeldungen zufolge sehr viele Passagiere erkrankt gewesen sein. Möglich erscheint daher auch eine Ansteckung bereits im Kreuzfahrt-Terminal von Bayonne. Allerdings haben Magen-Darm-Viren wie beispielsweise der Noro-Virus eine sehr kurze Inkubationszeit zwischen 12 und 48 Stunden.

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Noro: eine der häufigsten Erkrankungen

Noro und ähnliche Magen-Darm-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Krankheiten auch an Land. Auf Kreuzfahrtschiffen sind Ausbrüche vergleichsweise selten. So gar es 2013 im Einflussbereich der US-Gesundheitsbehörde CDC nur neun gemeldete Fälle (Meldepflicht besteht bei mehr als 3 Prozent Betroffenen an Bord). Laut einer CDC-Statistik für die Jahre 2009/2010 sind von Noroviren in 63,7 Prozent Krankenhäuser betroffen, 19,6 Prozent entfallen auf Restaurants als Ansteckungsherd, 6,7 Prozent auf Schulen, 2,1 Prozent im privaten Umfeld. Kreuzfahrtschiffe liegen noch unterhalb dieser 2,1 Prozent und sind in dieser Statistik nur als Teil der sonstigen Quellen (insgesamt 7,8 Prozent) aufgeführt.

CDC geht an Bord der Explorer of the Seas

Auf der aktuellen Reise hat die Explorer of the Seas den Stopp am Royal-Caribbean-Privatstrand Labadee auf Haiti am 24. Januar ausfallen lassen, um ein Übergreifen der Noro-Infektion auf die Passagiere der Independence of the Seas zu vermeiden, die am selben Tag in Labadee war. Stattdessen fuhr die Explorer of the Seas direkt weiter nach San Juan und blieb dort für intensive Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen über Nacht bis zum nächsten Abend. Am Sonntag, 26. Januar geht die US-Gesundheitsbehörde mit Inspektoren in Charlotte Amalie auf St. Thomas an Bord, um die Lage zu beurteilen und die weitere Desinfektion an Bord zu überwachen. Royal Caribbean International schickt zur Umsetzung der verschärften Hygienemaßnahmen, als Ersatz für erkrankte Crewmitglieder sowie die Verstärkung des Bordhospitals zusätzliches Personal.

Die Explorer of the Seas hatte laut CDC-Statistiken zuletzt einen meldepflichtigen Ausbruch von Noroviren vor knapp sieben Jahren im April 2006. Damals waren lediglich 3,6 Prozent der Passagiere betroffen.

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