Unsitte „Trinkgeld“ – warum vieles nicht so ist, wie es aussieht

(aktualisiert) von Franz
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Trinkgeld auf Kreuzfahrtschiffen erhitzt die Gemüter – nicht nur in Deutschland, sondern zunehmend auch im traditionellen Trinkgeld-Land USA. Wir werfen einen pragmatischen Blick auf das Thema, wagen einen Blick hinter die Kulissen und suchen Antworten: Wie verhält man möglichst fair, ohne den Kampf gegen „Zwangstrinkgeld“ auf dem Rücken der Crew auszufechten? Und wer trägt eigentlich die Schuld daran, dass Trinkgeld und Servicegebühren sich so exzessiv entwickelt haben?

Trinkgeld - idealerweise als echtes "Extra" für den Kellner für hervorragenden Service

Trinkgeld – idealerweise als echtes “Extra” für den Kellner für hervorragenden Service

Liest man in Kreuzfahrt-Foren im In- und Ausland und unterhält sich mit Passagieren, dann zeichnet sich ein klarer Trend ab: Immer weniger Menschen wollen sich zu hohen Trinkgeldern nötigen lassen und fühlen sich nicht wohl dabei, Trinkgelder oder Service-Gebühren zusätzlich zum Reisepreis zahlen zu müssen, die letztlich fester Gehalts-Bestandteil der Crew sind und nur noch wenig oder gar nichts mehr mit einem „Dankeschön“ für individuelle Service-Leistung zu tun haben.

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Eine ebenfalls wichtige Beobachtung: Den wenigsten geht es dabei darum, Geld zu sparen oder sich um irgendetwas zu drücken. Die meisten wollen gute Leistung auch gut und fair bezahlen. Aber eben auf einem direkten, transparenten Weg und nicht über den Umweg mehr oder weniger erzwungener Trinkgelder, die in den meisten Fällen längst nicht mehr das sind, was sie eigentlich sein sollten: Ein extra Dankeschön für besonderen Service. Will man letzteres, muss man zu den offiziellen Beträgen noch einmal extra und persönlich Trinkgeld geben – dazu später noch mehr.

Trinkgeld ist ein wichtiger Teil der Preis-Kalkulation

Egal wie sehr sich die Reedereien winden, mit Gewohnheit bei amerikanischen Passagiere argumentieren, Tradition und Wettbewerbssituation vorschützen: Trinkgelder beziehungsweise Service-Entgelte sind Teil der Kalkulation.

15% Service-Zuschlag auf der Bar-Rechnung

15% Service-Zuschlag auf der Bar-Rechnung

Ohne sie müssten die Reedereien der Service-Crew höhere Grundgehälter zahlen und damit auch den nominellen Reisepreis erhöhen. Faktisch sind die Trinkgelder also Bestandteil des Reisepreises. Vielleicht nicht formaljuristisch, weil die oft kunstvoll konstruierten Serviceentgelt- oder Trinkgeld-Regeln keinen wirklich fest bezifferbaren Betrag definieren. Der Wirkung nach aber allemal.

Dennoch beharren die meisten Reedereien auf dem Prinzip, dass Trinkgelder ein wesentlicher Teil des Gehalts bei der Service-Crew ausmacht. Sie erhöhen die Zwangstrinkgelder sogar immer noch weiter, sowohl für die Kellner und Kabinen-Stewards als auch bei den automatisch auf Getränke-Rechnungen aufgeschlagenen Prozenten.

Verweigerung trifft die Falschen

Wer nun versucht, sich dem System aktiv zu widersetzen, indem er diese Trinkgelder verweigert, trifft nicht die Reedereien, sondern die unschuldigen Crew-Mitglieder – und das auch dann, wenn man sich tatsächlich nicht um die Trinkgelder drücken will, sondern den selben oder sogar einen höheren Betrag lieber direkt seinem Kellner oder Kabinensteward in die Hand drückt. Denn in der Regel werden die offiziell empfohlenen oder automatisch abgebuchten Trinkgelder nach einem Verteilerschlüssel an alle Service-Kräfte gleichermaßen ausgezahlt – und eben auch an Crewmitglieder, die unsichtbar im Hintergrund arbeiten, aber ebenfalls auf Trinkgelder angewiesen sind, beispielsweise Hilfskellner oder Gehilfen des Kabinenstewards.

Die Crew kann nichts für die Trinkgeld-Politik ihres Arbeitgebers ...

Die Crew kann nichts für die Trinkgeld-Politik ihres Arbeitgebers …

Fakt ist also: Wer dem ganzen Team an Service-Mitarbeitern an Bord nicht einen Teil ihres Gehalts entziehen will, muss die Regeln der Reederei akzeptieren und zahlen. Oder bei einer anderen Reederei buchen, wobei es wenig Alternativen gibt, denn das Spiel mit dem Trinkgeld machen – zumindest auf internationaler Ebene – fast alle mit. Nur in Deutschland gehen AIDA und TUI Cruises einen anderen Weg. Hier sind Trinkgelder im Reisepreis inklusive, ein extra Bonus ist aber dennoch willkommen, ganz im Sinne eines eigentlichen Trinkgeldes.

Nebenbei bemerkt: Ihr Kellner, ihr Kabinensteward erfährt definitiv, wenn Sie an der Rezeption das Trinkgeld kürzen oder stornieren. Wenn Sie danach also vor der Kabinen ihren Steward treffen, im Restaurant ihren Kellner sehen – gehen Sie davon aus, dass er weiß, dass Sie sein Gehalt gekürzt haben.

Was genau passiert eigentlich mit dem Trinkgeld?

Schwierig wird es bei der Frage, ob das von den Reedereien kassierte Trinkgeld oder die Servicegebühr, so wie in den Reisbedingungen zugesagt, auch wirklich bei der Crew ankommt. Passagiere bezweifeln das immer wieder und tatsächlich nachprüfen lässt sich das nahezu nicht. Ohne handfesten Beweis etwas anderes zu behaupten, wäre allerdings reichlich unfair. Immerhin würde man unterstellen, dass die Reedereien entgegen ausdrücklicher Formulierungen in ihren Reisebedingungen und Katalog-Informationen das Geld unterschlagen.

Diese mangelnde Transparenz ist ein weiterer Grund, warum Reedereien ihre Trinkgeldpolitik überdenken sollten. Kunden sind bereit, für gute Leistung faire Preise zu bezahlen – nur muss das so transparent sein, dass sie auch beurteilen können, ob alles mit rechten Dingen zugeht und der Preis daher tatsächlich fair ist. Die empfohlene Trinkgeld-Höhe gehört also nicht irgendwo gut in den FAQ versteckt oder mit vagen Formulierungen angedeutet, sondern gut sichtbar in der Nähe des Reisepreises in Dollar beziehungsweise Euro klar ausgewiesen – so wie einige wenige Reedereien das auch tatsächlich tun.

Kommt das Trinkgeld bei der Crew an?

