Interview. Franz Neumeier, Andreas Ullrich

Interview: Wie sicher sind Kreuzfahrten in Zeiten des Coronavirus?

Kreuzfahrt-Reedereien arbeiten mit Hochdruck an einem Neustart nach dem Corona-Shutdown. Dazu gehört auch ein umfassendes Infektionsschutz-Konzept. Andreas Ullrich ist Global Market Leader, Passenger Ships & Ferries bei der Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas. Er erklärt im cruistricks.de-Interview, wie man Schiffe sicher machen kann und auf welche Hygienemaßnahmen Passagiere sich einstellen sollten.

Mit ihrer „Safeguard“-Zertifizierung will die Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas die Infektionsschutz-Konzepte der Reedereien als unabhängiger Dritter prüfen. Auch andere Klassifikationsgesellschaft bieten solche Zertifizierungen an.

Zertifizierung zum Thema Coronavirus und Kreuzfahrtschiffen: Ist das so etwas wie eine garantierte Sicherheit? „Natürlich nicht“, sagt Andreas Ullrich. „100 Prozent wird es nicht geben. Aber man muss sehr weit gehen. Man muss versuchen, umzusetzen, was möglich ist.“

Konkrete und detaillierte Infektionsschutz-Konzepte haben Hochsee-Kreuzfahrtreedereien bislang nur vereinzelt öffentlich gemacht. Experte Andreas Ullrich gewährt im Interview einen Blick hinter die Kulissen. Er erklärt die Schwierigkeiten beim Erstellen von umfassenden Hygienekonzepten, warum die Kreuzfahrtindustrie weiterhin in einem Lernprozess ist und was „Sicherheit“ in Hinblick auf Covid-19 und die Kreuzschifffahrt bedeutet.

Welches Ziel hat Ihre „Safeguard“-Zertifizierung?

Andreas Ullrich: Bislang hat niemand, glaube ich, ein völlig schlüssiges Konzept, wie Kreuzfahrt nach Corona aussieht. Es gibt Ansätze, es gibt Ideen, man übernimmt vieles. Was wir im Landbereich zurzeit machen, das werden wir am Anfang auch auf den Kreuzfahrtschiffen sehen.

Das ist der aktuelle Wissensstand und vieles hängt aus meiner Sicht auch davon ab, wie diszipliniert die Fahrgäste sind. Sind sie gewillt, dem zu folgen, was die Reederei vorgibt? Was die Verfahren vorgeben müssen, um die Sicherheit zu erhöhen?

Für mich ist es ganz wichtig, das Vertrauen der Kunden zurückzubekommen, auch von der Reederei-Seite. Das ist der Ansatz von Bureau Veritas für die Safeguard-Label-Initiative: Wir wollen als ein unabhängiger Dritter überprüfen, ob ein Reederei die Dinge getan hat, die man tun sollte, um Vertrauen zurückzugewinnen, um wieder eine Kreuzfahrt zu buchen und nachzudenken: „Will ich wieder auf ein Schiff gehen?“

Prüfen Sie die Konzepte der Reedereien oder machen Sie konkrete Vorgaben?

Andreas Ullrich: Das ist ein Mix. Es ist ein passive Zertifizierung und so ähnlich wie beim ISM (Anmerkung: International Safety Management Code), also ein Managementsystem. Der Kunden muss bestimmte Verfahren, Prozeduren implementieren, einführen und im Management verankern. Es ist Grundvoraussetzung, dass das Management voll dahintersteht.

Dazu gehören: Reinigungs- und Hygiene-Maßnahmen, Abstandsregeln. Wie gehe ich damit um, wenn ich eine Infektion habe? Wie versuche ich zu verhindern, dass ich überhaupt eine bekomme? Was muss der Gast vorher erfüllen? Welche Informationen wollen wir haben? Wie soll das Einbooten und Ausbooten stattfinden? Wie macht man Exkursionen? Wie ist geregelt, wenn man Notfälle an Bord hat? Alle diese Fragen muss man sich vorher überlegen: Wie wollen wir damit umgehen?

