US-Reedereien veröffentlichen Kriminalitätsstatistiken

(aktualisiert - News vom 01.08.2013) von
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Mehr Daten über Kriminalität an Bord von Kreuzfahrtschiffen

Mehr Daten über Kriminalität an Bord von Kreuzfahrt-Schiffen (Bild: Alan Cleaver)

Drei der größten Kreuzfahrt-Reedereien haben begonnen, auf ihren eigenen Websites Statistiken zu Fällen schwerer Kriminalität an Bord ihrer Schiffe zu veröffentlichen. Sie gehen damit über die Anforderungen eines Gesetzes in den USA hinaus, das solche Statistiken fordert, selbige bereits seit einiger Zeit entsprechend von der US-Küstenwache veröffentlicht werden. Royal Caribbean International und Norwegian Cruise Line haben die ersten ausführlicheren Reports bereits veröffentlicht, Carnival Corp. will mit seinen vier nordamerikanischen Marken in diesen Tagen folgen.

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Der „Cruise Vessel Security and Safety Act (PDF-Link) soll in den USA zu mehr Transparenz in Hinblick auf Kriminalität auf Kreuzfahrtschiffen sorgen – eine Forderung, die Verbraucherrechts-Anwälte in den USA schon lange fordern und immer wieder anprangern, dass Reedereien Verbrechen an Bord verschleiern oder totschweigen würden.

Wie viel Kriminalität es an Bord von Kreuzfahrtschiffen tatsächlich gibt und in wie vielen Fällen außer der Crew auch Passagiere betroffen sind, ist bislang weitgehend unklar.

Die Rechtslage ist kompliziert, denn für die Ermittlungen bei Kriminalität an Bord eines Kreuzfahrtschiffs sind zunächst einmal die Polizeibehörden des Flaggen-States zuständig, häufig also Bahamas, Bermudas, Marshall Islands, Panama oder Malta. Die eigenen Sicherheitskräfte an Bord der Schiff sind mit Spurensicherung und Ermittlungen bei Straftaten bislang meist überfordert, nicht ausreichend ausgebildet und ausgerüstet. Die Behörden der Flaggenstaaten sind kaum in der Lage, tatsächlich zeitnah oder überhaupt an Bord zu ermitteln.

Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line weisen bei ihren Statistik-Veröffentlichungen darauf hin, dass in den veröffentlichten Reports auch sämtliche Verdachtsfälle enthalten seien, unabhängig davon, ob sich der Verdacht später bestätigt oder als unbegründet erwiesen habe. Die Statistik sage daher nichts direkt über die tatsächliche Zahl der Vorfälle aus.

Die Statistiken reichen zurück bis Oktober 2010 – dem Zeitpunkt, an dem das entsprechende Gesetz in den USA in Kraft trat. Sie enthalten Angaben zu Fällen von Tötungsdelikten und verdächtigen Todesfällen, Vermissten US-Bürgern, Entführung, Angriffe mit ernsthafter Körperverletzung, Brandstiftung und anderen Manipulationen am Schiff, Diebstahl im Wert von über 10.000 Dollar, Vergewaltigung und andere sexuelle Übergriffe.

Die nun veröffentlichten Daten der drei großen Kreuzfahrt-Konzerne gehen insofern über die Anforderungen des US-Gesetzes hinaus, als dieses nur die Veröffentlichung von bereits abgeschlossenen Verfahren durch die US-Küstenwache vorsieht und sich lediglich auf Vorfälle in US-amerikanischen Gewässern oder bei Beteiligung eines US-Staatsbürgers. Die Reedereien veröffentlichen jedoch alle Daten zu Zwischenfällen aus allen Schiffen weltweit und auch solche Fälle, in denen die Ermittlungen noch andauern und unklar ist, ob sich der Verdacht erhärtet oder nicht.

Die Statistiken sind öffentlich einsehbar auf den Websites von Royal Caribbean International, Norwegian Cruise Line und Carnival Corp. zusammengefasst für Carnival Cruise Lines, Princess Cruises, Holland America Line und Seabourn Cruise Line sowie Reederei-übergreifend nach der engeren Fassung des US-Gesetzes bei der US Coast Guard. Bei Carnival Corp ist die Veröffentlichung der Statistiken auf deren Seite zum Thema “Cruise Safety” zu erwarten.

(Bildquelle: Alan Cleaver, Lizenz CC BY 2.0)

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