Cruisetricks.de Kreuzfahrt-Ratgeber

Auf Kreuzfahrt günstig ins Internet

Internet Café, nach Jean Béraud (Komposition: Mike Licht)

Der Internet-Zugang der Kreuzfahrtschiffe per WLAN oder im Internet-Café ist zwar bequem, aber teils sehr teuer. Wer auch auf Kreuzfahrt bei Facebook & Co nichts verpassen will oder beruflich unterwegs online gehen muss, findet kostengünstige oder sogar kostenlose Alternativen in Internet-Cafés und bei freien WLAN-Hotspots an Land sowie über günstige Auslands-Datentarife deutscher Mobilfunkanbieter oder Datentarife lokaler Mobilfunknetze.

Die kostenlose Alternative – WLAN-Hotspots beispielsweise bei McDonalds und in zunehmend mehr Restaurants und Cafés an Land, oft auch auf der Straße vor Hotels oder in öffentlichen Parks oder auch in einigen Hafen-Terminals – ist die umständlichste. Schließlich muss man das Laptop zum Landgang mitschleppen und vor Ort (oder vorab per Internet) nach einem frei zugänglichen WLAN-Hotspot suchen. Nicht immer sind diese Verbindungen dann stabil oder genau zu der Zeit verfügbar, wenn man im Hafen ist.

Offene Wlans sind unsicher

Das Kernproblem dieser kostenlosen Hotspots, vor allem wenn man den Internet-Zugang geschäftlich nutzt ist außerdem: Offene WLANs sind in Sachen Datensicherheit sehr kritisch. Denn jeder Hacker kann in solchen Netzen übertragene Daten und E-Mails, eventuell auch eingetippte Passwörter mitlesen, sofern die Verbindung nicht mit SSL verschlüsselt ist, wie das inzwischen häufig der Fall ist (zu erkennen am grünen Schloss-Symbol in der Adresszeile des Browsers). Wer solche Netze nutzt, sollte also sehr vorsichtig sein und danach möglichst schnell über eine gesicherte Verbindung die verwendeten Passwörter ändern. Weitere Tipps zu diesem Thema gibt’s in unserem Beitrag „Vergnügen statt Risiko: Sicherheits-Tipps für Landausflüge“.

Problematisch sind zunehmend auch Daten, die von Smartphone-Apps im Hintergrund und vom User weitgehend unkontrollierbar übertragen werden. Wer hier ganz sicher gehen will, installiert eine Firewall-App, die Datenübertragung im Hintergrund grundsätzlich blockiert und nur ausgewählte Apps überhaupt die WLAN-Verbindung nutzen lässt (siehe Beschreibung dazu im Beitrag „Telefon und Internet im Ausland…“).

Tipp: Wer kostenlosen WLAN-Zugang im Hafen sucht, hält am besten Ausschau nach Crew-Mitgliedern von Kreuzfahrtschiffen. Wo mehrere von ihnen mit Laptop in einem Café, in einer Eisdiele oder auf einem öffentlichen Platz sitzen, dort gibt es garantiert einen kostenlosen WLAN-Internetzugang. Oder fragen Sie Ihren Kellner oder Kabinensteward, ob er im jeweils nächsten Hafen einen kostenlosen WLAN-Hotspot kennt.

Lokale Prepaid-Sim-Karten

Eher unpraktisch ist auf Kreuzfahrt der Kauf lokaler Prepaid-Mobilfunkkarten. Denn zum einen ist das teilweise gar nicht so einfach und es kostet Zeit, einen passenden Shop an Land zu finden. Zum anderen benötigt man auf einer Kreuzfahrt gleich mehrere solcher Karten – womöglich jeden Tag eine andere, wenn man auf der Kreuzfahrt beispielsweise Hafenstopps in Spanien, Frankreich, Italien und auf Malta hat. Wer diese Länder nicht regelmäßig bereist, hat schnell einen Stapel kaum benutzter und damit letztlich viel zu teurer Prepaid-Karten herumliegen.

Trotzdem: Wer diese Variante bevorzugt, findet beispielsweise im Spiegel-Online-Beitrag „Handy-Nutzung auf Reisen“ eine gute Übersicht über die Möglichkeiten, sich solche Prepaid-Karten auch schon vor der Reise zu beschaffen.