Wir haben uns in den vergangenen Monaten etwas intensiver mit dem Thema Trinkgeld beschäftigt, mit vielen Passagieren, vor allem aber auch Crew-Mitgliedern gesprochen. Dabei haben wir auch recht Erstaunliches erfahren, das man als Passagier so nicht vermutet – aber letztlich natürlich auch nicht beeinflussen kann. Was wir gehört haben, trägt nicht zum Vertrauen in die Reedereien bei. Wir nennen dennoch keine Namen, denn unsere Quellen sind im Wesentlichen jeweils einzelne Crew-Mitglieder oder andere Quellen, deren Aussagen wir – zumindest bislang –  nicht durch eine zweite Quelle bestätigen können, sodass es eine Frage der journalistischen Fairness ist, die Informationen mit Vorsicht zu genießen.

Wie Service-Personal (an Land) um Trinkgeld wirbt ... (Bilder (v.l.): Nana Palermo, Marcin Wichary, Mark Hillary, Bradley Gordon (CC BY 2.0), Joanna Poe (CC BY-SA 2.0))

Wie Service-Personal (an Land) um Trinkgeld wirbt … (Bilder (v.l.): Nana Palermo, Marcin Wichary, Mark Hillary, Bradley Gordon (CC BY 2.0), Joanna Poe (CC BY-SA 2.0))

So gibt es beispielsweise mindestens eine Reederei, bei der auch persönliches Trinkgeld nur dann an das jeweilige Crew-Mitglied ausgezahlt wird, wenn es seine Umsatzziele erreicht. Konkret: Ein Bar-Kellner hat Vorgaben, wie viel Umsatz er beispielsweise pro Woche machen muss. Schreibt nun ein Passagier auf die Rechnung – neben der ohnehin zwangsweise erhobenen Servicegebühr von 15 oder 18 Prozent – noch ein zusätzliches, individuelles Trinkgeld, dann bekommt der Kellner dieses Trinkgeld nur, wenn er seine Umsatzziele erreicht. Die betreffende Reederei erklärt auf unsere Nachfrage allerdings ausdrücklich, dass diese Trinkgelder immer direkt an die Crew gehen.

Über eine andere Reederei haben wir von einem ehemaligen Crew-Mitglied, das jetzt bei einer anderen Reederei arbeitet, erfahren, wie das Trinkgeld-System dort generell funktioniert: Das empfohlene Trinkgeld, das den Passagieren täglich über das Bordkonto belastet wird, ist schlicht Teil des Gehalts – und zwar interessanterweise unabhängig davon, ob ein Passagier tatsächlich bezahlt oder nicht. Im Arbeitsvertrag eines Crew-Mitglieds steht also ein Grundgehalt plus ein fester Betrag, den er aus dem Trinkgeld-Topf erhält. Insgesamt ist das faktisch ein Festgehalt. Wenn ein Passagier das Trinkgeld an der Rezeption stornieren lässt, ändert das am Gehalt des Crew-Mitglieds erstaunlicherweise – zumindest direkt – nichts.

Bei einer anderen Reederei war es – zumindest noch vor einigen Jahren – gängige Praxis, die Auszahlung des von den Passagieren erhobenen Service-Entgelts von den Bewertungen der einzelnen Crew-Mitglieder abhängig zu machen. Lag die Bewertung unter rund 90 Prozent, bekam das betreffende Crew-Mitglied nur sein Grundgehalt ohne Serviceentgelt-Anteil.

Was also tun?

1) Bezahlen Sie die von der Reederei empfohlenen und zumeist ohnehin automatisch dem Bordkonto belasteten Beträge – im Interesse der davon profitierenden Crew-Mitglieder, denn deren Auskommen und das ihrer Familien im Heimatland hängt an diesem Geld.

2) Geben Sie schlechte Bewertungen nie schriftlich ab – Sie schaden der Crew damit wesentlich mehr, als Sie sich vorstellen können, nicht nur in Hinblick auf davon möglicherweise abhängende Trinkgeld-Verteilung. Wenn Sie mit etwas unzufrieden sind, sprechen Sie den Missstand direkt und persönlich bei dem betreffenden Crew-Mitglied an, notfalls bei seinem direkten Vorgesetzten. Mehr Tipps dazu finden Sie in unserem Beitrag „Lahmer Service, lauwarmes Essen: beschweren oder nicht?

Trinkgeld in bar (Bild: Lea Latumahina, CC BY SA 2.0)

Bargeld kommt immer an … (Bild: Lea Latumahina, CC BY SA 2.0)

3) Wenn Sie individuellen Crew-Mitgliedern etwas Gutes tun wollen, drücken sie ihnen zusätzliche Trinkgelder einfach in bar in die Hand. Denn egal wie die Trinkgeld-Regelung im  Hintergrund aussieht – Bargeld kann der Kellner oder Kabinensteward einfach in die Tasche stecken und behalten. Bei größeren Beträgen empfiehlt es sich, das Geld in einen meist an der Rezeption erhältlichen Trinkgeld-Umschlag zu legen. Für den Dollar-Schein an der Bar ist das aber nicht nötig und praktikabel.

4) Wenn die Trinkgeld-Regelung der jeweiligen Reederei aus Ihrer Sicht unangemessen ist, beschweren Sie sich direkt bei der Reederei und fordern eine Änderung der Trinkgeld-Politik und vermerken Sie diesen Kritikpunkt auch auf der Passagier-Befragung nach ihrer Reise. Oder buchen Sie gleich bei einer anderen Reederei, die das Thema Trinkgeld zufriedenstellender handhabt.

Die Amerikaner sind schuld, oder?

Exzessives Trinkgeld gilt heutzutage als Ungemach, das amerikanische Urlauber in die Welt getragen haben. Dabei hat die Trinkgeld-Kultur auch in den USA keine längere Tradition als in Europa. Ganz im Gegenteil: Entstanden ist die Unsitte in heutiger Ausprägung im England des 19. Jahrhunderts und in den USA gibt es von Beginn an teils heftigen Widerstand gegen Trinkgelder. Am Anfang des 20. Jahrhunderts versuchten sogar einige US-Bundesstaaten, Trinkgeld komplett zu verbieten – erfolglos allerdings.

"Trinkgeld unerwünscht" - ob dieses Schild am Mancheser Ship Canal seinen Zweck erfüllt, ist uns nicht bekannt ... (Bild: Natalia Balcerska, CC BY-ND 2.0)

“Trinkgeld unerwünscht” – ob dieses Schild am Mancheser Ship Canal seinen Zweck erfüllt, ist uns nicht bekannt … (Bild: Natalia Balcerska, CC BY-ND 2.0)

Dennoch, die unauslöschliche Gewohnheit der Amerikaner, hohe Trinkgelder zu geben, ist bis heute einer der wesentlichen Gründe, warum sich Trinkgelder auch an Bord von Kreuzfahrtschiffen wohl nicht einfach abschaffen lassen. Wiederholte Versuche über mehr als hundert Jahre hinweg haben gezeigt, dass tatsächlich vor allem diejenigen, die Trinkgelder geben, das System beibehalten wollen –freilich nicht alle, sehr zum Leidwesen derjenigen, die lieber heute als morgen auf dieses überkommene Bezahlungssystem verzichten wollten und eine ausriechende Bezahlung er Crew fordern, damit Trinkgelder überflüssig werden.

