Action auf der AIDAperla: Rutschen, Dümpeln, Klettern

von Franz
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Auf der AIDAperla tat ich, was ich auf der AIDAprima vor gut einem Jahr nicht konnte: Die „Racer“-Wasserrutsche ausgiebig testen, im „Lazy River“ gemütlich ein paar Runden im Kreis dümpeln und den Hochseil-Klettergarten im Four Elements inspizieren.

AIDAperla in Palma de Mallorca
AIDAperla in Palma de Mallorca

Auf der AIDAprima war ich im April 2016 vor der ersten Passagierfahrt, als Handwerker noch an allen Ecken und Enden letzte Arbeiten ausführten. Neuheiten wie die Wasserrutsche und der Klettergarten waren daher noch nicht benutzbar. Umso neugieriger war ich nun auf der AIDperla, genau diese Attraktionen zu testen.

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Der Rest des Schiffs – und das ist durchaus nichts Negatives – wirkt mehr als vertraut. Tatsächlich habe ich auf der AIDAperla nur ein paar minimale Unterschiede zur AIDAprima gefunden, auf die ich später noch zu sprechen komme. Ansonsten sei Euch für alle Details zu dieser Schiffsklasse von AIDA der Beitrag „Bilder und Details von der AIDAprima“ ans Herz gelegt.

Der Klettergarten bringt mich an meine Grenzen

Kein Vergleich zu den Hochseilgärten auf den Breakaway-Class-Schiffen von Norwegian Cruise Line oder dem Sky Course auf der Carnival Vista: Der Klettergarten der AIDAperla hat es in sich. Lediglich „The Plank“ bei NCL kommt beim Nervenkitzel an einige der Stationen dieses Klettergartens heran.

Der Hochseilgarten im "Four Elements" der AIDAperla
Der Hochseilgarten im „Four Elements“ der AIDAperla

„Klettergarten“ ist eigentlich der falsche Begriff. Hochseilgarten würde es besser treffen. Denn anders als bei Kletterwänden etwa bei Royal Caribbean International geht es hier keine künstlichen Felswände hinauf. Stattdessen ist man – gut gesichert – auf einer Art Hindernis-Parcours in luftiger Höhe unterwegs.

Beinahe gescheitert wäre ich an der „Roncalli“-Station: Fünf Ufo-artige Scheiben hängen da hintereinander an Seilen herab und der einzige, zielführende Weg, dort hinüber zu kommen ist, mit beiden Beinen gleichzeitig von einem Ufo zum nächsten zu springen.

Sieht fast harmlos aus, hat mich aber an meine Grenzen gebracht: Station "Roncalli"
Sieht fast harmlos aus, hat mich aber an meine Grenzen gebracht: Station „Roncalli“

Bei einem der Sprünge wäre ich beinahe in meine Seilsicherung gestürzt – was vermutlich die intelligentere Lösung in der Situation gewesen wäre. Denn stattdessen klammerte ich mich an einem der Seile fest und zog mir ein paar harmlose, aber noch nach Tagen farbenprächtig leuchtende Blutergüsse am Unterarm zu – selbst Schuld. Faszinierend war es trotzdem, diese Station zu meistern.

Klassifizierung von leicht bis schwer: Stationen des Klettergartens
Klassifizierung von leicht bis schwer: Stationen des Klettergartens

Immerhin kann man diese schwierigen Passagen auslassen und einen leichteren Weg wählen, wenn einen der Mut verlässt. Und ich gebe zu: Über die „Relax“-Passage habe ich mich tatsächlich nicht getraut. Bei der quer über den Abgrund gespannten Slackline nebst darüber aufgehängter Hängematte wusste ich einfach nicht, wie ich auch nur anfangen sollte, ohne sofort abzustürzen.

Mit Festhalten ist der Nervenkitzel nur noch halt so groß

Aber auch eine nur als leicht gekennzeichnete Station verlangte mir allen Mut ab: ein Schwebebalken mit darauf montierten Wippen, über die man balancieren soll – ohne Geländer oder Halteseil. Natürlich könnte man sich an den eigenen Sicherungsseilen festhalten, aber dann wäre der Nervenkitzel bestenfalls noch halb so groß.

Beruhigend ist immerhin, dass es dem Kollegen Matthias Morr nicht anders ging. Er hat seinen Test des Klettergartens der AIDAperla in einem Youtube-Video festgehalten:

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Ein wesentlicher Unterschied des Klettergartens auf der AIDAperla und AIDAprima zu denen der internationalen Konkurrenz ist übrigens, dass er sich nicht unter freiem Himmel befindet, sondern wetterfest unter dem riesigen Folien-Dach des „Four Elements“. Wenn es darunter zu warm wird, lässt sich die Mittelsektion des Foliendachs öffnen.