Tipp: Wer die Datenverbindung nicht nur direkt am Handy nutzen, sondern auch mit Familienmitgliedern teilen oder am Laptop nutzen will, sollte beim Kauf der SIM-Karte unbedingt darauf achten, dass die Karten das so genannte „Tethering“ erlauben – also das Teilen einer Internet-Verbindung per WLAN. Viele SIM-Karten blockieren diese Funktion nämlich.

Daten-Roaming im Mobilfunk-Vertrag enthalten

Zum 15. Juni 2017 sind innerhalb der EU die Roaming-Gebühren sowohl für Telefonie als auch für Daten weggefallen. In EU-Ländern können also die im Mobilfunkvertrag enthaltenen Datenvolumen genau so benutzt werden wie in Deutschland.

Ein wenig Vorsicht ist trotzdem geboten: Je nach Provider sind nämlich Länder und Sondergebiete wie Norwegen, Schweiz, Isle of Man, die britischen Kanalinseln sowie San Marino, Andorra und Monaco manchmal mit Roaming-Gebühren belegt, manchmal aber auch nicht. Und auch für den Fall, dass man die im Vertrag enthaltenen Datenmengen überschreitet, sollte man sich genau zu den dann anfallenden Gebühren erkundigen.

Ein Blick genauer in die aktuellen Tarife des eigenen Anbieters lohnt sich hier also. Zudem sollte man bei den Tarifen prüfen, ob Tethering erlaubt ist. Das ist die Nutzung der Handy-Internet-Verbindung auch am Laptop.

Skyroam

Mit sogenannter „virtual SIM“-Technik arbeitet Skyroam – aber eigentlich muss einen die Technik dahinter gar nicht interessieren. Skyroam ist einfach ein kleines Gerät, dass fast überall auf der Welt eine Internet-Verbindung per Mobilfunk herstellt und als kleiner Wlan-Hotspot fungiert, übe den man aus das Internet zugreifen kann. Das Gerät kostet 99,99 Dollar, kann aber auch kostenlos ausgeliehen werden. Eine 24-Stunden-Flatrate kostet bei Skyroam 8 Dollar (9,95 Dollar mit Leihgerät), hat weder Datenmengen- noch Tempo-Limits und kann mit bis zu fünf Smartphones oder Laptops gleichzeit genutzt werden. Mehr Details dazu in meinem ausführlichen Testbericht zu Skyroam. Update: Inzwischen gibt es mit Skyroam Solis auch ein Skyroam-Gerät mit integrierter 6.000-mAh-Powerbank.

Know Roaming

Wer sowohl Daten als auch Telefonie fürs Ausland braucht, findet bei Know Roaming eine sehr komfortable Lösung. Die Technik ist faszinierenden: Ein dünner Chip-Aufkleber übernimmt die Kontrolle über die SIM-Karte im Handy und stellt im Ausland wahlweise manuell oder automatisch die Verbindungen zu deutlich günstigeren Tarifen her. Details dazu in meinem Testbericht „Telefon und Internet im Ausland per SIM-Aufkleber“.

Der SIM-Aufkleber kostet einmalig 29,99 US-Dollar. Internet gibt’s beispielsweise als Highspeed-Flatrate für 7,99 Dollar pro Tag. Auch Mehrtages- und Wochen-Tarife sind im Angebot.

Ein ähnliches Angebot hat Flexiroam, das wir bislang aber noch nicht testen konnten.

Mobiles Datenroaming weltweit: TravelSIM

Kostenmäßig inzwischen weniger interessant, aber ebenfalls weltweit einsetzbar, sind international agierende Mobilfunk-Anbieter wie TravelSIM.

TravelSIM ist ein guter Tipp für mobiles Telefonieren im Ausland, bietet Internet-Zugang im Ausland mit Minuten-Abrechnung. Die Preise variieren hier je nach Land und beginnen bei 0,70 Dollar pro MByte. (Hinweis: der ähnliche Anbieter „AuslandSIM“ existiert inzwischen nicht mehr.)

Zum kostengünstigen Telefonieren unterwegs hatte wir von vor einiger Zeit eine Übersicht zusammengestellt, siehe „Günstige SIM-Cards zum Telefonieren im Ausland“. Denn auch das Telefonieren an Bord von Kreuzfahrtschiffen kann sehr schnell ins Geld gehen, wie unser Beitrag „Komplizierte Tarife: mobil telefonieren am Kreuzfahrtschiff“ zeigt.

(Bildquelle: Mike Licht, Lizenz Creative Commons CC BY 2.0)