Wenn ich mir jetzt gerade bei den großen Schiffen etwa die Ein- und Ausschiffung ansehe, das sind ja Menschenmengen. Das wird man in Zukunft sicher anders regeln müssen. Und man kann davon ausgehen, dass dieser Prozess auch länger dauern wird.

Woran orientieren sich die Infektionsschutz-Konzepte?

Andreas Ullrich: Basiert ist das, was wir machen, auf den Empfehlungen der WHO, des Reedereiverbandes, der einzelnen Fachverbände wie CLIA, wie Interferry im Fährenbereich. Die haben alle Verfahren und Verhaltensregeln für ihre Mitglieder herausgegeben. Da haben wir uns detailliert angeschaut, was man davon als Grundlagen verwenden kann. Gerade das Dokument der WHO ist da ein sehr allumfassendes, das sehr genaue Verhaltensregeln empfiehlt.

Aber die konkrete Umsetzung liegt beim Reeder. Und bei jedem einzelnen – auch bei uns zu Hause in unserem täglichen Leben, in dem wir uns an bestimmte Verfahrensregeln halten sollten.

Die Empfehlungen der US-Gesundheitsbehörde CDC sind teils konträr zu dem, was die WHO sagt. Wie balanciert man das aus?

Andreas Ullrich: Wir haben uns die Regeln der CDC angesehen. Die ganz neuen nach Corona sind gerade erst veröffentlicht worden, da müssen wir nochmal sehen, wie wir die einbinden wollen. CDC spielt in der Kreuzfahrt eine enorme Rolle, weil fast alle Schiffe die USA anlaufen oder amerikanische Gäste an Bord haben. Insofern sind natürlich die Empfehlungen der CDC – ich würde nicht sagen binden, aber man sollte doch versuchen, diese soweit möglich umzusetzen.

„Was wir jetzt machen, ist alles ein Lernprozess.“

Aus meiner Sicht ist das, was wir jetzt machen, alles ein Lernprozess. Wir lernen immer noch jeden Tag etwas Neues dazu. Was bedeutet das? Was müssen wir machen?

Und es geht nicht nur um Covid-19. Es kann ja morgen ein anderer Virus kommen. Wir hatten davor in der Schifffahrt das Noro-Virus, das ist auch nicht zu vernachlässigen. Insofern muss man überlegen: Wie kann ich verhindern, dass so etwas passiert? Was kann ich machen, wenn es passiert, um die Auswirkung zu minimieren? Es geht darum, den Gast und die Besatzung größtmöglich vor den damit einhergehenden Gefahren zu schützen.

„Es gibt keine 100-Prozent-Sicherheit. Natürlich sind die Kreuzfahrtschiffe sicher. So sicher, wie man sie machen kann.“

Mich hat gestern jemand gefragt: „Ist das dann 100 Prozent sicher, wenn wir das „Safeguard“-Label bekommen?“ Nein, es gibt keine 100-Prozent-Sicherheit. In keinem Bereich unseres Lebens gibt es 100 Prozent. Aber diese Fragen stellen sich viele Menschen.

Ich habe viele Freunde, die auf Kreuzfahrtschiffen gefahren sind und auch Ältere, die fahren, die dann fragen: „Sind die Schiffe denn sicher?“ Und ich sage: „Natürlich sind die sicher. So sicher, wie man sie machen kann.“

Ich sehe kaum Unterschiede zu vergleichbaren Situationen an Land. Gibt es aus Ihrer Sicht Situationen, in denen sich die Kreuzfahrt unterscheidet?

Andreas Ullrich: Ich würde sagen, dass da kein so großer Unterschied ist. Wenn ich Großveranstaltungen an Land habe, habe ich sicherlich die gleichen Anforderungen zu erfüllen oder die gleichen Befürchtungen wie auf einem Kreuzfahrtschiff.

