Europäische Kreuzfahrtbranche weiter im Aufwind

Das European Cruise Council (ECC) hat heute in Brüssel auf seiner sechsten Jahreskonferenz den Bericht „Cruise Industry’s Resilience tested by Economic, Geopolitical and Operational Challenges“ („Wirtschaftliche, geopolitische und operative Herausforderungen stellen Kreuzfahrtindustrie auf die Probe“) vorgestellt, welcher den Beitrag der Kreuzfahrtbranche zur europäischen Wirtschaft umfassend untersucht.

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Trotz des weltweiten Wirtschafts-Abschwungs bleibt die europäische Kreuzfahrtbranche auf Wachstumskurs. Nach dem ECC ist der Gesamtbeitrag der globalen Kreuzfahrtbranche zur europäischen Wirtschaftsleistung im Jahr 2011 auf ein Rekordhoch von 36,7 Milliarden Euro gestiegen, was einem Wachstum von 54 Prozent seit 2006 entspricht. Dabei zählen die europäischen Werften zu den größten Gewinnern. 24 neue Kreuzfahrtschiffe – die bis 2016 ausgeliefert werden – mit einem Gesamtwert von mehr als 12 Milliarden Euro und über 67.000 Betten stehen in ihren Büchern.

5,6 Millionen Passagieren zählten die europäischen Kreuzfahrthäfen im Jahr 2011, eine Steigerung um 7,1 Prozent gegenüber 2010. Die Zahl der Beschäftigten in der Kreuzfahrtbranche wuchs um 8.000 auf 315.000. Speziell für Deutschland lassen sich dabei verschiedene Entwicklungen beobachten:

Deutschland ist gemessen an den Passagierzahlen mit 1,4 Millionen Kreuzfahrt-Passagieren der zweitgrößte Kreuzfahrtmarkt in Europa. Lediglich Großbritannien kann mit 1,6 Millionen Kreuzfahrt-Passagieren Deutschland noch toppen. Deutschland verzeichnet allerdings ein Gästeplus von 13,8 Prozent, wohingegen Großbritannien lediglich 5 Prozent zulegte. Es ist daher zu erwarten, dass Deutschland in wenigen Jahren auf Platz 1 vorrücken wird.

12,4 Prozent der Arbeitsplätze oder über 39.000 Beschäftigte in der Kreuzfahrtbranche entfallen auf Deutschland. Davon sind ca. 10 Prozent oder knapp 4.000 Beschäftigte entweder als Crew auf einem Schiff oder in den Verwaltungen der Kreuzfahrtgesellschaften tätig.

Deutschland und Italien dominieren mit zusammen mehr als 80 Prozent der Aufträge den europäischen Schiffsbau.

Gegenüber dem Vorjahr sind die Gesamtausgaben in der deutschten Kreuzfahrtbranche um 9,5 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen.

Der Vorsitzende des ECC, Manfredi Lefebvre d’Ovidio, hält die Kreuzfahrtbranche in Europa trotz der Wirtschaftskrise für gut aufgestellt und rechnet mit einem weiteren Wachstum für das Jahr 2012. Allerdings warnt er auch vor Herausforderungen: „Die Wirtschaftskrise ist nicht das einzige Thema. Auch anderen Herausforderungen wie politischen Unsicherheiten und steigenden Kraftstoffkosten müssen die Branche und die Aufsichtsbehörden gemeinsam begegnen, um sicherzustellen, dass die Kreuzfahrtindustrie den stetigen Wachstumskurs der letzten zehn Jahre fortsetzen kann.“ Sein Fazit: „Die Branche ist gut aufgestellt, um dem aktuell schwierigen Umfeld zu trotzen, und es spricht viel dafür, dass wir gestärkt aus dieser Phase der Unsicherheit hervorgehen werden.”

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