Hamburg erwägt Gebühr für Kreuzfahrt-Passagiere

Die Hamburger Wirtschaftsbehörde erwägt die Erhebung eine Kreuzfahrtpassagier-Gebühr. Das berichtet das Hamburger Abendblatt. Im Gespräch seien neun Euro pro Passagier. Auf Basis der Zahlen von 2011 mit 314.500 Passagierbewegungen in Hamburg könnte das Mehreinnahme von annähern drei Millionen Euro für die Stadt Hamburg bedeuten.

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Die Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation erwägt eine solche Gebühr demnach als eine von mehreren Varianten, um unter anderem ein drittes Kreuzfahrt-Terminal zu finanzieren, das zur Bewältigung der ständig steigenden Passagierzahlen in der Hansestadt bald nötig sein wird.

Über das Thema soll im Rahmen der Haushaltsberatungen der Hamburger Bürgerschaft in der kommenden Woche diskutiert werden. Die Linkspartei fordert dem Bericht zufolge sogar eine Gebühr in Höhe von 15 Euro. Eine Entscheidung über eine mögliche Kreuzfahrtschiff-Passagier-Gebühr werde innerhalb der nächsten drei bis vier Monate fallen.

Eine solche Passagier-Gebühr würde dann zusätzlich zu den ohnehin in allen Häfen üblichen Hafengebühren fällig, die alle Fracht- und Kreuzfahrtschiffe für die Nutzung des Hafens bezahlen müssen und die je nach Schiffsgröße und Gebührenmodell bis zu mehreren Zehntausend Euro pro Anlauf betragen können.

Schlechte Erfahrungen mit einer Passagier-Steuer für Kreuzfahrtschiffe hat der US-Bundesstaat Alaska gemacht. Nachdem der Staat die Steuer 2006 deutlich angehoben hatte, hatten viele Reedereien Schiffe aus Alaska abgezogen oder die Zahl der Anläufe reduziert. Alaska musste daraufhin zurückrudern und die Gebühren wieder senken.

Wie stark eine Stadt von der Kreuzfahrt-Industrie auch ohne Passagier-Gebühren profitiert, hat im Jahr 2011 die Universität Genua ausgerechnet. Am Beispiel des 3.114-Passgiere-Schiffs Mariner of the Seas ermittelte die Studie einen Umsatz für die lokale Wirtschaft von rund 800.000 Euro pro Anlauf, zuzüglich direkter Ausgaben der Reederei von rund 56.000 Euro je Anlauf beispielsweise für Hafengebühren. Hinzu komme, so die Studie, auch noch eine enorme touristische Werbewirkung für die Hafenstadt und damit verbundener Umsatzsteigerungen im Tourismus.

3 Kommentare zu “Hamburg erwägt Gebühr für Kreuzfahrt-Passagiere

  1. Es ist doch nicht zu fassen – Egal oh Alaska, Hamburg – wo auch immer: Sie lernen es nie !
    Man kriegt den Hals nicht voll und hinterher gibt es weniger als vorher !

  2. Es genügt, wenn Klaus Störtebecker in HH geboren ist. Muss sich denn die Wirtschaftsbehörde auch noch wie die Seeräuber aufführen? Erst die Hotelabgabe, und nun noch die Kreuzfahrerabgabe! Man kann den Hals wohl nicht voll genug bekommen!
    Wie im Artikel schon geschrieben: Der lokale Umsatz durch die einlaufenden Schiffe ist doch wohl genug? Sollen die Reedereien ihre Schiffe wie in Canada hier z.B. nach Bremerhaven fahren lassen! Ich werde gleich mal diese Hamburger „Schnappsidee“ in Facebook posten, damit sich potentielle Kreuzfahrer einen anderen Start/Zielhafen für ihre nächste Kreuzfahrt aussuchen.
    Der Schuttelservice für die Passagiere und auch noch deren Gepäck vom Terminal Steinwerder zu den Landungsbrücken wird ja nicht nur chaotisch, sondern auch nicht umsonst sein,kommt also für die An- und Abreisenden an zusätzlichen Kosten auch noch dazu! Hätte man nicht die beiden vorhandenen, immer noch provisorisch anmutenden Terminals zu richtigen Terminals erweitern können und sich den im „ungünstiger geht’s nimmer“ fernen Steinwerder ersparen können? Und wenn dann diese Gebühr wirklich sein muss: € 3,00 oder € 5,00 Euro wäre noch zu akzeptieren! Aber € 6,60 – € 9,00 oder sogar „Grüne“ € 15,00? Das ist eine Forderung die an Maßlosigkeit nicht zu überbieten ist!Ich wünsche, dass sich alle Kreuzfahrer in spe darüber so wie ich, sich auch mal ihre Gedanken machen und die Konsequenzen ziehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    M. Löwe

  3. Hallo Herr Löwe,

    Achtung: Der Beitrag ist schon etwas älter, siehe Datum (Dezember 2012). Der aktuelle Stand für die Abgabe ist so weit ich weiß 6 Euro und das Geld soll wohl vor allem dazu verwendet werden, die Investitionskosten für das neue Terminal in Steinwerder wieder hereinzuholen. Solche Gebühren sind übrigens in Kreuzfahrthäfen nicht unüblich; man bekommt nur nicht viel mit davon, weil die Gebühren von den Reedereien bezahlt und über den Kreuzfahrtpreis umgelegt werden …

    Herzliche Grüße
    Franz Neumeier

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