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FFP2-Maske

FFP2-Masken: Ein Überblick zu Qualität, CE-Prüfsiegel und wie man Fälschungen erkennen kann

Auch wenn die bayerische FFP2-Maskenpflicht zum Schutz vor Covid-19-Ansteckungen kein Kreuzfahrt-Thema ist: Ich halte es für so wichtig, dass ich die Fakten zur Qualität und möglichen Fälschungen bei FFP2-Masken zusammengestellt habe und Hinweise geben möchte, wie man das selbst überprüfen kann.

Angesichts der neuen, ansteckenderen Variante des Sars-Cov-2-Virus ist der im Vergleich zu einfachen Community-Masken deutlich besserer Schutz von FFP2-/KN95-Masken sinnvoll. Bayern schreibt FFP2-Masken im ÖPNV und beim Einkaufen vor, andere Bundesländer könnten folgen. Aber auch unabhängig davon ist es vernünftig, solche Schutzmasken mit einer definierten Filterwirkung von mindestens 94 Prozent der Aerosole zu verwenden.

Da allenthalben über Fälschungen und Qualitätsmängeln bei FFP2-Masken diskutiert wird, habe ich  einen Überblick zu den Fakten zusammengestellt. Diese Informationen sollen es leichter machen, standardkonforme und zertifizierte FFP2-Masken von Fälschungen oder minderwertigen Masken zu unterscheiden. Die tatsächliche Qualität einer Maske kann man als Laie freilich nicht überprüfen.

Hinweis: Ich habe alle aufgeführten Informationen gewissenhaft recherchiert und geprüft. Aber ich bin kein Epidemiologe oder FFP2-Masken-Experte. Bitte verstehen Sie diesen Beitrag daher nicht als medizinischen Rat, sondern lediglich als Zusammenfassung von Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen.

Masken nach den Standards FFP2, KN95 und N95

Masken mit hohem Schutzniveau tragen die Bezeichnungen  FFP2, KN95 (China) oder N95 (USA). Alle drei Standards entsprechen in etwa dem gleichen Schutzniveau. Wie schon bisher sollte man auf Masken mit Ventil verzichten, denn sie filtern nur die eingeatmete, aber nicht die ausgeatmete Luft. Wo FFP2-Masken – oder andere Masken –  vorgeschrieben sind, dürfen Masken mit Ventil ohnehin nicht verwendet werden.

Auf den FFP2-Masken müssen folgende Informationen aufgedruckt sein:

  • CE-Prüfnummer – Welche Prüfstelle sich hinter der CE-Nummer verbirgt, kann man in der Nando-Datenbank der EU herausfinden. Sehr viele Masken am Markt sind in Irland von CCQS Certification Services Limited zertifiziert (CE2834), aber es gibt beispielsweise auch in Spanien zertifizierte Masken und vereinzelt auch von deutschen Prüfstellen wie Dekra (0158) oder IFA (0121).
  • Schutzklasse  – FFP2, KN95 oder N95 sowie der Zusatz „NR“ für nicht wiederverwendbar (oder – kaum relevant – „R“ für wiederverwendbar und „D“, wenn zusätzlich ein Dolomitstaub-Test bestanden wurde)
  • Angabe der einschlägigen EU-Norm (EN 149) und das Jahr der Veröffentlichung der Norm (2001). Siehe dazu auch Infos dazu bei der Dekra.
  • seriöserweise auf der Verpackung außerdem Name oder Marke des Herstellers oder des Vertriebsunternehmens und dessen Adresse

Entscheidend ist, was auf dem Produkt direkt aufgedruckt ist, nicht was in der Produktbeschreibung im Internet steht. Bei Angeboten auf Amazon beispielsweise finden sich in den Beschreibungen immer wieder irreführende Angaben. Sinnvoll ist deshalb, sich im Online-Handel die Produktfotos genau anzusehen beziehungsweise im Handel die Informationen auf der Verpackung genau zu lesen.

Das Bundeswirtschaftsministerium unterhält eine Datenbank, die Matching-Plattform Schutzausrüstung mit geprüften Produkten. Allerdings sind hier nur Produkte aufgelistet, die vom Hersteller dort auch angemeldet werden.

Von der Dekra in Deutschland geprüft ist beispielsweise die bei Amazon angebotene FFP2-Maske von Zettl. Aber es gibt natürlich zahlreiche Hersteller, deren Masken in einem der anderen EU-Länder CE-zertifiziert sind – siehe Suche bei Amazon nach „FFP2“. (Hinweis: Sie unterstützen cruisetricks.de, wenn Sie über diesen Link bei Amazon bestellen, denn dann erhalten wir eine Verkaufsprovision. Der Preis ändert sich dabei für Sie nicht.)

Fälschungen

Eine aktuelle Liste von offiziell bekannten Fälschungen beziehungsweise gefährlichen Produkten sind in einer Datenbank der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin einsehbar.

Taucht ein Produkt in dieser Liste nicht auf, lässt das aber nicht den automatischen Rückschluss zu, dass diese Maske sicher ist. Generell sollte man die Angaben zum Produkt vor dem Kauf genau prüfen, insbesondere die CE-Prüfstelle sowie die Bezeichnung der Schutzklasse.

Der Produktionsort der Masken (überwiegend China) ist dagegen kein Indiz für die Qualität.

CPA-Masken

Bis 30. September 2020 gab es bei anfänglichen Lieferengpässen in Deutschland ein schnelleres Prüfverfahren, das allerdings auch eine vorherige Zulassung in den USA, Kanada, Japan oder Australien voraussetzte. Solche Masken sind als CPA-Masken (Corona-Pandemie-Atemschutz) gekennzeichnet und dürfen eigentlich nicht unter der Bezeichnung „FFP2“ verkauft werden, tauchen in Online-Handel aber dennoch gelegentlich als FFP2-Masken auf.

