PCR-Teströhrchen

Immer mehr Kreuzfahrt-Reedereien schaffen Coronatests ab

Immer weniger Kreuzfahrt-Reedereien verlangen einen negativen Coronatest bei der Einschiffung oder vor Beginn der Reise. Allerdings gelten Ausnahmen für Länder, in denen die lokalen oder nationalen Behörden das weiterhin vorschreiben. Welche Reedereien verlangen noch Tests?

Eine Kreuzfahrt ist die letzte Situation im Freizeit- und Entertainment-Bereich, in der bislang noch Coronatests verlangt werden. Unabhängig von hohen Infektionszahlen geht die Welt weitgehend zum Normalbetrieb über – und die Kreuzfahrt folgt diesem Trend, wenn auch mit Zeitverzögerung und weiterhin mit relativ strengem Hygienekonzept.

Lediglich in einigen wenigen Urlaubsländern sind Coronatests aktuell noch Pflicht. Zumindest dort sind auch Kreuzfahrt-Passagiere weiterhin zu Covid-19-Tests verpflichtet, auch wenn die jeweilige Reederei die Testpflicht grundsätzlich abgeschafft hat. Doch selbst die Liste dieser Länder wird gerade täglich kürzer. Insbesondere gibt es seit Mitte Juni 2022 keine Testpflicht mehr bei der Einreise in die USA, Kanada hatte die Tests schon im April 2022 abgeschafft.

Die Coronatests direkt bei der Einschiffung im Kreuzfahrthafen hatten Kreuzfahrt-Reedereien insbesondere in Europa bereits im April 2022 abgeschafft, jedoch zunächst an den Tests zu Hause vor der Abreise festgehalten.

Kreuzfahrt-Reedereien, die Coronatests bereits abgeschafft haben

Die folgende Liste gibt einen ständig aktualisierten Überblick darüber, welche Kreuzfahrt-Reedereien die Covid-19-Tests, ob Antigen oder PCR, vor der Einschiffung und vor der Abreise zu Hause bereits abgeschafft haben.

Tests werden weiterhin für einige Länder verlangt, in denen es eine solche Testpflicht noch gibt. Mit Stand Juli 2022 sind das vor allem Griechenland, Dubai, Australien, USA sowie Länder in Südamerika und Asien.

Der Wegfall spezieller Corona-Regeln der US-Seuchenschutzbehörde CDC seit 18. Juli 2022 könnte die Testpflicht auch in den USA obsolet werden lassen, eine Entscheidung ist dazu bei den Reedereien aber noch nicht gefallen (Stand: 1. August 2022).

Grundsätzlich keine Tests von vollständig geimpften Passagieren verlangen:

  • Azamara
  • Carnival Cruise Line (ab 4. August 2022, bei Reisedauer bis max. 5 Nächte *)
  • Margaritaville at Sea Paradise
  • MSC Cruises (nur in den USA, ab 8. August 2022, bei Reisedauer bis max. 5 Nächte)
  • Norwegian Cruise Line
  • Oceania Cruises
  • Regent Seven Seas Cruises
  • Royal Caribbean International (ab 8. August 2022, bei Reisedauer bis max. 5 Nächte *)
  • Viking Ocean Cruises
  • Virgin Voyages

(* gilt nicht für Kreuzfahrten mit Stopps in Kanada oder auf den Bermudas)

P&O Cruises testet auf fünf Reisen im Juli auf der Iona, wie sich die Streichung der Tests auswirkt, mit dem Ziel, keine Coronaests mehr durchzuführen. Generell akzeptiert P&O Cruises bereits jetzt für alle Reisen auch einen Antigen-Selbsttest und verlangt lediglich eine Bestätigung des Passagiers, dass der Test durchgeführt wurde und negativ war.

Cunard Line akzeptiert wie P&O Cruises auch einen Antigen-Selbsttest, bislang mit Ausnahme von Abfahrten in den USA in Kanada, für die weiterhin ein Testzertifikat vorgelegt werden muss.

Holland America Line testet im Juli ebenfalls, auf drei Reisen der Rotterdam in Nordeuropa ab Amsterdam, ob sich die Coronatests komplett abschaffen lassen.

Wichtig: Informieren Sie sich direkt bei Ihrer Reederei, ob für Ihre konkrete Kreuzfahrt eine Testpflicht besteht. Unsere Auflistung dient lediglich der allgemeinen Information, Ausnahmen und Sonderfälle sind dabei möglicherweise nicht berücksichtigt.

Alle Kreuzfahrt-Reedereien empfehlen ihren Passagieren übrigen weiterhin, sich vor der Abreise zu Hause selbst zu testen. Das soll vor allem für die Passagiere das Risiko reduzieren, im Urlaub krank zu werden – mit all den damit verbundenen Unannehmlichkeiten.

Kreuzfahrt folgt dem allgemeinen Trend „zurück zur Normalität“

Den eigentlichen Sinn von Corona-Tests zweifelt kaum jemand ernsthaft an. Er hilft, Ansteckungen zu vermeiden, selbst wenn die Antigentests bei den aktuellen Omikron-Varianten nicht mehr allzu zuverlässig anschlagen. Doch wegen hoher Ansteckungsgefahr und kurzer Inkubationszeit reduzieren sie die Gefahr einer Infektion an Bord von Kreuzfahrtschiffen in den Augen vieler auch nicht mehr ausreichend.

Dagegen steht, dass die verpflichtenden Coronatests vor einer Kreuzfahrt für Passagiere wie Reedereien ein unangenehmes Risiko mit sich: Ob man eine gebuchte Kreuzfahrt auch tatsächlich antreten kann, entscheidet sich erst Stunden vor deren Beginn. Ein kleiner, roter Streifen auf dem Covid-19-Testkit gibt den Ausschlag über Urlaubsfreude oder kurzfristige Absage.

Nicht wenige hält dieses Risiko gänzlich davon ab, derzeit eine Kreuzfahrt zu buchen. Sie weichen auf andere Urlaubsformen aus, für die keine Tests notwendig sind. Mit der Abschaffung der Testpflicht versuchen die Kreuzfahrt-Reedereien dem entgegenzusteuern.

Stärkeres Infektionsgeschehen an Bord inzwischen akzeptiert

Allerdings führt die Abschaffung der Tests auch zu höherem Infektionsgeschehen an Bord der Schiffe. Das ist nicht stärker als an Land auch, fällt bei Kreuzfahrtschiffen aber stärker auf, wie beispielsweise Mitte Juli auf zwei Schiffen in Australien.

Solange die US-Seuchenschutzbehörde CDC bis Mitte Juli 2022 ihre Statistiken zu Coronainfektionen auf Kreuzfahrtschiffen mit Abfahrthäfen in den USA noch veröffentlichte, war auch daraus ersichtlich, dass es eigentlich kein Schiff gab, auf dem es nicht zumindest geringes Infektionsgeschehen gab.

Doch selbst die sehr Kreuzfahrt-kritische CDC ist inzwischen zu „Normalbetrieb“ übergegangen und hat die Kreuzfahrt-spezifischen Corona-Regeln für obsolet erklärt. Die Sonderbehandlung der Kreuzfahrt in der Pandemie geht damit in den USA zu Ende. In Europa ist schon seit längerer Zeit akzeptiert, dass Kreuzfahrtschiffe keine Covid-19-freien Zonen sein müssen, Infektionen an Bord werden in gleicher Weise akzeptiert oder hingenommen, wie das in der Urlaubs- und Freizeitbranche an Land der Fall ist.

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