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Otto Sverdrup (Bild: Hurtigruten / Agurtxane Concellon)

Große Pläne von Hurtigruten Expeditions und Neustart mit der Otto Sverdrup ab Hamburg

Mit der Otto Sverdrup ist das erste Expeditionskreuzfahrtschiff von Hurtigruten wieder unterwegs. Für Hurtigruten ist es die erste Expeditionsreise seit Aufteilung des Unternehmens in die Sparten Postschiffroute und Expeditionen im vergangenen Jahr. Mit Beginn der Norwegen-Reise ab 24. August ist die Otto Sverdrup außerdem das derzeit einzige Kreuzfahrtschiff mit ganzjährigem Basishafen in Deutschland.

Während Hurtigruten die Postschiff-Route entlang der norwegischen Küste schon seit einigen Monaten wieder mit sieben Schiffen bedient, standen die Expeditionskreuzfahrtschiff bislang still. Auch der Neustart der Otto Sverdrup ab Hamburg musste zuletzt noch vom 10. auf den 24. August verschoben werden. Nun ist sie seit 24. August unterwegs und beendet ihre erste Reise als Expeditionskreuzfahrtschiff am 7. September in Hamburg.

Die Otto Sverdrup war schon im Juni 2020 das erste Hurtigruten-Schiff beim Neustart der norwegischen Reederei in der Pandemie, damals noch unter ihrem früheren Namen Finnmarken, bereits renoviert, aber noch vor dem Umbau zum Expeditionsschiff. Covid-19-Infektionen auf der Roald Amundsen Ende Juli hatten den Neustart von Hurtigruten dann aber abrupt beendet.

Neustrukturierung: „Hurtigruten Norwegen“ und „Hurtigruten Expeditions“

Seitdem hat sich Hurtigruten neu strukturiert und die Bereiche Postschiffroute und Expeditionskreuzfahrten organisatorisch voneinander getrennt. „Hurtigruten Norwegen“ konzentriert sich auf die klassische Postschiff-Route, die aber wie bisher auch für Kreuzfahrt-ähnliche Reisen entlang der norwegischen Küste zwischen Bergen und Kirkenes buchbar ist.

Für die Postschiffroute rüstet Hurtigruten die Schiffe bis 2023 aufwendig um, auch weil das eine Anforderung des norwegischen Staats für die Lizenz auf der Route ist, die Hurtigruten sich künftig mit dem Konkurrenten Havila teilt. Die Schiffe bekommen einem Batterie-Hybridantrieb und emissionsarmen Motoren sowie SCR-Katalysatoren. Über Landstrom-Anschluss verfügen sie ohnehin schon.

Zur Postschiffrouten-Flotte gehören aktuell die Kong Harald, Nordkapp, Nordlys, Nordnorge, Polarlys, Richard With und Vesteralen. In einem Zwischenstatus ist die Trollfjord. Sie sollte eigentlich wie die Finnmarken und die Midnatsol (jetzt. „Maud“) zum Expeditionskreuzfahrtschiff umgebaut werden (neuer Name dann „Eirik Raude“), was pandemiebedingt bislang aber nicht erfolgt ist. Derzeit liegt sie im Hafen von Bergen.

Hurtigruten Expeditions: neue Ziele auch in Warmwasser-Gebieten

Schon länger geplant und durch die Restrukturierung noch klarer erkennbar, fokussiert der Bereich „Hurtigruten Expeditions“ auf das reine Expeditions-Kreuzfahrtgeschäft. Den Neubeginn macht die Otto Sverdrup ab Hamburg, die ganzjährig eine 15tägige Route angelehnt an die traditionelle Postschiffroute fährt, jedoch für touristische Belange optimiert. Kleine Häfen mit auf der Postschiff-Route oft nur 15 oder 20 Minuten dauernden Stopps entfallen, dafür ist deutlich mehr Zeit an den attraktiven Orten vorgesehen, zudem beispielsweise auch geführte Wanderungen, Kajak-Ausfahrten und Ähnliches.

