L'Austral in Neko Harbour, Antarktis

Große Kreuzfahrtschiffe aus der Antarktis verbannt

Große Kreuzfahrtschiffe dürfen seit August 2011 faktisch nicht mehr in den Gewässern der Antarktis kreuzen. Das ist die Folge strenger neuer Regeln der International Maritime Organization der Vereinten Nationen, um das empfindliche Ökosystem der Antarktis besser zu schützen.

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Die Regelung sieht vor, dass Schiffe in der Antarktis kein Schweröl mehr an Bord haben dürfen und nur noch mit leichteren Treibstoffsorten fahren dürfen, die auch im Falle eines Lecks nur geringe Schäden anrichten. Diese leichten Treibstoffe bauen sich im Wasser relativ schnell ab, wohingegen schon geringe Mengen Schweröls langfristige, schwere Umweltschäden in der Antarktis anrichten.

Große Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 500 Passagieren sind auf längere Strecken nicht wirtschaftlich mit Leichtöl zu betreiben, weswegen faktisch nur noch kleinere Expeditionsschiffe die Antarktis werden anlaufen können. Insbesondere Princess Cruises und Holland America werden dementsprechend die Antarktis wohl aus dem Programm nehmen müssen. Diese Kreuzfahrtgesellschaften bieten derzeit sogenannte „cruise only“-Antarktis-Kreuzfahrten an, also ohne Landgänge.

Nach Einschätzung der International Association of Antarctica Tour Operators wird die neue Regelung einen Rückgang von „cruise-only“-Passagieren um mehr als die Hälfte auf dann geschätzte 6.400 verursachen.

Einige Häfen und Regionen, insbesondere in Europa und in den USA, bestehen schon seit längerem darauf, dass Kreuzfahrtschiffe im Abstand mehreren Meilen von der Küste nur mit Leichtöl fahren, um die Schwefel-Belastung in der Atemluft der Städte zu reduzieren. Deshalb haben große Kreuzfahrtschiffe sowohl leichten wie schweren Treibstoff an Bord, schalten aber nur für die Hafenein- und -ausfahrten auf Leichtöl um und fahren ansonsten mit dem wesentlich billigeren Schweröl. Da diese Schiffe künftig in der Antarktis generell kein Schweröl mehr in den Tanks haben dürfen, müßten sie auch die lange Überfahrt beispielsweise von Chile, Uruguay oder Argentinien in die Antarktis mit dem teuren Leichtöl fahren.

1 Kommentar zu “Große Kreuzfahrtschiffe aus der Antarktis verbannt

  1. Positiv dass die (vernünftigen) Bestimmungen in diesem Fall nicht sukzessive der Markt-Nachfrage angepasst werden.

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