Der erste Schritt verlangt viel Mut: Station "Aladdin"
Der erste Schritt verlangt viel Mut: Station „Aladdin“

Die Seilsicherung basiert auf der AIDAperla nicht, wie bei Carnival und NCL, auf einem festen Metallschienen-System. Stattdessen sind Führungsseile über den Parcours gespannt und man hängt sich jeweils selbst mit Hilfe zweier gegeneinander verschalteter Karabiner von einem Führungsseil zum nächsten um. Einer der Karabiner ist automatisch geschlossen, sodass man sich nie mit beiden gleichzeitig ausklinken kann. Insgesamt ist diese Sicherung zwar etwas anspruchsvoller, was die Benutzung angeht, gibt einem im Klettergarten aber mehr Komfort und ein freieres Gefühl als bei einem starren Schienensystem.

Gemütlich im Kreis dümpeln auf dem „Lazy River“

Im ersten Moment ist man sich nicht sicher, ob der Lazy River vielleicht nur für Kinder gedacht ist – was schade wäre. Immer wieder treiben auch Erwachsene in blauen und roten Gummireifen vorbei. Also ist der Lazy River auch für die Älteren und die ideale Entspannung nach dem anstrengenden Klettergarten. Der Muskelkater von letzterem, das sei noch ergänzt, verfolgte mit zwei Tage lang.

Lazy River
Lazy River

Der Lazy River fühlt sich so an, wie es sein Name verspricht: Gemächlich treibt man vor sich hin, mal spritzt zur Abwechslung ein wenig Wasser von der Seite, mal ein kleiner Wasserfall von oben.

Vorschaubild

Wer danach ein wenig Action braucht, liefert sich mit seinen Kids eine Schlacht mit den Wasserkanonen, die mitten in der Lazy-River-Anlage stehen.

17 Sekunden – mehr oder weniger – in der „Racer“-Wasserrutsche

Um die 17 Sekunden brauche ich für die Wasserrutsche „Racer“ der AIDAperla. Der Rekord liegt irgendwo um die zehn Sekunden. Kaum zu glauben, wie man diese rasante Zeit schafft, denn schon meine 17 Sekunden fühlen sich wirklich schnell an.

Ein Teil des "Racer" führt durch eine transparente Röhre
Ein Teil des „Racer“ führt durch eine transparente Röhre

Automatische Zeitmessung und zwei gleich lange Röhren sind der Clou der „Racer“-Wasserrutsche. Das spornt zu immer neuen Versuchen an, die eigene Zeit zu unterbieten, oder schneller als sein Gegner zu sein. Eine Ampel zeigt, wenn die jeweilige Rutsche frei ist.

Eine Aufsicht, die pingelig auf Disziplin der Rutschengäste und Einhaltung strenger Regeln achtet, wie das bei den amerikanischen Reedereien der Fall ist, gibt es hier nicht. So muss ich auch nicht diskutieren, ob ich mein Rutschen-Erlebnis mit der wasserfesten Kamera dokumentieren darf – ich mache es einfach:

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Der Trick, möglichst schnell zu rutschen, ist bei Wasserrutschen eigentlich immer der gleiche: Körperspannung, möglichst wenig Kontakt zur Rutsche und möglichst ohne Bade-T-Shirt oder ähnlichem rutschen. Denn Stoff bremst viel stärker als Haut. Die Anschlüsse zwischen den Rutschen-Elementen sind sehr sauber gearbeitet, sodass man sie – anders als bei so manch anderer Wasserrutsche – nur wenig spürt.

Ein Vorteil ist, dass die Wasserrutsche komplett im Innenbereich des Four Elements verläuft. Dadurch verursacht Fahrtwind des Schiffs oder kalte Außentemperaturen keine Gänsehaut oder gar einen Kälteschock, wenn man nass aus der Rutsche kommt und die Treppe wieder nach oben steigt. Nur die Klimaanlage könnte man sich im Treppenhaus zur Rutsche sparen, denn dort wäre etwas mehr Wärme durchaus angenehm.

AIDAperla – die kleinen Unterschiede

Wie schon erwähnt, gleicht die AIDAperla der AIDAprima bis in die Details.