Aber zurück zur Geschichte: Im England des 19. Jahrhunderts war es immer mehr üblich geworden, als Gast in einem Privathaus die dortigen Dienstboten mehr oder weniger zwangsweise mit großzügigen Trinkgeldern zu bedenken. Das nahm so exzessive Züge an, dass manche Leute ihre Freunde nicht mehr besuchen konnten, weil sie sich schlicht das Trinkgeld für die Bediensteten nicht mehr leisten konnten. Aber auch im kontinentalen Europa war das Thema längst angekommen und vehement eingeforderte Trinkgelder hatten sich zu einer verhassten Unsitte entwickelt (siehe „Zwangstrinkgeld, ein Ärgernis mit langer Geschichte“).

In den USA wurde Trinkgeld von Beginn an kritische gesehen, weil es in den Augen vieler der Idee der Gleichheit aller Menschen und den Grundgedanken der Demokratie wiedersprach: Trinkgeld war etwas Herabwürdigendes für denjenigen, der es annahm und Trinkgelder waren Zeichen eines Verhältnisses zwischen Herr und Diener. Heutzutage ist es wohl eher so, dass Trinkgeld eine Art Ausgleich für eben diese Herabwürdigung gezahlt wird und das schlechte Gewissen des Gebers beruhigt.

„Tipping – An American Social History of Gratuities“

In einem sehr detailreichen Buch beschreibt der amerikanische Autor Kerry Segrave die Geschichte des Trinkgelds, vorwiegend aus amerikanischer Perspektive, in seinem allerdings nur auf Englisch verfügbaren Buch „Tipping – An American Social History of Gratuities“, das sehr lesenswert ist, wenn man die Zusammenhänge verstehen will, warum diese Trinkgeld-Kultur entstanden ist und warum sie so schwierig auszurotten ist, trotz zahlreicher, ernsthafter Versuche im Laufe der letzten vergangenen Jahre.

Auch ein paar interessante Fakten zu Trinkgeldern auf Schiffen enthält das Buch ebenfalls: Beispielsweise pflegte Holland America Line zwischen etwa 1960 und 1987 eine recht strikte „keine Trinkgelder“-Politik auf ihren Schiffen, bevor die Reederei letztlich vor den Forderungen der Passagiere kapitulierte und das formelle Trinkgeld-Verbot aufhob. Wie ein Zwischenfall 1973 zeigte, war dieses Verbot aber auch schon lange davor nicht sehr wirkungsvoll: Als die Offiziere der Statendam den Passagieren am Ende einer Kreuzfahrt nahelegten, in Übereinstimmung mit der Firmenpolitik keine Trinkgelder zu geben, trat die Crew in den Ausstand – die darauf folgende Kreuzfahrt musste deshalb abgesagt werden. Inoffiziell waren Trinkgelder also offenbar dennoch reichlich geflossen.

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Wer Kerry Segraves „Tipping – An American Social History of Gratuities“ gelesen hat, kann jedenfalls deutlich besser nachvollziehen, warum sich Trinkgeld und Servicegebühren nicht so einfach abschaffen lassen. Auch deshalb: eine ganz persönliche Leser-Empfehlung für dieses Buch … mit über 30 Euro allerdings nicht ganz billig.

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36 Kommentare zu Unsitte „Trinkgeld“ – warum vieles nicht so ist, wie es aussieht

  1. Markus on Juli 27, 2015 at 7:30 am

    Sehr guter Beitrag! Ich vermute dass vielen die Transparenz fehlt um nachvollziehen zu können was mit dem “Trinkgeld” passiert. Zu meiner Zeit als ich noch auf Schiffen tätig war gab es ein “Grundgehalt” welches sich zwischen 50,- USD und 500,- USD bewegte. Dazu kamen die “Servicecharge” welche die vermeindlichen 15% sind und der individuelle Tipp. Beim individuellen war das Problem, wenn ein Passagier dies direkt auf den Check geschriebe hatte, wurde es uns beim Gehalt hineingerechnet. Somit waren wir immer erfreut, wenn es das “Kuvert” gab.

    Bei den Kellnern gab es die die Servicecharge + Graturity, was bedeutet dass der Kellner oder Cabinsteward den Anteil der Zwangspaschale bekam. Auch hier wurde gerne das Kuvert genommen, da es nicht direkt mit dem Gehalt verrechnet worden war.

    Dazu hatten wir damals ein minimum of salary welches ein Art Grundgehalt war, wenn z.B.: die Passagieranzahl zu niedrig war um auf sein Gehalt zu kommen. Dies waren damals 1500,- USD. Mitlerweile habe ich das Gefühl dass sich die Gelahtsituation an Bord verschärft hat.
    Somit kann ich nur den Beitrag bestätigen und sagen, dass man der Crew nichts gutes tut, wenn man ihnen am Ende der Kreuzfahrt das Gehalt kürzt oder gar weg nimmt. Ihr arbeitet ja auch nicht umsonst!

  2. Franz Neumeier on Juli 27, 2015 at 7:36 am

    Markus, Danke für die zusätzlichen Details und Einblicke!

  3. Hans-Georg Strebe on Juli 27, 2015 at 6:56 pm

    Ich habe selber vor über 40 Jahren im Hotel- und Gaststättengewerbe gelernt und gearbeitet und mich über Trinkgelder die nicht aus einem Automatismus “es ist ja üblich” sondern als Dank für einen guten Service gegeben wurden gefreut. Bei meinen Reisen sowohl in Hotels als auch auf Kreuzfahrten zahle ich dem Servicepersonal das Trinkgeld in bar und gebe es auch persönlich. In seltenen Fällen, wenn ich mit dem Verhalten des Personals nicht zufrieden war gebe ich jedoch kein Trinkgeld, da ich immer noch der Ansicht bin, dass es als Lob und damit Belohnung gedacht ist. Unzufriedenheit über das Essen laste ich nicht dem Steward oder Kellner an. Hier wende ich mich in berechtigtem Fall direkt an die Geschäftsführung oder den Vorgesetzten z.B. Oberkellner.

  4. Hans on Juli 29, 2015 at 10:16 am

    Es gehen ja immer mehr Schiffe in den asiatischen Raum.
    Bin gespannt wie sie es dort mit den Trinkgeldern halten da es dort ja Unsitte ist und zum Teil auch als Beleidigung gesehen wird.
    Darum denke ich werden die Asiaten keine Freude mit den Trinkgeldregeln haben.

  5. Franz Neumeier on Juli 29, 2015 at 10:20 am

    Leider ist das selbst in Asien gar nicht so einfach. In traditioneller Umgebung an Land ist das Thema in Asien geklärt, da kennt jeder die Regeln. Aber auf einem Schiff einer westlichen Reederei sind sich die Leute unsicher und neigen dazu, um nicht da Gesicht zu verlieren, sogar besonders viel zu “tippen”. Außerdem ist westliche Kultur in manchen Kreisen in Asien gerade sehr in Mode, sodass westliche Sitten da zum guten Ton gehören.