Kreuzfahrtschiffe können ein erhöhtes Risiko haben – nein, nicht Risiko, es sind andere Anforderungen. Wenn ich eine Transatlantik-Reise mache, habe ich möglicherweise andere Risiken, die auch andere herangehensweisen erfordern. Aber wenn ich an eine konventionelle Kreuzfahrt denke, sei es im Mittelmeer, in der Nordsee, in der Ostsee oder in der Karibik, dann habe ich jeden Tag einen neuen Hafen. Das heißt, es ist vergleichbar mit einem Land-Resort.

Ich habe mein schwimmendes Hotel und bin jeden Tag in einem anderen Hafen, wo ich auch weitere Unterstützung bekommen kann, wenn etwas passieren sollte. Der Vorteil bei der Kreuzfahrt ist: Wenn die Gäste an Bord sind, sind sie an Bord und ich habe die Kontrolle. Das habe ich an Land nicht. Wenn ich zu einer Großveranstaltung gehe, ein Konzert, und die Leute gehen nachher alle auseinander und wir haben einen Ausbruch – wie will man das allumfassend nachverfolgen?

Werden wir konkreter: Was erwartet mich zu Coronazeiten an Bord?

Andreas Ullrich: Die Minimal-Regeln, die wir jetzt an Land haben, wird man sicherlich auch auf einem Kreuzfahrtschiff wiederfinden. Abstandsregeln und dass die Wege definiert sind. Der eine Weg geht in die eine Richtung nach Vorschiff, der andere nur nach Achtern. Bei der Ein- und Ausbootung, dass ich eben zwei Zugänge zum Schiff habe, einen nehme ich für die Einschiffung, einen für die Ausschiffung, um Gegenströme zu vermeiden.

Was die Menschen am meisten bewegt: Wird es eine Masken-Pflicht geben?

Andreas Ullrich: Wenn ich die Abstandsregeln einhalte, dann stellt sich die Frage: Brauche ich wirklich eine Maske? Es ist eine zusätzliche Sicherheit, aber es ist auch etwas, das viele Menschen nicht wirklich mögen, jedenfalls über einen längeren Zeitraum. Das kann man ja in unserem täglichen Leben sehen.

Ich habe gestern einen Bericht gelesen, dass der Einzelhandel durch die Masken-Pflicht deutliche Umsatzeinbußen haben, weil keiner Lust hat, mit so einer Maske einkaufen zu gehen. Wenn ich von mir selbst ausgehe, kann ich das nur unterstreichen. Ich habe dazu auch keine Lust, weil der Spaßfaktor weg ist.

Mundschutz hat einen hohen Symbolcharakter. Denken Sie, die Menschen werden sich daran irgendwann so gewöhnen?

Andreas Ullrich: Das ist eine sehr interessante Frage. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und ich persönlich glaube, dass der Mensch die Sinnhaftigkeit erkennen wird. Man sieht das ja in anderen Ländern der Welt. Da sind Masken schon seit Jahrzehnten Teil des Stadtbildes. Ich bin oft in Asien, da sieht man Masken sehr viel.

Viele meiner Freunde in Asien tragen Masken aus Höflichkeit. Wenn sie eine leichte Erkältung oder Schnupfen haben, wollen sie nicht einfach herumschniefen. Und gerade in China tragen viele die Maske auch einfach, um die Luftverschmutzung etwas auszublenden.

„Viele meiner Freunde in Asien tragen Mundschutz aus Höflichkeit.“

In unserer Kultur ist das noch nicht so verbreitet. Aber wenn man sich damit schützen kann, denke ich, dann kann es auch bei uns Normalität werden. Aber momentan habe ich Zweifel, ob das in Deutschland gelingen kann, wenn man sieht, wie enorm nach wie vor die Abwehrhaltung ist.

Ich finde, man muss die Verantwortung beim Reeder lassen, wie sie in der Organisation damit umgehen wollen. Und viel hängt natürlich davon ab, wie der Gast das empfindet. Ich glaube, ich kann nicht zu jedem Gast sagen: „Du musst am Schiff permanent eine Maske tragen.“ Dann werden, glaube ich, eine Menge Gäste nicht buchen.

