Allure of the Seas nimmt kubanische Bootsflüchtlinge auf

Die Allure of the Seas ist in der Karibik einem kleinen Boot mit neun kubanischen Flüchtlingen zur Hilfe gekommen. Der Kapitän der Allure of the Seas stoppte sein Schiff am Samstag, 14. Mai, gegen 14 Uhr nachmittags auf dem Rückweg von Cozumel nach Fort Lauderdale, um die acht Männern und eine Frau an Bord zu nehmen. Die Flüchtlinge sollen zu diesem Zeitpunkt bereits acht Tage in dem Ruderboot unterwegs gewesen sein. Sie sollen lediglich leicht dehydriert, sonst aber in gutem Gesundheitszustand gewesen sein. Ein Passagier der Allure of the Seas hat bei CruiseCritic Bilder von dem Boot gepostet.

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Bereits zum zweitenmal innerhalb eines Monats hat damit ein Kreuzfahrtschiff Bootsflüchtlinge aus der Karibik aufgenommen. Die Navigator of the Seas kam am 1. Mai ebenfalls einer Gruppe von acht Kubanern rund 40 Seemeilen nördlich von Havanna in einem selbst gebauten Boot (Bilder bei CruiseCritic).

Für den Kapitän eines Kreuzfahrtschiffs ist die Rettung von Bootsflüchtlingen in der Nähe der amerikanischen Küste keine einfache Entscheidung. Denn für die die zunächst Geretteten hat ihrer Flucht damit keineswegs ein Happy End. Die aufgenommenen Flüchtlinge müssen an die US-Küstenwache übergeben werden. Und amerikanische Gesetze sehen nur dann einen Abschiebestopp für Flüchtliche aus Kuba und anderen karibischen Staaten vor, wenn die Flüchtliche auf amerikanischem Staatsgebiet aufgegriffen werden – das so genannte Prinzip der trockenen oder nassen Füße. Fängt die Küstenwache ein Flüchtlingsboot vor der US-Küste ab, werden sie in der Regel in ihr Heimatland zurück gebracht.

Regelmäßig hagelt es daher auch Kritik an den Reedereien, insbesondere von dem Kreuzfahrt-kritischen CruiseLawNews-Blog, das solche Rettungsaktionen üblicherweise eher als vereitelte Flucht ansieht und den Reedereien vorwirft, gemeinsame Sache mit den US-Behörden zu machen, um die Flüchtlinge wieder in ihr Heimatland abschieben zu können.

Wir haben Anfang Dezember 2010 über einen ähnlichen Fall berichtet und die rechtliche Lage dort etwas genauer erläutert. Damals hatte die Monarch of the Seas sieben kubanische Flüchtlinge von einem Floß gerettet, auf dem sie bereits geschätzte 15 Tage unterwegs gewesen waren. Einer der Flüchtlinge war damals bereits während der Überfahrt auf dem Floß gestorben.

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