Daneben weitet Hurtigruten die Vielfalt an Expeditionszielen stark aus. Ziele in der Arktis und Antarktis bleiben weiter im Programm, es kommen aber auch beispielsweise Alaska, das Weiße Meer in Russland und Warmwasser-Expeditionen etwa in Westafrika und schon ab Januar 2022 auf den Galapagos-Inseln hinzu.

Zum Expeditionsschiff-Flotte von Hurtigruten gehören die beiden Neubauten Fridtjof Nansen und Roald Amundsen sowie die umgebauten Maud (ex Midnatsol), Otto Sverdrup (ex Finnmarken) jeweils mit Batterie-Hybridantrieb und moderner Umwelttechnik. Die Eirik Raude (aktuell Trollfjord) soll nach einem bislang noch nicht erfolgten Umbau ebenfalls noch hinzukommen. Außerdem Teil der Expeditionsflotte sind die Fram, Nordstjernen, Spitsbergen sowie die kleine Santa Cruz II auf den Galapagos-Inseln.

Die Fridtjof Nansen wird übrigens am 14. September 2021 in Longyearbyen, Spitzbergen, getauft. Nach dem Vorbild der Roald-Amundsen-Taufe 2019 in der Antarktis bekommt die Fridtjof Nansen ihren Namen in der Arktis mit dem Zerschellen eines Eisbrockens an ihrem Rumpf statt der sonst bei Schiffstaufen üblichen Champagnerflasche.

Otto Sverdrup: ganzjährig von Hamburg nach Norwegen

Die Otto Sverdrup, seit 24. August 2021 mit ganzjährigem Basishafen in Hamburg, wurde zuletzt umfangreich umgebaut und hat einen Batterie-Hybridantrieb nach Vorbild dem Neubauten Roald Amundsen und Friedtjof Nansen. Sie hat eine Kapazität von 526 Betten.

Bei der Renovierung der Finnmarken zur Otto Sverdrup hat Hurtigruten auf skandinavische Materialien wie Granit, Eiche, Birke und Wolle gesetzt. Mit dem Hauptrestaurant Aune, dem Spezialitätenrestaurant Lindstrøm und dem Bistro Fredheim bietet das Schiff das gleiche Restaurant-Konzept wie die beiden neu gebauten Expeditionsschiffe.

4 Kommentare

4 Gedanken zu „Große Pläne von Hurtigruten Expeditions und Neustart mit der Otto Sverdrup ab Hamburg“

  1. Moin,

    ich vermisse die FRAM in der Liste der Expeditionsschiffe. War sie doch eigentlich das erste Schiff, was nicht auf der Hurtigrute eingesetzt werden sollte.

  2. @Info Josten: Ich in einem ersten Schreckmoment schon befürchtet, ich hätte tatsächlich ausgerechnet die Fram vergessen. Aber sie wird im Text durchaus erwähnt, siehe Absatz „Zum Expeditionsschiff-Flotte von Hurtigruten gehören …“
    Die Fram war in der Tat von Anfang an (gebaut 2006) nie ganzjährig für den Liniendienst entlang der norwegischen Küste vorgesehen, sondern zunächst für Grönland-Expeditionsreisen und kommt regelmäßig in der Arktis und in der Antarktis zum Einsatz.

  3. … hmmm… da wil ich Dir mal glauben. Ich war mir ziemlich sicher, dass die Textsuche die Fram nicht gefunden hat. Aber seis drum: Übrigens ist die Fram erst im April 2007 in Dienst gestellt worden. Im November 2006 war erst das Ausdocken. Jetzt war ich glaube ich pedantisch genug ;-)

  4. ;-) Also die Fram steht und stand von Anfang an im Beitrag … Indienststellung: tatsächlich ein wenig pedantisch, denn ich schrieb „gebaut“, nicht „in Dienst gestellt“ … aber stimmt natürlich, dass man typischerweise den Tag der Übergabe an die Reederei als Baujahr angibt.

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