Sie wollen eine Sicherheit, ein Sicherheitsempfinden, sie wollen das Gefühl haben, dass alles getan wird, um die Sicherheit zu gewährleisten. Das heißt aber nicht notwendigerweise, dass man ständig eine Maske tragen muss.

Aber ich bin auch der Meinung, wenn man einen Infektionsfall hat, das man das macht. Die Besatzung ist sechs Monate und länger an Bord und für die ist es daher enorm wichtig, bei der Frequenz des Wechsels der Gäste.

Die WHO hat kürzlich empfohlen, dass das Tragen einer Maske durchaus hilfreich ist.

Ist Kundenkommunikation ein Aspekt bei der Zertifizierung?

Andreas Ullrich: Kommunikation ist in unserem Leben das wichtigste. Ich muss kommunizieren, was ich erwarte. Es ist in unseren ‚Safeguard‘-Regeln ein enorm wichtiger Faktor, dass zum einen die Besatzung über alle nationalen Regeln, die eigenen Regeln und die Verfahren deutlich informiert ist. Und auch in der Lage ist, die Gäste zu informieren, zu beraten und dass man die Gäste regelmäßig auf die Sicherheitsmaßnahmen hinweist.

„Gerade jetzt wird es deutlich mehr Kommunikation geben müssen.“

Kommunikation fängt schon bei der Buchung an und geht beim Einschiffen und an Bord weiter. Wir haben ja auch heute schon Durchsagen zu bestimmten Dingen und gerade jetzt wird es deutlich mehr Kommunikation geben müssen. Denn wie will ich das sonst  sicherstellen?

Man kann das ja zum Beispiel auch mit Video-Broadcasts machen, da gibt es viele Möglichkeiten der Kommunikation. Gerade auf den modernen Schiffen gibt es so viele Monitore und Flat-TVs, da können Sie natürlich auch die ganzen Informationen zur Verfügung stellen, auch in die Kabinen. Man kann ja nicht jede halbe Stunde in sechs Sprachen eine Information über Hygienemaßnahmen machen. Da hört am Ende keiner mehr hin.

Sie haben sicher schon Einblick in das, was die Reedereien konkret planen – von Plexiglas-Abtrennungen bis zum Umbau von Buffets. Können Sie schon ein paar Hinweise geben?

Andreas Ullrich: Bei Buffet-Restaurants ist momentan die Empfehlung, dass man das nicht mehr macht und auf den Schiffen nur noch Bedienrestaurants haben sollte. Man kann Buffets haben, aber auch da wird von der Besatzung bedient, der Gast sollte sich nicht selbst bedienen, um das Risiko zu minimieren.

Plexiglas-Abtrennungen wird es gerade im Bereich der Rezeption, in Shops oder im Spa-Bereich geben, um die Besatzung, aber natürlich auch den Gast zu schützen.

Bei den Abstandsregeln haben wir bisher gesehen, dass es unter anderem ganz klare Markierungen auf dem Fußboden gibt, die auch die Laufrichtung vorgeben und den Abstand definieren. Da werden wir alles Mögliche sehen. Was das im Einzelnen ist, muss sich noch zeigen.

Wird es auch bauliche Veränderungen auf Kreuzfahrtschiffen geben?

Andreas Ullrich: Ich gehe auch davon aus, dass wir in Zukunft Veränderungen im Design der Schiffe sehen werden. Man muss sich auf Infektionen vorbereiten, man muss Maßnahmen treffen und das kann auch Auswirkungen auf das Design haben, wie ich das Schiff nutzen, wie ich es betreibe.

Dass wir weiter reisen werden, da bin ich mir sicher, weil der Mensch reisen will. Aber die Reedereien müssen vorbereitet sein für solche Szenarien. Das waren sie vorher schon und da gehen sie jetzt weiter.