    Ein ganz schwieriges Thema, egal wie man es dreht und wendet. Trotzdem stimme ich Dir zu: In dem Boom in Asien liegt auch eine gewisse Chance, dass sich am Thema Trinkgeld vielleicht doch noch einmal irgendwann etwas ändert ;-)

  6. Hans on Juli 29, 2015 at 10:35 am

    Ja dieses Thema ist nervig :-(

    Wobei es mir nicht um ” Geiz ist geil” geht sondern nur das es nervt.
    Bei unserer Fahrt im Juni im Mittelmeer mittlerweile 28% auf Getränke :-(
    Gottseidank hatten wir ein Bordguhaben.
    Als nächster steht TUI Cruises bei uns hoch im Kurs.
    Mir kommt vor dadurch sie immer mehr Schiffe haben nehmen auch die Angebote immer mehr zu.
    Jetzt im Juli und August eine Woche Mittelmeer + Balkonkabine natürlich mit dem Premium Allinclusive für 1299 Euro.
    Ein Kollege von mir buchte Costa ohne Anreise Balkonkabine für 1199 Euro, dazu kommen noch Anreise, Serviceentgelt und Getränke.
    Tja selber schuld ;-)

  7. Hans on Juli 29, 2015 at 10:36 am

    1299 Euro TUI der Flug auch dabei :-)

  8. Franz Neumeier on Juli 29, 2015 at 11:17 am

    @Hans: “28% auf Getränke” ist aber ein Tippfehler, oder? Müsste “18%” heißen, richtig? ;-)

  9. Hans on Juli 30, 2015 at 6:42 am

    Leider kein Tippfehler :-(

    Die spanische Mehrwertsteuer

    Auf der Allure of the Seas heuer im Juni

    Auf der Mariner of the Seas im Jahre 2011 als wir von Genua wegfuhren und auch alle angelaufenen Häfen innerhalb der EU waren kam keine italienische Mehrwertsteuer hinzu.

  10. Franz Neumeier on Juli 30, 2015 at 6:59 am

    Okay stimmt, die Spanier sind bislang die einzigen, die das so konsequent durchziehen. Eigentlich ist es sogar EU-Recht, müsste also in allen EU-Ländern so gehandhabt werden.

    Hätte ich eigentlich wissen sollen, schließlich waren wir im Mai ja auch auf der Allure … Ich glaube, man schläft ruhiger, wenn man die Rechnungen erst gar nicht mehr so genau anschaut ;-)

    Wobei die Reederei natürlich nur etwas für die 18% Servicegebühr kann; die 10% Steuer können sie nur entweder von vorneherein auf den Preis aufschlagen (was wir in Europa so gewohnt sind) oder eben hinzurechnen (so wie da in den USA üblich ist – um quasi dem Kunden zu demonstrieren, dass man als Unternehmen mit Steuern nichts zu tun hat). Aber für uns ist es natürlich ungewohnt, dass die Rechnung für ein Glas Cola, das auf der Karte mit 1,95 Dollar steht, letztlich 2,50 Dollar kostet.

  11. Eike on Juli 30, 2015 at 9:27 am

    Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Das Trinkgeld sollte eine Belohnung oder eine Dankesgeste für den guten Service sein. Das ist es in den USA an Land eigentlich auch – nur daß die Kellner üblicherweise dort drauf angewiesen sind und sich deshalb auch bemühen, dem Gast den besten Service zu geben. Daher ist dort die Kundenzufriedenheit in der Regel so hoch, daß immer fleißig Trinkgeld gegeben wird.

    So, wie viele Reedereien es handhaben, als tägliche “Service charge” und/oder als prozentualen Aufschlag auf Bordumsätze ist es für mich eine Verschleierung des wahren Reisepreises. Natürlich geht es mir auch nicht um “Geiz ist geil”, also daß ich es nicht bezahlen möchte, aber ich empfinde es einfach als fairer, wenn derartige Beträge gleich in die Kalkulation des Reisepreises einfließen. Ohne Frage, das Personal MUSS ordentlich bezhalt werden, aber die Art und Weise, wie viele Reedereien die Kosten weitergeben, stört mich.

    Meine favorisierte Reederei (sorry Franz, bei dem Thema werden wir uns nie einig ;-) ) hat diese Kosten alle schon im Reisepreis eingerechnet. Trotzdem gebe ich bei gutem Service demjenigen, der ihn leistet, Trinkgeld – aber ich entscheide eben selbst, ob und wie viel ich gebe, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, daß dabei unterm Strich zu wenig für denjenigen rauskommt.

  12. Franz Neumeier on Juli 30, 2015 at 9:42 am

    @Eike: Wir sind uns doch völlig einig – ich wünsche mir auch dass Personalkosten komplett im Reisepreis eingerechnet sind und nicht über Umwege über separate Berechnung auf den Passagier abgewälzt werden. Also: anständiges Festgehalt statt minimal-Grundgehalt plus Service-Gebühr. Das WÄRE der Idealzustand, bei dem ich dann echtes Trinkgeld für tollen Service individuell geben könnte, ohne dass ein Crewmitglied darauf aber angewiesen wäre, um seine Familie zu ernähren.

    Das, was ich nur immer wieder versuche zu betonen ist Folgendes: Solange wir diesen Idealzustand (bei den meisten Reedereien) NICHT HABEN, halte ich es für falsch, die Sache (vermeintlich) selbst in die Hand zu nehmen, der Crew einen Großteil ihres Gehalts zu verweigern und nach Gutdünken selbst Geld zu verteilen. Denn das benachteiligt einige Crew-Mitglied auf höchst unfaire Weise, die sich nicht wehren können und die nichts dafür können. Das betrifft eben v.a. Crew-Mitglieder, die von dem Serviceentgelt-Kuchen bei interner Verteilung etwas abbekommen, die ich als Passagier aber gar nicht wahrnehme oder denen ich faktisch kein Trinkgeld in die Hand drücken kann, weil ich sie nie sehe.

    Ich weiß auch dass “unfair” in diesem Zusammenhang genau genommen ein Vorwurf der Reederei gegenüber sein müsste, nicht gegenüber dem Passagier. Nur kann man halt die Realität nicht ignorieren, dass die Crew ihr Geld erhält, wenn ich das Serviceentgelt zahle und sie es teils nicht erhält, wenn ich nicht zahle bzw. die Verteilung selbst in die Hand nehme.

  13. Eike on Juli 30, 2015 at 3:27 pm

    @Franz, bei dem Thema Geld, Einrechnung, Verteilung, Streichung durch den Gast, etc. sind wir uns doch einig. Das augenzwinkernde “Wir werden uns nicht einig” betrifft nur die Wahl der bevorzugten Reederei. Da haben wir ja unterschiedliche Präferenzen. Was ja per se auch nicht schlimm ist, nur die Wahrscheinlichkeit senkt, mal auf dem Schiff irgendwo gemeinsam einen zu trinken. ;-)

  14. Franz Neumeier on Juli 30, 2015 at 3:31 pm

    Stimmt – und das ist schade. Aber ich bin beruflich ja oft auch auf Schiffen unterwegs, die privat für mich nicht oberste Priorität haben, Insofern sollten wir die Hoffnung nicht aufgeben ;-) Würde mich jedenfalls sehr freuen.

  15. Volker Witt on Juli 31, 2015 at 12:01 pm

    Ihr Beitrag bestärkt mich noch mehr darin dem automatischen Trinkgeldabzug zu widersprechen. Ihrer Empfehlung diesen Abzug hinzunehmen und noch zusätzliche Trinkgelder zu zahlen, finde ich kontraproduktiv. Wenn wir als Europäer das Tringelddiktat der Amerikaner brechen wollen, müssen wir uns auflehnen. Diese Gelder gehören in die Kalkulation des Kreuzfahrtpreises und dürfen nicht zum zweiten Reispreis mutieren ( bei 14 Tage Kreuzfahrt immerhin ca. 350-400 € pro Kabine ). Im übrigen, niemand ist zur Arbeit an Bord gezwungen. So schlecht kann die Bezahlung nicht sein, sonst würden sich sicherlich keine Mitarbeiter mehr finden. Ich treffe regelmäßig in den Häfen Crew-Members die mit dicken Shoppingtüten und elektronischem Gerät an Bord gehen. Also Ball flach halten und sich wehren.