Restbestände dieser Masken dürfen auch nach Auslaufen der Ausnahmeregel weiterhin verkauft werden. Meist findet man den Hinweis, dass es sich dabei um CPA-Masken handelt, eher versteckt in den Produktinformationen.

Mein persönlicher Tipp: auf korrekten Sitz der Maske achten

Auch eine persönliche Anmerkung will ich noch machen: Wem der Eigenschutz vor Covid-19 (und die Solidarität anderen gegenüber) wichtig ist, sollte auf einen wirklich perfekten, dichten Sitz der FFP2-Maske achten. Vor allem den Nasenbügel sollte man vor dem Tragen in die Form des Nasenrückens zurechtbiegen. Die Tragegummis sollten so straff sein, dass die Maske wirklich überall bündig zur Haut abschließt.

Das ist bei der FFP2-Maske besonders wichtig, weil der Filter einen höheren Atemwiderstand hat, sodass Luft leichter als bei Community-Masken seitlich und damit ungefiltert ein- und austritt, wenn die Maske nicht dicht sitzt. Denn die Luft sucht sich den Weg des geringsten Widerstands. Ein nur durch radikale Rasur zu lösendes Problem ist das für Bartträger.

Eine FFP2-Maske nur mit dem ausgelieferten Knick und knapp über der Nasenspitze zu tragen, ist daher unklug, weil man dann im Wesentlichen ungefilterte Luft durch die großen Öffnungen seitlich der Nase einatmet und gegebenenfalls auch Aerosole mit Sars-Cov-2-Viren weitgehend ungefiltert nach außen abgibt.

Kleine Helferlein zum Tragen der FFP2-Maske

Sitzt die Maske nicht straff genug oder sind die Gummis hinter dem Ohr unangenehm oder schmerzhaft, können kleine Bänder oder Haken helfen, mit denen sich die beiden Gummis hinter dem Kopf zusammenführen lassen. Ich persönlich habe gute Erfahrungen gemacht mit diesen Maskenhaken (weniger geeignet für Menschen mit kleinerem Kopfumfang, oder etwas Bastelarbeit nötig, um das Band zu verkürzen).

Eher unpraktisch finde ich dagegen solche Gummi-Verlängerungen, weil das Anbringen und das Schließen hinter dem Kopf recht mühsam ist. Wichtiges Kriterium für solche Hilfsmittel ist meiner Erfahrung nach, dass sie einen Haken haben, der sich unkompliziert blind hinter dem Kopf schließen und öffnen lässt.

Auch eine Art Halskette, an der man die Maske befestigt, sodass man sie beim Absetzen um den Hals hängen lassen kann und nicht wegpacken muss, ist recht praktisch beispielsweise am Arbeitsplatz, wenn man die Maske öfter auf- und absetzen will. Das gilt natürlich auch für Community-Masken und chirurgische Masken, nicht nur für FFP2.

Der beste Schutz ist natürlich weiterhin, Kontakte zu anderen Menschen so weit wie möglich zu vermeiden. Sind Kontakte unvermeidlich, schützt die Kombination aus FFP2-Maske und Abstand – also nicht Abstand oder Maske, sondern Abstand und Maske. Und beim Abstand dürfen es ruhig auch mehr als die mindestens vorgeschriebenen 1,5 Meter sein …

2 Kommentare

2 Gedanken zu „FFP2-Masken: Ein Überblick zu Qualität, CE-Prüfsiegel und wie man Fälschungen erkennen kann“

  1. Hallo, Franz,
    ich habe im Herbst einmal einen sehr langen Samstag Nachmittag mit genau dieser Recherche verbracht. Auf der Suche nach garantiert fälschungssicheren FFP2 Masken bin ich u.a. auf die Website des Bundesministeriums für Wirtschaft gestoßen. Dort findet man über einen einstellbaren Filter die gewünschten und v.a. sichere Masken inkl. Prüfbericht und Produktdatenblatt. Die Liste lässt sich dann auch nach Preis sortieren. Da die Seite vermutlich für b2b gedacht ist, kommen nicht alle Lieferanten in Frage. https://www.bmwi.de/Navigation/DE/Service/AbfrageProduktionsmittel/Suche/SucheExtern_Formular.html?state=H4sIAAAAAAAAAKtWSktMTi0pVrKqrtVRKkrMS08FMWsBaUbejxgAAAA&tf=2003518%3AFiltering+Face+Pieces+Klasse+2+%28FFP2%29-Masken
    Letzten Endes habe ich mich dann für Medisana entschieden, die zu den günstigsten damals lieferbaren Masken zählten und bin auch sehr damit zufrieden.
    Ein Verkürzen der Ohrenschlaufen und einen festeren Sitz erreiche ich durch einen kleinen Knoten in den Schlaufen – wegen der langen Haare sieht man ihn nicht ;-)
    Liebe Grüße und bleib gesund!
    Eva

  2. Hallo Eva,
    Danke für den Link – ich habe im Beitrag noch einen entsprechenden Absatz ergänzt. Witzigerweise hatte ich mich nach meiner Recherche schon vor einigen Monaten letztlich auch die Medisana-Masken entschieden und komme gut damit zurecht. In der BmWi-Datenbank sind die allerdings nicht (mehr?) aufgelistet, das aber natürlich nichts heißen muss, denn dort sind ja ausschließlich Masken gelistet, die vom Hersteller explizit dort angemeldet/eingetragen werden. Gerade Anbieter, die ihre Produkte nur direkt an Endkunden vertreiben, werden sich die Mühe dort erst gar nicht machen.
    Herzliche Grüße
    Franz

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