Es gibt Diskussionen über Änderungen am Design, unter anderem, dass man Lüftungsanlagen verändert, dass man die Fluchtwege anders gestaltet, größere Lifte verwendet, wo man eben auch eine infizierte Person mit einem Bett hineinbekommt. Das sind erste Ideen und darüber hinaus gibt es viele weitere Überlegungen. Es gibt Gespräche mit Werften, Ingenieurbüros und Reedereien. Da werden jetzt erst einmal Risikoanalysen gemacht, um zu überprüfen, wie hoch ist denn das Risiko überhaupt? Und was kann ich machen, um es zu minimieren? Was ist sinnvoll?

Was passiert bei einem Krankheitsausbruch an Bord? Wie vermeidet man künftig Szenen wie mit der Diamond Princess in Yokohama?

Andreas Ullrich: Ob man das 100 Prozent verhindern kann, das kann ich Ihnen nicht beantworten. Es wird darüber nachgedacht, die Kapazität der Hospitäler zu vergrößern und auch die Anzahl des medizinischen Personals. Es wird darüber nachgedacht, dass man Kabinen so baut, dass man sie leicht umrüsten kann in Quarantäne-Kabinen, wo ich eine spezielle Lüftung habe, so wie im Hospital.

„Es ist enorm wichtig, dass man zu einem Standard kommt, der weltweit gilt.“

Das Beste ist natürlich aus meiner Sicht, wenn man bei den Kreuzfahrten, wo ich jeden Tag in einem Hafen bin, die infizierte Person an Land bringen kann. Das haben wir in den letzten Monaten leider nicht gesehen. Viel Häfen haben einfach zugemacht, weil sie Angst hatten.

Ich persönlich fand es mehr als beschämend, dass Schiffe wochenlang auf dem Meer herumgeirrt sind, mit infizierten Menschen an Bord, ohne die Chance, ihnen Hilfe an Land anbieten zu können, weil einfach die Häfen zugemacht haben.

Deshalb ist es enorm wichtig, dass man hier zu einem Standard kommt, der weltweit gilt. Das betrifft ja nicht nur die Schiffe, das betrifft auch die Häfen. Es müssten alle einverstanden sein, sich an diese Maßnahmen zu halten und das auch zu unterstützen. Wenn der Hafen nicht aufmacht, sind die Konzepte der Reedereien nur Makulatur.

Deshalb arbeiten Reedereien derzeit ja erst einmal an rein nationalen Kreuzfahrten …

Andreas Ullrich: Das ist das, was wir zuerst sehen werden, davon bin ich überzeugt. Die jeweiligen nationalen Regeln sind so unterschiedlich. Es gibt keine einheitlichen Standards. Wir sehen das ja in unserem eignen Land: in jedem Bundesland etwas anderes. Man muss da zu einem einheitlichen Ansatz kommen, sonst kann man das den Menschen nicht vermitteln. Und auch ein Reeder wird das Risiko nicht eingehen.

„Vertrauen bekomme ich nur, wenn ich einheitliche Regeln habe.“

Das wichtigste ist für mich, dass wir Vertrauen zurückgewinnen. Das ist sowohl für den Reeder als auch für den Kunden wichtig. Vertrauen bekomme ich nur, wenn ich einheitliche Regeln habe und diese auch umsetze.

Insofern muss man versuchen, Vertrauen zurückzugewinnen bei dem Kunden, indem man nachweist, dass der Reeder alles getan hat, was zurzeit möglich ist um das Risiko zu minimieren. Und der Rest ist dann Vertrauen darin, dass das ausreicht.

Welche Rolle kommt dabei den Passagieren zu?

Andreas Ullrich: Das alles erfordert natürlich auch die Mitwirkung des Gastes. Es wird ja sicherlich Fragebögen geben. Bitte trage ein: Warst Du infiziert? Wenn ja, mit wem hattest Du Kontakt? Da wird gerade diskutiert, inwieweit man das so machen kann oder muss.

„100 Prozent wird es nicht geben. Aber man muss versuchen, das umzusetzen, was möglich ist.“

Es wird auch darüber nachgedacht, ob man einen Test machen muss, bevor man an Bord geht. Da gibt es widersprüchliche Aussagen. Ich persönlich halte das nicht für eine vertrauensbildende Maßnahme. Schon rein zeitlich – wie soll das funktionieren? Wenn ich heute die Einbootung sehe – das ist vielleicht ein halber Tag. Wenn ich alle diese Maßnahmen und Ideen umsetze, die gerade kursieren, dann komme ich damit lange nicht mehr hin.

