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Ushuaia, Argentinien

Antarktis-Kreuzfahrten mit Covid-19-Problemen, Oceanwide Expeditions bricht Saison vorzeitig ab

Oceanwide Expeditions hat für diese Antarktis-Saison das Handtuch geworfen: Die restlichen Reisen der Hondius und Plancius bis in den April hinein hat die Reederei abgesagt. Oceanwide Expeditions nennt als Auslöser neue behördliche Auflagen in Ushuaia und die Quarantäne-Situation vor Ort.

Trotz mehrfacher Tests und strikter Hygiene-Protokolle bleiben auch Antarktis-Kreuzfahrten nicht von Covid-19 verschont. Die Reedereien kommunizieren Reiseabbrüche und Covid-19-bedingte Reiseabsagen eher selten öffentlich. Bekannt geworden ist aber beispielsweise der Reiseabbruch der Roald Amundsen von Hurtigruten und Absage der Folgereise Anfang Januar. Ein weiteres Beispiel ist die Absage der Reise der Hanseatic Nature ab 16. Januar, der neue Reisebeschränkungen für anreisende Crew einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.

Dass deutlich mehr Expeditionskreuzfahrten von Covid-19-Problemen betroffen sein dürften, zeigt die Tatsache, dass in der Bucht von Ushuaia mehrere Kreuzfahrtschiffe seit einiger Zeit vor Anker liegen. Aktuell liegen dort neben der Hanseatic Nature von Hapag-Lloyd Cruises auch die Seaventure von Polar Latitudes/Viva Cruises, die L’Austral von Ponant und die Sea Spirit von Poseidon Expeditions. Zuvor lagen dort zeitweise auch die Hondius und Plancius von Oceanwide Expeditions, die ihre Antarktis-Saison nun abgebrochen und die Schiffe dort abgezogen haben.

Angespannte Situation in Argentinien

Hapag-Lloyd Cruises erklärte auf Anfrage von cruisetricks.de: „Die aktuelle Situation in Bezug auf Covid-19 in Argentinien und damit auch in Ushuaia ist als angespannt zu bewerten. Dies begründet sich durch die derzeit steigenden Infektionszahlen und die daraus resultierende Überlastung der örtlichen Infrastruktur, insbesondere der medizinischen Versorgung, Transport- und Unterbringungsmöglichkeiten.“

Darüber hinaus sei von den argentinischen Behörden unerwartet eine zusätzliche Quarantäneverpflichtung für in Ushuaia neu einsteigende Crewmitglieder erlassen worden. Das erfordere für jedes Crewmitglied einen mehrtägigen Aufenthalt in Argentinien. Für die Reise der Hanseatic Nature am 16. Januar habe notwendige Crew das Schiff nicht mehr rechtzeitig erreichen können.

Die neue Anordnung gelte grundsätzlich für die Mitarbeiter auf allen Kreuzfahrtschiffen und komme zu den bereits bestehenden Testregularien, Einreisevorschriften und Hygieneprotokollen hinzu.

Neue Quarantänemaßnahmen führen zu Verzögerungen

Oceanwide Expeditions, die sich für einen Abbruch der Antarktis-Saison 2021/22 entschieden haben, begründen ihren Schritt in einem Statement ganz ähnlich: „Leider hat die steigende Zahl von Covid-Infektionen aufgrund der neuen Variante (Omikron) sowohl in Argentinien/Ushuaia als auch an Bord unserer Schiffe unseren Betrieb beeinträchtigt. Als direkte Folge mussten mehr Passagiere unter Quarantäne gestellt werden. Auch die von den argentinischen Behörden verhängten, neuen Quarantänemaßnahmen führten zu Verzögerungen bei der Ausschiffung und damit zu Verzögerungen bei der Einschiffung. Infolge dieser veränderten Umstände waren wir auch um die Arbeitsbedingungen unserer Besatzung und unseres Personals besorgt.“

Unseren Informationen zufolge gibt es in Ushuaia außerdem kaum noch Kapazität in den Quarantänehotels. Schiffe müssen daher teils in der Bucht vor Ushuaia vor Anker gehen, um dort die Quarantänezeit für Infizierte und Kontaktpersonen abzuwarten. Ponant beispielsweise nutzt die L’Austral inzwischen zur Unterbringung von Infizierten und Kontaktpersonen, während die anderen beiden Schiffe, die Le Lyrial und die Le Boreal, dadurch entlastet sind und weiter fahren können. Passagiere der L’Austral konnten teilweise auf eines der anderen beiden Schiffe umgebucht werden.

Argentinien hatte vor Beginn der Antarktis-Saison 2021/22 Ushuaia als Starthafen für Antarktis-Kreuzfahrten nur zögerlich geöffnet, nachdem sich Punta Arenas in Chile als Alternative angeboten hatte. Hurtigruten hat dort beispielsweise die Roald Amundsen positioniert, auch weil dort weniger Auflagen und Reisebeschränkungen zu erwarten waren als in Ushuaia. Auch Ponant hat sich beispielsweise bei den meisten Abfahrten der Le Commandant Charcot für Punta Arenas entschieden, ebenso wie Aurora Expeditions mit der Greg Mortimer. Der größere Teil der Expeditions-Kreuzfahrtschiffe fahren jedoch von Ushuaia aus.

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