Beach Club der AIDAperla
Beach Club der AIDAperla

Die beiden gläsernen Skywalks in 45 Metern über dem Meer, der Beach Club mit seinem gewaltigen Folien-Dach, das neue Restaurantskonzept mit deutlich mehr Bedien-Restaurants als auf den anderen AIDA-Schiffen, die spektakuläre Spray Bar mit ihrem kleinen Außenbereich ganz vorne am Bug oder die Kleinkind-Betreuung im Miniclub für Kids ab sechs Monaten: Was ich zur AIDAprima im Beitrag „Bilder und Details von der AIDAprima“ geschrieben habe, gilt auch für die AIDAperla.

Ergänzend habe ich aber noch ein paar interaktive 360-Grad-Panorama-Fotos aus dem „Four Elements“ und dem „Beach Club“ mitgebracht. Denn diese beiden Bereiche unter jeweils einem gewaltigen Foliendach sind bislang einzigartige Besonderheiten auf der AIDAperla und AIDAprima:

(Der Vollbild-Modus lässt sich mit dem Button rechts unten aktivieren/deaktivieren. Die Vorschau-Bilder blenden mit dem Button links daneben ein/aus.)

Beach Club
Beach Club

Ich war lediglich knapp zwei Tage an Bord der AIDAperla, habe ich aber intensiv nach Veränderungen umgesehen. Um ehrlich zu sein: Ich habe nur drei Details gefunden, die sich unterscheiden.

  • Am Beach-Club-Pool steht eine lebensgroße Skulptur eines Mannes. Auf der AIDAprima schaut der gerade durch den Sucher seine Kamera, auf der AIDAperla trägt er einen Aktenkoffer.
  • Die Licht-Installation auf der AIDA Plaza unterscheidet sich auf der AIDAperla im Design ein wenig von der auf der AIDAprima. Der Stil des Kunstwerks ist aber der gleiche geblieben.
  • Und, eher eine Randnotiz, die „Prima Bar“ heißt auf der AIDAperla natürlich „Perla Bar“.

Daneben gibt es wohl ein paar kleinere Abweichungen bei Kunstwerken, Farbnuancen an der einen oder anderen Stelle. Wer nicht sehr genau hinsieht, wird also keine Unterschiede zwischen den beiden Schiffen finden.

AIDAperla, AIDAprima und der Rest der AIDA-Flotte

Groß sind die Unterschiede dagegen zu den übrigen Kreuzfahrtschiffen der AIDA-Flotte. Genau genommen teilt sich AIDA gerade in drei Segmente auf:

Dem ursprünglichen Konzept mit kleinen, damals noch Club-Schiffen genannten Kreuzfahrtschiffen wird AIDA Selection mit den drei kleinen Schiffen AIDAaura, AIDAcara und AIDAvita gerecht. Wie sich das anfühlt, haben wir gerade auf einer Reise mit der AIDAaura erlebt.

"Selection"-Schiff: AIDAaura auf Reede vor Cannes
„Selection“-Schiff: AIDAaura auf Reede vor Cannes

Mit den beiden neuen AIDAprima und AIDAperla erschließt sich die Rostocker Reederei eine neue Zielgruppe mit vielen Erstkreuzfahrern, Familien und Fans großer Schiffe. Das Schiff selbst mit seinen Attraktionen an Bord wird immer stärker das eigentliche Reiseziel. Weil sie im Hafen mit umweltfreundlichem LNG betrieben werden können, setzen sie außerdem im Umweltschutz einen wichtigen Meilenstein. Diesen Weg setzt AIDA mit den kommenden, sehr umweltfreundlichen LNG-Schiffen und bis zu 6.600 Passagieren noch konsequenter fort. Das erste Schiff der neuen Helios-Klasse, die AIDAnova, soll im Herbst 2018 in Dienst gehen.

Ganz groß und ganz klein: AIDAperla und AIDAaura in Palma de Mallorca
Ganz groß und ganz klein: AIDAperla und AIDAaura in Palma de Mallorca

Zwischen den kleinen Selection-Schiffen und den großen AIDAprima/AIDAperla bleiben die mittleren sieben Schiffe AIDAdiva, AIDAbella, AIDAluna, AIDAblu, AIDAsol, AIDAmar und AIDAstella mit jeweils rund 70.000 BRZ. Allein schon durch ihre relative Größe haben sie sich vom ursprünglichen Clubschiff-Konzept emanzipiert, was nicht alle AIDA-Fans glücklich gemacht, aber neue Zielgruppen erschlossen hat. Mit 2.500 beziehungsweise knapp 2.700 Passagieren sind sie für heutige Verhältnisse kleinere bis mittelgroße Schiffe, die noch einiges an Flexibilität und Vielfalt bieten, was Routen und angelaufene Häfen angeht.

