SS United States, 2013 in Philadelphia

Crystal Cruises plant Comeback für S.S. United States

Crystal Cruises hat eine Kaufoption für die von der Verschrottung bedrohte S.S. United States unterzeichnet. Die Luxus-Reederei will den legendären Ocean Liner komplett renovieren und wieder als Kreuzfahrtschiff in Dienst stellen.

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Auf 700 bis 800 Millionen Dollar schätzt Crystals CEO Edie Rodriguez laut New York Times die Kosten für den Wiederaufbau der S.S. United States. Im Rahmen der jetzt unterschriebenen Vereinbarung wird Crystal Cruises vorerst die Instandhaltungskosten für das Schiff von geschätzten 60.000 Dollar monatlich übernehmen und die Zeit für eine Machbarkeitsstudie nutzen, deren Ergebnisse für Ende 2016 erwartet werden. Danach soll entschieden werden, ob das Projekt umsetzbar ist.

Crystal plant, die S.S. United States in einen Luxusliner für 800 Passagiere zu verwandeln, der sowohl die klassische Route von New York nach Europa fahren, also auch weltweit für Kreuzfahrten zum Einsatz kommen soll. Die Luxusreederei will die S.S. United States in ihrer klassischen Silhouette mit der gleichen Anzahl an Decks erhalten und die beiden Schornsteine in ihren traditionellen Farben Blau, Weiß und Rot präsentieren. Neue Maschinen sollen den Status des schnellsten Passagierschiffs der Welt erhalten beziehungsweise wieder aufleben lassen.

Einen positiven Nebeneffekt könnte für Crystal Cruises die Tatsache haben, dass die S.S. United States in den USA gebaut wurde. Das würde dem Schiff Fahrtrouten in amerikanischen Gewässern ermöglichen, die anderen Schiffen wegen entsprechender Gesetze in den USA versperrt bleiben. Einziges Kreuzfahrtschiff, das derzeit solche Routen fahren kann, ist die Pride of America von Norwegian Cruise Line, die ihren Basishafen in Hawaii hat.

Obwohl die Fachwelt skeptisch auf das Vorhaben von Crystal Cruises blickt, überwiegt dennoch die Freude darüber, dass die S.S. United States zumindest eine neue Galgenfrist von neun Monaten bekommt. Zuletzt standen die Chancen sehr schlecht, das Schiff noch vor der Verschrottung zu retten, nachdem mehrere Versuche gescheitert waren, ein finanziell tragfähiges Konzept für den 1952 erstmals in Dienst gestellte Ocean Liner zu finden. Das Schiff war vor über 40 Jahren das letzte Mal aus eigener Kraft gefahren – unter Dampf. Problematisch ist auch die Belastung mit giftigem PCB, für das zusammen mit den Umweltschutzbehörden in den USA eine Lösung gefunden werden muss.

2 Kommentare zu “Crystal Cruises plant Comeback für S.S. United States

  1. Pressemeldungen besagen, dass das Schiff evtl. in der Lloydwerft in Bremerhaven wieder aufgebaut werden soll.
    Grandiose Perspektive für die Werft und den Großraum Bremen/ Bremerhaven und umzu.
    Leider wird auch in diesem “ Fall “ ausschließlich die Wirtschaftlichkeit der limitierende Faktor sein.
    Sehr bedauerlich, wenn dieses Schiff nicht erhalten und wieder in Betrieb genommen werden kann.
    Wenn es eine Möglichkeit gibt, würde ich das Projekt gern unterstützen.

    H. E. ( Seefahrer aus den 60er Jahren )

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