USA: Immer weniger Schiffe an der Westküste
Zwei Meldungen vom selben Tag zeigen: Das Kreuzfahrtgeschäft in den USA verlagert sich noch weiter von der Westküste weg, hin zu Häfen an der Ostküste. Immer mehr Schiffe werden von der US-Westküste abgezogen, Häfen an der Ostküste wie Baltimore wachsen, Städte wie Charleston (North Carolina) drängen sogar neu in den Markt. Unberührt von diesem Trend bleiben dagegen Alaska-Kreuzfahrten, die sich nach eine Krise in den letzten Jahren wieder erholen.
Carnival bestätigte, dass die derzeit in San Diego beheimatete Carnival Spirit dort nicht durch ein anderes Schiff ersetzt wird, wenn 2012 die Carnival Spirit nach Australien geht. Die Marktbedingungen seien dort zu schlecht geworden, sagte Carnival der USAtoday. Und dabei hatte sich die Passagierzahl in San Diego schon von 2009 auf 2010 und noch einmal von 2010 auf 2011 jeweils beinahe halbiert. Großen Anteil daran hat der Abzug eines anderen Carnival-Schiffs von San Diego. Die zuvor ganzjährig in San Diego stationierte Carnival Elation wurde bereits 2010 abgezogen. Neuer Heimathafen: Mobile, Alabama, im Golf von Mexiko.
Ähnlich geht es Los Angeles, wo Royal Caribbean die Mariner of the Seas abzieht und für 2011 nun nach Europa schickt. Immerhin bekommt Los Angeles in den Wintermonaten neu die Disney Wonder.
(ergänzt, 16.1.) - Ein weiterer Grund für den Rückzug der Kreuzfahrtgesellschaften aus Südkalifornien ist offenbar auch die zunehmende Drogenkriminalität in mexikanischen Städten (Quellen: AP, Los Angeles Business Journal). Immer häufiger wird darüber in den US-Medien berichtet, sodass es wohl immer schwerer wird, Passagiere für ein Kreuzfahrt mit Hafenstopps zu gewinnen, welche die Passagiere aus TV-berichten über Gewaltverbrechen kennen.
Aufbruchstimmung an der Westküste
Die Giganten der Kreuzfahrthäfen in Florida wie Miami, Port Everglades (Fort Lauderdale) und Port Canaveral (Orlando) wachsen ohnehin ständig weiter, nicht zuletzt durch Megaschiffe wie die Oasis of the Seas und Allure of the Seas (Fort Lauderdale) sowie Norwegian Epic und Carnival Dream (Miami).
Aber auch Häfen wie Baltimore melden Passagier-Rekorde: 2010 ein Plus von 26 Prozent mit 91 Abfahrten 2010 (2009: 81) und insgesamt knapp 220.000 Passagieren in 2010. Baltimore profitiert vor allem von der ganzjährigen Stationierung der Enchantment of the Seas sowie der Carnival Pride.
Karibik-Kreuzfahrten von Häfen wie Baltimore, Boston, Bayonne in New Jersey und New York, sind vor allem für die vielen Amerikaner attraktiv, die eine lange Anreise nach Florida scheuen und sich ungern in einen Flieger setzen.
Ausnahme bei dem Aufwärtstrend an der Ostküste ist lediglich Philadelphia, das durch seine relativ schlechte Lage deutlich Passagiere verloren hat und jetzt das Cruise Terminal schließen wird.
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