"Sphinx"-Klasse: AIDAsol in Hamburg-Altona
„Sphinx“-Klasse: AIDAsol in Hamburg-Altona

AIDAperla und AIDAprima verleugnen die gemeinsamen Wurzeln zu den bisherigen AIDA-Kreuzfahrtschiffen überhaupt nicht und haben viele Elemente wie beispielsweise das für AIDA typische Theatrium gemeinsam. Wer von der einen zur anderen Schiffsklasse wechselt, wird sich auch hier zu Hause fühlen. Die sehr unterschiedlichen Größen und in einigen Punkten abweichende Konzepte segmentieren die AIDA-Flotte aber dennoch deutlich.

Nicht jeder AIDA-Fan wird alle Schiffsklassen gleichermaßen mögen. Für AIDA ist die Diversifizierung aber ein – wie ich finde – unausweichlicher Weg, um sich den dominierenden Anteil in einem weiterhin rasant wachsenden, deutschen Kreuzfahrtmarkt vor allem auch bei den Erstkreuzfahrern zu sichern. Gefährlich wäre eine falsch verstandene Rücksichtnahme auf Stammkunden und Fans des bisherigen AIDA-Konzepts, die ja allein nicht immer noch mehr Schiffe füllen würden.

Mehr Schiffe, mehr Konzept-Varianten, mehr Auswahl

Markenzeichen von AIDAperla und AIDAprima: vielfältige Alternativen zum Buffet-Restaurant
Markenzeichen von AIDAperla und AIDAprima: vielfältige Alternativen zum Buffet-Restaurant

Wer den bisherigen Stil bevorzugt, findet auch weiterhin bei den Selection-Schiffen sein zu Hause. Wenn das Schiff auch einmal etwas größer sein darf, gibt es noch die sieben Schiffe der Sphinx-Klasse. Und so manchem AIDA-Fan sollen ja auch die ganz großen, neuen Schiffe durchaus gefallen.

Mir persönlich liegt die AIDAperla schon allein wegen des veränderten Restaurant-Konzepts mit deutlich mehr Bedien-Restaurants. Und auch für den Klettergarten würde ich mir gerne noch einmal viel mehr Zeit nehmen und wirklich alle Stationen bewältigen. Denn diese Herausforderung hat wirklich meinen Ehrgeiz geweckt.

Anmerkung*: Cruisetricks.de reiste auf der AIDAperla auf Einladung von AIDA Cruises.

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2 Kommentare zu Action auf der AIDAperla: Rutschen, Dümpeln, Klettern

  1. Olaf on Juli 8, 2017 at 8:15 am

    Schade, dass man die Perla nicht etwas anders eingerichtet hat. Neue Routen UND neue Innenarchitektur wären bei Stammkunden sicher wünschenswerter und für AIDA wirtschaftlich interessanter. Wer fährt schon 2 x die Kanaren oder die Nord-Metropolen, wenn sich nicht mal beim Schiff etwas verändert hat.

    Naja, egal. Mir gefiel die Prima und nun freu ich mich auf die Perla im September.

  2. Eike on Juli 11, 2017 at 7:11 am

    Neue Routen sehe ich ja noch ein, aber ich persönlich fühle mich mit der Innenarchitektur der Sphinx-Klasse recht wohl. Für radikale Neuausrichtungen sehe ich da keinen echten Bedarf.

    Und zur Frage „Wer fährt schon 2x…“ – Ich bin in den vergangenen drei Jahren jedes Jahr einmal mit der Mar die sieben Tage über die Ostsee geschippert. Einerseits zu verschiedenen Jahreszeiten, was am Eindruck schon viel ändert – sei es in den Schären von Stockholm oder einfach nur der Unterschied zwischen vier Schiffe, von denen AIDA das kleinste mitbringt, in Tallinn gegenüber AIDA alleine in Tallinn. Andererseits sind die Städte auf der Route auch groß genug, daß man jedes Mal was anderes sehen kann. Wer natürlich in jeder Stadt jedes Mal die „kurze Stadtrundfahrt per Bus“ bucht, könnte einen gewissen Langeweileeffektspüren. ;-)

    Bei den Nord-Metropolen sieht es ähnlich aus, denke ich – allerdings hat sich da ja mit der Prima auch ergeben, daß Amsterdam nicht mehr angelaufen wird, was ich persönlich sehr schade finde.

    Ich bleibe der Sphinx-Klasse treu, oder wenn sich mal ein bezahlbarer Preis für eine Balkonkabine auf einer der drei kleinen ergibt, auch gerne wieder dort…

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