Costa Deliziosa am 6. September 2020 in Triest (Bild: Costa)

Costa Deliziosa startet zur ersten Passagierfahrt nach dem Shutdown, erstes Schiff der Canival Corp. wieder in Dienst

Für Costa endet am heutigen 6. September der monatelange Shutdown mit der Abfahrt der Costa Deliziosa von Triest aus. Zugleich ist sie auch das erste Kreuzfahrtschiff der Flotte der Carnival Corp., das wieder in Dienst geht. Schwesterreederei AIDA hat dagegen ihren Neustart bereits zweimal verschieben müssen und plant jetzt mit Anfang November.

Costa startet vorerst nur mit italienischen Passagieren, Hafenstopps ausschließlich in Italien, Coronatest für alle Passagiere und Landausflügen nur in organisierten Gruppen. So soll in Kombination mit zahlreichen Maßnahmen das Infektionsrisiko mit Covid-19 minimiert werden. Dass solche Konzepte funktionieren, zeigen Mitbewerber wie TUI Cruises und MSC bereits seit einigen Wochen erfolgreich.

Die Costa Deliziosa fährt von Triest aus eine reizvolle Route, die Costa „Das Beste von Italien“ nennt: Bari, Brindisi, Corigliano-Rossano, Siracusa und Catania mit Landausflügen unter anderem nach Lecce, Ostuni, Otranto, Alberobello, Gallipoli, Taormina, Noto, Modica, Ragusa und Sibari.

Auf den ersten drei siebentägigen Kreuzfahrten sollen ausschließlich Italiener oder in Italien wohnhafte Passagiere an Bord. Für spätere Reisen will Costa sich offenbar dann für weitere Nationen, mutmaßlich EU-Bürger, öffnen. Vorerst sind die Triest-Abfahrten der Costa Deliziosa bis Ende des Jahres 2020 geplant.

Auffällig an den derzeit bekannten Fahrtrouten von Costa ist das Fehlen von Venedig als Hafenstopp. Offenbar hat sich die Reederei entschieden, zusätzliche Erschwernisse durch bereits angekündigte Proteste der Anti-Kreuzfahrt-Aktivisten in Venedig zu vermeiden und stattdessen auf Triest auszuweichen. Einen ähnlichen Schritt hatte Royal Caribbean International bereits vor mehreren Monaten angekündigt und ein Schiff im Fahrplan für 2021 von Venedig nach Ravenna verlegt. Auch MSC meidet Venedig auf der Neustart-Route der MSC Magnifica und geht wie Costa nach Triest.

Costa Diadema ab 19. September, Costa Smeralda ab Oktober, Costa Firenze ab Dezember geplant

Nach der Costa Deliziosa plant die italienische Reederei, schrittweise weitere Kreuzfahrtschiffe wieder in Dienst zu stellen:

  • Costa Diadema ab 19. September
  • Costa Smeralda ab Oktober
  • Costa Firenze ab Dezember

Wenn die Costa Diadema am 19. September wieder in Dienst geht, fährt sie von Genua aus nach Civitavecchia, Neapel, Palermo, Cagliari und La Spezia. Für die Costa Smeralda und Costa Firenze sind noch keine ganz konkreten Termine oder Fahrtrouten bekannt.

Das Infektionsschutz-Konzept von Costa

Das Infektionsschutzkonzept für die Neustart-Kreuzfahrten hat Costa auf ihrer Website zusammengefasst. Dazu gehörten, wie bei anderen bereits gestarteten Reedereien, gestaffelte Einschiffungszeiten, eine reduzierte Passagierzahl, Online-Check-in und intensivere Nutzung interaktiver Services über Smartphone-Apps und interaktive Bildschirme an Bord, Rezeptionsservice an Bord per Telefon, Abstands-Konzepte und Maskenpflicht in öffentlichen Bereichen sowie ausschließlich am Platz servierte Mahlzeiten, also keine Buffets.

Zum Standard entwickeln sich bei Kreuzfahrt-Neustart bei allen größeren Reedereien auch Corona-Tests vor der Einschiffung. Costa setzt dabei auf ein ähnliches Verfahren wie MSC: Antigen-Tests für alle Passagiere (nicht zu verwechseln mit Antikörpertests), bei dem die Ergebnisse jeweils in weniger als 20 Minuten vorliegen. Ein positives Ergebnis wird gegebenenfalls mit einem PCR-Test überprüft und entscheidet letztlich darüber, ob der Passagier an Bord darf.

4 Kommentare

4 Kommentare zu “Costa Deliziosa startet zur ersten Passagierfahrt nach dem Shutdown, erstes Schiff der Canival Corp. wieder in Dienst

  1. Weißt du zufällig, was Costa mit der Diadema plant? Bisher ist von der “neuen Route” nur eine Reise buchbar, so dass die Diadema theoretisch ab 27.09. auf die Katalogreise nach Dubai gehen könnte, welche auch noch buchbar ist. Ist das wirklich denkbar?

  2. @Christian: Dubai kann ich mir in einer so frühen Phase kaum vorstellen. Ich denke, das Schiff wird erst einmal im Mittelmeer ab Genua bleiben. Aber das ist nur geraten; konkrete Informationen habe ich dazu nicht.

  3. Das sehe ich eben ganz genauso und war deshalb überrascht, dass Costa bereits ab Oktober mit drei Schiffen unterwegs sein möchte. Ist das in der aktuellen Lage nicht etwas viel für das Mittelmeer in der Nebensaison? Hinzu kommen ja noch die zwei MSC-Schiffe; ich bin gespannt, ob Costa in den Preiskampf einsteigt, die 299 Euro für ne Woche bei MSC sind ja schon krass…

    Grundsätzlich aber ein sehr guter Tag für Costa, für die Kreuzfahrt-Branche ingesamt und natürlich für das durch Corona arg gebeutelte Italien.

  4. Ich denke, das große Fragezeichen ist, wie hoch letztlich die Nachfrage nach Kreuzfahrten im Herbst/Winter sein wird; ob der Kreuzfahrtfan jetzt einfach wieder unbedingt reisen will und dann auch egal ist, wenn es eben nicht 30, sondern nur 5 Grad in Rom oder Athen hat. Wobei eine Mittelmeerkreuzfahrt im Winter sehr schön sein kann, habe ich schon zweimal gemacht.
    Ansonsten geht es im Moment glaube ich bei den Reedereien auch nicht primär ums Geldverdienen wie vor der Krise, sondern auch darum zu demonstrieren, dass es überhaupt und mit sehr geringem Risiko möglich ist, wieder zu fahren; Auch für die US-Reedereien (bzw. mit US-Schiffen wie MSC) ist der Neustart in Europa ungemein wichtig, weil es den Neustart dort wesentlich vereinfachen wird, wenn es bereits beweisbar bewährte Konzepte gibt, die man jeweils im eigenen Konzern auch schon ausprobiert hat (Costa -> Carnical Corp., TUI Cruises -> Royal Caribbean Group). Vertrauen sowohl bei den Behörden als auch bei den Kunden entsteht am besten durch “Anschauungsunterricht” und da leisten die Neustart-Reisen glaube ich wichtige Dienste – jedenfalls, solange keine schweren Fehler wie bei Hurtigruten passieren …

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