  16. Franz Neumeier on Juli 31, 2015 at 12:09 pm

    Ich finde es nicht falsch, sich zu wehren. Aber die Crew kann nunmal nichts für für die Situation und der Reederei ist es mutmaßlich relativ egal, ob die Crew ihr Trinkgeld bekommt oder nicht. Diese Art von Auflehnung führt zu nichts – außer dass Crew-Mitglieder ihre Familie zu Hause nicht mehr ernähren können.
    Wirkungsvolle Auflehnung könnte beispielsweise darin bestehen, nicht bei Reedereien mit einer solchen Trinkgeldpolitik zu buchen und der jeweiligen Reederei schriftlich mitteilen, dass sie wegen ihrer Trinkgeld-/Preis-Politik einen potenziellen Kunden verloren haben.

  17. Volker Witt on Juli 31, 2015 at 2:01 pm

    Tut mir leid, aber wenn ich für arme Menschen spenden will dann mache ich das über die bekannten Hilfsorganisationen und nicht auf einer Kreuzfahrt. Genau wie die Reederei, kalkuliere ich knallhart mein Budget und für soziale Wohltaten ist da leider kein Platz. Das ist auch nicht meine Aufgabe als Passagier auf einem Kreuzfahrtschiff. Jeder kann das natürlich nach seinem Ermessen tun, ich finde Trinkgelder einfach nicht mehr zeitgemäß.

  18. Franz Neumeier on Juli 31, 2015 at 2:17 pm

    Ich will mich da jetzt nicht streiten und vom Grundsatz her sind wir ja einer Meinung. Nur geht’s beim Service-Entgelt halt nicht um eine “Spende”, sondern um die Bezahlung einer mir gegenüber erbrachten Leistung. Nur dass die eben – aufgrund eines, wie wir uns einig sind, falschen Systems – nicht über ein Festgehalt, sondern über eine Kombination aus Grundgehalt und Serviceentgelt/Trinkgeld bezahlt wird.

    Wenn ich diese Leistung nicht bezahlen will (auf welchem Weg auch immer das geschieht), dann darf ich die Leistung nicht in Anspruch nehmen. Nehme ich sie aber in Anspruch, halte ich es für sehr fragwürdig, demgegenüber, der die Leistung erbringt (Kellner, Steward, etc.), die Bezahlung zu verweigern. Ansonsten müsste ich konsequenterweise und au Fairnessgründen dem Kabinensteward und Kellner gleich zu Beginn der Reise sagen: Bitte bedienen Sie mich nicht bzw. putzen Sie meine Kabine nicht, denn ich habe nicht vor, Sie dafür zu bezahlen …

  19. Hans on August 1, 2015 at 9:25 am

    Auseinander ihr 2 Streitfälle :-))

    Was mich ärgert ist die Tatsache das ich als Anchormitglied von RCCL vor 2 Tagen eine Werbesendungen bekam und da steht groß drinnen ” All Includive ” und darunter dann die inkludierte Leistungen.

    Unter anderem ” Alle Steuern ”

    Die 10% spanische Mehrwertsteuer machen mich nicht arm aber wenn unter anderem steht ” alle Steuern ” dann müsste die inkludiert sein alle andere ist eine Frechheit.

    Ich nehme an Elke meint Aida, ich kenne die Reederei noch nicht ;-)

    @Franz: schade das ihr eine Woche vor uns auf der Allure gewesen seid. Ein Bierchen hätte ich schon spendiert ;-)

  20. Franz Neumeier on August 1, 2015 at 9:30 am

    Das Angebot bezieht sich wohl auf den Reisepreis, nicht auf die Ausgaben an Bord. Insofern ist die spanische MwSt. sicherlich nicht mit abgedeckt – dennoch, ein wenig irreführend ist das schon … So wie halt der Begriff “all inclusive” in der gesamten Reise-Industrie ständig irreführend verwendet wird, weil es nahezu kein Angebot gibt, bei dem im Wortsinne “alles” inklusive ist. Und eigentlich ist “alles” ja ein ziemlich eindeutiges Wort, oder? ;-)

  21. Hans on August 1, 2015 at 10:10 am

    Ich weiß das es leider keine fixe Regeln für alles inklusive gibt :-(

    Vielleicht müssen wir auf das Personal an Bord der Schiffe hoffen.

    Ich stelle mir vor wie es wäre wenn das Personal z.b. an Bord der Allure auf der Transatlantoküberquerung am 3.Tag in den Streik treten würde.
    5500 Passagiere bekommen nichts zu Essen
    Wie schnell da die Reederei faire Gehälter überweisen würde ….
    Übrigens würde es mich auch interessieren wie auf den Kreuzfahrtschiffen mit Gewerkschaften und Betriebsräten so ist?
    Auch mit den viel zu langen wöchentlichen Arveitszeiten ?
    Auch bei MSC oder Costa, italienische Reedereien wo doch bekannt ist das die Italiener starke Gewerkschaften haben und wegen jedem Furz :-) streiken.

  22. Franz Neumeier on August 1, 2015 at 10:20 am

    Da kommen wir zwar jetzt ein wenig vom Thema “Trinkgeld” weg, aber die Antwort ist (im Wesentlichen) ganz einfach: Gewerkschaften un Betriebsräte gibt’s schon deshalb nicht, weil sowas im Recht er Bahamas oder Panamas sicherlich nicht existiert ;-)

    Costa wäre mit italienischer Flagge eine Ausnahme, da bin ich ehrlich gesagt überfragt, ob da ein Betriebsrat nach italienischem Recht denkbar wäre. Aber ich denke, das ist eher eine theoretische Frage, weil jede Reederei vehement verhindern würde, dass sich an Bord Betriebsräte ansiedeln.

    MSC ist dem Firmensitz nach ein Schweizer Unternehmen (Genf), die Schiffe fahren unter panamaischer Flagge.

    Maximale Arbeitszeiten sind international geregelt, das macht die ILO, eine Unterorganisation der UNO: http://www.ilo.org/global/standards/subjects-covered-by-international-labour-standards/seafarers/lang–en/index.htm

    Aber mit deutschem Arbeitsrecht ist das natürlich nicht zu vergleichen. Ein schwieriges Thema, das ähnlich ist wie die Frage, ob Crew-Gehälter angemessen sind oder nicht. Nach deutschen Maßstäben: nein. Nach den Maßstäben der Herkunftsländer der meisten Crew-Mitglieder: in der Regel besser oder sogar deutlich besser als zu Hause.