Also: 100 Prozent wird es nicht geben. Aber man muss sehr weit gehen. Man muss versuchen, das umzusetzen, was möglich ist. Das ist der Weg, den die Reedereien gehen, mit denen wir arbeiten. Sie analysieren ganz genau, welche Regeln es gibt, national und international, was sind ‚Best Practices‘ und was macht auch wirtschaftlich Sinn.

Wir danken Andreas Ullrich für das ausführliche und sehr informative Interview!

5 Kommentare

5 Kommentare zu “Interview: Wie sicher sind Kreuzfahrten in Zeiten des Coronavirus?

  1. Hallo Herr Ullrich, hallo Herr Neumeier,

    Ein großes Problem auf den Schiffen wird die Zwangsbelüftung – Klimaanlage darstellen. Das dies ein massives Problem darstellt zeigen die Hotspots bei der Fleischindustrie. Es wird zwar darüber nachgedacht HEPA Filter einzusetzen. Der Ansatz ist gut jedoch nicht durchführbar. Alte und kleine Schiffe – die Phoenix Schiffe bsw. (insbesondere die Albatros) sind im Punkto Klimaanlage katastrophal. Eine Umrüstung würde wahrscheinlich den Wert des Schiffes verdoppeln.
    Hinzu kommt (ich arbeite u.a. für einen Kollegen in der Schimmelpilz Sanierung, daher kenne ich mich aus) das diese Filter nur eine gewisse Standzeit haben und Einwegartikel sind (teure Einwegartikel). Die Problemzonen sind die Kühlräume und Galley insbesondere, dann noch Crewkabinen und Pax Innenkabinen.
    Diese Konzepte wirken vielleicht für einen kurzen Zeitraum. Nach einer gewissen Zeit schleift sich die Routine ein und man sieht nicht mehr so genau hin – der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

    Sie sprachen die Praxis verschiedener Länder hinsichtlich der Hafenschließungen an… Ich finde es vermessen, wenn nicht sogar frech von den Kreuzfahrtunternehmen Länder anzulaufen welche bekanntermaßen über eine fragile Infrastruktur und Gesundheitswesen verfügen…. 3 – 4 Schiffe mit zusammen vielleicht 20.000 Personen laufen den Hafen an und betteln um Hilfe, welche ein Land vielleicht nicht leisten kann und will, weil es seine eigene Bevölkerung schützen möchte.

    Dieses Problem ist weit grundlegender, wir haben ein in der IMO und SOLAS implementiertes Seenot Rettungssystem. Dieses ist jedoch ursprünglich für die Handelsschifffahrt konzipiert. Schauen Sie sich mal die frapierende Zunahme von Helikopterbergungen von PAXEN an, welche wohl, auf Grund ihres medizinischen Allgemeinzustandes, besser Daheim geblieben wären.
    Diese Situation verschärft sich weiter in Extremgebieten, wie bsw. in der Antarktis. Dort nimmt die Anzahl der Reisenden und Schiffe ständig zu, ohne ein Konzept der Rettung und Bergung. Die IMO und IAATO haben hier gründlich versagt. Diese Thematik habe des öfteren mit Admiral Martin (ehemaliger Oberbefehlshaber der argentinischen Seestreitkräfte) besprochen, er war, zusammen mit seinem chilenischen Kollegen, Chef des MRCC Antarktis.
    Ich hoffe, das es bald zu einem Supergau (Untergang mit Toten und Verletzten) kommt…. wir sind oft vorbei geschrammt, Bahia Paraiso, Explorer usw. Wenn Bilder mit frierenden Menschen auf Eisschollen um die Welt gehen und ölverschmierte Robben und Pinguine…. dann war es das.

