Bulgaria-Schiffsunglück: Haftstrafen für Verantwortliche

Im Fall des vor drei Jahren gesunkenen, russischen Flusskreuzfahrtschiffs Bulgaria schickt das Gericht einige der Verantwortlichen für mehrere Jahre ins Gefängnis oder Straflager. Das Wolga-Schiff Bulgaria war am 10. Juli 2011 nahe der Stadt Kasan gekentert und innerhalb weniger Minuten gesunken, 122 Menschen kamen ums Leben.

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Die Pächterin des Schiffs muss für elf Jahre ins Straflager, zwei Behördenmitarbeiter und der Vizekapitän gehen bis zu sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Das 1955 in der damaligen Tschechoslowakei gebaute, inzwischen marode Schiff war überladen und ohne gültige Lizenz unterwegs. Ursprünglich als Flusskreuzfahrtschiff gebaut war es zu Unglückszeitpunkt für den russischen Reiseveranstalter Agrorechtur auf einer Zwei-Tages-Reise im Einsatz.

Angehörige der Opfer zeigten sich enttäuscht über die ihrer Meinung nach zu milden Urteile gegen die Verantwortlichen der schlimmsten Schiffskatastrophe Russlands seit Ende der Sowjetunion. Keiner der Verurteilten hatte sich vor Gericht schuldbewusst gezeigt.

Bei dem Unglück konnten nur 79 der 201 Passagiere gerettet werden. Die Bulgaria war zum Zeitpunkt des Unglücks rund 800 Kilometer östlich von Moskau rund drei Kilometer vom Ufer entfernt unterwegs, als es kenterte und auf den rund 20 Meter tiefen Grund des Flusses sank. Lediglich zwei der ursprünglich vier Rettungsboote seien mitgeführt worden, es gab zu wenig Rettungswesten und das Schiff soll zahlreiche technische Mängel aufgewiesen haben.

Spätere Untersuchungen hatten ergeben, dass wegen ausgefallener Klimaanlage die Bullaugen auf dem unteren Deck geöffnet gewesen seien, sodass bei aufkommendem Sturm Wasser ungehindert in das Schiff eindringen konnte. Die Bulgaria sank innerhalb weniger Minuten.

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