  23. ERICH Dietmueller on August 1, 2015 at 3:43 pm

    Ich habe bereits vor 2 oder 3 jahren zu diesem Thema auf diesem Blog Stellung genommen. Mir ist es damals genau um das “Trinkgeld” und die ” freiwillige Spende” auf den Schiffen von MSC gegangen.Einer der Leser hat mich dann als mickrig und
    geizig bezeichnet. Ich bin nach wie der Meinung dass trinkgeld eine Belohnung für ein gutes service sein sollte. Wenn MSC für ein Kinderdorf in Brasilien spendet ist das schön und gut, aber doch nicht auf meine Rechnung! Ich bin selbst 16 jahre auf Kreuzfahrtschiffen im Service tätig gewesen und weiß wie man sich freut wenn man Extra etwas bekommt. Ich habe auf der alten “Bremen” vom Norddeutschen Lloyd begonnen und dann auf die “Hanseatic” der Deutschen Atlantik Linie. Auch habe ich Erafung auf einemitalienischem chiff gemacht und mein letztes war die QE2. Überall war das Trinkgeld freiwillig und jeder Pax hat gegeben was er für richtig hielt. Komischerweise waren wir zu 95% zufrieden.Heute machen die Reedereien nur Profit mit den “Trinkgeldern”. Die Crew sieht am wenigsten davon. Weil auch hier die Hilfskräfte genannt wurden: In der Küche stand am Pass eine Box und am Ende jeder Reise musste jeder steward seinen Obolus einzahlen. der Platzchef hatte scharfe Augen! Das war auf den deutschen Schiffen so. Man mußte überall für alles bezahlen, bekam jedoch vom Passagier doch was man erwartete.

  24. Hans on August 2, 2015 at 6:04 pm

    Am besten man nimmt es so wie die Politik ;-)

    Ärgern darüber bringt nichts da man es eh nicht ändern kann.

    Nur tun sich die Reedereien nichts gutes denn im Gegensatz zu uns, die über die Nebenkosten Bescheid wissen gibt es auch viele Passagiere die sich Details nicht vorher durchlesen und dann sauer sind.

    Und last but not least wurde bei unseren Nächtigungen in amerikanischen Hotels auch kein extra Serviceentgelt pro Nacht verrechnet, von wegen amerikanisches System.

  25. Volker Witt on August 2, 2015 at 6:31 pm

    @Franz Neumeier: habe leider erst heute Ihre Antwort auf meinen Kommentar zum Thema Trinkgeld gelesen. Ich will mich auch nicht streiten, finde Ihre Argumentation trotzdem inakzeptabel. Mich als Passagier interessiert die Frage wie die Reederei ihre Crew bezahlt überhaupt nicht. Ich bezahle den Reisepreis und gehe davon aus das alle mir dargebotenen Leistungen damit abgegolten sind. Wenn die Reederei der Meinung ist sie benötigt zusätzliche Unterstützung bei der Bezahlung ihres Personals, dann ist es moralisch und juristisch grenzwertig dies auf die Passagiere abzuwälzen. Sie selbst sind ja ebenfalls der Meinung das ich dem Personal etwas vorenthalte, wenn ich die Zwangstrinkgelder streiche und individuell tippe. So kommen wir aber in dieser Debatte nicht weiter. Der Druck auf die Reedereien muss von den Passagieren kommen, nämlich ihr Personal anständig zu bezahlen. Wenn mir dann der Steward noch täglich Rosenblätter aufs Bett streut, kann ich das ja extra honorieren. Ich lasse mir diese Zwangstrinkgelder nicht schön reden und werde mich dagegen wehren, auch wenn sich die Crew dann keine iPhones oder Laptops mehr an Land kaufen kann. Bei einer 14-tägigen Kreuzfahrt, die ja heutzutage schon ab 699 Euro angeboten wird zahle ich ca. 350 – 400 Euro Trinkgelder pro Kabine. Das steht doch in keiner Relation mehr. Kreuzfahrten sind heutzutage nicht mehr elitär, sondern massentauglich geworden. Diese Zwangsabgaben sind einfach nicht mehr zeitgemäß.

  26. Hans on August 2, 2015 at 6:45 pm

    @ Volker:

    Natürlich stimmt es das es nicht Aufgabe der Passagiere ist aber es ist so wie in der Poltik : Das Ärgern darüber kostet nur Nerven und bringt nichts.
    Leider bleibt einem nichts anderes über als in den Reisepreis einzurechnen.
    Auch wenn es mich das leidige Thema Trinkgeld nicht erfreut hindert es mich nicht Kreuzfahrten zu machen.
    Es ist eine sehr schöne Form des Urlaubs, alleine am Abend oben am Deck zu stehen und den Blick aufs Meer und eine frische Meeresbrise zu geniesen ist wunderbar und wenn einem der Kreuzfahrtvirus befallen hat dann gibt es kein Mittel mehr dagegen ;-)

  27. Nonibek on August 5, 2015 at 10:51 am

    Der Artikel ist voll im Interesse der Reedereien geschrieben. Warum? Zuerst wird uns klar gemacht, welch untrennbarer Zusammenhang zwischen dem TG und der Entlohnung der Service-kräfte besteht. “…Verweigerung trifft die falschen (unschuldigen)..” Zum Schluss rückt man dann mit der Empfehlung heraus, doppeltes TG zu geben ( also dreifach ). Das kann keine Lösung sein. Ich will dem Autor keine Absicht unterstellen. Mit diesem Artikel fördert er jedoch, bewusst oder unbewusst,das Treiben der Reedereien. (Aida & Tui mal ausgenommen). Ein Hinweis auf das Urteil eines Münchner Gerichts wäre auch hilfreich gewesen.

  28. Franz Neumeier on August 13, 2015 at 8:40 am

    @Volker Witt: Ich komme auch erst verspätet zum Antworten, weil ich rund um Spitzbergen unterwegs war, wo Internet_Verbindungen nur gelegentlich und nur sehr langsam klappen ;-)

    Wir sind grundsätzlich der selben Meinung – nur in einem Punkt unterscheiden wir uns und ich will nochmal erklären was ich meine, denn möglicherweise haben Sie mich da immer noch missverstanden (oder wir sind in diesem Punk wirklich komplett unterschiedlicherer Meinung):

    Wenn ich mich dem “Zwangstrinkgeld” verweigere, weil ich die Reederei damit dazu bewegen will, das System zu ändern, dann ist das so ähnlich als würde ich an der Tankstelle die Hälfte meine Bezins nicht bezahlen, weil ich die Mineralöl-Konzerne zu niedrigeren Preisen bewegen wollte (klar, nicht ganz das selbe, weil an der Tankstelle die Preise korrekt ausgewiesen sind – ich erkläre aber gleich, warum ich den Vergleich trotzdem nehme). Das bewirkt nämlich nur, dass der Tankstellenpächter pleite geht, die Mineralölgesellschaft kümmert das aber nicht. -> Das ist es, was ich sagen will: Wenn ich etwas ändern will, muss ich an der richtigen Stelle ansetzen und jemandem sein Gehalt zu kürzen, der selbst nicht an einer Stelle sitzt, an der er etwas ändern könnte, halte ich, ganz persönlich, für den falschen Weg weil es a) unfair dieser Person gegenüber ist und b) noch nicht einmal einen Effekt hat, der ein solches Verhalten ggfs. rechtfertigen könnte.

