Carnival Corp. will 18 Schiffe ausmustern und meldet Liquidität von rund 8 Milliarden Dollar

Carnival Corp. hat angekündigt, infolge der Coronakrise insgesamt 18 Kreuzfahrtschiffe auszumustern. Bislang standen offiziell 15 Schiffen zur Disposition, von denen einige bereits verkauft sind oder verschrottet werden. Zugleich senkt Carnival die laufenden Kosten weiter und meldet für Ende August einen Liquiditätsstand von rund acht Milliarden Dollar.

Die Zahlen der Carnival Corp. zum Geschäftsbericht über das 3. Quartal 2020 senden positive Signale. Das Unternehmen kann seine Zahlungsfähigkeit weiterhin längerfristig sicherstellen. Mit Stand Ende August wird eine Liquidität von rund acht Milliarden Dollar genannt. Außerdem plant Carnival Corp. den Verkauf von weiteren Aktien im Wert von rund einer Milliarde Dollar.

Auf der Kostenseite reduziert Carnival Corp. die laufenden Kosten (cash burn rate) weiter. Zu Beginn der Coronakrise betrugen selbige noch rund eine Milliarde Dollar monatlich. Fürs 3. Quartal meldet das Unternehmen nun einen Wert von 770 Millionen Dollar mit der Aussicht, den Betrag auf 530 Millionen Dollar im 4. Quartal zu senken.

Seit 6. September fährt mit der Costa Deliziosa auch das erste Kreuzfahrtschiff der Carnival Corp. wieder mit Passagieren. Weitere Costa-Schiffe sollen in den kommenden Wochen und Monaten hinzukommen. Bei AIDA ist der allerdings zuvor schon zweimal verschobene Neustart für Anfang November vorgesehen.

Beim wichtigen Amerika- und Karibik-Geschäft macht Carnival Corp. derzeit gemeinsam mit den anderen, großen Reedereien politischen Druck, um die US-Gesundheitsbehörde CDC dazu zu bewegen, sich mit Neustartplänen und Hygienekonzepten auseinanderzusetzen und die „no sail order“, die aktuell bis 30. September gilt, nicht weiter zu verlängern. Die in der Clia vertretenen US-Reedereien hatten sich haben sich allerdings ohnehin schon zu einer Kreuzfahrtpause bis Ende Oktober verständigt.

18 Kreuzfahrtschiffe werden ausgemustert, drei neue kommen 2020 noch hinzu

Von den 104 Kreuzfahrtschiffen in der Flotte der verschiedenen Marken der Carnival Corp. vor der Coronakrise sind offiziell bereits acht ausgeschieden. Vier weitere ausgemusterte Schiffe sind bereits namentlich identifiziert, zu den übrigen äußert sich Carnival derzeit noch nicht im Detail. Drei Kreuzfahrtschiff-Neubauten sollen andererseits noch 2020 übernommen werden.

Die zur Ausmusterung geplanten 18 Schiffe entsprechen laut Carnival Corp. etwas zwölf Prozent der Passagierkapazität von 2019, hätten aber nur zu drei Prozent zum operativen Gewinn beigetragen. Ursprünglich hatte Carnival von 13 auszumusternden Schiffen gesprochen und diese Zahl am 29. Juli auf 15 erhöht.

Holland America Line hat die Amsterdam, Rotterdam, Maasdam und Veendam abgegeben. Bei Carnival Cruise Line werden die Carnival Fantasy und Carnival Inspiration bereits verschrottet, während die Carnival Inspiration wohl dasselbe Schicksal erwartet, was vom Unternehmen bislang aber noch nicht bestätigt wurde. Bei Costa wird die Costa Victoria verschrottet, die Costa Neoromantica wurde an Celestyal Cruises verkauft. Siehe dazu auch unsere ständig aktualisierte Liste der im Rahmen der Coronakrise ausgemusterten Kreuzfahrtschiffe.

Schon vor der Coronakrise stand fest, dass die Costa Mediterranea an das Joint Venture CSSC Carnival Cruise Shipping in China gehen sollte, die Pacific Aria und Pacific Dawn von P&O Australia an CMV. Der Status dieser drei Transfers ist derzeit aber unklar, nachdem die Costa Mediterranea immer noch vor Manila liegt und die beiden Schiffe von P&O Australia wohl vorerst nicht an CMV übergehen werden, da CMV Insolvenz angemeldet hat.

Mit der Iona wartet andererseits ein Neubau immer noch auf die Abnahme durch P&O Cruises von der Meyer Werft. Die Enchanted Princess soll am 30. September von Fincantieri an Princess Cruises übergeben werden, die Auslieferung der Costa Firenze ist für Spätherbst geplant. Die Jungfernfahrt der Mardi Gras wurde dagegen zuletzt auf Anfang Februar 2021 verschoben.

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