    Lange Rede, kurzer Sinn…. bei der Kreuzfahrerei geht es nur ums Geldschefeln… Hochglanzprospekte und ein schöner Traum. Ein Umdenken in Sachen Sicherheit, Umweltschutz dergl. wird es nur mit Gewalt geben. Die Suppe sollen andere auslöfeln im Falle eines Falles.

    Morgen ist internationaler Tag des Seemannes….. wir sollten uns mehr darüber Gedanken machen wie diese Männer und Frauen einen sicheren Platz zum Leben und arbeiten bekommen… anstatt uns Gedanken darüber zu machen ob wir Pfeile auf den Boden kleben.

    Viele Grüße

  2. Sehr kritisch dieser Bericht ,
    Auch ich hinterfrage inzwischen immer mehr die Kreuzfahrt.
    Kritisch sehe ich die Tatsache , Schiffe in Steuerparadiese anzumelden. Entsprechend niedrige Standards für die Crew.
    Enge in den Crewkabinen , Arbeitsbedingungen.
    Massenmarkt, , überlaufene Häfen.,Umweltschäden ( Schweröl ).
    Natürlich kann man belegen , dass andere viel schlimmer sind oder man versucht sich zu verbessern .
    Schade zu dieser Entwicklung . Ich bin gerne mitgefahren.
    Will es jetzt wahrscheinlich nicht mehr tun.
    Alfred Kraus
    aus Worblingen .

  3. Vor ein paar Wochen habe ich einen Kommentar über Dr.Azaka Solution Temple gesehen, jemand, der darüber spricht, wie er ihr in seiner Beziehung geholfen hat. Ich habe ihn auch kontaktiert, weil ich das gleiche Problem in meiner Beziehung hatte. Heute kann ich Dr.Azaka Solution mutig empfehlen Tempel für jemanden, der ebenfalls vor einer Trennung seiner Beziehung steht, um ihn heute um Hilfe zu bitten, weil er mir geholfen hat, meine Beziehung wieder normal zu machen. Hier sind seine Kontaktdaten: Azakaspelltemple4@gmail. com oder WhatsApp für ihn +1(315)316-1521, danke, Herr Gott segne Sie.

  4. Bei all dem guten Willen , sich um einen Neubeginn zu kümmern, sollte man aber auch nicht vergessen, all die immer noch angebotenen und verkauften Kreuzfahrten für die Zeit von Juli bis Dezember 2020 endlich unwiderruflich zu stornieren, denn niemand glaubt ja wohl daran, das dieses Jahr noch “richtige” Kreuzfahrten stattfinden werden.
    Viele Kunden möchten gerne noch einen anderen (z. B. Lufthansa Pauschalreise ) Urlaub mit dem zu erwartenden Betrag
    der Rückzahlung , buchen.
    Norbert

  5. Ich kann nicht vergessen, wie Azaka mir geholfen hat, meine Ehe wiederherzustellen, nachdem ich mich 9 Monate lang mit meinem Mann aus dem Streit getrennt hatte und er ging und nie wieder zu mir zurückkehrte. Ich habe so viel getan, um ihn zurückzubekommen, aber nichts hat geklappt, bis ich es sah Ein Kommentar online, als jemand aussagte, wie Azaka ihm geholfen hat, seinen Ehemann zurückzubekommen, und auf diese Weise habe ich ihn über seine WhatsApp kontaktiert. Nachdem er mein Problem aufgeschrieben hatte, versicherte er mir, dass er mir helfen werde, in 20 Stunden mit meinem Mann zurück zu kommen Nachdem ich den Liebeszauber gesprochen hatte und nachdem er den Zauber gesprochen hatte, kam mein Mann nach Hause und plädierte dafür, dass es ihm sehr leid tut, mich verlassen zu haben. Heute bin ich wieder bei meinem Mann und wir sind beide glücklich und leben wieder zusammen. Ich weiß, dass es viele Leute gibt, die ihre Liebe zurückbekommen möchten. Bitte kontaktieren Sie Azaka, da er die perfekte Antwort auf Ihr Problem ist. E-Mail: Azakaspelltemple4 @ gmail. com ODER WhatsApp: +1(315)316-1521..

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