Wellenschlag: Zwei Tote auf Louis Majesty

Mittwoch, 3. März 2010 von Franz Neumeier

Zwei Passagiere der Louis Majesty kamen ums Leben, 14 weitere wurden verletzt, als ungewöhnlich hohe Wellen das Schiff trafen. Drei rund 8 Meter hohe Wellen haben dabei offenbar ein Glasscheiben im Bugbereich zertrümmert. Die Louis Majesty war im Mittelmeer in der Nähe von Marseille unterwegs. Am Mittwoch hieß es, das beschädigte Schiff werde noch am selben Abend in Barcelona einlaufen.

Bei den Toten handelt es sich offenbar um einen italienischen und einen deutschen Passagier.

UPDATE: Die ersten Videos von Bord der Louis Majesty zeigen des Unglück.

Ein Passagier filmte die Welle offenbar von einem Außendeck, ein weiteres Video zeigt den Wassereinbruch in der Lounge, nachdem die Fenster unter der Welle barsten.

Erst seit Dezember 2009 fährt die Louis Majesty für Louis Cruises, zuvor war das Schiff unter dem Namen Norwegian Majesty für Norwegian Cruise Lines unterwegs. Zum Zeitpunkt des Unfalls sollen 1.350 Passagiere an Bord gewesen sein.

Erst vor wenigen Tagen hatte es im Roten Meer einen tödlichen Unfall auf dem Kreuzfahrtschiff Costa Europa gegeben, bei dem vermutlich ebenfalls extreme Wetterbedingungen eine Rolle spielten und bei dem drei Besatzungsmitglieder ums Leben kamen.

Update: eine kurze Geschichte der Louis Majesty (englisch).

(aktualisiert und korrigiert: 4.3., 7:30 Uhr)

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3 Kommentare zu Wellenschlag: Zwei Tote auf Louis Majesty

  1. Flüge am März 4, 2010 um 10:09 am

    Furchtbar! Wer rechnet denn damit? Aber mir ist immer noch unklar, wie die beiden gestorben sind. Gab es denn keine Warnungen bzgl. der Wellen?! Da sieht man mal wieder, wie unberechenbar die Natur ist.

  2. [...] eine “Killer-Welle”, aus Unwissenheit und um die News noch etwas anzuheizen. Die Louis Majesty traf am Mittwoch aber wohl tatsächlich eine Dreiergruppe dieses außergewöhnlichen Wellen-Typs, [...]

  3. Franz am März 5, 2010 um 12:11 pm

    Das deutsche Todesopfer ist offenbar an einem Herzanfall gestorben, der Italiener wurde von zerbrochenem Glas so schwer verletzt, dass er verblutet ist. Das heimtückische an Monsterwellen ist, dass sie plötzlich und unerwartet auftreten (siehe “Monsterwellen und normaler Seegang“). Die See war wohl schon ziemlich rau und mich wundert, dass es bei Youtube ein Video gibt, wo jemand außen an Deck filmt – da sollte man denken, dass die Crew die Außendecks sicherheitshalber sperrt. Aber die Glasscheiben sind eigentlich sehr robust und stabil; wie man sieht aus gutem Grund. Ich gehe davon aus, dass viele Passagiere von der Lounge auf Deck 5 aus den hohen Seegang beobachtet haben und die drei Monster-Wellen halt unvorhersehbar über das Schiff hereingebrochen sind.

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