  29. Franz Neumeier on August 13, 2015 at 8:58 am

    @Nonikeb: Ich finde es sehr schade, dass man sich immer wieder mit solchen absurden Unterstellungen (“voll im Interesse der Reedereien”) auseinandersetzen muss. Als Journalist bin ich weder “für” noch “gegen” Reedereien, aber auch nicht “für” oder “gegen” Passagiere. Ich stelle so gut wie möglich die Fakten zusammen, aus denen sich jeder sein eigenes Bild machen kann. Ganze nebenbei bemerkt habe ich gerade in diesem Beitrag glaube ich schon recht deutlich meine eigene Meinung zu diesem Thema offenbart – nämlich, dass ich das aktuelle Trinkgeld-System für falsch halte …

    Aber wie ich schon in der Antwort an Volker Witt oben geschrieben habe: Ich persönlich, das ist meine feste Überzeugung, halte trotz allem absolut nichts davon, Unschuldige zu bestrafen für etwas, das sie nicht verursacht haben und an dem sie nichts ändern können.

    Wir wär’s denn, wenn wir Bankkaufleute, die uns jeden Tag am Schalter bedienen, mit faulen Eiern bewerfen, weil die Vorstandebene der Großbanken offenbar zum Teil aus Wirtschaftkriminellen bestehen und die Steuerzahler und kleinen Kunden um Millionen betrügen?

    Wenn ich Änderungen bewirken will, dann muss ich die richtigen Mittel anwenden und die richtigen Personen angehen und nicht kleinen Rädchen im System attackieren, die nichts dafür können.

    Bei dem “Urteil eines Münchner Gerichts” spielen Sie vermutlich auf übrigens bereits mehrere in dieser Richtung ergangene Urteile an, die verlangen, dass tatsächliche Zwangstrinkgelder im Reisepreis enthalten und entsprechend ausgewiesen sein müssen. Diese Urteile habe ich in dem
    Beitrag bewusst unerwähnt gelassen, weil es da um Wettbewerbsrecht geht und das nichts mit er Frage zu tun hat, wie man sich als Passagier möglichst richtig verhalten sollte … Im Übrigen haben diese Urteile genau zum Gegenteil geführt von dem, was wir uns hier eigentlich alle wünschen: MSC hat daraufhin die Formulierungen in ihren AGB geändert, sodass man das Trinkgeld nun tatsächlich ohne weiteres stornieren kann – im Reisepreis muss es damit aus juristischer Sich nicht mehr eingerechnet werden, an der faktischen Situation, dass die Crew aufs Trinkgeld angewiesen ist, hat sich dadurch aber nichts geändert.

    Also, auf den Punkt gebracht: Die Absicht des Beitrags war und ist, in der aktuellen Trinkgeld-Situation, die alles andere als zufriedenstellend und gut ist, die Zusammenhänge aufzuzeigen und Hinweise zu geben, wie man sich verhalten kann. Eine der Verhaltensmöglichkeiten ist, nicht bei Reedereien zu buchen, deren Trinkgeldpolitik mir nicht gefällt. Was an dieser Empfehlung Reederei-freundlich sein soll, erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht …

    Bitte vergessen wir bei alledem auch eines nicht: Wir leben – gottseidank – in einer freiheitlichen, marktwirtschaftlich organisierten Welt, in der es jedem Unternehmen frei steht, Angebote zu unterbreiten und jedem Konsumenten frei steht, selbige anzunehmen oder nicht.

    Klar ist es frustrierend, dass da schöne Angebote winken, die in Sachen Trinkgeld ein erhebliches Problem beinhalten – nur steht es mir eben frei, das Angebot anzunehmen oder nicht. Und wenn’s mir nicht gefällt – dann eben nicht. Und wenn das viele tun würden (statt dennoch zu buchen und dann der Crew hintenherum ihr Gehalt zu entziehen), dann müssten die Reedereien ihre Angebote entsprechend verändern. Abstimmung mit den Füßen nennt man das gewöhnlich …

  30. Gabi Ludwik on Oktober 5, 2015 at 8:29 am

    Ich habe mich bei der letzten Kreuzfahrt erkundigt beim Personal wer denn das Service Entgelt erhält, es erhalten nur die Köche, die Kellner und die Stewarts, weder die Rezeption, noch die Arbeiter an Bord, noch die Seemänner.
    Wir dachten eigentlich es wird auf alle aufgeteilt. Dem ist nicht so, wir hatten deshalb die Service Charge um die Hälfte gekürzt und den Rest direkt gegeben.

  31. Franz Neumeier on Oktober 5, 2015 at 8:34 am

    Die meisten Reedereien schlüsseln ganz gut auf, wer etwas aus dem Trinkgeld-Topf bekommt, aber es ist schon richtig, dass das manchmal auch etwas undurchschaubar ist.

    Was man aber bedenken muss, unabhängig davon wer tatsächlich etwas bekommt: Die Crew-Mitglieder haben unterschiedliche Arbeitserträge. Bei denen, die etwas aus dem Trinkgeld-Topf abbekommen, steht das auch so in deren Arbeitsverträgen drin und entsprechend niedriger ist das feste Grundgehalt. Ein Kürzen des “offiziellen” Trinkgelds führt also dazu, dass Crewmitglieder, die in diesem Pool integriert sind, entsprechend weniger anteil bekommen. Individuelles Verteilen führt also tendenziell dazu, dass einige in der Gesamtsicht mehr, andere dafür aber weniger haben.

    Die übrigen Crew-Mitglieder haben diesen Passus nicht in ihrem Arbeitsvertrag stehen und werden dementsprechend anders bezahlt.

  32. Nonibek on Oktober 19, 2015 at 10:52 am

    Nun melde ich mich doch nochmals (auch wenn es vermtl. keiner mehr liest). Herr Neumeier, Sie unterstützen die allgemeine Tendenz, Personalkosten der Leistungsträger auf die Kunden abzuwälzen. So deutlich muß ich das sagen. Hier mal ein paar Beispiele: Da rät mir ein Hotel in Florida, 5$ pro Tag und Person an das Zimmermädchen zu zahlen. In der Türkei sollen 5€ Tag/Pers üblich sein. Kreuzfahrt: “Bei 2.000 Gästen und 7 Euro pro Tag sind das 420.000 Euro “Trinkgeld” pro Monat. Bei 700 Besatzungsmitgliedern wären das 600 Euro pro Mann und Monat.” (Quelle Sie können leicht ausrechnen, dass die Zimmermädchen die Hotels bald kaufen könnten…ja wenn sie das Geld tatsächlich bekommen würden. Hier steckt etwas ganz anderes dahinter. Dies sollte man nicht noch durch eine Mitleidstour fördern. Ja, vielen Crew-Mitgliedern geht es nicht gut. Dies zu verändern, kann aber nicht Sache des Kunden sein. Ihrem Vergleich Bankangestellte und faule Eier kann ich nicht folgen und habe ihn auch nicht verstanden. Das BGH Urteil gibt jetzt immerhin die Möglichkeit, wirklich (fast) frei zu entscheiden. Traurig nur, dass es eines BGH Urteils zu dieser Problematik bedarf.

  33. Franz Neumeier on Oktober 19, 2015 at 11:53 am

    Ich will’s noch einmal ganz deutlich sagen – so wie ich es eigentlich, wie ich dachte, schon in der Überschrift klar geschrieben habe: Ich halte Trinkgelder in der aktuellen Form für eine Unsitte, für nicht mehr zeitgemäß, für abschaffenswürdig. Es kann also keine Ree davon sein, dass ich das aktuelle System stützen oder fördern will.

