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Kreuzfahrtschiff mit Covid-19-Mundschutz-Maske

Auswärtiges Amt sorgt mit Quarantäne-Warnung für Verärgerung in der Kreuzfahrt

Das Auswärtige Amt rät in seinen aktualisierten Covid-19-Warnungen weiterhin von Kreuzfahrten ab, hat aber neu hinzugefügt, dass im Ausland die Gefahr einer mehrtägigen Schiffsquarantäne-Anordnung durch lokale Behörden drohe. In der Kreuzfahrt-Branche sorgt das für Unverständnis und Verärgerung.

Wörtlich schreibt das Auswärtige Amt mit Aktualisierungsstand 9. November 2021: „Von der Teilnahme an Kreuzfahrten wird abgeraten. Es besteht das Risiko, dass im Falle eines COVID-19-Ausbruchs an Bord – auch unter geimpften Reisenden – von den zuständigen Behörden im Ausland eine mehrtägige Schiffsquarantäne verhängt wird. Ein zeitnaher Rücktransport nach Deutschland wäre ausgeschlossen.“

Nicht abgeraten wird dagegen von Flusskreuzfahrten innerhalb der EU und im Schengen-Raum sowie von Hochseekreuzfahrten ohne Hafenstopp außerhalb Deutschlands.

Die Formulierung ist einerseits eine Abschwächung zum bisherigen Text, in dem nicht nur „abgeraten“, sondern sogar „dringend abgeraten“ worden war. Andererseits hat das Auswärtige Amt zwei Sätze eingefügt, die für Aufregung sorgen.

Neu: Hinweis auf Schiffsquarantäne-Risiko

Neu ist der Hinweis auf das angebliche Risiko der Schiffsquarantäne. Darauf reagiert die  Kreuzfahrt-Branche verärgert und irritiert. Denn solche Quarantäneanordnungen seitens ausländischer Behörden gab es zuletzt in der Anfangsphase der Pandemie zwischen Februar und April 2020 und seitdem nicht mehr. Vielmehr haben lokale Behörden in den von Kreuzfahrtschiffen angelaufenen Ländern mit den Reedereien Konzepte erarbeitet, bei denen nur gezielt positiv getestete Passagiere und deren enge Kontaktpersonen in Hotels an Land unter Quarantäne gestellt oder auf sichere Weise nach Hause reisen können.

Helge Grammerstorf, Deutschland-Direktor des Kreuzfahrt-Branchenverbandes CLIA, kommentiert gegenüber cruisetricks.de, der Hinweis auf das mehrtägige Schiffsquarantäne-Risiko „entbehrt jeder sachlichen Grundlage und jeder Erfahrung. Denn Kreuzfahrtschiffe fahren nach dem Neustart schon seit längerer Zeit erfolgreich mit mehr als einer halben Million Passagieren und mit sehr ausgefeilten Hygienekonzepten“.

Einzelne positive Fälle an Bord von Schiffen kämen natürlich vor, wie in allen anderen Lebensbereichen auch, würden aber in enger Zusammenarbeit mit den Behörden überall sehr professionell gehandhabt und jeweils nur die betroffenen Passagiere unverzüglich von Bord gebracht.

Grammerstorf ergänzt: „Es ist nicht ein einziges Mal erwogen worden, ein ganzes Schiff unter Quarantäne zu stellen.“

Eine Reisewarnung stellt das Abraten des Auswärtigen Amtes von Kreuzfahrten übrigens nicht dar. Direkte Konsequenzen in Hinblick auf besondere Kündigungsrechte für Reisende hat die Formulierung also weiterhin nicht. Sie sorgt aber für Verunsicherung bei den Kunden der Kreuzfahrt-Reedereien.

Nahezu durchgehendes Abraten des Auswärtigen Amtes von Kreuzfahrten seit Neustart im Juli 2020

Das Auswärtige Amt hatte seit dem Neustart der Kreuzfahrt in Deutschland im Juli 2020 „von der Teilnahme an Kreuzfahrten wird aufgrund der besonderen Risiken dringend abgeraten“. Nach Ende der weltweiten Reisewarnung zum 1. Oktober 2020 verschwanden die Empfehlungen zu Kreuzfahrten aus den Covid-19-Warnungen des Auswärtigen Amtes, nur um in gleicher Formulierung ab 5. November 2020 dort wieder zu erscheinen. Seitdem hatte dieser Absatz Bestand und wurde nun einerseits von „dringend abgeraten“ auf lediglich „abgeraten“ herabgestuft, andererseits um die „Schiffsquarantäne“-Risiken ergänzt.

4 Kommentare

4 Gedanken zu „Auswärtiges Amt sorgt mit Quarantäne-Warnung für Verärgerung in der Kreuzfahrt“

  1. Bei den aktuellen Entwicklung der Pandemie in Deutschland ist das Risiko im Alltagsleben in Deutschland eigentlich deutlich höher als auf einem Kreuzfahrtschiff. Habe Ende des Monats eine Kreuzfahrt mit der MS Europa 2 ab/bis Dubai gebucht.

    Noch nicht einmal „Genesen mit einer Impfung“ reicht wegen Oman. Auf dem Schiff können daher nur vollständig Geimpfte sein, dazu PCR Test vor Abflug und aktuell noch einer am Flughafen bei Ankunft in Dubai. Und auf dem Flug nach Dubai müssen alle Fluggäste ebenfalls einen PCR-Test nachweisen, sonst kommen sie nicht nach Dubai rein.

    Das höchste Ansteckungsrisiko der gesamte Reise dürfte auf der Fahrt mit der Bundesbahn zum Flughafen Frankfurt bestehen.

    Was aktuell eher logisch wäre, dass die typischen Einstiegshäfen im Süden in den nächsten Wochen für Deutsche die Grenzen wieder dicht machen.

  2. Das sehe ich auch so. Ich war Ende Oktober/Anfang November 2 Wochen mit AIDA unterwegs. Das Hygienekonzept fand ich vorbildlich (und deutlich strenger als die Vorgaben, die meine norddeutsche Heimat-Landesregierung erlassen hat). Seit ich wieder zu Hause bin, habe ich als vollständig Geimpfte täglich Angst, mich zu infizieren. Hier gilt nämlich vielerorts keine Maskenpflicht mehr trotz steigender Inzidenzen. Ich muss mich oft dafür rechtfertigen, dass ich zum Eigenschutz Maske tragen möchte. Und volle Theater/Sportstätten ohne Maske und Abstand – sowas passiert auf den Schiffen einfach nicht, ist an Land aber (erlaubter) Alltag (deshalb verzichte ich wieder auf Kultur und Sport).

  3. Also mein Vater ist verschollen seit dem Coronaausbruch auf der MSC Virtuosa -Fahrt von Lissabon nach Dubai. Die betroffenen Passagiere mussten 1 Tag früher am 25.11. von Bord und sind jetzt irgendwo im Nirgendwo wahrscheinlich in Hotelquarantäne. Kein Kontakt über Handy möglich- keine Informationen. Mein Vater ist zum Glück 3x geimpft und hat daher keine Symptome… aber empfehlenswert ist eine Kreuzfahrt zur Zeit nicht. Ich bleibe in Sorge.

  4. @S.Bruns: Was immer da in den letzten Tagen auf der MSC Virtuosa vorgefallen ist (man liest ja nichts in den Medien), ich wünsche Ihnen, dass sich die Situation schnell klärt, Ihr Vater symptomfrei bleibt und bald zurückreisen kann.

    Aktuell ist es aber nirgends empfehlenswert, sich in größeren Gruppen in Innenräumen zu treffen, gerade auch in Deutschland.

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