    Worüber wir uns aber offenbar uneinig sind und vermutlich bleiben werden ist der Weg, wie eine Veränderung dieser schlechten Situation zu erreichen ist. Mein Plädoyer lautet, das nicht auf dem Rücken der Schwächsten in der Kette auszutragen – nicht mehr und nicht weniger. Das ist allerdings für den Passagier unbequem, weil es nicht einfach mit dem Streichen von Trinkgeld/Servicegebühr getan ist, sondern er womöglich sein Urlaubverhalten ändern muss, indem er mit Reedereien mit entsprechender Geschäftspolitik nicht mehr fährt.

    >ja wenn sie das Geld tatsächlich bekommen würden.

    Haben Sie denn Beweise dafür, dass das nicht so ist? Ich finde das immer eine sehr leichtfertige Unterstellung und zugleich billige Ausrede, kein Trinkgeld zu geben (nicht persönlich gemeint, aber das liest man aus vielen Kommentaren zu diesem Thema allerorts immer wieder heraus). Ich frag‘ mich – gerade bei dem Beispiel Hotel in Florida schon – wer das Geld denn sonst nehmen sollte, das ich am Nachttisch liegen lasse, bevor ich auschecke. Geht da etwa der Hotelmanager vor den Zimmermädchen durch alle Zimmer und sammelt das Geld ein?

    Natürlich gibt es Ausnahmen und schwarze Schafe, aber das gibt es überall und es wäre fatal, aus jeder Ausnahme sofort eine Verallgemeinerung abzuleiten.
    Mit dem Bankangestellten-Vergleich wollte ich nur ein wenig drastisch meiner Überzeugung Ausdruck verleihen, dass man – wenn man Veränderungen erreichen will – nicht diejenigen bestrafen und verletzen darf, die selbst Rädchen einer Maschinerie sind und das System weder erfunden haben noch nennenswert beeinflussen können.

    >vielen Crew-Mitgliedern geht es nicht gut. Dies zu verändern, kann aber nicht Sache des Kunden sein.

    Natürlich ist es erst einmal nicht Sache des Kunden. Aber wollen Sie sich wirklich hinstellen und sagen: Geil, dass ich jetzt für 3.000 Euro im Luxus schwelgen und mich hinten und vorne habe bedienen lassen, aber mein Kellner und Kabinensteward sollen selbst schauen, wie sie ihre Kinder zu Hause durchbringen, ist doch nicht mein Problem? Das System sieht vor, dass die Passagiere über das Trinkgeld einen Teil des Gehalts bezahlen – das ist ärgerlich, eine Unsitte, abschaffenswürdig. Aber es ist Fakt und wenn mir das nicht passt, dann darf ich eben mit dieser Reederei keinen (Reise-)Vertrag abschließen.

    >Das BGH Urteil gibt jetzt immerhin die Möglichkeit, wirklich (fast) frei zu entscheiden. Traurig nur, dass es eines BGH Urteils zu dieser Problematik bedarf.

    Ich glaube, da haben Sie das Urteil falsch verstanden. Das Urteil befasst sich mit Wettbewerbsrecht (nicht mit dem Verhältnis Reederei – Passagier!) und besagt, dass faktisch verpflichtendes Trinkgeld in den Reisepreis eingerechnet und entsprechend bei der Werbung für die Reise angegeben werden muss. Dem entziehen sich die Reedereien, indem sie es juristisch unangreifbar als nicht verpflichtend deklarieren. Am eigentlichen Problem ändert das aber gar nichts.

  34. Nonibek on Oktober 23, 2015 at 1:07 pm

    Schon mal danke für die Antwort. Zimmermädchen bekommen kein fixes Gehalt, behaupte ich einfach mal. Rechnen Sie mal hoch, was da zusammen kommt, wenn wir dummen Kunden uns an die “Empfehlungen” halten würden. So kalkulieren die Hoteliers und auch die Reeder (teilweise). Wir Kunden sollen ganz oder teilweise das Gehalt der Servicekräfte bezahlen. Und das sollten wir einfach nicht tun und nicht auf eine andere Reederei oder andere Hotels ausweichen. In diesem Punkt bin ich nicht Ihrer Meinung. Wir sollten unser Urlaubsverhalten nicht der Kalkulation von Leistungsträgern unterordnen. Jede Servicekraft, die z.B. auf einem Schiff anheuert, muß sich vorher die Frage stellen, ob ihr die Konditionen zusagen. Genau, wie wenn ich einen neuen Job annehmen möchte.
    …Ich habe tatsächlich konkrete Fakten hier in Europa und auch im nichteuropäischen Ausland festgestellt, die auf gelegentliches oder kontinuierliches Einsammeln von Trinkgeldern hindeuten.
    Das BGH Urteil ist zwar im Gesellschaftsrecht (UWG) angesiedelt. Sie werden doch aber nicht bestreiten, dass es nun für einen Passagier, z.B. bei MSC; leichter ist, das Trinkgeld zu modifizieren. Deshalb hat ja MSC seine Formulierungen gegenüber dem Kunden bereits vor dem Urteil geändert. Mir bleibt festzustellen, dass wir tasächlich bei der Beschreibung des Problems weitgehend übereinstimmen. Jedoch bei der Bewältigung sind wir sehr unterschiedlicher Auffassung. Schöne Grüße Frank R.

  35. Franz Neumeier on Oktober 26, 2015 at 8:16 pm

    “Zimmermädchen bekommen kein fixes Gehalt, behaupte ich einfach mal.” -> Sorry, das ist falsch. Auch Kabinenstewards bekommen Grundgehalt, das je nach Trinkgeldpolitik der Reederei unterschiedlich hoch ausfällt.

    “Jede Servicekraft, die z.B. auf einem Schiff anheuert, muß sich vorher die Frage stellen, ob ihr die Konditionen zusagen.” -> Aber das ist doch genau mein Punkt: Jemand heuert bei einer Reederei an, weil in seinem Arbeitsvertag z.B. steht: 800 Dollar Grundgehalt plus durchschnittlich 3 Euro Trinkgeld pro Passagier und Nacht bei ca. 20 zu betreuenden Passagieren.

    Das sind die Konditionen, zu denen sich diese Servicekraft auf den Vertrag einlässt. Und dann kommen Passagiere, die das Trinkgeld verweigern, weil sie der Reederei auf diese Weise mitteilen wollen, das sie deren Trinkgeldpolitik falsch finden. Und dann ist eben die Servicekraft der Dumme und nicht die Reederei die brav ihr Grundgehalt zahlt und der Rest berührt sie nicht …

    “Wir Kunden sollen ganz oder teilweise das Gehalt der Servicekräfte bezahlen.” -> Richtig. Die *Reedereien* kalkulieren so, nicht die *Mitarbeiter*.

    Ich kann mich da echt nur wiederholen: Wenn ich etwas ändern will, dann muss ich dort ansetzen, wo die Ursache liegt und nicht jemanden bestrafen für etwas, für das er nichts kann. Insofern kann ich Ihre Argumentation einfach nicht verstehen.

  36. Nonibek on Oktober 27, 2015 at 2:07 pm

    Ich habe alles gesagt. Bin dann mal weg hier. Schönen Gruß Frank R.

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